Goldgelber Zitterling mit verschiedenen Laubflechten und Gelee

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Anfang Januar kam mir auf einem Spaziergang durch die Feldmark ein abgestorbener Eichenzweig mit Goldgelben Zitterlingen Tremella mesenterica und verschiedenen Laubflechten darauf vor die Füsse, vom Wind aus einer der Eichenkronen herausgeschüttelt. Statt ihn liegen zu lassen, wo er unter die Räder gekommen wäre, nahm ich den Zweig mit nachhause und deponierte ihn im Garten, um die Pilze und Flechten weiter zu beobachten.

2021-01-20 LüchowSss Garten Goldgelber Zitterling (Tremella mesenterica) + Flechten + Gallertpilz

Weil alles vom Regen glitschte, war schwer erkennbar, ob der Goldgelbe Zitterling von einem farblos-transparenten Gallertpilz Gesellschaft hat, vielleicht einem Buckeligen Zitterling Tremella globispora, den Körnigen Kerndrüsling Myxarium nucleatum, oder nur sogenannten > Sternenrotz abbekommen hat. Es bleibt auch weiterhin unklar, ist aber schon besser erkennbar, dass „etwas“ darauf Platz genommen hat, das nicht nur eine zufällige, vom Zitterling schleimig gewordene Wasseransammlung darstellt.

2021-01-20 LüchowSss Garten Goldgelber Zitterling (Tremella mesenterica) + Flechten + Gallertpilz

Voriges Jahr um fast die gleiche Zeit beschrieb ich einen ganz ähnlichen Fund im Blog > Eigenartige und noch seltsamere Gebilde | 2020/01/15 und noch einmal als > Ergänzung zum Beitrag „Eigenartige und noch seltsamere Gebilde“ | 2020/01/16. – Die beiden neuen Fotos vom diesjährien Zweigfund sind vom 20. Januar 2021, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Ergänzung zum Beitrag „Eigenartige und noch seltsamere Gebilde“

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Es geht in diesem Beitrag um das kalte, Schleimige. Bei dem trüben Glibber meine ich, es mit einem Drüsling Exidia nucleata zu tun zu haben, aber ich glaube, er hatte eine Art „Überzug“ und war nicht allein: es waren ausserdem andere Stellen auf dem Ast zu finden – in die ich hineingefasst hatte – und die nichts weiter waren als weiche, schleimige Batzen. Zur Erinnerung eines der bereits > hier gezeigten Fotos

 

Das Foto ist vom 13. Januar 2020, aufgenommen am Wegrand in der Feldmark zwischen Lüchow und Wustrow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern anklicken.

Gallertartige Haufen, die in der Natur gefunden wurden, haben schon vor Jahrhunderten den umgangssprachlichen Namen „Sternenrotz“ bekommen. Auf Englisch findet man solche als „Star jelly“ bezeichnet und mit weiteren, ähnlich bildhaften Namen. Artikel und Bilder zu Astromyxin sind zahlreich nachzulesen aber eher vom Typ „Nichts Genaues weiss man nicht“, auch bei > Wikipedia.
Und tatsächlich ist unklar, ob immer dieselbe Ursache dahintersteckt und welche Lebensformen dafür infrage kommen. Eine davon sind sogenannte „plasmodiale Schleimpilze“, Myxomyceten bzw. Myxogastria oder auch Eumycetozoa:

„… eine Gruppe von heterotrophen Organismen. Etwa 1000 Arten sind bekannt. Ob Schleimpilze als Einzeller oder Vielzeller anzusehen sind, ist schwer zu beantworten. Auch ist man sich nicht einig, ob Schleimpilze den Tieren, Pilzen oder Pflanzen zuzurechnen sind. Innerhalb der Biologie wird die systematische Erforschung der Schleimpilze durch die Botanik betrieben. …“
– Zitat-Quelle weiterlesen > Myxomycet | deacademic.com

Unerwartetes über die faszinierenden Fähigkeiten dieser Untergruppe der Amoebozoa erfährt man am Beispiel eines gelben Schleimpilzes namens Physarum polycephalum, der bei seiner Ausbreitung effizient und zielgerichtet vorgeht; ein Text dazu findet sich auf der Webseite WeLT.de > NETZWERKSPEZIALIST – Ein Superorganismus von schleimiger Intelligenz – unbedingt lesenswert!

Eigenartige und noch seltsamere Gebilde

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Eigenartige Gebilde sind es, diese Flechten und Moose, die in diesem Winter mit ihren Farben und Formen sowohl auf Borken lebener Gehölze als auch auf blossem Totholz und Steinen für Hingucker sorgen und über ihre Formenwelt staunen lassen, nachdem man einmal darauf aufmerksam geworden ist.

Auf den ersten beiden Bildern sind Gewöhnliche Gelbflechte Xanthoria parietina sowie silbriggrüne Blasenflechte Hypogymnia physodes zusammen mit Moos zu sehen, vielleicht einer Goldhaarmoos-Art Orthotrichum spec.. Diese drei habe ich in den vergangenen Winterwochen schon viel fotografiert, und auch verschiedene Pilze, die nicht dem „Bilderbuch-Schema“ mit Hut und Fuss entsprechen, sondern in Knubbeln und Rüschen auf Totholz gedeihen:

Immer mehr erinnern mich die Formen an die der Unterwasserwelt, auch bei den jungen, noch durchweg beige-farblosen und den älteren, von Algengrün überzogenen Trameten auf den Fotos der zweiten Bildgruppe; vor allem die Formen der älteren, typischen „Stubbenpilze“ wirken aber durch ihre Häufigkeit einigermassen vertraut, solche haben die meisten von uns schon in allen möglichen Farbtönen und Altersstufen bei Spaziergängen gesehen.

Als ich den Ast mit dem angematschten Goldgelben Zitterling Tremella mesenterica mit der Hand zurecht rücken wollte, fasste ich in etwas, das sich anfühlte wie kalter Schleim. Bei dem hellen, trüben Glibber denke ich, es könnte ein Drüsling Exidia nucleata sein, aber da war noch etwas „Rotziges“ ausserdem, vielleicht waren sogenannte „plasmodiale Schleimpilze“, Myxomyceten bzw. Myxogastria mit im Spiel, vielleicht kam es auch nur vom Regen? – Die Fotos sind vom 13. Januar 2020, aufgenommen am Wegrand in der Feldmark zwischen Lüchow und Wustrow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerien zum Vergrössern anklicken.