Farbenpracht auf Stein

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Seit Ende November die Witterung feuchter geworden ist, „blühen“ die Flechten förmlich auf und zeigen vor allem auf den Feldsteinen im Garten eine fantastische Farbigkeit. „Lager“ nennt man die vielgestaltigen Vegetationskörper der Flechten, und allein auf diesem Bild sind mehrere Arten miteinander zu finden, am deutlichsten lassen sich unscheinbare, näpfchenähnliche Krustenflechten und gerüschte Laubflechten in Gelb und Blaugrün erkennen.

2021-01-05 LüchowSss Garten Flechten auf Stein

Näher bezeichnen kann ich nach wie vor nur  die Gelbflechte Xanthoria parietina, deren Pilz sich auf die Symbiose mit Grünalgen beschränkt, wärend die Farbe der blaugrünen, dunkel bewimperten Flechten und der kleinen „Näpfchen“ darauf hinweist, dass hier Cyanobakterien als Stoffwechselpartner mitwirken. Ausführlicher schrieb ich im vergangenen Dezember über gewisse Eigenheiten von > Flechten auf Steinen. Das Foto habe ich am 5. Januar 2021 mit der Nahlinse im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Flechten auf Steinen

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Seit Ende November nehmen die Flechten unter dem Einfluss der feuchten Witterung Wasser auf und blühen förmlich auf. Auf den Fotos sind verschiedene Flechten auf Steinen im Garten zu sehen. Lager nennt man die vielgestaltigen Vegetationskörper der Flechten, und unterscheidet Krusten-, Laub-, Strauch- und Bartflechten. Flechten gelten als eigene Lebensform innerhalb der Pilze Fungi, sind also keine Pflanzen. In Mitteleuropa kommen etwa 2.000 Flechtenarten vor, auf den Steinen in meinem Garten nur ein paar, aber doch einige verschiedene.

Namensgebend ist der flechtenbildende Pilz, der über Form und Struktur bestimmt und man in jeder Flechte nur einen Pilz als sogen. Mycobionten vorfindet, während mehrere Photobionten an der symbiotischen Verbindung beteiligt sein können, nämlich Grünalgen und / oder Cyanobakterien. Besonders vorteilhaft ist eine „Menage á trois“, denn einige Cyanobakterien speichern Stickstoff und betreiben darüber hinaus ebenfalls Photosynthese, wodurch grünalgenhaltige Cyanoflechten Licht und Stickstoff maximal nutzen können.

Im Grunde müsste man eher von einem kontrollierten Parasitismus sprechen als von einer von Austausch geprägten, echten Symbiose, denn während der Pilz in den Genuss der Stoffwechselfähigkeiten der einverleibten Grünalgen und Cyanobakterien kommt, haben diese als Partner lediglich einen geschützten Platz für ihre Existenz, aber keine Nährstoffvorteile: über Stoffströme des Primärstoffwechsels vom Pilz zu seinen Photobionten ist bisher nichts bekannt.

Die Gelbflechte Xanthoria parietina, deren Pilz sich auf die Symbiose mit Grünalgen beschränkt, ist daher ein Hinweis auf einen reichhaltigen Stickstoffgehalt der Luft. Die blaugrünen Flechten daneben werden demzufolge wohl im Nährstoff-Luxus schwelgen. – Die Fotos sind vom 29. November 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Gemeine Heidelibelle (m)Sympetrum vulgatum am 20. 11.’20

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Zwölf Tage nach der bis dahin letzten Sichtung im Garten > am 8. November 2020, überraschte mich am Freitagmittag des vergangenen Wochenendes eine rote, männliche Gemeine Heidelibelle Sympetrum vulgatum bei nur sehr relativ milden Temperaturen auf den sonnenbeschienenen Feldsteinen eines der Gabionen-Elemente:

2020-11-20 LüchowSss Garten Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum)

Bei dem rot gefärbten Exemplar handelt es sich im Gegensatz zum letzten Mal, dass ich eine Gemeine Heidelibelle fotografierte, um ein Männchen. Ich entdeckte es zufällig neben dem Briefkasten sitzend. Allerdings ging ich ihr mit der Kamera offenbar doch auf die Nerven, so dass es davonschwirrte. – Das Foto ist vom Mittag des 20. November 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Endlich wieder Tagpfauenaugen!

