Purpur, Rosa, Pink und Lila

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Purpur, Rosa, Pink und Lila gehören zu den späten Farben im Oktober-Garten, Blüten für Insekten, die noch immer ausfliegen, sobald die Sonne scheint, während es kühler wird und sich langsam die Blätter verfärben. Allerdings wird es nun Zeit für die Zusammenfassung, denn der halbe Oktober ist vergangen und es herbstelt immer deutlicher:

 

Die längeren und kühleren Phasen wechseln sich in immer längeren Intervallen mit mit den kürzer werdenden, weniger intensiv sonnigen ab, so dass die späten Schmetterlinge und Hummeln tagelang verschwinden. Man meint, nun sei es vorbei mit ihnen, aber bisher erscheinen sie plötzlich wieder – eine sehr spannende Zeit, auch wenn die Gelegenheiten zum Fotografieren schon deutlich geringer werden.
Die Fotos sind zwischen dem 7. und 13. Oktober 2020 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Minzeblattkäfer, spät noch unterwegs

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Minzeblattkäfer Chrysolina herbacea seien in Deutschland etwa zwischen Mai und September anzutreffen, hiess es früher, die neue Generation ab August, und dieser gehört wer vermutlich an, der beharrliche, einzelne Minzeblattkäfer Chrysolina herbacea auf der noch immer blasspurpurn blühenden Grünen Minze Mentha spicata. Seine metallische Schönheit wirkt auf den dunkelgrünen Blättern wie ein geheimnisvolles Schmuckstück.

Man müsste den Zeitraum anpassen und nachbessern, zu „anzutreffend während der weitgehend frostfreien Zeit des Jahres“, denn ich sah „meine“ goldgrünen Minzeliebhaber auch schon vorige Weihnachten an geschützt stehender Minze im Garten unterwegs. Sie machen es sich offenbar passend. Die Fotos sind vom 9. Oktober 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Tagpfauenaugen im September

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Im diesjährigen September fliegen hier im Garten so viele Tagpfauenaugen Inachis io, wie schon lange nicht mehr.

 

„Viele“ ist natürlich nur relativ zu verstehen, aber diese Galerie aus den letzten eineinhalb Wochen, feiert die Wiederkehr der Tagpfauenaugen ohne viele Worte. – Die Fotos sind zwischen dem 11. und dem 20. September 2020 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Endlich wieder Tagpfauenaugen!

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Im Juli kamen seit dem Frühling endlich wieder einzelne Tagpfauenaugen Aglais io in den Garten geflogen, und über den Monat August wurden es langsam mehr, alles ältere Exemplare oder zumindest beschädigte. Aber Ende August wurden es noch mehr, und seitdem sind auch viele dabei, die wie neu aussehen. Seit Anfang September sind es sogar genug zum Sitzen in kleinen Gruppen und es sitzen fast immer mehrere gleichzeitig am selben Schmetterlingsflieder:

Auch für einzelne Exemplare ist an verschiedenen Plätzen im Garten zur Zeit Tagpfauenaugengebiet: sie sitzen zwischen den Besuchen der Schmetterlingsflieder auch an den Bblüten von Gelb-Skabiosen, Löwenzahnblüten, Neubelgischen Glattblattastern, grüner Minze oder auch auf verschiedenen Feldsteinen, beliebt ist dabei besonders einer in der Mitte einer Vogeltränke.
Die Fotos im Beitrag sind vom 1. bis 9.September 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Bienenjagende Knotenwespe an Grüne Minze-Blüten

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Zwei Bilder von Bienenjagenden Knotenwespen Cerceris rybyensis zeigte ich gestern schon im Beitrag mit der umfangreichen > Goldrutenliebhabergalerie, doch besuchen die schwarzgelben Insekten nicht nur Korbblütler, sondern z.B. auch die kleinen Blüten der Grüne Minze Mentha spicata, einem Lippenblütler:

2020-08-14 LüchowSss Garten Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) + Grüne Minze (Mentha spicata)

Die erwachsenen Bienenjagenden Knotenwespen Cerceris rybyensis ernähren sich selbst von Nektar und Pollen leicht zugänglicher Blüten, während ihre Jagd auf Wildbienen ausschliesslich der Versorgung ihrer Larven mit einem Nahrungsdepot in der Erdzelle dient, in der sie binnen acht Tagen nach der Eiablage heranwachsen.
Foto vom 14. August 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Die Kleinen und die Anderen

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Die folgenden Fotos sind zwar nicht grandios, aber für die zweite „Garten-Gästeliste“ zum Beginn der zweiten August-Hälfte, diesmal von verschiedenen Hautflüglern im Garten, genügen sie mir.
Zuvor hatte ich schon gemeint, die kleinen dunklen Wildbienen wären verschwunden, aber mit der Sonne sind sie zurückgekommen, wie zum Beispiel zum Weissem Berufkraut oder Feinstrahl Erigeron annuus, wo ich sogar ein Pärchen bei der Zukunftsplanung erwischte, und noch kleinere an den seltsamen, braungelben Blüten der Knotigen Braunwurz Scrophularia nodosa, die ich nur mit mässiger Erkennbarkeit zeigen kann:

Die Wespen-Arten Gemeine Sandwespe Ammophila sabulosa, links auf der violetten Belgischen Glattblattaster Aster novi-belgii, und die Knotenwespe Cerceris, rechts am rosa Wasserdost Eupatorium cannabinum, gehören nicht näher verwandtschaftlich zusammen, teilen aber als Gemeinsamkeit die Eigenschaft, ihre Larven mit einem oder ggfs. auch mal zwei erbeuteten Insekten bzw. deren Raupen in einer selbstgegrabenen Brutkammer im Boden zu versorgen.

