Wiesen-Flockenblumen im Juni und Juli

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Dies sind Fotos aus den vergangenen zwei Wochen, von Blüten der Wiesen-Flockenblume oder auch Gewöhnlichen Flockenblume Centaurea jacea und ihren Besuchern. Anfangs sind die jungen Röhrenblüten im Blütenkörbchen hauptsächlich weiss, später nehmen sie dieselbe Farbe an, wie die umgebenden, gefransten Hüllblätter, oder werden sogar dunkler, bis hin zum Violett.

Bei der Hummel mit den gelben Streifen und dem weissen Hinterleib auf der beinahe violett verblühenden Wiesen-Flockenblume handelt es sich wahrscheinlich um eine Gartenhummel Bombus hortorum, die seltenere Feldhummel Bombus ruderatus sähe ihr allerdings auch sehr ähnlich:

Bei der Ackerhummel Bombus pascuorum gibt es keine Hummel, die ihr gleicht, aber altersbedingt verblasst die Farbe und die Haare werden im Laufe der Zeit durch das Ein- und Ausschlüpfen ins Nest abgeschabt. Links sieht man eine jüngere, rechts eine ältere Ackerhummel-Arbeiterin. Die Flockenblumen-Farbe gleicht derjenigen von Distelblüten, was sie ganz besonders anzieht.

Wo Hummeln zu erwarten sind, wartet auch sie: die Gemeine Breitstirn-Blasenkopffliege Sicus ferrugineus, um einer der Hummeln blitzschnell im Flug mit ihrem Legestachel ein Ei in den Hinterleib zu injizieren. Die Fliegenlarve entwickelt sich daraufhin endoparasitisch in der Wirtshummel.

Die Flockenblumen haben sich in den ersten Jahren nicht recht vermehren wollen, aber inzwischen gedeihen sie auf verschiedenen Plätzen im Garten und bekommen eben auch sehr unterschiedliche Besucher. Auf dem nächsten Bilderpärchen ist eine mittelgrosse, braune, bauchsammelnde Wildbiene zu sehen, die vermutlich zu den Blattschneiderbienen Megachile gehört:

Anfang Juli blühten mehr von den Blütenköpfen auf, und die Besucherzahlen kamen mehr in Schwung. Zum Beispiel kommen die wirklich auffälligen, unverkennbaren Braunbürstigen Hosenbienen Dasypoda hirtipes, die verschiedene Korbblütler bevorzugen. Sie bewegen sich bei ihrer Arbeit im Kreis, damit ja möglichst viele Pollen an den stark behaarten Beinen hängenbleiben. Irgendwann ist auch bei ihnen die Haarpracht dahin. Zumindest meine ich beim dritten Bild, es handele sich um ein solches altes Tier:

Honigbienen Apis mellifera nehmen wahrscheinlich weite Wege bis zu unserem Garten auf sich, denn die Bienenkästen in der Feldmark wurden nach Ende der Rapsblüte abtransportiert. Eine Zeitlang sah ich keine Honigbienen mehr im Garten, aber seit Flockenblumen, Wilder Dost und Thymian blühen, sind wieder jeden Tag welche anwesend. Sie fühlen sich von den purpurfarbenen Blüten sehr angezogen.

Auch die kleinen schwarzen Maskenbienen Hylaeus mit ihrer namensgebenden weissen, kommaförmigen Gesichtszeichnung, die zusammenmit den weissen „Schulterflecken“ eigentlich bei der Bestimmung helfen sollte, sind begeistert von den nektarhaligen Röhrenblüten der Flockenblumen, aber gerade deshalb habe ich bisher die passende, genauere Artenbezeichnung noch nicht gefunden: sie ähneln Hylaeus punctulatissimus, aber die sind angeblich auf Lauch-Allium– und Dickblatt- Crassula / Sempervivum-Gewächse spezialisiert, was mit meinen Beobachtungen nicht zusammenpasst.

Auch wenn sie nur klein sind: zahlenmässig sind sie wohl die grössten Nutzniesser dieser Blüten. Nachdem es endlich mehrfach geregnet hat, sind aber Schwebfliegen wieder häufiger geworden und schwirren ebenfalls um die Blüten herum, stossen gelegentlich zu, ohne dass man mit dem menschlichen Auge die winzige Beute überhaupt gesehen hätte.

Auf den Fotos sind drei verschiedene Arten beim Besuch der Flockenblumen zu sehen, zuerst die Mondflecken-Schwebfliege Eupeodes luniger, dann die Gewöhnliche Langbauch- oder Stift-Schwebfliege Sphaerophoria scripta und schliesslich, leider seitlich, eine Hain-Schwebfliege Episyrphus balteatus, die – anders als die männliche Stiftschwebfliege – von oben sehr viel breiter aussähe.

2021-07-07 LüchowSss Garten Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) + Kleiner Kohlweissling (Pieris rapae)Die bisher einzige Schmetterlingsart, die ich an den gesamten blühenden Wiesen-Flockenblumen im Garten entdecken konnte, auch wenn endlich einzelne Exemplare von zwei, drei anderen Arten durch den Garten fliegen, sind Kleine Kohlweisslinge Pieris rapae. Deshalb hat das Foto dieses einzelnen weissen Falters auch kein weiteres zur Pärchen- oder Grüppchenbildung bekommen.

