Die Austern-Seitlinge im späten Januar

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Die saprobiontisch im Holz lebenden Austern-Seitlinge Pleurotus ostreatus haben sich 2018 im abgestorbenen Eichenstamm eingerichtet. In Herbst und Winter 2019/’20 hatten sie schon ihre beste Zeit. Seit stellenweise die Borke vom Baum fällt, sind es wieder weniger Pilze geworden, die aus dem Baumstamm drängen. Mit kahlem Holz sind sie anscheinend nicht zufriedenzustellen. Sie kommen höchsten noch aus den Rändern heraus, genau dort, wo die noch vorhandene Borke das Holz freigibt, wie das kleine Pilzgedrängel auf dem ersten Bild. Den Mini-Austernpilzen wurde es allerdings vorige Woche zu frostig, sie sind wahrscheinlich erfroren, so bleich wie sie aussehen. Vorher hatten sie graubraune, dunkle Köpfchen, nun sind sie blass geworden und wachsen nicht mehr.

Auf Bild 2 sieht man Ränder von der dunkleren Oberseite und die hellen Lamellen der Unterseite von einem der grösseren und damit widerstandsgfähigeren Exemplare, diese sehen auch noch schön aus, im Gegensatz zur völlig zerfressenen „Austernseitlings-Ruine“ auf Bild 3. Verantwortlich sind dafür die Larven von Pilzmücken Mycetophilidae spec., die sind auch im Winter aktiv. Das Foto ist leider nicht so dolle, aber man kann in der oberen Bildhälfte unscharf eine helle Pilzmückenlarve erkennen, die mit dem dunklen Köpfchen nach unten weist. Besser zu sehen sind sie in einem Artikel vom letzten Winter hier> Pilzmücken Mycetophilidae.
Die Fotos sind vom 20. Januar 2021, aufgenommen an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Austernpilze im Dezember

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Der Wechsel zwischen kühlen Nächten und nicht zu warmen Tagen hat wieder Austernpilze Pleurotus ostreatus aus dem Stamm der Eiche wieder spriessen lassen, nur aus dem Holz mit Borke darauf, und bevorzugt aus den besser beleuchteten Flächen, genau wie Moose, Flechten und Pflänzchen auf der Borke und in den Furchen. Auch Pilzmücken Mycetophilidae spec. zeigen sich wieder, zu sehen auf dem 2. und dem letzten Bild der Galerie:

Die blühende Purpurrote Taubnessel Lamium purpureum geniesst ebenfalls den geschützten Platz am Baum.
Im Dezember 2019, ebenfalls kurz vor Weihnachten, entdeckte ich an den Austern-Seitlingen Pleurotus ostreatus zum ersten Mal Larven und Imagos von Pilzmücken Mycetophilidae spec. und konnte sie bei schönem Wetter mit der 1×10-Vorsatzlinse besser erwischen, als gestern, siehe > hier.
Meine diesjährigen Fotos sind vom Mittag des 18. Dezember 2020, an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder anklicken.

Angeknabbert

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Nicht nur ich finde die Austern-Seitlinge Pleurotus ostreatus lecker, die am Eichenstamm spriessen, auch verschiedene kleine Tiere haben sie ganz offensichtlich richtig zum Fressen gern:

2020-10-19 LüchowSss Garten Eiche + angeknabberrte Austern-Seitlinge (Pleurotus ostratus) + Insekten (1)

Es finden sich angenagte, weisslich herausgefressene Stellen und langgezogende Riefen in den glatten, rötlich-braunen Oberflächen, ausserdem wurden hier und da auch längliche, dunkle Mäuseköttelchen hinterlassen:

2020-10-19 LüchowSss Garten Eiche + angeknabberrte Austern-Seitlinge(Pleurotus ostratus) + bernsteinf. Fliege m. roten Augen + Mäuseköttel

Die eingeritzten Spuren können vielleicht von Mäusekrallen rühren, aber ebenso wahrscheinlich auch von Vogelfüssen oder -schnäbeln, die an den Pilzen wegen der kleinen Fliegen und Pilzmücken landen, Meisen beispielsweise.

2020-10-19 LüchowSss Garten Eiche + angeknabberrte Austern-Seitlinge (Pleurotus ostratus) + Pilzmücke (Mycetophilidae) + Biss- u. Krallenspuren

Auf Bild 2 ist eine bernsteinfarbene Fliegenart mit roten Augen zu sehen, auf Bild 3 schaut unter dem Pilzrand eine Pilzmücke Mycetophilidae hervor. Bei beiden muss ich eine nähere Benennung offenlassen. Die Fotos sind vom Mittag des 19. Oktober 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Kreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

In der Mittagswärme

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In der Mittagswärme von gestern kamen auch wieder einige Insekten zutage, die sich entweder wegen der Austern-Seitlinge an der Eiche aufhalten, oder weil vor allem auf der die Südseite des Stammes die Baumrinde auch sonst gute Schlupfwinkel und Nahrung für sehr verschiedene Insekten zu bieten hat.

