Wieder ein Grosser Wollschweber

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Die Grossen Wollschweber Bombylius major zu beobachten, wie sie im Garten bodennah umherschwirren und sie zu fotografieren werde ich so schnell nicht müde. Sie haben mit ihrem drolligen Aussehen eine ähnliche Wirkung auf mich, wie im Sommer die Taubenschwänzchen, ich muss einfach versuchen, noch ein weiteres Bild zu bekommen :

2021-04-27 LüchowSss Garten Grosser Wollschweber (Bombylius major)

Auf meinem aktuellen Foto sieht man einmal mehr das typische dunkle Muster des Grossen Wollschwebers auf den Flügeln. Foto vom 27. April 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Dass ich jeden Wollschweber zu fotografieren versuche, liegt nicht nur an ihrer Putzigkeit, sondern auch daran, dass ich nicht das Vorkommen weiterer Arten verpassen möchte, denn es soll nach jüngeren Informationsquellen inzwischen über 40 Wollschweber bzw. Hummelfliegen-Arten in Deutschland geben, nicht nur die oft zitierten „34“. Die vergangenen warmen Jahre haben einige Arten weiter nach Norden gebracht. Allerdings gelten innerhalb dessen etliche Wollschweberarten als gefährdet oder verschollen, denn sie brauchen ja nicht nur ein passendes Klima, sondern auch geeigneten Lebensraum mit Insekten, in deren Nestern ihr Larven heranwachsen können.

Wollschweber und Gundermann

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„Wollschweber und Gundermann“ könnte ein netter Firmenname sein, oder sogar eine TV-Serie mit zweien, die berufsbedingt nicht voreinander weglaufen können, so dass … nein. Es geht um das fliegende Plüschkügelchen namens Grosser Wollschweber Bombylius major, das bei schönem Wetter nun wieder graubraun-pelzig und putzig mit vorgestrecktem Rüssel im Garten umherfliegt, um diesen dann bevorzugt den Blüten des Gundermann Glechoma hederaceae in den violetten Rachen zu stecken:

2021-04-20 LüchowSss Garten Gr. Wollschweber (Bombylius major) am Gundermann (Glechoma hederaceae)

Die Wollschweber gelten als Parasiten, saugen mit ihrem Rüssel aber nur Nektar. Ihre Larven allerdings fressen als Brutparasiten den Larven verschiedener Insektenarten wie Solitärbienen (vor allem Erd- bzw. Sandbienen), Grabwespen und sogar bestimmten Schmetterlingsarten (z. B. Eulenfaltern) zuerst die Futtervorräte weg und schliesslich sogar ihren unfreiwilligen Gastgeber.
Mehr darüber lesen auf der Webseite > Wildbienen-Parasiten: Wollschweber | wildbienen.de
Foto vom Mittag des 20. April 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Echter Frühling

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Inzwischen zeigen sich auch weitere, hoffnungsvolle Anzeichen echten Frühlingsgeschehens. Nicht nur bei den Pflanzen, auch bei Vögeln und Insekten sind neue Aktivitäten zu beobachten. Die Vögel wissen nach wie vor die Futterstellen sehr zu schätzen, wie der Buntspecht Dendrocopos major und der Haussperling Passer domesticus, denn üppig ist das Nahrungsangebot in der feldwirtschaftlich geprägten Umgebung noch längst nicht.

 

Dabei beschäftigen sie aber schon seit einigen Tagen intensiv mit dem Sammeln von Nistmaterialien, wie die braune, weibliche Amsel Turdus merula mit dem dicken Büschel trockenen Nistmaterials im Schnabel.
Der Bedarf an trockenen Hälmchen, Stängeln, alten Blättern und Moos ist gross; in allzu sauber geharkten und gepflegten Umgebungen sammeln die Vögel ersatzweise herumliegenden Zivilisationsmüll wie Kunststofffetzen, Fäden und auch längere Garnstücke, in denen sich ihre Nestlinge später tödlich verfangen können.

 

Es sind endlich auch wieder Gemeine Sandbienen Andrena flavipes auf den Blüten der Gänseblümchen Bellis perennis zugange, oder sitzen auf den behaarten Blättern des Balkan-Storchenschnabel Geranium macrorrhizum. Was sie dort tun, weiss ich nicht, daran habe ich schon vergangenen Frühling herumgerätselt, siehe > Sandbiene bei … was?
Die Geschlechter sind auffällig verschieden gross – irgendwie glaube ich inzwischen, dass es sich stets um die kleineren Männchen der Art handelt, die auf den stark aromatischen Blättern in der Sonne sitzen.

 

Ebenfalls an Gänseblümchenblüten fand ich eine noch ziemlich träge wirkende Dunkle Erdhummel Bombus terrestris, die so wirkte, als müsse sie erstmal Sonne und Nektar tanken um in Gang zu kommen.
Kaum dass die insekten nach der frostigen Phase des März wieder hervorgekommen sind, erscheinen schon die ersten Grossen Wollschweber Bombylius major, deren Larven sich parasitoid von den Larven anderer Insekten ernähren, bevor sie später als Imagos auch so putzig aussehen und nur noch von Nektar leben.
Die Fotos sind, bis auf das erste von Specht und Spatz, vom 24. und 25. März 2021, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.