Violetter Knorpelschichtpilz und Gemeine Teichmuschel

Vorgestern brachte ich nur zwei ausreichend gute Fotos mit nachhause, mit dem Handy im Regen fotografiert, mit Maxi an der Leine und dem Regenschirm irgendwie unter den Arm geklemmt. Letzterer war wegen des starken Windes ohnehin unnütz und blieb nach anfänglichen Versuchen wegen Umklappgefahr auf dem Spaziergang unbenutzt.

2023-01-14 b. Lüchow am Königshorster Kanal Violetter Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum)

Bild 1: zur Zeit entdecke ich auf vielen Baumstümpfen Violette Knorpelschichtpilze Chondrostereum purpureum in verschiedenen Entwicklungsstadien. Es gehören nämlich auch die unscheinbar hellbeige gefärbten Knubbelchen dazu. Die samtig ausgebreiteten, namensgebend violetten bzw. purpurfarbenen Flächen entstehen erst, wenn der Pilzkörper schon älter ist. Das zweite Fundstück ist eigentlich nur noch ein leeres Überbleibsel, aber so hübsch!

2023-01-14 b. Lüchow am Königshorster Kanal, Gemeine Teichmuschel (Anodonta anatina) (1)

Bild 2: zeigt die blitzblank leeren Schalen einer Gemeinen Teichmuschel Anodonta anatina, die ich am Rande des Königshorster Kanals fand. Die Süsswassermuschel wurde sehr wahrscheinlich von einem der Silber- oder Graureiher herausgefischt und leergefressen. Ich frage mich nur immer wieder, wie die Reiher wohl die Schalen mit ihrem Schnabel aufbekommen, ohne sie zu beschädigen? Sicherlich gibt es einen Trick.

Die beiden Fotos entstanden am  14. Januar 2023, beim Vormittagsspaziergang beim Königshorster Kanals nahe Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen . Man kann die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

19 Gedanken zu “Violetter Knorpelschichtpilz und Gemeine Teichmuschel

    • Fischotter wäre schön, ist aber kein Vorkommen bekannt. Nutrias sind möglich, gute Idee. Sie wurden zwar gerade wieder reihenweise abgeschossen, aber vielleicht sind ja doch noch welche entkommen.

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      • Hier in SH sind alle TK 25-Rasterkästchen vom Fischotter gut besetzt. Ich nehme an, dass in Niedersachsen, Land des Otterzentrums, die Verbreitung ebenfalls weiter gut vorankommt. In einem Vortrag 2016 scheint sich das so anzudeuten: https://aktion-fischotterschutz.de/fileadmin/user_upload/aktion_fischotterschutz/desktop/hauptnavigation/Unsere_Projekte/ISOS/Tagung_Otterschutz_in_Deutschland_20.10.2016/Der_Fischotter_in_Niedersachsen.pdf
        Der Nordosten, von der Elbe her, war eigentlich immer ein wesentliches Ausbreitungszentrum.

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        • Ich denke, dass er an anderen Stellen im Landkreis auch ganz gut vertreten ist, „hier“ bezieht sich nur sehr kleinräumig auf dieses aus der Flurbereinigung in den 70er Jahren hervorgegangene, regelmässig ausgebaggerte Kanal-Gewässer zur „Regulierung“ der Böden, das seine Tierwelt nur der Verbindung zur Jeetzel verdankt und die in so einem Kanal keinerlei Schutz geniesst. Kahle Böschungen und gerade Kanten sind dort nach wie vor erwünscht.

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            • Der Hochwasserschutz wird dann als Argment herangezogen, und das war 2017 hier zuletzt ein ernstzunehmendes Thema. Das Problem ist mit den Dürresommern, die den Boden bis in tiefe Schichten ausgetrocknet haben, ja leider nicht von Tisch, denn derzeit steht zum Beispiel das Wasser genau in diesem Grabensystem ungewöhnlich hoch, weil die trockenen Böden gar nicht so viel Regenwasser aufnehmen konnten, wie sie in den vergangenen Januarwochen bekommen haben. Jetzt rächt sich das Kanalisieren der Jeetzel und ihrer Auenflächen in den frühen 60er Jahren auf vollkommen unerwartete, geradezu paradoxe Weise, weil das Wasser ungenutzt davonfliesst. Sofern man bei der langsamen Jeetzel von „fliessen“ sprechen kann, denn die bekommt es bei Elbhochwasser fertig, rückwärts zu strömen.

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              • Dieses scheinbare Paradox wurde leider von allzu vielen Länderbehörden in jüngerer Vergangenheit ad absurdum geführt. Während man nicht in der Lage scheint, den gesetzlichen Auftrag Wasserrahmenrichtlinie, WRRL, ordnungsgemäß abzuarbeiten, stürzte sich die Verwaltungswelt auf die Hochwasserschutzrichtlinie (deren Beschreibung klar sagt, dass sie nicht GEGEN die WRRL missbraucht werden darf). Lobbyisten gelang es dann zusätzlich, Überschwemmungsgebiete kleiner „zu malen“, als ursprünglich vorgesehen.
                Im Kleinen fehlt dann auch, gern bekämpft, standorttypischer Baumbewuchs, der mit seinem Wurzelwerk Wasser besser nach unten ableitet, als verdichtete Mähwiesen und Äcker – ohne solch hilfreich, tiefes Wurzelwerk.
                Wir dürfen gespannt sein, wie die Diskrepanzen des Klimanwandels „von mensch“ weiter behandelt werden.

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                • In unserer Ecke des Landkreises,, ausserhalb des Naturparks, haben die Landwirte das absolute Sagen, leider. Für diesen Kanal müssen wir „Anlieger“ sogar Unterhaltungsgebühren zahlen. Immerhin wird Mähen und Baggern wenigstens nicht mehr im Juni / Juli vorgenommen und man hat im vergangenen Herbst die Landwirte daran „erinnert“ dass sie die 5m-Abstände zu respektieren haben, was jahrzehntelang ignoriert wurde. Es schaut ja auch niemand darauf.
                  Ja, es dürfte interessant werden.

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