Schwarz und rot – Brackwespe oder Schlupfwespe?

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Es gibt einfach zu viele Insektenarten gleich mehrerer Unterordnungen im Insektenreich, die in den Farben Schwarz und Rot auftreten, in ganz ähnlicher Anordnung, nämlich mit schwarzem Kopf und rotem Hinterleib, mit irgendwelchen schwarzen Akzenten am roten Hinterleib und roten oder / und schwarzen Beinen, es können Raupenfliegen dabei sein, Pflanzenwespen, oder sogenannte Schlupfwespenartige (s.u.), wie diese Kandidatin mit der schwarzen Hinterleibsspitze:

2021-06-12 LüchowSss Garten entweder Schlupf- oder Brackwespe (1)

Zum Glück hatte ich gerade die Nahlinse auf dem Objektiv aufgeschraubt, als ich vor einigen Tagen dieses graziöse Insekt am Stängel einer Wilden Möhre Daucus carota entdeckte. Es ist für mich immer wieder ein Draufhalten und Fotografieren und Hoffen auf eine spätere Zuordnung, falls ein geeignetes Bild dabei wäre, und eigentlich zeigt sie auch genug, zuerst von hinten, die farbigen Beine, und dann auch noch den schwarzen Kopf und Thorax und gut genug: die Fühler mit dem typischen Ansatz.

2021-06-12 LüchowSss Garten entweder Schlupf- oder Brackwespe (2)

Dadurch lässt sich die Zuordnung zumindest auf die sogenannte Überfamilie der Schlupfwespenartige Ichneumonoidea treffen, Brackwespen Braconidae und Schlupfwespen Ichneumonidae, die beide ihre Larven in meist lebenden Wirten heranwachsen lassen. Man soll die einander ähnelnden Tiere an gewissen Flügelmerkmalen unterscheiden können, aber das übersteigt meine Möglichkeiten.
Die beiden Fotos sind vom 12. Juni 2021, aufgenommen auf einer der Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Mehr darüber kann man bei Wikipedia erfahren:

„Die Brackwespen (Braconidae) sind eine Familie innerhalb der Ordnung der Hautflügler. Sie gehören zu den Legimmen. Zusammen mit den Ichneumonidae, den Schlupfwespen im engeren Sinne, bilden sie die Überfamilie der Ichneumonoidea.“
> Brackwespen – Wikipedia

Orangerotes Habichtskraut mit Seidenbiene

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Gemeine Seidenbienen Colletes daviesanus lieben Korbblütler, deshalb fand ich die erste Seidenbiene des Sommers auch am Orangeroten Habichtskraut Hieracium aurantiacum, das auch zu ihnen zählt:

2021-06-12 LüchowSss Garten Gemeine Seidenbiene (Colletes daviesanus) + Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)

Gemeine Seidenbienen Colletes daviesanus fliegen ab der 1. Juni-Hälfte bis Ende August, später trifft man sie auch oft an Rainfarnblüten. – Foto vom Morgen des 12. Juni 2021, aufgenommen auf einer der Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Weisse Blüten

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Es ist erstaunlich, wieviele weisse oder fast-weisse Blüten es in im Garten gibt; ob Wildkräuter, Wiesenstauden, Sträucher oder Bäume. So ist die Galerie, von der ich anfangs meinte, sie wäre bald fertig, immer weiter gewachsen.

