Feinstrahl und Insekten

Allgemein

Feinstrahl Erigeron annuus, auch Einjähriges bzw. Weisses Berufkraut genannt, ist ein Mitglied der Korbblütler-Familie Asteraceae. Im 18. Jahrhundert wurde es als Zierpflanze aus Nordamerika in Europa eingeführt. Verschiedentlich hat es in Europa den Weg auis den Gärten in die Natur genommen und der Zierwert ist in Vergessenheit geraten. Aber ich finde ihn im Garten zusammen mit anderen Sommerblumen sehr attraktiv, vor allem, wenn sie dicht beieinander stehen:

2021-07-04 LüchowSss Garten Feinstrahl + Vexiernelken + Kleinblütige Königskerze (1)

Feinstrahl (Erigeron annuus) + Vexiernelken (Silene coronaria) + Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus)

Die je nach Standortbedingungen 50-100 hohen Stängel sehen einzeln mager aus, mehr ist mehr. Wie so oft, wenn ich „Unkraut“ wie Zierpflanzen behandle, sei angefügt, dass die Pflanzen sich an unerwünschten Stellen leicht auszupfen lassen, unerwartet, denn sie machen auch recht trockene Sommer gut mit. Für eine üppigere Ansicht stehen sie gut zusammen mit purpur- und karmesinroten Vexier- bzw. Kronenlichtnelken sowie hellgelben Kleinblütigen Königskerzen, wie auf Bild 1, oben …

2021-07-04 LüchowSss Garten Feinstrahl (Erigeron annuus) + Färberkamille (Anthemis tinctoria) + Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) + (Crepis cappilaris)

Feinstrahl (Erigeron annuus) + Färberkamillen (Anthemis tinctoria)+ Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) + Kleinköpfiger Pippau (Crepis cappilaris)

… oder mit den Färberkamillen, dem Echten Eisenkraut und dem Kleinköpfigen Pippau an einer anderen Stelle im Garten, auf dem zweiten Bild, das ich gestern > hier schon einmal zeigte.
Feinstrahl Erigeron annuus bzw. Einjähriges oder Weisses Berufkraut gehört zu den Blütenpflanzen, die selten grosse, aus der Ferne erkennbare Insekten anziehen, aber einer Vielzahl kleiner Insekten Nektar und Pollen bietet, für deren kleine Mundwerkzeuge manche grössere Blüten weniger ideal sind, seien es kleine Falter, Fliegen, Käfer, Schwebfliegen, Wildbienen oder Wespen, wie in der Galerie versammelt:

Dabei sind einige Spezialisten: bei Hedychrum rutilans zum Beispiel handelt es sich bei der hübschen, metallisch-bunten Goldwespe von Galerie-Bild 3 um eine Art, die sich auf das Parasitieren bei der Grabwespen spezialisiert hat, die man „Bienenwolf“ Philanthus nennt, indem sie ihre Eier in das Beutetier ablegt, mit dem die Grabwespe ihre eigene Larve versorgen will. Einen offiziellen deutschen Namen hat die buntschimmernde Goldwespenart nicht, aber wegen der besseren Eingängigkeit findet man sie oft als „Bienenwolf-Goldwespe“. Die Wespe selbst ernährt sich von Nektar und Pollen.

Auch extra bemerkenswert finde ich den eigentlich unscheinbaren, braun und schwarz gefärbten Kleinen Halsbock Pseudovadonia livida, auch Bleicher Blütenbock oder Gelbflügeliger Halsbock genannt, denn seine Larven entwickeln sich innerhalb von zwei Jahren in vom Nelken-Schwindling oder Rasen-Schwindling Marasmius oreades durchwachsener Humuserde (diese Pilze gedeihen bei mir im Rasen) und erscheinen als fertige Imagos zwischen Mai und Anfang Juli. Die Käfer besuchen vor allem Doldenblütler wie Schafgarbe und Skabiosen: Doppelcheck, die wachsen auf den Wieseninseln.

