Mehr von den herbstlichen Astern

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Im vorigen Beitrag begeisterte ich mich für die sich niedrig ausbreitende Teppich-Myrtenaster bzw. Steinaster Symphyotrichum ericoides ‚Snowflurry‘ und schrieb > hier, dass sie zur Zeit ihre Insektenfreundlichkeit noch nicht unter Beweis stellen konnte, weil andere Herbstastern mit ihnen derzeit noch konkurrieren und mehr Insekten-Aufmerksamkeit bekommen. Miteinander kann man sie in der folgenden Gartenrundgangs-Galerie sehen:

Vor allem an den lila-gelben Neubelgischen Glattblattastern Symphyotrichum novi-belgii halten sich schon seit Anfang September bis heute die meisten Insekten auf, allen voran Honigbienen in grosser Zahl. Zusehen sind sie auf den Bildern 1, 2, 4, 6, 7 + 11. In den jüngsten Tagen lassen sie allerdings nach. Es ist gut, dass die späten Weissen nun übernehmen können, auch wenn es von denen noch nicht so viele gibt, aber ich arbeite daran.

Auch die Teppich-Myrtenaster Symphyotrichum ericoides ‚Snowflurry‘ ist wieder mit dabei: auf den Bildern 2, 8, 9 mit Bongo, dem ich nicht widerstehen konnte, auf den ersten drei neuen Fotos von heute Mittag sieht man sie aus einer gewissen Entfernung und nur auf Bild 10 noch einmal von Nahem.

Ungefähr denselben Zeitpunkt zum Blütenstart wie die Kleine hat auch die hohe, ebenfalls vehement gedeihende, weisse Symphyotrichum-Herbstaster auf den Bildern 3, 6 + 12, die ich immer „Novemberkraut“ nenne, richtiger wäre vielleicht: Bunte Glattblattaster Aster × versicolor. Bei deren genauer Zuordnung bin ich unsicher, aber den Bienen ist das egal, sie sind völlig verrückt nach den Blüten von dem spätblühenden wilden Ding, auch bei bedecktem Himmel und sogar bei Nieselregen!

Die Asiatischen Wildastern Aster ageratoides ‚Asran‘ haben sogar bereits seit Anfang Augst mit ihrer Blüte begonnen und stehen immer noch hoch in Blüte, sind allerdings bei Honigbienen weniger gefragt als bei Hummeln, Wildbienen, Faltern, Schwebfliegen bzw. überhaupt einer Vielzahl von Fliegen. Nachdem ich ihnen und ihren Insekten-Besuchern gestern > hier schon einen eigenen Artikel gewidmet habe, sind sie nur auf den Bildern 3 + 4 im Hintergrund zusehen, und auf Bild 5 als Hauptdarsteller. Ihre meisten Besucher hat ‚Asran‘ bei Sonnenschein. Die Ageratum-Astern erreichen nur Kniehöhe und haben standfeste Stängel, anders als die hohen Neuweltastern brauchen sie keine Stütze.

Die meisten lila und alle weissen hohen Symphyotrichum-Herbstastern habe ich aus ehemaligen, seit Jahrzehnten verwilderten Gärten in der Nähe des alten Bahndamms. Ihre Wuchskraft ist beachtlich, aber sie brauchen eine Stütze, weil sie bei Regen und Wind durch das eigene Gewicht umfallen, und alles darunter zu bedecken, wenn man ihnen nicht wieder aufhilft. Auf Bild 4 z.B. sind quergesteckte Bambusstäbe erkennbar. Indem ich sie entlang der Innenseite vom Gartenzaun pflanze – Ziel ist, soweit wie möglich rundherum – bekommen sie sowohl durch den Zaun als auch die älteren Gehölze von zwei Seiten einen besseren Stand, statt frei stehend gepflanzt

Unter den Fotos in der Galerie ist nur eines vom 22. (Bild 4), ein weiteres vom 24. (Bild 10), die anderen sind alle heute aufgenommen, am 25. Oktober 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Herbstasternzeit

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Es ist schon länger Herbstasternzeit, aber nun bekommen sie von den anderen Blüten im Garten die Bühne überlassen, sie kommen besser zur Geltung und blühen mehr und mehr auf, in verschiedenen Arten, Sorten und Farben. Bei den Insekten sind sie sehr beliebt.

 

Honigbienen besuchen bevorzugt die lila Neubelgischen Glattblattastern Aster novi-belgii mit der gelben und rötlichen Mitte in grosser Zahl, aber auch Schmetterlinge kommen zu denselben, sobald die Sonne auf die blühenden Stauden scheint, auch hätte ich so spät nicht mehr mit einem Bienenwolf gerechnet (Bilder 1, 3, 4, 9, 10, 13, 14 + 16).

