Goldrutenliebhabergalerie

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An den gelben Blütenwedeln der Kanadischen Goldrute Solidago canadensis sind immer viele, meistens kleinere Insekten zu sehen, und alle so durcheinander wie in der folgenden Galerie: da sind verschiedene, kleine Wespenarten, aber auch unterschiedliche Fliegen und Schwebfliegen fühlen sich von ihnen besonders angezogen. Gelegentlich kommen auch Wildbienen, oder kleine Käfer hinzu. Ich entdeckte auch eine winzige Häuschenschnecke und eine kleine Spinne, die zwischen den verzweigten Blütenstängeln auf einen der anderen Besucher wartete.

 

Der Trockenrasen-Marienkäfer auf dem letzten Bild der umfangreichen Galereie hatte > hier bereits einen Extra-Auftritt, jedoch finden Marien- und andere Käfer eher selten zu den Goldruten. Vorwiegend fallen dort die vielen Wespchen und Raupenfliegen auf, die selbst von Nektar leicht zugänglicher Blüten leben, während ihre Larven mit tierischer Nahrung heranwachsen.
Die Fotos sind zwischen dem 11. und 20. August 2020 an verschiedenen Goldruten-Standorten im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern und Lesen der ausführlicheren Untertitel anklicken.

Der Rainfarn verblüht bereits

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Es ist knapp vier Wochen her, dass er seine Blühsaison eröffnet hat, aber der Rainfarn Tanacetum vulgare verblüht bereits schon wieder, zumindest werden die ersten gelben Blütenknöpfe braun. Die kleinen Wildbienen und Pollenkäfer und Winzi-winzi-Wespchen suchen sich natürlich lieber die frischen aus.

2020-08-05 LüchowSss Garten Rainfarn (Tanacetum vulgare) + kl. Wildbiene (1)

Wahrscheinlich beschleunigt die Hitze den Vorgang mehr als nur die Trockenheit, denn im Garten steht er hinsichtlich der Feuchtigkeit etwas besser da als draussen in der Feldmark, und dennoch hält er nicht länger.

2020-08-05 LüchowSss Garten Rainfarn (Tanacetum vulgare) + kl. Wildbiene + Rapsglanzkäfer (1)

Das wird ergänzt durch das ungläubige Gefühl, dass sich mit dem Überschreiten der Monatsmitte vom August einstellt: neigt sich der Sommer wirklich schon dem Ende zu?

2020-08-16 LüchowSss Garten verblühender Rainfarn (Tanacetum vulgare)

Dabei sollte der Rainfarn doch eigentlich noch bis September blühen! – Die Fotos sind vom 5. und vom 16. August 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Auf der „Margeriten-Insel“

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Vorigen Herbst habe ich einen grossen Teil der sehr dominanten Wiesen-Stauden auf der ursprünglich als „Margeriten-Insel“ begonnenen Wieseninsel ausgelichtet, bevor Rainfarn, Beifuss und Johanniskraut die Herrschaft vollkommen an sich reissen konnten und alles andere darunter veschwindet. Das hat vor allem bei den Magerwiesen-Margeriten Leucanthemum vulgare Wunder gewirkt, und in diesem Jahr sind wieder viel mehr von ihnen vorhanden, wie auf Bild 1 oder Bild 2 sind sie lieber höher als ihre Umgebung:

 

Magerwiesen-Margeriten Leucanthemum vulgare vertragen kein Gedrängel und brauchen einfach Freiraum. Ihre Blüten haben auf der Wieseninsel im Garten meistens Wildbienen-, Fliegen- und Käferbesuch. Grüne Scheinbockkäfer Oedemera nobilis werden mit dem nahenden Juni zusehends häufiger; dieser auf Bild 3 ist weiblich. – Siebenpunkt-Marienkäfer Coccinella septempunctata wie auf Bild 4 sehe ich von allen Marienkäferarten immernoch am häufigsten im Garten – eine Entwicklung mit der ich niemals mehr gerechnet hätte, nachdem ihr Vorkommen jahrelang dem der Asiatischen Marienkäfer Harmonia axyridis zu unterliegen drohte.