Wegen der im Juni besonders zahlreich blühenden Skabiosenart sind vermutlich auch gerade die flatterhaften, kleinen, metallisch schimmernden Witwenblumen-Langhornfalter bzw. Skabiosen-Langhornmotte Nemophora metallica im Garten rund um diese betreffende Wieseninsel besonders zahlreich, sie tanzen überall um die etwas höhere Vegetation herum und suchen gern die Blüten des Feinstrahls auf, siehe Galeriebilder 13 + 14.

Von einigen der in der Galerie zusammengefassten Arten heisst es, sie würden gern Doldenblütler und Skabiosen, aber auch Korbblütler aufsuchen, und es scheint, der Feinstrahl ist so etwas wie ein idealer Kompromiss, wenn von den anderen gerade nicht so viel blüht. Auch der hier neuerdings ab und zu aufkreuzende Glattschieniger Pinselkäfer Trichius gallicus auf den Galerie-Bildern 19 + 20 gehört zu diesen. Obwohl ich ihn eher auf den Brombeerblüten erwartet hätte, zog er das Plätzchen mit Feinstrahl vor – der duftet aber auch ein bisschen blumig, vielleicht liegt es daran.

Die Fotos sind zwischen dem 18. Juni und 4. Juli 2021 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Rispenhortensie ‚Vanille-Fraise‘ im August

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Der Rispenhortensien-Strauch Hydrangea paniculata der Sorte ‚Vanille-Fraise‘ steht inzwischen seinen siebenten Sommer im Garten und seit ein paar Wochen schon blüht er in schöner Pracht, ob an den seltenen Regentagen oder bei Sonne. Die Bilder sind von Ende Juli bis heute Morgen aufgenommen:

Seltsamerweise duftete er in den ersten Jahren höchstens aus der Nähe wahrnehmbar, seit dem vorigen Sommer kann man den angenehmen Blütenduft schon aus grösserer Entfernung wahrnehmen. Käfer, Fliegen, Wespen und manchmal auch Bienen und Hummeln landen dort nicht nur gern für einen Zwischenstop, einige von ihnen schlüpfen auch unter die Scheinblüten der kegelförmigen Blütenständen, um an den darunter verborgenen, richtigen, aber kleinen Blüten Nektar zu finden.
Fotos vom 31. Juli bis zum 9. August 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern und lesen der Untertitel anklicken.

Die Findelrose blüht

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Die Rose ist eine Findepflanze. Seit ich sie im Sehrspätherbst 2018 als Gartenmüll-Strunk am Wegrand fand und sie in einem Kübel mit Erde wiederbelebte, fragte ich mich, wie sie wohl blüht Seit Ende April zeigten sich Triebe mit Blütenknospen in rispenartiger Form, einen Beitrag zum Werdegang gab es Anfang Mai im Blog > hier.

Kaum aufgeblüht, hatte die erste Blüte schon einen Schwarzen Schmalbock Stenurella nigra zu Gast. Seine Larven entwickeln sich im Holz von Birkengewächsen Betulaceae, der erwachsene Käfer lebt von Pollen und Nektar verschiedener Pflanzenarten. Am dritten Tag kam mir dort eine Hainschwebfliege Episyrphus balteatus vor die Linse, und heute, am 4. Blühtage, standen schon früh morgens etliche kleine, weisse Blüten offen, so dass die Hummeln die neue Nektarquelle bemerkt haben. Auf dem Foto ist es eine Ackerhummel Bombus pascuorum..

Sicherlich ist es eine Rispenrose Rosa multiflora, hat aber mit der wuchernden Wildrose die ich an anderer Stelle im Garten habe, die sich Büschelrose nennt und noch nicht blüht, nur die Blütenform gemeinsam. Das Laub ist hier heller grün und grösser, und auch der Wuchs ist nicht so ungebärdig. Mal sehen, ob ich es noch herausbringe.
Die Bilder sind vom 26.-29. Mai 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.