Auch die Asiatische Wildaster Aster ageratoides ‚Asran‘ (Bilder 2, 5, 6, 7 + 11) wird gern von sehr verschiedenen Insekten aufgesucht: meist von Faltern, Fliegen und Schwebfliegen, gelegentlich von Hummeln und Bienen.

Es sind noch nicht alle Asternarten von den Insekten entdeckt worden, so wartet zum Beispiel die Teppich-Myrten-Aster Aster ericoides ‚Snowflurry‘, eine niedrige Steingartenform mit holzigen Stängeln und kleinen weissen Sternchenblüten (Bilder 8 + 15), noch auf Bienen. Nur ein Grashüpfer fand sie besuchenswert, vielleicht wegen ihres von Steinen gewärmten Standorts.

Die Waagerechte Herbstaster Aster lateriflorus horizontalis (Bild 12) steht sogar noch vollständig und vom Herbst unbeeindruckt in Knospen, auch wenn sie schon mit fallenden Kirschblättern berieselt wird.

Von einigen der Herbstastern weiss ich die Sortennamen nicht. Zum Beispiel habe ich vor einigen Jahren eine gefüllte weisse Glattblattaster im Töpfchen geschenkt bekommen, damals höchstens zwanzig Zentimeter hoch, gestaucht eben. Sie entwickelte sich mit der Zeit wieder zu einer nahezu normalen Form, deren offene gelbe Mitte gern von Honigbienen besucht wird (Bild 3), und etwa doppelt so hochwachsend wie früher.

Die Fotos habe ich zwischen dem 26. September und dem 2. Oktober 2020 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Von A wie Aspirin bis Z wie Zichorie

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Septemberblüten im Garten, von A wie Aspirin bis Z wie Zichorie, zwischen Rosa und Himmelblau:

Fotos vom 22. bis 28. September 2020 aus dem Garten, zum Teil regennass, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Was macht eigentlich ein Bienenwolf …

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Was macht eigentlich ein Bienenwolf in diesen hier auf dem Lande an Blüten und Bienen so verarmten Anfangseptemberwochen? Er treibt sich bei mir im Garten herum, aber weshalb an den derzeit von Bienen ignorierten Asiatischen Wildastern, statt, genau wie diese, an den Hohen Fetthennen jenseits des Hauses?

Über den Lebenslauf der für ihre Brut Honigbienen aber auch Wildbienen jagenden und eigentlich nicht seltenen Grabwespenart ist es erstaunlich schwierig, Umfassendes zu finden.
Auf der Bienenwolf-Seite des interaktiven Tierlexikons > Tierdoku.com wurde ich fündig, zum Beispiel, dass er oder richtiger sie, die weiblichen Tiere der Art Philanthus triangulum, sich erst ab + 25°C aufwärts auf die Jagd begeben, um damit ihre Larven in selbstgegrabenen, unterirdischen Brutkammern zu versorgen, und auch, dass gemeinhin ihre Flugzeit im September ende.
Der Bienenwolf an den Wildastern vom Foto war also an Jagd und Brut nicht interessiert, sondern nur an der Selbstversorgung mit Nektar.

In dem Zusammenhang bin ich gespannt, ob sich zukünftig mit wärmeren Herbsttagen auch die Flugzeit verlängern wird, denn im ausführlichen, englischsprachigen Wikipedia-Artikel zum > European beewolf steht, der Bienenwolf sei nur in nördlicheren Regionen univoltin, so dass die Larve bis zum Erscheinen im kommenden Sommer überwintere, während dagegen im wärmeren Mitteleuropa zwei Generationen pro Saison fliegen. Insgesamt kommt die Art in Europa, im Nordwesten von Asien und in Nord-Afrika vor.

Auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite werden auch verschiedene Wildbienenarten als Beutetiere aufgezählt, für Kontinentaleuropa übrigens unterschiedlich von England, während die deutschsprachigen Seiten Honigbienen als Haupt-Opfer betonen.
Vielleicht rührt daher auch die Abweichung der genannten Zahlen von durchschnittlich erbeuteten Bienen pro Flugzeit eines einzelnen Bienenwolf-Weibchens: 50 werden deutsch benannt, 100 auf Englisch.
Dies wurde nicht näher erläutert, aber ich denke, bei der Ausstattung einer Bruthöhle werden statt einer grossen Honigbiene zwei oder drei kleine Wildbienen „berechnet“. Dazu passt, dass auf der Tierdoku-Seite für männliche Larven „1 bis 3 Bienen“, für weibliche Larven „3 bis 6 Bienen“ angegeben wurde.

