z. B. die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa)

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Die häufigsten Wanzenarten auseinanderzuhalten, die mir im Garten begegnen, habe ich inzwischen gelernt, ohne jedesmal komplizierte Suchen zu absolvieren – solange sie erwachsen sind. Weil aber die Wanzen während ihrer vielfachen Larvenstadien ständig ihre Gestalt wandeln, wie unsereiner die Kleider wechselt, ist die Bestimmung von Wanzenlarven eine grössere Herausforderung.

2020-08-25 LüchowSss Garten Wanzenlarve an Flieder - vermutl. Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa)

Wie soll man angesichts der im August am Flieder fotografierten Wanzenlarve von Bild 1 darauf verfallen, dass es sich um die Larve der Grauen Gartenwanze Rhaphigaster nebulosa handelt, die im Mai unweit davon auf den Blüten vom Gemeinen Schneeball für Bild 2 Modell gesessen hatte? Höchstens der gemusterte Rand war verdächtig „wanzlerisch“ genug.

2020-05-20 LüchowSss Garten Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa) + Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus) + Glänzende Schwingfliege (Sepsis fulgens)

Auf der von mir häufig zum Bestimmen von Insekten aufgesuchten Webseite Insektenbox.de gibt es eine Sonderabteilung > Wanzenlarven | Insektenbox.de mit vielen Fotos verschiedener Stadien heimischer Wanzen, die sehr hilfreich dabei ist, sich wenn schon nicht für eine Art, dann wenigstens zwischen der Zugehörigkeit solcher Tierchen zwischen Käfern und Wanzen entscheiden zu können.

Bild 1 ist vom 25. August 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bild 2 ist vom 20. Mai 2020, unweit derselben Stelle fotografiert und schon einmal in einem Beitrag > hier gezeigt.

Schneeball, Bauernjasmin, Hahnendorn, Hartriegel und Kanada-Flieder

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Zum Sonntagnachmittag habe ich weisse Blüten von Gehölzen im Garten zusammengestellt, und fast alle davon haben verschiedene Insekten zu Besuch, die sich entweder für deren Nektar und Pollen, oder die Pflanzensäfte interessieren :

1. Hier ist etwas Rätselhaftes an einer der grossen, weissen Scheinblüten vom Gewöhnlichen Schneeball Viburnum opulus angeheftet: eine bräunliche Larve, will mir scheinen, nur von wem wohl?
2. die erste Blüte vom Europäischen Pfeifenstrauch bzw. Bauernjasmin Philadelphus coronarius hat sich dieses Jahr am 23. Mai geöffnet. Der über vierzig Jahre alte Strauch hat auch in den Jahren zuvor im späten Mai zu blühen begonnen.
3. Auf dem Blütenstand vom selben Schneeball-Strauch wie Bild 1 sitzt eine Graue Gartenwanze Rhaphigaster nebulosa; sie ist nicht die einzige ihrer Art, die sich dort herumtreibt. AUsserdem sitzt etwas oberhalb eine kleine dunkle Glänzende Schwingfliege Sepsis fulgens.

4. Auch der Gelbholz-Hartriegel bzw. Seidige Hartriegel Cornus sericea ‚Flaviramea‘ hat cremeweisse Blüten, hier anziehend für eine Wildbiene, vermutlich eine Sandbiene Andrena spec.. Die matt orangefarbenen Pollenhöschen muss sie aber woandersher mitgebracht haben. Der Hartriegel sowie der nächste Strauch sind neu im Garten.
5. Der Kanada- bzw. Juni-Flieder Syringa josiflexa ‚Agnes Smith‘ steht sogar erst seit zwei Wochen bei uns. Weil rundherum lila und purpurviolette Gartenflieder Syringa vulgaris stehen, fiel die Wahl auf diese als ‚bienenfreundlich‘ ausgezeichnete Art, was noch unbestätigt ist, denn die Blüten haben sich erst teilweise geöffnet.

6. – 8. zeigen blühenden Hahnendorn bzw. Hahnensporn-Weißdorn Crataegus crus-galli, benannt nach den bis zu 5 cm langen Dornen. die den kleinen Baum zwar schwer anzufassen machen, aber ein gutes Vogelschutzgehölz ergeben.
6. Das orangefarbene Tierchen mit den langen Beinen und Fühlern habe ich bisher noch nicht näher identifizieren können, vermute es aber unter den Echten Blattwespen Tenthredinidae.
7. ist dafür wieder eindeutig zu erkennen: eine Dunkle Erdhummel Bombus terrestris-Arbeiterin, die sich vom seltsamen Schweiss-Geruch der Hahnendorn-Blüten nicht beirren lässt.
8. Ebensowenig liess sich der Goldglänzende Rosenkäfer Cetonia aurata stören, der kopfüber von einer der Blütenbüschel hing, ohne herunterzufallen, obwohl ich vorsichtig ein Blatt beiseite zog, um ihn zu fotografieren.

