Die Kleinen und die Anderen

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Die folgenden Fotos sind zwar nicht grandios, aber für die zweite „Garten-Gästeliste“ zum Beginn der zweiten August-Hälfte, diesmal von verschiedenen Hautflüglern im Garten, genügen sie mir.
Zuvor hatte ich schon gemeint, die kleinen dunklen Wildbienen wären verschwunden, aber mit der Sonne sind sie zurückgekommen, wie zum Beispiel zum Weissem Berufkraut oder Feinstrahl Erigeron annuus, wo ich sogar ein Pärchen bei der Zukunftsplanung erwischte, und noch kleinere an den seltsamen, braungelben Blüten der Knotigen Braunwurz Scrophularia nodosa, die ich nur mit mässiger Erkennbarkeit zeigen kann:

Die Wespen-Arten Gemeine Sandwespe Ammophila sabulosa, links auf der violetten Belgischen Glattblattaster Aster novi-belgii, und die Knotenwespe Cerceris, rechts am rosa Wasserdost Eupatorium cannabinum, gehören nicht näher verwandtschaftlich zusammen, teilen aber als Gemeinsamkeit die Eigenschaft, ihre Larven mit einem oder ggfs. auch mal zwei erbeuteten Insekten bzw. deren Raupen in einer selbstgegrabenen Brutkammer im Boden zu versorgen.

Ebenfalls eine Grabwespe ist der Bienenwolf Philanthus triangulum, den ich bei einer Nektar-Mahlzeit an den rosa-lila Blüten der Grünen Minze Mentha spicata am Rand des Sumpfbottichs entdeckte. Auch diese Grabwespenart lebt als Imago an sich vegetarisch. Sie trägt ihren Raubtiernamen wegen der Bevorratung ihrer Larven in der Brutkammer, allerdings nicht ohne der erbeuteten Biene vorher den Inhalt des Honigmagens für sich selbst abzupressen.

Die Honigbienen Apis mellifera hielten sich allerdings lieber in einem anderen Teil des Gartens auf, wo der Spitzwegerich Plantago lanceolata gerade blüht, für dessen unscheinbare braune Kegel-Blütenstände mit den weisslichen Pollen-Bommeln sie offenbar eine für den Menschen überraschende Vorliebe haben. Die gleichfarbigen Höschen sprechen eine deutliche Sprache.

Interessant finde ich, dass nicht alle Honigbienen Apis mellifera demselben Ziel folgten: die Hellbraun mit Dunkelbraun gestreifte Buckfast-Biene, ebenfalls eine Honigbienen-Rasse, konzentrierte sich ausschliesslich auf die Blüten der Schwarzen Königskerze Verbascum nigrum und trug so dunkel-orangefarbene Pollensammlungen davon:

Ebenfalls auf Nektarsuche sind noch die Ackerhummeln Bombus pascuorum. Die reichliche Blüte der Garteneibisch-Sträucher Hibiscus syriacus zieht sie an, jedoch erschweren besitzergreifende kleine Gartenameisen ihre Blütenvisiten, die sofort auf sie zu eilen, um sie erfolgreich mit Bissen zu vertreiben.

Ein besonderer, bisher im Garten noch nicht gesehener, und in dieser Aufzählung der grösste Gast war die Hornissenschwebfliege Volucella zonaria, die man auch Grosse Waldschwebfliege nennt; sie begeisterte sich für die weissen Blüten der Marokkanischen Minze Mentha spicata ‚Marokko‘, war aber ein unruhiges Fotomodell:

Die Fotos in diesem Beitrag sind alle vom 18. und 19. August 2019, und alle sind ausschliesslich im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Nicht selten, aber seltsam: die Gemeine Sandwespe

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Die lange, schwarz und orangerot gefärbte Grabwespe ist nicht selten, aber seltsam – die Gemeine Sandwespe:

Gemeine Sandwespe Ammophila sabulosa an Wildem Dost Origanum vulgare mit Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium im Garten, fotografiert am 3. August 2019, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Als Grabwespe fängt Gemeine Sandwespe Ammophila sabulosa für ihren Nachwuchs bevorzugt Raupen von Eulenfaltern, die unbehaart sind. Die erbeutete Nachtfalter-Raupe lähmt sie mit einem Stich, packt sie mit ihren Mundwerkzeugen, den Mandibeln, und schleppt sie über mehrere Meter hinweg, bis auf wenige gelegentliche Flugsprünge, zu Fuß zum in den sandigen Boden gegrabenen Nest. Dieses kann zwischen 5 und 20 cm tief gelegen sein. Ist die Raupe gross genug, genügt eine, bei kleinerer Beute finden sich auch zwei Raupen in einer Brutkammer, wobei das Ei auf der ersten Raupe abgelegt wird. Der Nestverschluss erfolgt mit kleinen Pflanzenteilen, Sand und Steinchen. Zum Abschluss folgt Sand, und dieser wird mit dem Kopf oder einem als Werkzeug verwendeten Steinchen zusätzlich festgestampft.
Diese Arbeit macht sie sich für nur eine einzige Brutzelle, bis zu zehnmal in einem Umkreis von etwa 150 m. Meist enthalten etwa die Hälfte der Nester eine grosse Raupe, die andere Hälfte ist mit zwei kleinen Raupen versehen. Gelegentlich kommt es vor, dass sich die Weibchen derselben Art gegenseitig die Beute aus der Brutkammer rauben, oder das fremde Ei entfernen und durch ein eigenes ersetzen.

Spät-Juli-Rot

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Eine Galerie mit Rottönen der späten Julitage, innerhalb der gerade vergangenen Woche inklusive heute fotografiert: Fotos vom 21. bis 28. Juli 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.