Braunrötlicher Spitzdeckenbock auf Schafgarbenblüten

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Braunrötlicher Spitzdeckenbock Stenopterus rufus gehören zu den Bockkäfern Cerambycidae. Die Imagos fressen Pollen, wie auf der Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium von den Fotos, während die Larven in morschem Laubholz heranwachsen, bei mir im Garten vermutlich in der Eiche.

2021-07-05 LüchowSss Garten Braunrötlicher Spitzdeckenbock (Stenopterus rufus) Paarung auf Wiesen-Scharfgarbe (Achillea millefolium)

Seit einigen Jahren beobachte ich die seltsam aussehenden Käfer: ungefähr ab Juni erscheinen sie auf den Wieseninseln im Garten, zuerst auf Margeriten, später auf Schafgarben. Oft finde ich sie bei der Paarung, was mich – fragt mich nicht, wieso – an doppelstöckige Autotransporter erinnert.

2021-06-23 LüchowSss Garten Braunrötlicher Spitzdeckenbock (Stenopterus rufus) auf Wiesen-Scharfgarbe (Achillea millefolium) (2)

Die Körperlänge der Braunrötlichen Spitzdeckenböcke beträgt zwischen 8 und 16 mm, sie lieben Wärme und erscheinen, wo es alte Baumbestände gibt, damit sie für ihren Nachwuchs die richtigen Kinderstuben finden. Die Fotos sind vom 23. Juni und 5. Juli 2021, auf Wieseninseln im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Hohes Fingerkraut-Blüte mit Bürstenhornblattwespen

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Die offenen, goldgelben Blütenschalen des Hohen bzw. Aufrechten Fingerkraut Potentilla recta sind bei Insekten allgemein beliebt, sowohl als Nahrung, als auch zur Paarung, und ganz besonders bei den Pflanzenwespen der Art Arge cyanocrocea, denn denen dient das Rosengewächs gleich auch noch als Kinderstube:

2021-05-29 LüchowSss Garten Hohes Fingerkraut (Potentilla recta) + Bürstenhornblattwespen-(Arge cyanocrocea)-Paarung

Auf dem Bild sieht man zwei orangefarben und schwarz gemusterte Pflanzenwespen Arge cyanocrocea aus der Familie der Bürstenhornblattwespen, trotz ihrer Häufigkeit ohne deutsche Artenbezeichnung, bei der Paarung.
Die Imagos der Art fressen Pollen und Nektar verschiedener Blütenpflanzen, gern auch von Doldengewächsen, während sich ihre Larven von den Blättern verschiedener Rosengewächse ernähren.
Sie hielten sich daher bestimmt micht zufällig auf genau der Wieseninsel im Garten auf, sie wo alle erwünschten Pflanzen gemeinsam finden.
Das Foto ist vom 29. Mai 2021, aufgenommen auf einer der Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Weiss und Weiss auf Grün

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Die Grossen Kohlweisslinge Pieris brassicae nutzten die bisher warmen Septembertage und flogen dieses Jahr zahlreicher als in früheren Jahren. Sie mögen im Garten die Blüten von Schmetterlingsflieder und Gelbskabiosen besonders gern, aber für die Paarung suchen sie den Boden auf. Auf dem ersten Bild sieht man das verlockende Weibchen mit dem Schatten des darüber schwebenden Männchens, auf dem zweiten finden sie gerade zusammen:

Die Weisslingsart tritt von März bis Ende Oktober in zwei oder sogar drei Generationen auf, ihre Raupen von Juni bis mindestens Oktober, denn in milden Wintern können sie sogar als solche überwintern; normalerweise wäre das Puppenstadium die übliche Form, wie die Nachkommen der Herbstgeneration den Winter überstehen.

Die Raupen ernähren sich von Kreuzblütlern. Sie profitieren in unserer Gegend zuerst vom Rapsanbau im Sommer und der wild an den Wegrändern und Gehölzsäumen wachsenden Knoblauchsrauke, später von der Gründungung bzw. Zwischenfrucht mit Senf und Ölrettich, die nach der Getreideernte im Herbst zur Blüte kommt und in den zurückliegenden Wintern gar nicht abgefroren ist.

Die Fotos sind vom 22. September 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Der Kandelaber-Ehrenpreis gebührt den Variablen Flach-Marienkäfern

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Der erste Kandelaber-Ehrenpreis Veronicastrum virginicum blühte Mitte Juni an einer windgeschützten Stelle hinter dem Bauernjasmin auf, da waren die anderen Knospen noch sehr unterentwickelt. Aber nun geht es nicht nur schneller, sondern die Blütenkerzen präsentieren mir auch überall eine weitere Marienkäfer-Art, die bisher noch nicht aufgefallen war, sich aber nun sehr auffällig benimmt: die Variablen Flach-Marienkäfer Hippodamia variegata.

Bei den Variablen Flach-Marienkäfern bzw. Veränderlichen Marienkäfern Hippodamia variegata handelt es sich um kleine Blatt- und Schildlausvertilger. Es ist eine 3 bis 5,5 mm kleine, wenig gewölbte und vor allem heimische, aber dennoch inzwischen kosmopolitische Art, mit diesen charakteristischen beiden weisslichen Punkten auf dem Halsschild. Die schwarzen Punkte können mal mehr, mal weniger sein, grösser oder kleiner, der Halsschild mal gelblicher oder weisser – daher der Name.
Bevorzugt werden eher trockene Habitate wie Felder, Gärten, Wiesen, Stauden, gewöhnlich etwa von April bis Oktober.
Die Art ist nicht selten, kommt aber weniger häufiger vor als die der Siebenpunkte. Wobei es ganz so aussieht, als würden die Tierchen ehrgeizig an dieser Statistik arbeiten, dafür gebührt ihnen schon ein Kandelaber-Ehrenpreis – und überhaupt: was weiss man schon über das Liebesleben von Marienkäfern?

Einen ersten Käfer dieser Art sah ich übrigens schon Ende März, zwischen den himmelblauen Blüten der Frühlings-Nabelnüsschen > hier, und schrieb unter anderem dazu: „… dass ich voriges Jahr fast keine Marienkäfer gesehen habe, weder im Garten, noch ausserhalb. Ich hoffe in ihrem Sinne, dass es in diesem Jahr besser um die Blattlauspopulation bestellt ist, denn das ist schon ein befremdliches Gefühl, ohne Marienkäfer zu sein.“

Meine Hoffnungen und die Bedürfnisse der Marienkäfer erfüllen sich bisher prächtig, und die beiden Fotos sind von heute Nachmittag, 22. Juni 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.