Färberkamille und Insekten

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In diesem Jahr haben die Färberkamillen Anthemis tinctoria im Garten Anfang Juni zu blühen begonnen. Seit Anfang Juli stehen frisch aufgeblühte, junge Blüten zunehmend neben älteren Köpfe mit herabgesenkten Blütenblättern, aber auch diese ziehen oft noch Insekten an:

  • Bild 1: Wo Bienen Nahrung suchen, findet sich über kurz oder lang auch die Bienenjagende Knotenwespe Cerceris rybyensis, eine Grabwespenart, ein.
  • Bild 2: der kleinen Goldglänzenden Furchenbiene Halictus subauratus sind die kleinen Einzelblüten, die im gewölbten Körbchen zusammengefasst sind, sehr angenehm.
  • Bild 3: Hier steht neben der von einer unbestimmten kleinen Wildbiene besuchten Färberkamille Anthemis tinctoria auch Echtes Eisenkraut Verbena officinalis.
  • Bild 4: Die Gemeine Seidenbiene Colletes daviesanus besucht für ihre Nahrungsbedürfnisse ausnahmslos Korbblütler, also auch Färberkamille.
  • Bilder 5 + 6: Die nur knapp 1 cm lange Bürstenhornblattwespe Arge pagana legt ihre Eier in frischen Rosentrieben ab, wovon sich die raupenähnlichen Larven ernähren, die Imagos verzehren Pollen auf anderen Pflanzen mit kleinen, gut erreichbaren Blüten, unter anderem von Rainfarn, Wiesenbärenklau oder, wie hier, Färberkamille.
  • Bild 7: zeigt eine Zehnpunkt-Keulenwespe Sapygina decemguttata, die als Brutparasit von den Nestern zweier Löcherbienen-Arten Heriades profitiert. Sie fliegen zwischen Juni und August. Die Imagos ernähren sich von Korbblütler-Nektar, die Larven im Nest des Wirts von Pollen.
  • Bild 8: Die Gemeine Löcherbiene Heriades truncorum ist eine der beiden Löcherbienen-Arten, denen die Zehnpunkt-Keulenwespe ihre Eier in die Brutkammern legt. Sie sehe ich sehr häufig im Garten, und auch sie ist auf Korbblütler spezialisiert.

Die Fotos sind zwischen dem 2. und 11. Juli 2021 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Feinstrahl und Insekten

Allgemein

Feinstrahl Erigeron annuus, auch Einjähriges bzw. Weisses Berufkraut genannt, ist ein Mitglied der Korbblütler-Familie Asteraceae. Im 18. Jahrhundert wurde es als Zierpflanze aus Nordamerika in Europa eingeführt. Verschiedentlich hat es in Europa den Weg auis den Gärten in die Natur genommen und der Zierwert ist in Vergessenheit geraten. Aber ich finde ihn im Garten zusammen mit anderen Sommerblumen sehr attraktiv, vor allem, wenn sie dicht beieinander stehen:

2021-07-04 LüchowSss Garten Feinstrahl + Vexiernelken + Kleinblütige Königskerze (1)

Feinstrahl (Erigeron annuus) + Vexiernelken (Silene coronaria) + Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus)

Die je nach Standortbedingungen 50-100 hohen Stängel sehen einzeln mager aus, mehr ist mehr. Wie so oft, wenn ich „Unkraut“ wie Zierpflanzen behandle, sei angefügt, dass die Pflanzen sich an unerwünschten Stellen leicht auszupfen lassen, unerwartet, denn sie machen auch recht trockene Sommer gut mit. Für eine üppigere Ansicht stehen sie gut zusammen mit purpur- und karmesinroten Vexier- bzw. Kronenlichtnelken sowie hellgelben Kleinblütigen Königskerzen, wie auf Bild 1, oben …

2021-07-04 LüchowSss Garten Feinstrahl (Erigeron annuus) + Färberkamille (Anthemis tinctoria) + Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) + (Crepis cappilaris)

Feinstrahl (Erigeron annuus) + Färberkamillen (Anthemis tinctoria)+ Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) + Kleinköpfiger Pippau (Crepis cappilaris)

… oder mit den Färberkamillen, dem Echten Eisenkraut und dem Kleinköpfigen Pippau an einer anderen Stelle im Garten, auf dem zweiten Bild, das ich gestern > hier schon einmal zeigte.
Feinstrahl Erigeron annuus bzw. Einjähriges oder Weisses Berufkraut gehört zu den Blütenpflanzen, die selten grosse, aus der Ferne erkennbare Insekten anziehen, aber einer Vielzahl kleiner Insekten Nektar und Pollen bietet, für deren kleine Mundwerkzeuge manche grössere Blüten weniger ideal sind, seien es kleine Falter, Fliegen, Käfer, Schwebfliegen, Wildbienen oder Wespen, wie in der Galerie versammelt:

