Wieder am Flieder

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Auf den Blättern des Gartenflieders Syringa vulgaris finden sich stets kleine Tierchen zu beobachten und zu fotografieren, und es ist interessant zu sehen, wie eines das andere nach sich zieht:

Zum Beispiel entdeckte ich auf den Blättern die winzige, grünmetallisch schimmernde Springspinne Heliophanus aeneus; die gelben Mundwerkzeuge verraten, dass es sich um einen Weibchen dieser Sonnenspringer-Art handelt, also gibt es für sie dort tierische Nahrung. Die kleine Lauer- und Anschleichjägerin ortet ihre Beute visuell. In Deutschland steht die Art als „gefährdet“ auf der Roten Liste.

Auch die Deutsche Wespe Vespula germanica suchte an den Fliederblüten nicht nach Nektar für den eigenen Bedarf, sondern nach Insekten, mit denen Faltenwespen ihre Larven hauptsächlich füttern. Die hellbraune Listspinne Pisaura mirabilis hat offensichtlich auch gerade etwas erbeutet: aufgrund der Fühler vermute ich eine Wanze.

Graue Garten- bzw. Feldwanzen Rhaphigaster nebulosa sehe ich in den letzten Tagen häufig, die bunteren Beerenwanzen Dolycoris baccarum noch vereinzelt. Während sie nur Pflanzensäfte saugen, veschmäht die Graue Gartenwanze auch tote Insekten nicht. Ob Reste von Spinnen-Beute das Risiko wert sind, selbst erbeutet zu werden?

Natürlich gab es noch etliche Arten mehr, die dem Fliederstrauch einen Besuch abstatteten oder sogar dort ein Netz gewebt haben, aber nicht alle Bilder der vorwiegend kleinen Tiere fielen vorzeigbar genug aus. Diese Fotos sind vom 26., 28. und 30. April 2020, alle am selben Strauch im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern und Lesen der Untertitel bitte die kleinen Bilder anklicken.

Im Grünen entdeckt

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Zur Erholung sind in diesem Beitrag keine Blumen zu sehen, sondern einiges von dem kleinen Getier, das ich im Grünen des Gartens entdeckt habe. Bis auf eines handelt es sich um Insekten, und die Ausnahme beginnt:

Die kleine grüne Kürbisspinne Araniella cucurbitina, die sich zwischen Zwetschgenblättern ein kleines Netz gewebt hat, gehört als Spinne nicht zu den Insekten, die Graue Gartenwanze Rhaphigaster nebulosa dagegen schon; sie sass mit Artgenossen an frisch ausgetriebenen Weidenzweigen. Auf den nächsten beiden Bildern folgen Schwebfliegen:

Gegensätzlicher könnten Schwebfliegen kaum sein: die braunpelzige Gemeine Narzissenschwebfliege Merodon equestris ist um ein Vielfaches grösser als die zierlichen Stiftschwebfliegen Sphaerophoria scripta, die gerade im Tandem-Flug unterwegs waren, und wie es aussieht, schwebt bei ihnen sie oben und er unten.

Diese beiden Spanner-Arten finde ich zur Zeit relativ häufig im Garten, vermutlich sind beide direkt hier an Pflanzen im Garten herangewachsen: der Ockergelber Blattspanner Camptogramma bilineata sucht gerade Schutz am Rosmarin, der Ampferspanner Timandra comae macht sich am Boden zwischen Kriechendem Fingerkraut ganz flach.

Zwei Fotos mit Marienkäferlarven: links ist noch einmal eine der weissen Larven des Australischen Marienkäfers Cryptolaemus montrouzieri an den Blauttläusen auf dem Kandelaber-Ehrenpreis zu sehen, worüber ich gestern > hier schrieb, und rechts sitzt eine Larve vom Asiatischen bzw. Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis in Blaugrau mit Hellrot auf einem Blatt vom Garten-Hibiskus, gleich nebenan, aber bisher jede Art für sich.

Fotos vom 9. bis 13. Juni 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.