Zwischen Regenwolken und Sonnenphasen

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Auch heute ist der Tag stürmisch und von Regenschauern durchzogen. Trotzdem schaffte ich mit Bongo eine vorwiegend sonnige Runde zu gehen ohne nass zu werden und ein paar Fotos mit „Frühjahrseffekten“ mitzubringen, bevor wieder ein Regenschub über uns hinwegzog, sobald wir wieder zuhause waren.

 

Die stürmischen Tage haben die Feldwege mit zerbrochenen Aststücken, Zweigen und abgerissenen Erlenkätzchen übersät, und der Regen der vergangenen Tage lässt junges Gras spriessen, wie man auch vor den im Gesträuch blühende Schneeglöckchen sehen kann. Es ist die richige Zeit für Regen – ich habe nichts dagegen.

 

Es freut mich sehr, die Gräben mit Wasser gefüllt zu sehen, im Gegensatz zu anderswo lassen sich aber Frösche und Kröten noch nicht blicken. Entlang der Fortsetzung des Grabens sind voriges Jahr durch die Dürre viele Birken abgestorben; die wurden kürzlich abgesägt, nachdem einige bereits um- und in den Graben gestürzt sind.

 

An den Feldrändern, vor allem wo ebenfalls Gräben verlaufen, wanderten Graugänse zwei-und-zwei umher, künftige Brutpaare. Sonnenlicht und Schatten wanderten ebenfalls, in hellen und dunklen Streifen zogen sie über Felder und Gehölze hinweg und beleuchteten die noch vollkommen kahlen Baumkronen und Zweige.

 

Am Wegrand, im Schutz von den Reihen der Sträucher und Bäume, treiben frisch-grüne junge Pflanzen vom Gefleckten Schierling Conium maculatum aus, auch Hundspetersilie genannt. – Bongo trödelt herum, ist aber nicht völlig dem Spaziergang abgeneigt. Wir müssen einfach nur langsam gehen und uns Zeit nehmen.

 

In anderen, früheren Jahren standen um diese Zeit im März die Elfenkrokusse Crocus tommasinianus in voller Blüte, aber in diesem Jahr sind bisher nur wenige zu sehen, und die hängen, vom Regen malträtiert, zu Boden. Das Erlengehölz, in dem die Elfenkrokusse „wohnen“, wirkt insgesamt noch sehr verschlafen.

 

Aber die Holunderpilze Auricularia auricula-judae haben sich vom Frost gut erholt und mit der derzeit üppig zur Verfügung stehenden Feuchtigkeit wieder gestrafft. Der Regen hat wahrscheinlich auch zum raschen Erscheinen von noch mehr Schneeglöckchen Galanthus nivalis am Wegrand beigetragen.

Die Bilder sind von heute Vormittag zwischen elf und Viertel vor zwölf Uhr, aufgenommen am 14. März 2021 in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Spaziergang zu Silvester

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Fahles Grau trägt der Mittagshimmel, matt und schläfrig wirken die braunen und grünen Farbtöne der Landschaft. Durch die Kamera bekommen die Kleinigkeiten Auftritt und Wirkung:

Hinter den Wolken döst die Sonne halbverborgen, die Birke hat den dürren Sommer überstanden und zeigt schon Blatt- und Kätzchenknospen für das nächste Jahr. Wie Luftschlangen wehen blasse Graslocken im Wind.

Da reisst ein knorziges Weidengesicht Mund und Augen auf, liegen Eicheln niedlich im Nest, wachsen schwarze und braune Judasohren wie wilde Hippie-Rüschenjabots oder Mungo-Jerry-Koteletten am bleichen Holunder.

Der wie zu Fruchtgelee erstarrte Schlehensaft hat sich gehäutet und ist gewachsen unter dem Druck der stürmischen „Hermine“ vor drei Tagen, ein Pilz im Eichenlaub trägt zarten Pelzkragen im Schatten des Lamellenhuts.

Gelbe Pilze, sogen. Gallerttränen sehen aus, als hätte jemand heute früh dort sein Rührei verkrümelt und den Würfelbruch am Totoholz empfinde ich als faszinierend fraktal. Ich werde später Apophysis dem Bleigiessen vorziehen.

Die Fotos sind vom Mittag des 31. Dezember 2020, aufgenommen bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Auch an dieser Stelle bedanke ich mich zum Jahresende bei allen Lesern und Verfassern von mir besuchter Blogs und wünsche einen angenehmen Silvesterabend und anschliessen einen schönen Beginn für ein gutes neues Jahr!