Ein tagaktiver Nachtfalter in Braun

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Ein tagaktiver Nachtfalter in Brauntönen mit etwas Ockergelb, an den Flügelrändern gefranst wie altmodische Wohnzimmervorhänge, solche, die man mit matt goldfarbenen Raffhalter-Kordeln in ebensolchen Bögen zur Seite gerafft hätte – er könnte zu den Eulenfaltern Noctuidae gehören, vielleicht …

Weiter bin ich nicht gekommen, denn weder hilft mir sein Fundort auf den Blüten der Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium weiter, noch der Kleine Ampfer Rumex acetosella daneben. Aber es ist egal, ob ich einen Namen dazu kenne oder nicht: jeder Falter zählt. – Die Fotos sind vom 5. Juli 2021, aufgenommen auf einer der Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die beiden kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Seidiger Fallkäfer auf Wiesen-Schafgarbe

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Wegen der feinen Oberflächenstrukturen auf Halsschild und Flückeldecken, aber auch, weil der Käfer Anfang Juli Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium auf einer der Wieseninseln besuchte statt Minze an anderen Stellen, ahnte ich gleich, dass es sich um eine andere Blattkäfer-Art handelt, und richtig: es ist ein Seidiger Fallkäfer Cryptocephalus sericeus.

2021-07-05 LüchowSss Garten Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)  +  Seidiger Fallkäfer (Cryptocephalus sericeus) (1)

Wegen des nach unten gebogenen Kopfes und des von den Deckflügeln nicht vollständig bedeckten, stumpfen, seidig behaarten Hinterleibs wirkt der Körper zylindrisch. Er glänzt grün und verschiedenfarbig metallisch, Kopf, Beine und die relativ langen, schmalen Fühler sind dunkler. Käfer dieser Art messen 6-8 mm.

2021-07-05 LüchowSss Garten Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) + Seidiger Fallkäfer (Cryptocephalus sericeus)

Die Käfer sind zwischen Skandinavien und dem Mittelmeer in Europa weit verbreitet, fehlen zwar bisher auf den Britischen Inseln, aber dafür gibt es in Südeuropa Unterarten.
Sie fliegen von Mai bis Juli in offenem, sonnigem Gelände mit Korbblütlern, von denen die gelbe Pollen tragenden Arten die Imagos anziehen. (Auch Schafgarbe gehört zu den Korbblütlern Asteraceae).
Die Larven fressen hingegen von Blättern umgebender Gehölze und leben dabei in einer Larvenhülle aus eigenem Kot. Die Verpuppung erfolgt später im Boden.

Die Fotos sind vom 5. Juli 2021, aufgenommen auf einer der Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Eine Wipfel-Stachelwanze

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Wipfel-Stachelwanzen Acanthosoma haemorrhoidale findet man in Laubwäldern, an Waldrändern oder in früchtetragenden Feldhecken. Sie sollen zu den am häufigsten vorkommenden Wanzen Europas gehören, wenn auch im Norden seltener. Vielleicht sah ich „meine“ deshalb vor einigen Tagen zum ersten Mal hier im Garten in der mit Stauden und Sträuchern bewachsenen „Birkenecke“ auf Blüten vom Feinstrahl Erigeron annuus, einem eher zufälligen Landeplatz.

2021-08-01 LüchowSss Garten Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale) auf Feinstrahl (Erigeron annuus)

Sie fliegen mit einer Generation vom späten Frühling bis in den Herbst, bevor sie am Boden unter altem Laub überwintern, um im Frühling die befruchteten Eier auf Weißdorn abzulegen, wo sie im Hochsommer schlüpfen. Die Larven häuten sich insgesamt fünf Mal. Das von mir beobachtete Tier war anscheinend noch jung, denn sie werden als Adulte noch farbenprächtiger.