  1. Weisse Taubnesseln Lamium album
  2. Stechpalme Ilex aquifolium
  3. Schwarze Apfelbeere Aronia melanocarpa ‚Viking‘ mit Zweifleckigem Zipfelkäfer Malachius bipustulatus
  4. Weisse Lichtnelke Silene latifolia
  5. Maiglöckchen Convallaria majalis, als sie noch frisch waren, inzwischen sind sie verblüht
  6. Dolden-Milchstern Ornithogalum umbellatum agg. mit einer Ameise + und einer kleinen Wildbiene
  7. Hundspetersilie Aethusa cynapium mit einer Garten-Haarmücke Bibio hortulanus
  8. blühender Spitzwegerich Plantago lanceolata auf ein der Wieseninseln
  9. Knöllchen-Steinbrech Saxifraga granulata mit Zierlichem Prachtkäfer Anthaxia nitidula
  10. Gänseblümchen Bellis perennis mit einem weiblichen Graugrünen Schenkelkäfer Oedemera virescens
  11. Rauhaarige Wicke Vicia hirsuta, hübsch aber sehr ausbreitungsfreudig
  12. eine fast-weisse Akelei Aquilegia
  13. Wiesenmargerite Leucanthemum vulgare mit ebenfalls weisser Veränderlicher Krabbenspinne Misumena vatia
  14. Gewöhnlicher Schneeball Viburnum opulus mit Furchenbiene Lasioglossum
  15. Gras-Sternmiere Stellaria graminea
  16. Birne Pyrus communis ‚Vereinsdechatsbirne‘ mit Nachblüten
  17. Hahnendorn bzw. Hahnensporn-Weissdorn Crataegus crus-galli
  18. Wald- bzw. Monatserdbeere Fragaria vesca
  19. Weissklee Trifolium repens mit Acker-Hornkraut Cerastium arvense
  20. Einjähriges Berufkraut bzw. Feinstrahl Erigeron annuus
  21. Schwarzer Holunder Sambucus nigra mit einem Pinselkäfer Trichius spec.
  22. Klatschmohn Papaver rhoeas in weiss, sehr klein
  23. weisse Kornblume Centaurea cyaneus
  24. Kleines Mädesüss Filipendula vulgaris Var. ‚Plena‘
  25. Rispenrose bzw. Büschelrose Rosa multiflora, nicht ganz weiss, aber auch nicht richtig rosa
  26. Acker-Hornkraut Cerastium arvense

Fotos vom 19. Mai bis 8. Juni 2021, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Ackerhummel an Weisser Taubnessel

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Die Weisse Taubnesseln Lamium album ist ein Liebling der Ackerhummel Bombus pascuorum. Kaum ist sie aufgeblüht, wechseln die Hummeln mit dem fuchsroten Rückenpelz, den man auf dem Bild fast nur erahnen kann, gern von den früher blühenden kleineren Purpurroten Taubnesseln zu den grösseren weissen Blüten:

2021-05-07 LüchowSss Garten Weisse Taubnessel (Lamium album) mit Ackerhummel (Bombus pascuorum)

Man kann es verstehen, denn die höheren Pflanzen sind leichter anzufliegen und die Stängel dicker, so dass sie sich unter dem Hummelgewicht nicht neigen. Weil die einzelnen Blüten auch drei bis viermal grösser sind, kann sie Hummel daran länger verweilen, bis sie die Nektarvorräte der Blüte ausgekostet hat.
Das Foto ist vom 7. Mai 2021, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Grosse Dunkle Erdhummel-Königin, kleine Wiesenhummel-Königin

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Die erste Königin der Dunkle Erdhummel Bombus terrestris sah ich schon vor mehreren Wochen, recht häufig, wenn Flugwetter war und dann auch deutlich verschieden gefärbte Individuen im Garten unterwegs, die viel kleineren Wiesenhummeln Bombus pratorum hingegen erst ein- oder zweimal, zuletzt vor wenigen Tagen :

Die Wiesenhummel bzw. Kleine Waldhummel Bombus pratorum war weniger als halb so gross wie die grosse Erdhummel. Beide Arten schätzen die die violetten Blüten des Gundermann Glechoma hederaceae, vor allem an windigen Tagen, wo sie lieber nur bodennah umherfliegen, wie eben auch am 21. April 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Die Bilder eventuell zum Vergrössern anklicken.

Frühjanuarsvormittag

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Die blasse Sonne hat in diesen frühen Januartagen nur wenig Durchsetzungsvermögen. Auch am Vormittag des 2. Januar schaffte sie es kaum, aus dem Wolkenbett und in die Höhe zu kommen, als auf den Bildern zu sehen ist:

Trotzdem habe ich die Taschenkamera auf den Einmal-um-den-Acker-Spaziergang mit Bongo mitgenommen, um ein paar Bilder vom ruhigen Jahresbeginn aus der müdfarbigen Feldmark mit nach Hause zu bringen.

Am lautesten waren Saatkrähen zu hören, die den hellbrüstigen Mäusebussard beschimpften, der sie vom Weidepfahl aus beobachtete und gelegentlich versuchte, ihnen Futter streitig zu machen.

Wir kamen auch an der vom Specht gezeichneten Eberesche vorüber, an der ich zuletzt kurz vor Weihnachten die Arbeiten des Vogels und die Orangeroten Kammpilze genauer fotografiert hatte, vergleiche > hier.