Da ich nicht weiss, ob es sich auf dem Bild um ein weibliches oder männliches Exemplar handelt, das sein Leben sowieso ohne Bienenjagd verbringt, habe ich auch zu dem Männchen ein bisschen gelesen, was ich noch nicht wusste: Bienenwolf-Männchen halten ein pheromonmarkiertes Revier in der Nähe von Weibchen und verteidigen dies auch gegen Konkurrenten, aber ohne körperlich aggressiv zu werden, wie beispielsweise die ruppigen Wollbienen-Männchen. Ausser ihrer Präsenz machen sie aber auch den Weibchen keine werbestrategischen Avancen.
Der Name „Wolf“ und die eigentlich geringen Beutezahlen wirken nach all dem doch etwas zu reisserisch, um den schlechten Ruf als Bienenschädling zu rechtfertigen. Bei mir sind sie alle willkommen.

Foto vom 8. September 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte anklicken.

Garten-Notiz zu den Hasel-Sträuchern

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Vor gut drei Wochen zeigte ich Bilder der positiven Entwicklung der schon mehrere Jahrzehnte alten Hasel Corylus avellana im Garten, die wir wegen allzu starker Dürreschäden Ende Mai heruntergesägt hatten > hier: der alte Stock treibt seitdem wunderbar schnell und gesund wieder aus seinen lebenden Stämmen und verdeckt die abgestorbenen Teile bereits vollkommen mit seinen vielen Trieben und grossen Blättern – hier ist ein Bild vom 25. Juli 2019:

Dem Sorgenkind geht es also wieder gut. Es gibt aber noch eine weitere Hasel im Garten.
Im Schatten der mir ebenfalls Kummer bereitenden Birke und ihrer Birkenschwester führte sie bisher ein sehr beiläufiges Schattendasein, von magerem Wuchs und beinahe ohne Nüsse, auch in weniger von Trockenheit beeinträchtigten Jahren. Die Vögel nutzten sie als eine Art Durchgangs-Strauch und so liess ich sie in Ruhe in ihrer wilden Ecke voller Gräser, Schlehen-Schösslingen und was immer sonst noch dort zu wachsen vermochte.
Seit dem Errichten des Zauns vor neun Jahren war dort nichts mehr verändert worden, höchstens von der anderen Seite her, nur bis zu dieser besagten Birke hin, um deren Erhalt ich mir in diesem Jahr Gedanken mache; auf dem folgenden Bild ist sie links am Rand zu sehen:

Das Foto und das folgende zeigen das Resultat meiner Gedanken-Wälzereien, nämlich die bereits aufgearbeitete, derzeit nicht mehr wilde Ecke. Mir kam nämlich beim Entdecken der kleinen Neu-Ausschläge aus dem Stamm der Sorgen-Birke, die ich vor einigen Tagen > hier gezeigt habe, die Idee, dass nun durch das licht gewordene, dürre Birkengeäst mehr Sonne, aber günstigenfalls auch mehr Regen den Boden erreichen könnte. So beschloss ich, dies durch ein gründliches Entfernen von überflüssigem Durcheinander zu fördern.
Da der radikale Rückschnitt bei der grossen Hasel am anderen Ende des Gartens so gut verlaufen ist, kann die spillerige Hasel zwischen den Birken durch einen starken Rückschnitt eigentlich nur gewinnen. Und wenn nicht die Hasel, dann die anderen Pflanzen, die ich anstelle des Gewirrs aus Schlehen-Wurzelschösslingen und Eschen-Sämlingen im mit meinem Lieblingsgerät, dem Sauzahn bzw. Kultivator gut durchgearbeiteten und von fragwürdigem Wurzelwerk befreiten Boden neu gesetzt habe:

Einige davon hatten schon Standorte in der Nähe, wie Bartiris, Große Fetthenne, Wildastern ‚Asran‘, Weisse Taubnesseln und der Nesselkönig, der an seinem vorigen, von Gras bedrängten Platz kaum noch Elan gezeigt hatte. Sie alle wurden kurz entnommen, die Ballen von Unerwünschten freigezupft und dann an einem Platz in der Ecke eingesetzt. Gesellschaft haben sie bekommen von Balkan-Storchenschnabel und Herbstastern, mit denen ich im gesamten Garten an überhaupt jedem Platz gute Erfahrungen gemacht habe. Dass die Hasel darin gerade mal als Stock mit ein, zwei kleinen Blättchen vorkommt, störte die Vögel überhaupt nicht. Kaum dass ich nach jedem Arbeitsabschnitt der vergangenen drei Tage die Ecke verlassen hatte, stöberten sie begeistert herum und landeten in den stehengebliebenen Schlehen, auf dem Zaun und in den Birken.

Ich erwarte Vorteile für alles dort Wachsende durch Aufmerksamkeit und Aufwand, damit alles anwächst, und bin gespannt auf zukünftige Vergleiche, der Grund für die Garten-Tagebuchnotiz.
Fotos vom 25. und 29. Juli 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.