Acht Wochen Maxima

Während der vergangenen acht Wochen hat Maxima sich den Garten durch intensive Erkundungen vollständig von den ruhigeren Zonen hinten bis zu den Strassenseiten vorne angeeignet.
Zuerst blieb sie im hinteren Bereich und scheuchte nicht nur dort die Mäuse herum, sondern war auch selbst ständig in Bewegung, suchte sich für eventuelle Ruhepäuschen stets einen Platz im Verborgenen.

Dann kamen ein paar Wochen, in denen sie gelegentlich etwas weiter vorn im Garten bei uns am Tisch sass oder lag.
Von dort aus erweiterte sie „ihren Bereich“ im Garten langsam aber sicher und begannn auch, hin und wieder am Zaun zu bellen, wenn sich jemand dort zu nah und zu lange aufhielt. Wir fanden es nach drei Wochen völliger Stummheit als ein gutes Zeichen des Angekommenseins. Inzwischen bellt Maxi im Garten, wenn es etwas Besonderes gibt, und flitzt die Länge des Zauns entlang, aber sie ist trotzdem eher ein stiller Hund.

Mittlerweile künden immer neue oder nach einigen Tagen wieder geöffnete Löcher davon, dass Maxi nun das gesamte Gartenareal zu ihrem Aufgabengebiet gemacht hat und dieses intensiv betreut. Die Mäuse haben nichts mehr zu lachen und ich übe mich in Gelassenheit, denn die Ästhetik mancher Stauden leidet zwar, weil sich Schneisen und geknickte Stängel abzeichnen, wo Maxi sich hindurchgearbeitet hat, aber die Löcher sind verhältnismässig klein.

Seit ein paar Tagen erst, etwa seit der letzten Augustwoche, gibt es nun einen neuen Abschnitt in Maxis Gartenerleben, denn nun fühlt sie sich endlich so sicher und entspannt, dass sie sich auch abseits von uns irgendwo im Garten auf eine freie Fläche legt und gemütlich herumguckt, wie auf dem ersten Foto, wo sie im Gras vor den spanischen Weinreben in der Sonne liegt, obwohl dort ein von Autos und Menschen häufiger frequentierter Weg vorbeigeht:

2021-08-31 LüchowSss Garten Maxi + Wein + Sonnenplatz (1)

Ausserdem springt Maxima nicht mehr auf, wenn man kommt oder an ihr vorbeigeht: auch das war bis vor kurzem noch ganz anders. Und sie kommt, wenn man sie ruft. Vielleicht nicht jedes Mal sofort, vor allem, wenn sie gerade bis über die Ohren in Arbeit steckt, kann es ein bisschen dauern, bis sie abkömmlich ist, aber sie kommt meistens*. Wenn sie irgendwo so liegt wie auf den Fotos, kommt sie gleich, ob zum Spaziergehen oder ins Haus – auch ein Fortschritt.

2021-08-31 LüchowSss Garten Maxi in der Sonne (2)

* „kommt meistens“ = nicht immer, und daher trägt sie auch weiterhin noch im Garten ihr Brustgeschirr, um sie besser erwischen zu können, falls es mal doch nicht klappt. So einen kleinen, schnellen Hund muss man ja auch irgenwie zu fassen kriegen. Im Haus ist sie natürlich ohne unterwegs, und lässt es sich inzwischen gut und durchaus gern anlegen, weil sie weiss, dass es dann hinaus geht, und draussen ist sie einfach gern.

Unsere Aufstehzeiten haben sich nur unwesentlich geändert, wir sind immernoch ungefähr ab halb sechs Uhr früh unterwegs, aber ich finde es ja zum Glück nicht schlimm, mir beim Spaziergang im Morgennebel den ersten Schimmer von Tageslicht anzusehen. Inzwischen stecke ich mir nur die Taschenlampe ein, um eventuelle andere Personen auf unsere Anwesenheit aufmerksam zu machen.