Die Fotos in der Galerie habe ich zwischen dem 19. Juni und dem 7. Juli 2021 auf verschiedenen Wieseninseln im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Gemeine Breitstirnblasenkopffliege auf Strand-Grasnelke

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Die Gemeine Breitstirnblasenkopffliege Sicus ferrugineus Art wird manchmal auch ‚Rostbrauner Krummleib‘ genannt: das beschreibt ihr Aussehen mit dem unter den Leib gezogenen Hinterleib perfekt. Auf diese Weise verbirgt die Fliege ihren Legestachel, denn nach der Paarung überfällt das Weibchen eine vorbeikommende Hummel, in injiziert ihr damit ein Ei in den Hinterleib, aus dem sich eine innenparasitische Larve entwickelt.

2021-06-16 LüchowSss Garten Strand-Grasnelke (Armeria maritima) + Gemeine Breitstirnblasenkopffliege (Sicus ferrugineus)

Die Gemeinen Breitstirnblasenkopffliegen Sicus ferrugineus fliegen zwischen Mai und August, ihre Aufenthaltsorte sind von Wald oder Gehölzen begleitete Wegsäume, Brachen und Wiesen, also gibt es sie auch seit Jahren immer wieder auf den Wieseninseln im Garten. Dort besuchen sie Blüten wegen des Nektars und um dort ankommende Hummeln zu erwarten. – Auf dem Foto vom 16. Juni 2021 habe ich so eine Gemeine Breitstirnblasenkopffliege auf einer Strand-Grasnelke Armeria maritima im Garten angetroffen,  Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Aufrechtes bzw. Hohes Fingerkraut mit Insekten

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Wildbienen und Käfer mögen die offenen, goldgelben Blüten des Hohen bzw. Aufrechten Fingerkrauts Potentilla recta, das an verschiedenen Stellen im Garten blüht.

  1. Grüner Scheinbockkäfer Oedemera nobilis
  2. Gebänderte Furchenbiene Halictus tumulorum
  3. wahrscheinlich eine Gewöhnliche Sandbiene Andrena flavipes
  4. Braunrötlicher Spitzdeckenbock Stenopterus rufus
  5. Gemeiner Bienenkäfer Trichodes apiarius
  6. Seidenbiene Colletes spec., männlich
  7. Gemeine Breitstirnblasenkopffliege Sicus ferrugineus
  8. kleine Wildbienen – vllt. Maskenbienen Hylaeus – Paarung

Die Fotos sind zwischen dem 4. und 17. Juni 2021 auf einer der Wieseninseln im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern anklicken.

Gelb-Skabiosen und weitere Insekten

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Die Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca, auch ‚Gelbblühendes Krätzkraut‘ genannt, blüht auf hochgewachsenen Stängeln, die sich in jedem noch so schwachen Windhauch wiegen. Jede Pflanze trägt, wenn sie mal aus ihrer frühesten Jugendphase herausgewachsen ist, eine grössere Zahl gelblichweisser Blüten, über denen die weissen Staubgefäse heraustehen wie Stecknadeln auf einem Nadelkissen, flachrunde Knospen, die aussehen wie aus grünlichen Perlen angeordnet und und runder, stachelig wirkender Samenstände, die kleine Nüsschen enthalten.

 

Viele Insekten mögen die Wildblume aus der Familie der Geissblattgewächse bzw. Unterfamilie der Kardengewächse, vor allem (Wild-)Bienen, Hummeln und Schwebfliegen, aber auch Schmetterlinge kann man daran beobachten. Wegen ihrer extrem langen Blütezeit haben sie ihnen vom Frühsommer bis zum Spätherbst Nektar und Pollen zu bieten, und solange der Winter nicht zu kalt wird, blüht die eine oder andere Pflanze durch bis Ostern!
Zusammen mit Wildem Dost Origanum vulgare, den man vielfach im Hintergrund der Bilder purpurn erahnen kann, bildet sie ein Traumpaar, denn: ganz gleich wie hoch der Oregano wächst, die Stängel der Gelb-Skabiose lassen sich davon nicht überwältigen wie andere, sie können immer höher darüber hinaus. Die Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca ist ganz bestimmt eine meiner Lieblings-Pflanzen im Garten.

Fotos vom 17. bis 24. Juli 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern und Lesen der vollständigen Untertitel anklicken.

Gemeine Breitstirnblasenkopffliege 

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Es ist eine seltsame Gestalt, die rostbraune Gemeine Breitstirnblasenkopffliege Sicus ferrugineus mit der gelblichen Stirnpartie und dem unter den Leib gezogenen Hinterleib. Damit verbirgt die Fliege ihren Legestachel und ihre Absichten, denn nach der Paarung stürzt sich das Weibchen auf eine vorbeikommende Hummel, um ihr ein Ei in den Hinterleib zu injizieren, aus dem sich eine innenparasitische Larve entwickeln wird. Die Vorstellung ist weniger hübsch als der drollige Anblick auf der Gelb-Skabiosen Scabiosa ochroleuca:

2020-07-21 LüchowSss Garten Gelb-Skabiosen (Scabiosa ochroleuca) + Gemeine Breitstirnblasenkopffliege (Sicus ferrugineus) (1x4)

Die Art wird gelegentlich auch ‚Rostbrauner Krummleib‘ genannt. Sie fliegt zwischen Mai und August an Wald- und von Gebüsch begleiteten Wegsäumen, auf Brachen und Wiesen und eben auch auf den Wieseninseln in meinem Garten.
Da Hummeln gern Blüten von Korbblütlern und Kardengewächsen besuchen, findet man auch die Gemeinen Breitstirnblasenkopffliegen bevorzugt dort, wegen des Nektars und wegen der o.g. Möglichkeiten, den unfreiwilligen Hummeln den tödlichen Fliegennachwuchs aufzudrängen. – Fotos vom 21. Juli 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.