Frühjanuarsvormittag

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Die blasse Sonne hat in diesen frühen Januartagen nur wenig Durchsetzungsvermögen. Auch am Vormittag des 2. Januar schaffte sie es kaum, aus dem Wolkenbett und in die Höhe zu kommen, als auf den Bildern zu sehen ist:

Trotzdem habe ich die Taschenkamera auf den Einmal-um-den-Acker-Spaziergang mit Bongo mitgenommen, um ein paar Bilder vom ruhigen Jahresbeginn aus der müdfarbigen Feldmark mit nach Hause zu bringen.

Am lautesten waren Saatkrähen zu hören, die den hellbrüstigen Mäusebussard beschimpften, der sie vom Weidepfahl aus beobachtete und gelegentlich versuchte, ihnen Futter streitig zu machen.

Wir kamen auch an der vom Specht gezeichneten Eberesche vorüber, an der ich zuletzt kurz vor Weihnachten die Arbeiten des Vogels und die Orangeroten Kammpilze genauer fotografiert hatte, vergleiche > hier.

Diese Fotos sind vom Vormittag des 2. Januar 2021, aufgenommen in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Man kann die kleinen Bilder durch Anklicken auf ihr hochgeladenes Mass vergrössern.

2020-12-18 bei LüchowSss Spaziergang Eberesche m. Orangerotem Kammpilz (Phlebia radiata) + Gelbflechten

Spechtarbeiten und Orangerote Kammpilze

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Nicht nur an meiner abgestorbenen Eiche im Garten arbeitet ein Specht, dass die Fetzen fliegen. Auch auf einem Spaziergang durch die Feldmark „riss es mich“ geradezu, als ich nur wenige Tage, nachdem ich zulezt an einer im vorigen Sommer abgestorbenen Eberesche Sorbus aucuparia vorbeikam, diese nun wild zerfetzt vorfand …

… und ausserdem von verschiedenen Pilzen besetzt, die zusammen mit den vorher schon vorhanden gewesenen Flechten auf dem Stamm der Eberesche nun ein buntes Bild abgeben, und zusammen mit dem vom Specht verwüsteten Holz wirkt das, zusammen mit der Geschwindigkeit der Erscheinungen, frappierend.

Die seitlich aus dem Stamm spriessenden, hellbraunen Stammpilze erinnern mit ihrem Wuchs zwar an Austern- oder andere Seitlinge, sind aber nicht so kahl; es könnte sich um eine Knäuelings-Art Panus spec. handeln, Laubholz-Knäuelinge vielleicht. Der sonstige Bewuchs ist auch spannend, Bekanntes und Unbekanntes bunt miteinander:

Die grünlichgelben Farbtöne von Gelbflechten (s.o.) und blaugrünen Blattflechten (s.u.) kontrastieren mit dem Orangeroten Kammpilz Phlebia radiata. Der saprobiontische Krustenpilz erscheint an der Oberfläche in verschiedenen Grössen und Formen, die sich kleinteilig den Löchern und Rissen anpassen, aus denen sie hervorkommen:

Es wird spannend sein, die Entwicklungen an diesem Baum weiter zu beobachten, denn der Stammdurchmesser ist mit 30 cm recht gering, und dem Specht bietet das weiche und pilzmürbe Holz einer Eberesche wahrscheinlich weniger Widerstand als eine zwei- bis dreimal so dicke Eiche. Ich hoffe, er fällt nicht so schnell der Aufräumwut zum Opfer.

Die Fotos sind diesmal vom 18. Dezember 2020, aufgenommen am Wegrand in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Nicht zu vergessen: die Austern-Seitlinge

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In den vergangenen Tagen habe ich mich im Blog über das erstjährige Erscheinen der Riesenschirmlinge bzw. Parasol-Pilze im Garten gefreut. „No. 2“ steht sogar nahe beim Fuss der Eiche, und dort gibt es seit den ersten kalten Herbstnächten natürlich auch wieder etliche Austern-Seitlinge zu sehen. Diese saprobiontisch im Holz lebenden Pilze haben sich schon 2018 im abgestorbenen Eichenstamm eingerichtet und erscheinen nun schon in der dritten Saison.

2020-10-28 LüchowSss Garten Eiche + Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus) alt + mittel + jung

Man sieht zunächst nur eine grosse Gruppe verschieden grosser Austern-Seitlinge Pleurotus ostreatus; auf den zweiten Blick erkennt man schlaff-alte, grosse frische und kleine, junge „Austern“-Exemplare, zufällig in dieser Reihenfolge, von links nach rechts. Als ich sie heute Morgen besuchte, schienen sie in der Sonne zu „dampfen“:

2020-10-28 LüchowSss Garten Eiche + Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus) + Sporenflug

Ich habe zwar versucht, das Phänomen zu fotografieren, konnte aber die zarten Schleier nicht abbilden, sondern nur einen vagen Eindruck schwebender Partikel in der rechten Bildhälfte festhalten: die grossen, noch knackig aussehenden Austernseitlinge haben ihre reifen Sporen fliegen lassen. – Beide Fotos sind vom Morgen des 28. Oktober 2020, an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Die Pilze an der Eiche

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Die Pilze an der Eiche vermehren sich gerade nicht, sie warten wahrscheinlich, bis es wieder kälter wird. Mitteleuropäische Austern-Seitlinge oder Austernpilze Pleurotus ostreatus fruktifizieren erst bei Temperaturen unter 11 °C, und auch die mir immer noch nicht näher bekannten Porlinge in ihrer Nachbarschaft verhalten sich ganz ähnlich.

