1. Bildmitbringsel von der abgekürzten Reise : die ‚Vila Olga‘ in Jevany bei Prag

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Den ersten Teil unserer wider Erwarten verkürzten kleinen Urlaubsreise eilten wir vergangenen Samstag ganz unspektakulär über die Autobahn Richtung Prag dahin. Anschliessend ging es über die ‚Route 2‘ ungefähr vierzig Kilometer in östliche Richtung in das Mittelböhmische Bergland.
Immer noch im Bezirk Prag-Ost liegt dort zwischen buchenbewaldeten Hügeln der kleine Ort Jevany, der sich wegen der Nähe zu Prag und der hübschen Umgebung seit Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmender Beliebtheit bei der Prager Oberschicht erfreute. Abgesehen von einigen grosszügigen Häusern, die sich auf baumbestandenen Grundstücken im Hintergrund halten, bemerkt man davon aber nichts, es wirkt durchaus ländlich dort.
In Jevany hatten wir uns zum Übernachten ein hübsches kleines Hotel ausgesucht, die ‚Vila Olga‘:

Die Jugenstilvilla wurde 1908 nach Plänen des bekannten Prager Architekten Josef Fanta errichtet, der u.a. auch den Prager Hauptbahnhof entworfen hat. Gebaut wurde sie im Auftrag des Jaroslav Hausmann, ihren Namen erhielt die Villa zu Ehren seiner Frau Olga, aber auch seine Tochter trug den gleichen Namen. Hausmann war ein bekannter tschechischer Gynäkologe und Besitzer eines Sanatoriums in Prag, aber er war auch Sportförderer und -veranstalter.

Wir hatten Bongo auf dieser Reise nicht dabei, aber dem hätte der Park auch sicher Spass gemacht, nicht nur wegen der schönen Abenstimmung zwischen den Laubbäumen, wie auf dem ersten Bild der Galerie, sondern auch wegen der unübersehbaren Wildschwein-Wühlspuren im feuchten Gras, die ich am anderen Morgen beim Blick aus dem Fenster in einiger Entfernung vom Haus bemerkte. Wenn man die kleinen Bilder anklickt, sind sie besser zu erkennen. Es gibt wunderbaren Buchenwald ringsum, aber den Wildschweinen steht offenbar der Sinn nach Abwechslung.

Nicht nur der Blick aus dem Fenster war besonders, ich habe auch die wunderschönen, pflanzlichen Jugenstil-Ornamente der messingnen Fensterschliesser bewundert. Ausserdem gibt es schönes, altes bzw. dazu passendes Mobiliar in den Räumen. Alles in allem geht es unprätentiös zu, die Stimmung war freundlich-familiär statt stylisch, und uns hat es so gut dort gefallen, dass wir für unsere eilige und ganz anders verlaufende Rückreise dort von Montag auf Dienstag wieder übernachteten, bevor wir über Prag und die Autobahn wieder zurückdüsten. Dazwischen lagen allerdings noch ein paar Besichtigungen und Stadtbummel im tschechischen Kutná Hora und im ungarischen Győr, von denen ich auch noch Bilder mitgebracht habe.

Fotos vom 12. und 13. Oktober 2019 in Jevany, Mittelböhmen, Tschechien siehe > GoogleMaps