2021-08-01 LüchowSss Garten Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale) auf Feinstrahl (Erigeron annuus) (3)

Während die adulten Wipfel-Stachelwanzen den Säften der Blätter passender Pflanzen eher Früchte vorziehen, saugen die Larven ausschliesslich an den Blättern. Wie Grüne Stinkwanzen können sie zu ihrem Schutz aus Wehrdrüsenneben dem Beinansatz ein unangenehm riechendes Sekret absondern, aber „meine“ fühlte sich nicht durch mich gestört.
Die Fotos sind vom 1. August 2021, aufgenommen auf der Feldseite im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Da ist er ja wieder!

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Den Hasenklee Trifolium arvense hatte ich am 12. Juni 2021 vermisst, als ich meinen Beitrag > Klee in Weiss, Purpurrosa und Gelb über die verschiedenen Klee-Arten schrieb , die im Garten wachsen. Dabei war es vermutlich einfach noch zu früh, denn die einjährige Art fällt im Wildkräuterrasen erst dann ins Auge, wenn er seine weichen, Hasenschwänzchen ähnelnden Blütenstände bekommen hat, wegen denen ich ihn so „niedlich“ finde.

2021-07-05 LüchowSss Garten Hasenklee (Trifolium arvense)

Anfang Juli fand ich ihn endlich an verschiedenen Stellen in der magersten und lückenhaftesten Wieseninsel, denn das sind die Bedingungen, die er braucht.
Das Foto ist vom 5. Juli 2021, aufgenommen auf einer der Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Früh auf

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Auch wenn ich meistens Maxi-Beiträge am Abend verfasse, passt dieser besser zum Morgen, denn Maximas innere Uhr steht auf halb sechs Uhr morgens. Dann ist sie gnadenlos ausgeschlafen, und nichts anderes als ein richtiger Spaziergang kann sie zufriedenstellen. Hier sind einige Fotos von heute früh:

Wir hörten Vögel singen, Hähne krähen, Kühe rufen und sahen hier und da ein Tier weghuschen, ungenau. Aber wir haben niemanden getroffen, ausser einem jungen Nutria beim Wasserlinsenfrühstück und ein paar Wegschnecken.
Jetzt schläft das Hündchen, natürlich, entspannt und zufrieden. – Die Fotos sind vom frühen Morgen am 3. August 2021 in der Feldmark zwischen Lüchow und Wustrow im Wendland aufgenommen, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Maxi forscht

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Maxi erforscht immer mehr Teile des Gartens, hat aber bisher eine bestimmte bevorzugte „Komfortzone“ im hinteren Teil, in der sie um die Wieseninseln herumflitzt oder darin pirscht und stöbert, wie auf  diesem Suchbild:

2021-07-28 LüchowSss Garten MAXI Wieseninsel-Suchbild

Die ersten beiden Bilder sind vom Samstag, könnten aber auch von heute sein, wo wir sie mitlockten, uns bei der Gartenarbeit in den vorderen, strassenseitigen und weniger buschigen Teil des Gartens zu folgen, bisher noch nicht ihr Revier.

2021-07-28 LüchowSss Garten MAXI wagt sich vor

Zur rumpelden Schubkarre hält Maxi grossen Abstand, auch wenn sie stillsteht, und ich muss auch meine Gartenhandschuhe ausziehen und ein gutes Stück beiseite legen, damit sie sich dann näher herantraut und streicheln lässt.

2021-08-01 LüchowSss Garten MAXI im Gras liegend (1)

Andererseits fühlt sie sich inzwischen in dem ihr vertrauteren Gartenteil so wohl, dass sie sich zum Ausruhen nicht mehr irgendeine verborgene Ecke sucht, sondern in unserer Nähe im Umkreis des Tisches ein Plätzchen findet.