Begegnungen mit anderen Personen teilt Maxima ein in Menschen mit und ohne Hunde, wobei ihr die von Hunden begleiteten Menschen sympathischer sind, ganz als gäben ihr die anderen Hunde eine Art Vertrauensbonus.
Sie ist Hunden gegenüber von einer ganz beachtlichen, ruhigen Aufgeschlossenheit, ganz gleich, ob gross oder klein, und geniesst es, wenn wir jemanden mit Hund treffen, mit dem wir ein gemeinsames Stück Weg gehen können.
Bei Wildheit geht sie auf Abstand, spielen sah ich sie noch nicht, aber nahes Nebeneinanderlaufen scheint für Maxi das Schönste zu sein.

A propos Spielen: Wenn man einen Hund bekommt und auch schon hatte bzw. viele andere Hunde kannte, meint man immer, man müsse mit ihm spielen. Und dann kommt einer wie Maxi und hat Angst vor allen Gegenständen, die geworfen werden, oder kann mit hingehaltenen Dingen nichts anfangen, traut sich nicht, sie zu nehmen.
Futterbeutel-Training finde ich zum Beispiel eine tolle Sache, ist aber momentan noch nicht möglich.

Es hat vier Wochen gedauert, bis Maxi sich nicht mehr vor einem kleinen gelben Gummi-Ball gefürchtet hat, in dem man kleine Leckerli verstecken kann, damit sie die wieder herauszuholt. Anfangs ist sie geflüchtet, wenn der sich bewegte, seit ein paar Tagen wirft sie ihn gelegentlich selbst herum, ich rolle ihn aber lieber noch eine Weile, denn die Schreckhaftigkeit gegenüber Unvorhergesehenem besteht nach wie vor, auch uns gegenüber.
Schlüssel- oder Leinenrasseln bringt vielleicht andere Hunde herbei, weil sie meinen, es kommt ein Spaziergang, aber Maxi findet es immernoch erschreckend.

Man kann ja nur rätselraten, auf welche Weise das Vertrauen so zerstört wurde, aber man muss umlernen und darf vor allem nichts persönlich nehmen. Ich hoffe nur, dass ein demnächst anstehender erster gemeinsamer Tierarztbesuch mit Blutabnahme (wiederholter Test auf die sogenannten Mittelmeerkrankheiten MMK) von Maxima nicht zu negativ aufgenommen wird.

15 Gedanken zu “Acht Wochen Maxima

  1. Das hört sich rundum toll an! Nicht jeder Hund spielt gern, insofern kann Maxima sich ja wirklich ganz in Ruhe an die Dinge herantasten – und wenn sie sie auch nach längerer Zeit nicht mag, dann halt eben nicht. Aber anscheinend baut sie ja mit der Zeit doch Vertrauen zu Bällen und Dergleichen auf und findet vielleicht irgendwann Gefallen daran :)
    Für den Tierarztbesuch drücke ich Euch die Daumen. Du weißt sicher, wie Du ihr das Ganze möglichst angenehm und vielleicht sogar schmackhaft machen kannst, Ihr macht das schon :)

    Gefällt 3 Personen

    • Bongo hat im Garten nicht nach Mäusen gebuddelt, nur draussen, aber Liege-Kuhlen hat er sich angelegt, so gross wie Kinderbadewannen. Dackel und Terrrier sind berüchtigte Buddler. Von Maxi, die wie ein Dackel aussieht, habe ich auch nichts anderes erwartet, aber sie stöbert mehr ein bisschen in die Tiefe, statt sich metertief an einer Stelle einzugraben, das geht noch.

      Gefällt 1 Person

    • Danke für die Daumen! Man kann es kaum vorhersehen. Zum Glück ist ihr Körperbau so sportlich geworden, dass man die Venen an den Beinen sogar mit Fell gut abgezeichnet sehen kann, das könnte schon mal bedeuten, dass es schneller gehen könnte.

      Gefällt 1 Person

  2. Die uns zugelaufene Katze Pinkipessa ist trotz täglichen Fütterungen und Ansprachen immer noch fast so schreckhaft wie am Anfang. Euer Maxi lässt sich jedenfalls anfassen… Für den Arztbesuch gutes Gelingen!

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