 

Die schwarze, markant gelb geringelte Blattwespe von Bild 5 ist wahrscheinlich ein Tenthredo amoena-Männchen. Die Larven der Art fressen an Johanniskraut, davon habe ich im Garten reichlich zu bieten. Eine Margeritenblüte tiefer lässt sich im Schatten undeutlich ein Teppichkäfer Anthrenus spec. entdecken, wahrscheinlich ist es aber ein Bibernellen-Blütenkäfer Anthrenus pimpinellae, wie meistens. Das winzige, schwarze Tierchen mit den langen Fühlern, das auf derselben Blüte wie das <emTenthredo amoena-Männchen sitzt, vermute ich vage bei den Wespen.

 

Auf Bild 6 ist mehr Diversität geboten: eine Fliege mit auffallend weissem Streifen am Hinterleib fiel mir zuerst ins Auge, die anderen beiden Tierchen, die Spinne und die winzige Mückenart, sind eher „fotografischer Beifang“. Eine solche Fliege habe ich im Garten zwar schon mal gesehen und das Foto ist deutlich genug, aber eine Bestimmung habe ich erstmal aufgegeben, wie auch die der kleinen Spinne mit den bräunlichen Beinen und dem dunkel glänzenden Hinterleib bei einem „wahrscheinlich aus der Familie der Kugelspinnen Theridiidae“ hängenbleibt.

 

Eindeutig ist die mit den Bildern 7 u. 8 gleich zweimal vertretene Gemeinen Goldwespe Chrysis ignita. Weil die rot-grün-metallische Goldwespe ihre Larven in die Nester Solitärer Faltenwespen Ancistrocerus spec. legt, und wohl auch bei Mauerbienen Osmia spec. und Pelzbienen Anthophora spec., findet sie sich hier im Garten schon seit einigen Jahren recht häufig. Die Goldfurchenbiene auf dem nächsten Bilderpaar 9 u. 10 nistet primitiv-eusozial in Aggregationen und wird von ihr wohl nicht behelligt:

 

Die Weibchen der leicht metallisch dunkelgrünlich schimmernden Goldfurchenbienen-Arten Halictus (Seladonia) spec. erscheinen zwar schon im April, aber nach dem Ende der Eisheiligen werden sie immer häufiger erschienen, während die Männchen bis zum Sommer auf sich warten lassen. Man kann die verschiedenen Unterarten der Goldfurchenbienen leicht miteinander verwechseln, bisher gilt aber im Norden Deutschlands die Gemeine Goldfurchenbiene Halictus (Seladonia) tumulorum als die häufigste.

 

Weil sie einfach solche Schmückstücke auf den Blüten darstellen, sind hier noch einmal je ein buntes Weibchen ein hellgrünes Männchen vom Glänzenden bzw. Zierlichen Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula zu sehen. Sie mögen nicht nur die Blüten von Rosengewächsen, auch auf Margeritenblüten sind sie ganz besonders oft zu finden, und in diesen Tagen auch etliche rot-schwarze Gemeine Bienenkäfer Trichodes apiarius :

 

Manchmal wird der Gemeine Bienenkäfer Trichodes apiarius auch „Bienenwolf“ genannt, was aber zu Verwechslungen mit der auf Deutsch ebenso genannten Grabwespenart führt. In Norddeutschland und Ostdeutschland soll er selten geworden sein, bei mir im Garten wird er jedes Jahr häufiger, wegen der Wildbienen, wahrscheinlich.
Bienenkäfer legen ihre Eier in Bienennester, wo die Larven räuberisch heranwachsen, die Bienenkäfer-Imagos nehmen pragmatisch sowohl andere Blütenbesucher als auch Blütenstaub.