Der Wilde Wein, die Dreispitzige Jungfernrebe bzw. sogenannte Mauerkatze Parthenocissus tricuspidata ‚Veitchii‘ ist noch fast überall dunkelgrün und bekommt erst hier und da rote Blattspitzen. Noch ist keines seiner Blätter gefallen.
Fotos vom 29. September 2020 an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Nicht nur Ohren, sondern auch Finger

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Heute fand ich am Fuss der abgestorbenen Eiche diese befremdlichen Pilz-Gebilde, die mir zuvor noch nie begegnet sind und von denen ich zugeben muss, dass ich sie bei der Entdeckung unerklärlich abstossend fand:

2020-08-27 LüchowSss Garten Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha) an der toten Eiche (3)

Es brauchte wegen des irreführenden, grünen Algenbelags einige Zeit, bis ich die Pilzart fand, von der ich annehme, dass sie zutrifft: „Die Vielgestaltige Holzkeule Xylaria polymorpha ist ein Schlauchpilz aus der Gattung der Holzkeulen Xylaria. In England wird die Art aufgrund ihres Aussehens „dead man’s fingers“ genannt“ – steht bei Wikipedia.

2020-08-27 LüchowSss Garten Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha) an der toten Eiche (5)

Falls nicht die „Toten Mannes Finger“, wird zumindest die Gattung der Holzkeulen zutreffen, die mir noch nie so gross begegnete, obwohl die saporbionitische Vielgestaltige Holzkeule als überall verbreitet und häufig gilt.
Fotos vom 27. August 2020, an der Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Neues von der Eiche

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Nach den letzten, üppig wuchernden Austern-Seitlingen des vergangenen Winters ist womöglich die Pilzpracht schon vorbei, denn die 2017 abgestorbene Eiche hat begonnen, noch mehr Borke fallen zu lassen und zeigt darunter ziselierte Reliefs und grobe Gänge, lange Risse und tiefe Bohrungen, mehligen Mulm und sonst allerlei Rätselhaftes:

 

Von den Austernpilzen ist nur noch ein goldbraunes, trockenes Gekrissel übrig, das unter den Fingern leicht zerbricht.

Besonders freute mich, an einzelnen Frassgängen von ersten Holzbesiedlern bereits zugemörtelte Verschlüsse zu finden, erkennbar auf den Bildern 5 und 8 in der Galerie: Mauerbienen nutzen gern Gänge holzbohrender Insekten, die Eiche wurde folglich bereits von ersten Wildbienen als neues Luxushotel im Garten eingeweiht!

Auch eine männliche Federbeinige Tanzfliege Empis pennipes gibt es auf dem freigelegten Untergrund zu entdecken, eine dunkle Fliege mit grossen Flügeln, auf den Bildern 2 und 7. Man findet die Art von April bis Juni und sie lebt sowohl räuberisch von erbeuteten Insekten, als auch von Nektar.

Die Fotos sind zwischen dem 24. bis 26. April 2020 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Verschiedene „Fliegen“ und ein kleiner Käfer an der Eiche mit den Austern-Seitlingen

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Es wäre wohl zu einfach, wären alle Insekten zu denen mir auf den ersten Blick das Wort „Fliegen“ in den Sinn kommt, auch tatsächlich welche. Anders als in der Überschrift ist eine der „Fliegen“ in der Galereie keine echte Fliege, denn die Fühler sind viel zu lang. Dafür sind andere, tatsächliche Fliegen mit Paarung beschäftigt und einen kleinen Käfer fand ich auch an der Eiche mit den Austern-Seitlingen:

 

Weil ich das Insektenleben Mitte Februar bemerkenswert finde, muss diese Galerie als Notiz unbedingt in den Blog, die Namensbezeichnungen lasse ich allerdings zu weiterer Spekulation offen, denn ich könnte nicht einmal sagen, ob die ruhig dasitzende Fliege zur gleichen Art gehört wie das Pärchen, das vielleicht seine Flügel wegen der Paarung so hält wie auf dem Foto, vielleicht aber auch ständig nicht so parallel wie die einzelne – wer weiss? Interessant genug ist bei den beiden, dass wieder einmal das Weibchen um einiges grösser ist als das Männchen.
Das winzige Käferchen ist, genau wie die Fliegen, mit der 1×10-Vorsatzlinse fotografiert, sie sind also sämtlich klein, der Käfer sogar winzig, höchstens 2 mm lang.

Fotos vom Mittag des 15. Februar 2020, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Nach wie vor unbestimmt

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Gestern, als ich den wilden Schnittlauch fotografierte, befand ich mich an der gleichen Stelle, an der ich im vergangenen November > hier auf einem toten Schlehenast „kaugummiähnliche“, beigefarbene und nach wie vor unbestimmte Pilze entdeckt hatte, und sah natürlich nach ihnen:

Inzwischen haben sie sich etwas verändert, erinnern nun wegen einer gewissen Pelzigkeit und sich zunehmend vielfältiger zeigenden Struktur nicht mehr so sehr an alte, zuerst durchgekaute und später hingeklebte Kaugummiklumpen. Nur die Kugelspringer liessen sich nicht blicken, wie > hier. Vielleicht war ihnen zu kalt. Aber es fand sich stattdessen ein weiteres, bereits grösseres Exemplar, das mir bisher entgangen war:

Von meiner ersten Annahme, dass es sich bei den verknubbelten Pilzdingern um Pflaumen-Feuerschwamm Phellinus tuberculosus handeln könnte, bin ich abgerückt, ich nehme vor allem wegen des grösseren Gebildes an, dass es sich eher um irgendwelche jungen Porlinge handelt, aber das wird sich durch die Weiterentwicklung hoffentlich irgendwann aufklären. Die beiden Fotos sind vom Vormittagsspaziergang am 15. Februar 2020 in der Feldmark zwischen Lüchow und Wustrow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.