Die Fotos sind vom 28. Juli und vom 1. August 2021, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Gelbbindige Schnake Nephrotoma crocata, Weibchen

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2012-06-12 LüchowSss 061 GelbbindigeSchnake_Nephrotoma-crocataLinks ist ein älteres Bild klein eingefügt: eine Gelbbindige Schnake Nephrotoma crocata, deren dottergelben Streifen auf dem schwarzen Körper unverdeckt zu erkennen sind.
Das jüngste Foto von einem Exemplar der Art ist zwar klarer, aber bei dem Weibchen, das ich Anfang Juli diesen Jahres im Garten fand, musste ich mich an den Zeichnungen von Kopf- und Thorax sowie Farbe und Form des Hinterleibs orientieren, bevor ich mir sicher war, dass es sich um eine weibliche Gelbbindige Schnake handelte:

2021-07-07 LüchowSss Garten Gelbbindige Schnake (Nephrotoma crocata) weibl. (1)

Gelbbindige Schnaken kommen vor, wo es sowohl durchlässige Sandböden als auch Gehölzränder gibt, passend für Graswurzeln fressenden Larven und die nektarsaugenden Imagos. Mein jüngstes Foto habe ich aber an einem blütenlosen Buchsbaum am Rande der Rasenfläche aufgenommen.
Wegen der auf beiden Fotos mehr oder weniger gut erkennbaren, rötlichen Hinterleibsspitzen mit Legeapparat sind beide weiblich.
Die Anzahl der Streifen variiert, aber nicht abhängig vom Geschlecht. Leider schimmert beim neueren Bild nicht hindurch, ob sich unter den Flügeln drei oder vier gelbe Binden verbergen.

Bild 1 ist am 12. Juni 2012 in der Feldmark bei Lüchow, Bild 2 am 7. Juli 2021 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die Bilder zum Vergrössern anklicken.

Mehr von den Nachtkerzen

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Vor etwa zwei Wochen veröffentlichte ich einen Beitrag über eine ungewöhnlich gewachsene Gewöhnliche Nachtkerze Oenothera biennis mit einer sogenannten Verbänderung  > hier. Diese Nachtkerze bringt aus der auch Fasziation bzw. Cristate dennoch ganz normale Blüten hervor und die verdichtete Form löste sich inzwischen nach und nach auf. Bild 1 mit der kleinen Furchenbiene ist von Anfang Juli, Bild 2 ist zwei Wochen später entstanden.

Die Bilder darunter zeigen Blüten anderer, normal gewachsener Pflanzen. Auf Bild 3 besucht eine Ackerhummel Bombus pascuorum eine der gelben, „durchgehend geöffneten“ Blüten, auf Bild 4 sind zwei Käfer bei der Pollen- und Nektarmahlzeit zu sehen, über deren Artzugehörigkeit kann man in dem gelben Blütenlicht aber höchstens spekulieren.

Den Käfer im Inneren hielte ich für einen weiblichen Graugrünen Schenkelkäfer Oedemera virescens: sie waren Ende Juni / Anfang Juli im Garten sehr häufig. Auf den Bildern 5 u. 6 sind die Nachtkerzenblüten 4-5x so gross, die Knospen länger, spitzer und rötlich angelaufen. Solche hatte ich erwartet, als ich vor Jahren Samen von einer solchen Pflanze in der Feldmark abnahm und im Garten verstreute, doch bei mir zeigten sich nur Nachtkerzen mit kleineren, wenn auch duftenden Blüten, siehe Bilder 1-4.

Die im 17. Jh. als Zierpflanzen nach Europa eingeführten, auch als essbar angebauten Nachtkerzen („Schinkenwurz“) sind aus den Gärten heraus verwildert und haben sich durch ein gattungsspezifisches „Talent“ zur Hybridisierung in die mitteleuropäischen Flora eingefügt, was rein visuelle Bestimmungen fast unmöglich macht, und trotzdem unter dem deutschen Namen „Gewöhnliche Nachtkerze“ und dem wissenschaftlichen Begriff des Oenothera biennis-Aggregats zusammengefasst wird.

Die Fotos zwischen dem 4. bis 30. Juli 2021 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.