Dabei sind einige Spezialisten: bei Hedychrum rutilans zum Beispiel handelt es sich bei der hübschen, metallisch-bunten Goldwespe von Galerie-Bild 3 um eine Art, die sich auf das Parasitieren bei der Grabwespen spezialisiert hat, die man „Bienenwolf“ Philanthus nennt, indem sie ihre Eier in das Beutetier ablegt, mit dem die Grabwespe ihre eigene Larve versorgen will. Einen offiziellen deutschen Namen hat die buntschimmernde Goldwespenart nicht, aber wegen der besseren Eingängigkeit findet man sie oft als „Bienenwolf-Goldwespe“. Die Wespe selbst ernährt sich von Nektar und Pollen.

Auch extra bemerkenswert finde ich den eigentlich unscheinbaren, braun und schwarz gefärbten Kleinen Halsbock Pseudovadonia livida, auch Bleicher Blütenbock oder Gelbflügeliger Halsbock genannt, denn seine Larven entwickeln sich innerhalb von zwei Jahren in vom Nelken-Schwindling oder Rasen-Schwindling Marasmius oreades durchwachsener Humuserde (diese Pilze gedeihen bei mir im Rasen) und erscheinen als fertige Imagos zwischen Mai und Anfang Juli. Die Käfer besuchen vor allem Doldenblütler wie Schafgarbe und Skabiosen: Doppelcheck, die wachsen auf den Wieseninseln.

Wegen der im Juni besonders zahlreich blühenden Skabiosenart sind vermutlich auch gerade die flatterhaften, kleinen, metallisch schimmernden Witwenblumen-Langhornfalter bzw. Skabiosen-Langhornmotte Nemophora metallica im Garten rund um diese betreffende Wieseninsel besonders zahlreich, sie tanzen überall um die etwas höhere Vegetation herum und suchen gern die Blüten des Feinstrahls auf, siehe Galeriebilder 13 + 14.

Von einigen der in der Galerie zusammengefassten Arten heisst es, sie würden gern Doldenblütler und Skabiosen, aber auch Korbblütler aufsuchen, und es scheint, der Feinstrahl ist so etwas wie ein idealer Kompromiss, wenn von den anderen gerade nicht so viel blüht. Auch der hier neuerdings ab und zu aufkreuzende Glattschieniger Pinselkäfer Trichius gallicus auf den Galerie-Bildern 19 + 20 gehört zu diesen. Obwohl ich ihn eher auf den Brombeerblüten erwartet hätte, zog er das Plätzchen mit Feinstrahl vor – der duftet aber auch ein bisschen blumig, vielleicht liegt es daran.

Die Fotos sind zwischen dem 18. Juni und 4. Juli 2021 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Bocksbart, Ferkelkraut, Mausohr-und Orangerotes Habichtskraut

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Zum Ende des Monats Mai begann der Wiesen-Bocksbart zu blühen und seit Junibeginn zeigen sich wieder die Blüten von Wiesen-Bocksbart Tragopogon pratensis, Gewöhlichem Ferkelkraut Hypochaeris radicata, Mausohr-Habichtskraut Hieracium pilosella und Orangerotem Habichtskraut Hieracium aurantiacum.

Auf den Bildern 1 + 2 sind Blüten vom Wiesen-Bocksbart Tragopogon pratensis zu sehen, mit einer Goldgelben oder Goldglänzenden Furchenbiene Halictus subauratus, meine ich zumindest.

Die Bilder 3 + 4 zeigen Gewöhliches Ferkelkraut Hypochaeris radicata mit einer kleineren, dunkleren, bauchsammelnden Furchenbiene, sowie vielen kleinen und winzigen Insekten, die besonders vom Ferkelkraut extrem begeistert sind.

Auf den Bildern 5 + 6 leuchten die hellgelben Blüten des Mausohr-, Langhaarigen oder Kleinen Habichtskrauts Hieracium pilosella, auch wieder mit Furchenbiene. Die Blüten schliessen bei sonnig-heissem Wetter gegen Mittag.

Dass sich auf den Bildern 7 + 8 kein Insekt auf dem Orangeroten Habichtskraut Hieracium aurantiacum blicken lässt, ist Zufall oder liegt am Schatten. Leider gibt es kaum welches im Garten, irgendetwas passt nicht mehr.

Die Fotos sind zwischen demm 28. Mai und 10. Juni 2021 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.