1. eine weisse Pilzmückenlarve Mycetophilidae mit schwarzem Kopf krabbelt über einen Austern-Seitling Pleurotus ostreatus, vermutlich auch dem Boden entgegen wie die zuletzt > hier ausführlicher gezeigte und beschriebene Larve, an einem warmen Tag kurz vor Weihnachten.
2. Anders als an der Hauswand halten sich bei den Pilzen stets kleinere Fliegen mit im Verhältnis zum Körper grossen, zu einer gemeinsam endenden Rundung übereinander gelegten Flügeln auf, die nicht ganz klar transparent wirken – für mich immer noch namenlos.
3. Leicht zu benennen ist der Marienkäfer vom dritten Bild: es ist ein einheimischer Siebenpunkt-Marienkäfer Coccinella septempunctata, der offenbar die Gunst der warmen Stunde nutzt, um Nahrung zu suchen, bevor er sich wieder in einen Schlupfwinkel zurückzieht, um weitere zu kühle Tage zu verschlafen.

Fotos vom Mittag des 10. Januar 2020, an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Pilzmücken Mycetophilidae

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Im Dezember entdecke ich, vor allem an Tagen mit etwas Sonnenwärme, dass sich ausgerechnet zu dieser Jahreszeit an der abgestorbenen Eiche in diesem Jahr vieles beobachten lässt, nicht nur Moose, Flechten und Pilze, sondern auch verschiedene kleine Insekten, bereits fertig entwickelte, wie Fliegen, Pilzmücken oder Moderkäfer, aber auch verschiedene Larven. Zarte Fäden an Austern-Seitlingen Pleurotus ostreatus, die ich zunächst für Spinnen-Erzeugnisse gehalten hatte, wiesen bereits auf die Beutefang-Tätigkeiten von Pilzmücken-Larven Mycetophilidae hin, aber bis vor kurzem konnte ich nur ausgewachsene Mücken und eben nur diese Fäden mit der 1×10-Vorsatzlinse erwischen:

Die beiden oberen Bilder sind vom 18. und 21. Dezember 2019. Kurz vor Weihnachten, am 23., purzelte mir beim Fotografieren aus einem der Austern-Seitlinge eine weisse Larve mit schwarzem „Kopf“ entgegen und hinunter in einige Pilzüberreste. Schnell knipste ich mit, solange ich sie mit den Blicken verfolgen konnte, wie sie sich, zunächst noch mit einer zarten Schleppe aus Fäden, von eine Austernpilz-Etage auf die nächste herunterfiel – auf Bild 3 ist davon noch etwas zu erkennen:

 

Bevor ich im Internet recherchierte, meinte ich, es sei eine zufällige Begegnung mit einer anderen Art und habe nichts mit den Pilzmücken zu tun, fand dann aber verschiedentlich, dass die Larve grösser sei als später die Puppe und das fertige Imago, und dass die Larven der Unterfamilie Mycetophilidae Kriechwülste als unverkennbares Merkmal hätten, während andere Pilzmückenlarven nichts Füsschenähnliches hätten, „meine“ lässt sich also dahingehend bestimmen. Am Ende des Larvenstadiums begeben sich die Larven zur Verpuppung am oder im Boden, wo sich manche Arten Larven sich bei der Verpuppung dünn mit ihrem eigenen Spinnmaterial umhüllen. Das schien auch ihr Ziel zu sein, da sie sich in den Pilzen gar nicht weiter aufhielt, sondern weiter dem Boden zustrebte.

Diese Fotos sind vom Mittag des 23. Dezember 2019, an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder anklicken.

Scheinbar zart

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Als besonders zart empfand ich die hellen Pilzmücken Mycetophilida spec., bis ich endlich erkennbare Bilder fotografieren konnte, auf der Oberfläche von Austern-Seitlingen Pleurotus ostreatus sitzend. Mit dem blossen Auge gesehen wirken sie in der schwirrenden, aber geräuschlosen Bewegung mit ihren hellen Körpern im Licht geisterhaft und fast konturlos, erst die 1×10-Vorsatzlinse hat mir ein Bild beschert, auf dem Details wie die dunklen Augen oder die typischen „Häkchen“ an den Beinen zu erkennen sind, und auf einmal wird auch erkennbar, dass sie eigentlich einen sehr kräftigen Thorax haben, mit einem beachtlichen Buckel obendrauf.

2019-12-21 LüchowSss Garten 1x10 Pilzmücke (Mycetophila spec.) auf Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus) (3)

Während die Flügel der oben auf dem Einzelbild sichtbaren Pilzmücke keine auffälligen Marken tragen, ist hierunter, auf dem weniger deutlichen Bild links, eine Pilzmücke mit je einem dunklen Punkt auf jedem Flügel zu sehen, demnach vermutlich eine andere Art und von denen gibt es in Europa etwa 1000 verschiedene, mit Unterarten. Beim Nachlesen zum Thema fand ich > hier auch endlich eine Erklärung für die vermeintlichen Spinn-Fäden, die einzeln und ohne Netze zu formen, von den Schirmen der Austernpilze hängen – zu sehen auf dem Bild rechts daneben. Diese Fäden werden höchtswahrscheinlich gar nicht von Spinnen produziert, sondern von Pilzmückenlarven.