Ebenfalls eine Grabwespe ist der Bienenwolf Philanthus triangulum, den ich bei einer Nektar-Mahlzeit an den rosa-lila Blüten der Grünen Minze Mentha spicata am Rand des Sumpfbottichs entdeckte. Auch diese Grabwespenart lebt als Imago an sich vegetarisch. Sie trägt ihren Raubtiernamen wegen der Bevorratung ihrer Larven in der Brutkammer, allerdings nicht ohne der erbeuteten Biene vorher den Inhalt des Honigmagens für sich selbst abzupressen.

Die Honigbienen Apis mellifera hielten sich allerdings lieber in einem anderen Teil des Gartens auf, wo der Spitzwegerich Plantago lanceolata gerade blüht, für dessen unscheinbare braune Kegel-Blütenstände mit den weisslichen Pollen-Bommeln sie offenbar eine für den Menschen überraschende Vorliebe haben. Die gleichfarbigen Höschen sprechen eine deutliche Sprache.

Interessant finde ich, dass nicht alle Honigbienen Apis mellifera demselben Ziel folgten: die Hellbraun mit Dunkelbraun gestreifte Buckfast-Biene, ebenfalls eine Honigbienen-Rasse, konzentrierte sich ausschliesslich auf die Blüten der Schwarzen Königskerze Verbascum nigrum und trug so dunkel-orangefarbene Pollensammlungen davon:

Ebenfalls auf Nektarsuche sind noch die Ackerhummeln Bombus pascuorum. Die reichliche Blüte der Garteneibisch-Sträucher Hibiscus syriacus zieht sie an, jedoch erschweren besitzergreifende kleine Gartenameisen ihre Blütenvisiten, die sofort auf sie zu eilen, um sie erfolgreich mit Bissen zu vertreiben.

Ein besonderer, bisher im Garten noch nicht gesehener, und in dieser Aufzählung der grösste Gast war die Hornissenschwebfliege Volucella zonaria, die man auch Grosse Waldschwebfliege nennt; sie begeisterte sich für die weissen Blüten der Marokkanischen Minze Mentha spicata ‚Marokko‘, war aber ein unruhiges Fotomodell:

Die Fotos in diesem Beitrag sind alle vom 18. und 19. August 2019, und alle sind ausschliesslich im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Der Sommer schwindet dahin (2)

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Ein grosser Teil der Sommerblüte ist vorüber, aber es gibt nach wie vor viele Blüten im Garten, allerdings werden die nach der Abkühlung kaum noch besucht, wie die folgenden Galerie-Bilder zeigen:

Vor wenigen Wochen waren die Blüten der Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca beinahe ständig von verschiedensten Faltern, Bienen und Hummeln besucht, selbst bei bedecktem Himmel, wie auch das Echte Johanniskraut Hypericum perforatum nur bis Anfang August noch von den anscheinend letzten Dunklen Erdhummeln umsummt wurde.

Es gibt nach wie vor blaue Glöckchen, nicht nur an diesen Rundblättrigen Glockenblumen Campanula rotundifolia, sondern auch an anderer Stelle im Garten an den Stängeln der Pfirsichblättrigen Glockenblume, aber die kleinen, darauf spezialisierten schwarzen Scherenbienen sind schon verschwunden. An der Wegwarte Cichorium intybus traf ich gestern nur ein müdes, ausgeblichenes Ackerhummel-Männchen Bombus pascuorum mit zerrupften Flügeln.

Der Feinstrahl bzw. das Einjährige oder Weisse Berufkraut Erigeron annuus hatte meist mehrere kleine Wespen, Schwebfliegen und andere Fliegenarten um sich und das Echte Eisenkraut Verbena officinalis zog mit seinen kleinen Blüten stets kleine Hummeln wie die kleineren Arbeiterinnen der Dunklen Erdhummeln oder der Ackerhummeln sowie Honigbienen an, aber da tut sich auch nicht mehr viel. Ebensowenig an den Blüten des Immergrünen Gamanders Teucrium x lucidrys, der zuvor den Dunklen Erdhummeln gehörte, und einigen Wollbienen.

Beharrlich zeigen sich nur die Minzeblattkäfer Chrysolina herbacea auf der Grünen Minze, die mit ihrer metallischen Schönheit ihr Leben vor meiner Ungehaltenheit angesichts ihrer Gefrässigkeit immer noch retten können.
Aber zu meiner ganz grossen Freude gedeiht die zurückgeschnittene Hasel Corylus avellana ganz grossartig, wie auf dem letzten Bild zu sehen. Denselben Strauch ist im Artikel > Die Hasel kommt wieder vom 2019/07/09 zu vergleichen. Für ihn und alles Neu- und Umgepflanzte ist die Abkühlung um nahezu zehn Grad Celsius ein Segen, auch wenn ich mental auf einen solchen Bruch noch gar nicht eingestellt bin.

Die Fotos im Beitrag sind entstanden zwischen dem 15. und 17. August 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.