Diese Fotos sind vom Vormittag des 2. Januar 2021, aufgenommen in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Man kann die kleinen Bilder durch Anklicken auf ihr hochgeladenes Mass vergrössern.

2020-12-18 bei LüchowSss Spaziergang Eberesche m. Orangerotem Kammpilz (Phlebia radiata) + Gelbflechten

Spechtarbeiten und Orangerote Kammpilze

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Nicht nur an meiner abgestorbenen Eiche im Garten arbeitet ein Specht, dass die Fetzen fliegen. Auch auf einem Spaziergang durch die Feldmark „riss es mich“ geradezu, als ich nur wenige Tage, nachdem ich zulezt an einer im vorigen Sommer abgestorbenen Eberesche Sorbus aucuparia vorbeikam, diese nun wild zerfetzt vorfand …

… und ausserdem von verschiedenen Pilzen besetzt, die zusammen mit den vorher schon vorhanden gewesenen Flechten auf dem Stamm der Eberesche nun ein buntes Bild abgeben, und zusammen mit dem vom Specht verwüsteten Holz wirkt das, zusammen mit der Geschwindigkeit der Erscheinungen, frappierend.

Die seitlich aus dem Stamm spriessenden, hellbraunen Stammpilze erinnern mit ihrem Wuchs zwar an Austern- oder andere Seitlinge, sind aber nicht so kahl; es könnte sich um eine Knäuelings-Art Panus spec. handeln, Laubholz-Knäuelinge vielleicht. Der sonstige Bewuchs ist auch spannend, Bekanntes und Unbekanntes bunt miteinander:

Die grünlichgelben Farbtöne von Gelbflechten (s.o.) und blaugrünen Blattflechten (s.u.) kontrastieren mit dem Orangeroten Kammpilz Phlebia radiata. Der saprobiontische Krustenpilz erscheint an der Oberfläche in verschiedenen Grössen und Formen, die sich kleinteilig den Löchern und Rissen anpassen, aus denen sie hervorkommen:

Es wird spannend sein, die Entwicklungen an diesem Baum weiter zu beobachten, denn der Stammdurchmesser ist mit 30 cm recht gering, und dem Specht bietet das weiche und pilzmürbe Holz einer Eberesche wahrscheinlich weniger Widerstand als eine zwei- bis dreimal so dicke Eiche. Ich hoffe, er fällt nicht so schnell der Aufräumwut zum Opfer.

Die Fotos sind diesmal vom 18. Dezember 2020, aufgenommen am Wegrand in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Kleine Wildbiene und Grosse Fetthenne

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Die Grosse oder Prächtige Fetthenne Sedum telephium bzw. Hylotelephium spectabile ‚Matrona‘ blüht, und zieht eine Vielfalt von Insekten an, von denen die meisten inzwischen allejahrewiedervertraute Besucher sind, aber nicht alle. An dieser kleinen Wildbiene mit orangeroter Bauchbürste rätsele ich noch herum. Zunächst einmal dachte ich, es sei die gleiche Art wie vorher an den Blüten der Wegwarte angetroffen > hier.

2020-08-30 LüchowSss Garten Hohe Fetthenne (Sedum telephium 'Matrona') + Mauerbiene (Osmia spec.) (2)

Könnte es sich um eine Bedornte Schneckenhausbiene Osmia spinulosa oder um die mit ihr leicht zu verwechselnde Distel-Mauerbiene Osmia leaiana handeln? Auf dem Foto oben sind dunkle, nicht grünliche Augen zu erkennen, das spräche für O. leiana, für die sind der Lebensraum und die Nistmöglichkeiten auch vorhanden. Wäre nur nicht die eine wie die andere orangebäuchige Mauerbiene oliolektisch auf Korbblütler spezialisiert! Aber wenn sie die nichtkorbblütlerische Fetthenne, ein Dickblattgewächs, aufsucht – was ist sie dann?

2020-08-30 LüchowSss Garten Hohe Fetthenne (Sedum telephium 'Matrona') + Mauerbiene (Osmia spec.) (1)

Die Buntfarbige bzw. Verschiedenfarbige Blattschneiderbiene Megachile versicolor sieht auch ähnlich aus, und könnte mit ihrer polylektischen Ernährung besser passen, doch sah ich sie nicht blattschneiden, und so bleibt das Rätsel noch offen … – Die beiden Fotos sind vom 30. August 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.