Die Fotos sind zwischen dem 20. und 24. Mai 2020 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Wieder am Flieder

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Auf den Blättern des Gartenflieders Syringa vulgaris finden sich stets kleine Tierchen zu beobachten und zu fotografieren, und es ist interessant zu sehen, wie eines das andere nach sich zieht:

Zum Beispiel entdeckte ich auf den Blättern die winzige, grünmetallisch schimmernde Springspinne Heliophanus aeneus; die gelben Mundwerkzeuge verraten, dass es sich um einen Weibchen dieser Sonnenspringer-Art handelt, also gibt es für sie dort tierische Nahrung. Die kleine Lauer- und Anschleichjägerin ortet ihre Beute visuell. In Deutschland steht die Art als „gefährdet“ auf der Roten Liste.

Auch die Deutsche Wespe Vespula germanica suchte an den Fliederblüten nicht nach Nektar für den eigenen Bedarf, sondern nach Insekten, mit denen Faltenwespen ihre Larven hauptsächlich füttern. Die hellbraune Listspinne Pisaura mirabilis hat offensichtlich auch gerade etwas erbeutet: aufgrund der Fühler vermute ich eine Wanze.

Graue Garten- bzw. Feldwanzen Rhaphigaster nebulosa sehe ich in den letzten Tagen häufig, die bunteren Beerenwanzen Dolycoris baccarum noch vereinzelt. Während sie nur Pflanzensäfte saugen, veschmäht die Graue Gartenwanze auch tote Insekten nicht. Ob Reste von Spinnen-Beute das Risiko wert sind, selbst erbeutet zu werden?

Natürlich gab es noch etliche Arten mehr, die dem Fliederstrauch einen Besuch abstatteten oder sogar dort ein Netz gewebt haben, aber nicht alle Bilder der vorwiegend kleinen Tiere fielen vorzeigbar genug aus. Diese Fotos sind vom 26., 28. und 30. April 2020, alle am selben Strauch im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern und Lesen der Untertitel bitte die kleinen Bilder anklicken.

Im Grünen entdeckt

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Zur Erholung sind in diesem Beitrag keine Blumen zu sehen, sondern einiges von dem kleinen Getier, das ich im Grünen des Gartens entdeckt habe. Bis auf eines handelt es sich um Insekten, und die Ausnahme beginnt:

Die kleine grüne Kürbisspinne Araniella cucurbitina, die sich zwischen Zwetschgenblättern ein kleines Netz gewebt hat, gehört als Spinne nicht zu den Insekten, die Graue Gartenwanze Rhaphigaster nebulosa dagegen schon; sie sass mit Artgenossen an frisch ausgetriebenen Weidenzweigen. Auf den nächsten beiden Bildern folgen Schwebfliegen:

Gegensätzlicher könnten Schwebfliegen kaum sein: die braunpelzige Gemeine Narzissenschwebfliege Merodon equestris ist um ein Vielfaches grösser als die zierlichen Stiftschwebfliegen Sphaerophoria scripta, die gerade im Tandem-Flug unterwegs waren, und wie es aussieht, schwebt bei ihnen sie oben und er unten.

Diese beiden Spanner-Arten finde ich zur Zeit relativ häufig im Garten, vermutlich sind beide direkt hier an Pflanzen im Garten herangewachsen: der Ockergelber Blattspanner Camptogramma bilineata sucht gerade Schutz am Rosmarin, der Ampferspanner Timandra comae macht sich am Boden zwischen Kriechendem Fingerkraut ganz flach.

Zwei Fotos mit Marienkäferlarven: links ist noch einmal eine der weissen Larven des Australischen Marienkäfers Cryptolaemus montrouzieri an den Blauttläusen auf dem Kandelaber-Ehrenpreis zu sehen, worüber ich gestern > hier schrieb, und rechts sitzt eine Larve vom Asiatischen bzw. Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis in Blaugrau mit Hellrot auf einem Blatt vom Garten-Hibiskus, gleich nebenan, aber bisher jede Art für sich.

Fotos vom 9. bis 13. Juni 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.