Larven dreier Unterfamilien (Mycomyinae, Sciophilinae u. Leiinae) erzeugen aus Schleim oder aus Seide meist zusätzlich mit klebrigen oder giftigen Tröpfchen besetzte Fäden, um damit Beute zu fangen. Die Larven erwarten das Ereignis in der Nähe ihrer Fäden, in einem Unterschlupf und fressen dort ihre Beute. Nach etwa zwei Wochen ist die Larvenentwicklung abgeschlossen, eine Verpuppung findet nahebei statt. Pilzmücken überwintern vorwiegend im Larvenstadium, aber auch als Imagos mit einer Lebenserwartung von 10 bis 20 Tagen, während derer sie sich in der Nähe der Eiablageplätze paaren. Die Eier werden, je nach Art, auf Pilzen oder im Boden abgelegt.
Fotos vom 18. und. 21. Dezember 2019 an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Kleine Welt

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Seit die tote Eiche in den vergangenen, feuchten aber nicht allzu kalten Wochen zunehmend von verschiedenen Pilz- und Flechtenarten in immer noch mehr Farbschattierungen vereinnahmt wird, entdecke ich vor allem an Tagen mit etwas Sonnenwärme, dass sich dort in den letzten Wochen des Jahres mehr und mehr auch eine spezielle, kleine Tierwelt ansiedelt, die ich bisher noch viel zu wenig beachtet habe.

Zwischen den Pilzen sind auch jetzt noch Spinnen aktiv, das verraten die zarten Fäden an erst in den letzten Tagen herangewachsenen Schirmen. Bisher hatte ich noch kein Glück, sie genauer zu erkennen oder gar zu fotografieren, ich sah sie nur eilig verschwinden. Mit den Mücken geht es mir kaum besser, aber sie sehen nicht alle gleich aus, und wenn nicht alle, dann gehören zumindest die meisten von ihnen zur Familie der Pilzmücken Mycetophilidae.

Auf einem Austern-Seitling Pleurotus ostreatus sitzend konnte ich eine dieser Pilzmücken mit der 1×10-Vorsatzlinse erwischen, nicht so gut wie erhofft, aber immerhin erkennbar. Von den weltweit 3000 Arten kommen gemäss > Wikipedia-Artikel in Europa knapp 1000 Arten und Unterarten vor, und in Bernstein eingeschlossen haben die meisten wohl schon fossile Pilzmücken gesehen. Da sich die durchaus zahlreichen Mücken an der Eiche ständig ganz nah an der Baumoberfläche aufhalten, erklärt mir anschaulich, weshalb sie so leicht in Baumharz geraten sind.

Auf den immer mehr verfallenden Resten bereits vor Wochen für die Küche abgeschnittener Austern-Seitlinge entdeckte ich ebenfalls Bewegungen. Besonderes Glück hatte ich mit einem etwa blattlaus-kleinen, bunten Insektenwesen, das darauf herumkrabbelte. Das hübsche Muster lässt mich an ein frühes Entwicklungsstadium von Wanzen-Nymphen denken, aber das ist reine Spekulation. Wenn die Sonne scheint, und es wieder etwas wärmer ist auf der Südseite der Eiche, werde ich wieder mein Glück mit der Kamera versuchen.
Diese Fotos sind alle vier von gestern Mittag, 19. Dezember 2019, an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder anklicken.

Kleinigkeiten

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Solange es Temperaturen im Plusgradbereich hat, fliegen noch Mücken an ihnen günstigen Stellen und gedeihen die Pilze und Flechten, dass es eine Freude ist, die bereits bekannten Plätze aufzusuchen und sogar Neues entdecken zu können. Zum Beispiel halten sich Mücken gern an den Austern-Seitlingen auf, vielleicht handelt es sich bei ihnen sogar um Pilzmücken Mycetophilidae, aber um das erkennen zu können, ist das Bild doch nicht gut genug.

 

Ganz neu sind für mich, nicht nur im Garten, die kleinen purpurrosa Pilzbuckelchen, die auf einem alten Baumstubben erschienen sind. Zuerst dachte ich an Schleimpilze, aber die Formen scheinen sich aus einer schmaleren Basis zu entwickeln, darum könnte ich mir vorstellen, dass sich die kleinen Dinger eventuell auch Fleischrote Gallertbecher Ascocoryne sarcoides sein könnten – oder etwas ganz anderes? Ich hoffe, die Witterung der kommenden Tage lässt eine zügige Entwicklung zu, denn darauf bin ich gespannt.
Fotos vom Vormittag des 17. Dezember 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.