Die Fotos sind zwischen dem 23. und 28. Mai 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Glänzende Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula

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Wenn ich oft viele Exemplare einer Art sehe, kommt mir kaum in den Sinn, diese könne unter Naturschutz stehen, auch beim Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula nicht, und dennoch ist es der Fall. Pestizideinsatz und die Beseitigung von Totholz bei Obstbäumen und das häufige Schneiden von Schlehenhecken in der Feldflur lassen ihnen kaum noch Lebensraum, in dem die Larven bis zur Verpuppung unter der Rinde frisch abgestorbener Äste mehrere Jahre lang heranwachsen können. Es ist eine lange Zeitspanne für einen so kleinen Käfer, finde ich, er ist aber auch besonders hübsch, bei beiden Geschlechtern, vor allem im Sonnenschein:

Auf dem ersten Bild von einer der Wieseninseln befindet sich, als grünschimmerndes kleines Käfer-Schmuckstück, ein männlicher Glänzender Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula auf der linken der beiden Magerwiesen-Margeriten Leucanthemum vulgare, in Gesellschaft einiger in vorwiegend Schwarzweiss teppichgemusterten Bibernellen-Blütenkäfern Anthrenus pimpinellae. Sowohl die jedem geläufigen Blüten als auch die kleineren Teppichkäfer dienen gut dem Grössenvergleich, wie auf dem zweiten Bild der schwarze Rapsglanzkäfer Brassicogethes aeneus :

Es ist wiederum ein grünes Männchen, das auf einer Blüte vom Hohen bzw. Aufrechten Fingerkraut Potentilla recta Nahrung sucht. Die Farbe Gelb zieht sie an, bevorzugt die Mitte von Wildrosenblüten, aber das Hohe Fingerkraut ist immerhin schon mal ein Rosengewächs, was wegen der Verwandtschaft zu Obstbäumen vielleicht eine gewisse Logik birgt, aber auch die Margeriten mit ihren goldgelben Mittelpunkten werden nicht verschmäht, wie auf dem dritten Bild wieder gezeigt wird, diesmal von einem ganz anders und noch auffallender gefärbten Weibchen des Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula:

Die Käfer sind zwischen etwas mehr als 5 und weniger als 8 mm gross, dabei die Männchen an Kopf, Halsschild und Flügeldecken gänzlich grün bzw- erzfarbig s.o., die Weibchen, bei denen Kopf und Halsschild bei mir im Garten fast immer rot sind, aber auch goldgrün oder messingfarben sein können, ihre Flügeldecken immer vollkommen blaugrün.
Manchmal wird der Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula auch Kleiner Kirschbaum-Prachtkäfer genannt, und unter diesem Namen zeigte ich ihn 2017 schon einmal auf Löwenzahn > hier.
Wenn ich die Beschreibungen verschiedener Webseiten richtig deute, frisst auch das Imago neben den mit Gelb bevorzugten Blüten gelegentlich auch totes Holz, und davon bekommen sie neben den Wiesenblumen in meinem Garten durch den alten Kirschbaum und die Benjeshecke reichlich geboten.
Diese drei neuen Fotos sind vom 16. und 18. Mai 2020, aufgenommen auf verschiedenen Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Honigduft im Garten: Echtes Labkraut

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Es ist eine berauschend duftender Fleck im Garten, wo Bauernjasmin und Echtes Labkraut nur für einige Tage gleichzeitig blühend miteinander die Düfte vermischen. Inzwischen hat der Strauch seine weissen Blütenblätter herunterfallen lassen. Einige davon sieht man als rundes Weisses auf den Fotos zwischen den gelben Sternchenwolken des Labkrauts neben Käfern und Räupchen hängen geblieben:

Harlekin-Marienkäfer sind es hauptsächlich, die Asiatischen, auch Larven, die im Labkraut die Blattläuse entdeckt haben. Neben ihnen klammern sich noch kleine Räupchen an die Stängel, so klein, dass ich sie noch nicht in die Finger zu nehmen wage und darum keine Bestimmung dazu weiss.
Vielleicht begegnen sie mir später noch einmal, wenn sie sich leichter zu erkennen geben können. Zwar weiss ich auch nicht, wie die kleinen mattgrauen Pollenkäfer heissen, aber die Raupen sind einfach spannender: ich möchte doch zu gern wissen, welche Falter-Art dort heranwächst: Schwärmer, Hausmutter oder wer?
Fotos vom 16. und 19. Juni 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen, bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.