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Im Juli kamen seit dem Frühling endlich wieder einzelne Tagpfauenaugen Aglais io in den Garten geflogen, und über den Monat August wurden es langsam mehr, alles ältere Exemplare oder zumindest beschädigte. Aber Ende August wurden es noch mehr, und seitdem sind auch viele dabei, die wie neu aussehen. Seit Anfang September sind es sogar genug zum Sitzen in kleinen Gruppen und es sitzen fast immer mehrere gleichzeitig am selben Schmetterlingsflieder:

Auch für einzelne Exemplare ist an verschiedenen Plätzen im Garten zur Zeit Tagpfauenaugengebiet: sie sitzen zwischen den Besuchen der Schmetterlingsflieder auch an den Bblüten von Gelb-Skabiosen, Löwenzahnblüten, Neubelgischen Glattblattastern, grüner Minze oder auch auf verschiedenen Feldsteinen, beliebt ist dabei besonders einer in der Mitte einer Vogeltränke.
Die Fotos im Beitrag sind vom 1. bis 9.September 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Rosiges zum Wochenende

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Alles mögliche Rosige, lose über die Farbe zusammengebunden, mit Grüssen zum Wochenende:

 

1. Apfelblüten Malus domestica der Sorte ‚Gravensteiner‘, der in diesem Frühling sein Bestes gibt. Die alte Sorte pausiert gern ein ums andere Jahr.
2. eine hellrosa blühende Akelei Aquilegia spec., eine der wenigen unter vielen violett und dunkelrot blühenden anderen Akeleien im Garten.
3. eine graue Fliege auf einem rosa Feldstein, Gneis müsste es wohl sein.
4. fast schon nicht mehr purpurrosa, sonderen Knall-Pink sind die Blüten der Schmalblättrigen Wicke Vicia angustifolia auf einer der Wieseninseln im Garten.
5. eigentlich Weisse Taubnessel Lamium album, die sich wahrscheinlich verursacht durch die Regendunkelheit und Kälte der späten Apriltage rosig verfärbt hat.
6. die eigentlich viel kleineren rosaroten Blüten des Gewöhnlichen Erdrauch Fumaria officinalis, die mit der Nahlinse richtig schön zur Geltung kommen.

Die Fotos sind zwischen dem 1. und 7. Mai 2020 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder anklicken. Ich bin dann mal wieder im Garten, um dort abwechselnd ein bisschen in der Sonne zu sitzen, herumzuwühlen und wieder in der Sonne zu sitzen ….

Sonnenspringer

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Sonnenspringer heissen die niedlichen kleinen Springspinnen der Gattung Heliophanus. Sie sind oft kleiner als einen halben Zentimeter, wobei die Männchen kleiner bleiben, aber wenn sie zum Sonnenbaden und Jagen auf den Feldsteinen in den Gabionen sitzen, fallen sie dennoch ins Auge:

Es findet sich im Spinnenforum-Wiki > hier eine sehr praktische Tabelle dazu, welche Arten in Deutschland vorkommen, und ich denke, dass es sich bei „meinen“ um Heliophanus auratus handelt. Zwar heisst es auf der Seite zur Art, Heliophanus auratus komme in niedriger Vegetation, im Gebüsch, und „stets in Wassernähe“ vor – anscheinend genügt ihnen hier als Standort die feuchteste Stelle im Garten.

Als Angehörige der Familie der Springspinnen Salticidae weben sie zwar keine Netze, gehören aber dennoch zur Ordnung der Webspinnen Araneae; zwischen den Steinen stellen sie pergamentartige, weisse Schlupfwinkel her, in denen sie sich bei ungünstiger Witterung aufhalten. – Fotos vom 24. und 25. April 2020 an einem der sonnenbeschienenen Gabionen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Solo einer Ameise

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Warum habe ich eigentlich fast keine Fotos von Ameisen, fragte ich mich, als sie sich diesen Frühling hervorwagten, und versuchte, welche zu erwischen. Darin liegt auch schon die Antwort: es ist nicht einfach. Sind sie nicht zu schnell, sitzen sie auf unattraktiven Untergründen oder andere optische Bedingungen lassen sie einfach nicht so gut aussehen. Sie haben es ja auch schwerer, weil es ihnen an Niedlichkeit und anerkannter Schönheit mangelt. Und dann kam sie:

Eine Schwarze bzw. sogar Mattschwarze Wegameise, auch Schwarze Gartenameise oder Schwarzgraue Wegameise genannt, lateinisch: Lasius niger, auf einem Granit-Feldstein im Garten. Endlich sind einmal alle Beine zu sehen und die graziösen langen Fühler. Sie schien mir recht gross, in der Spanne von 3 bis 5 mm für Arbeiterinnen eher nahe den fünf Millimetern. Die Art ist aktiv von März bis Oktober und die häufigste in Mitteleuropa.
Noch mehr über diese so selbstverständlich überall anzutreffenden Insekten aus der Ordnung der Hautflügler erfährt man bei > Schwarze Wegameise | Wikipedia, das Foto ist vom Vormittag des 5. April 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Steine für Schmetterlinge (2)

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Der erste Beitrag mit dem Titel „Steine für Schmetterlinge“ entstand im September vorigen Jahres, den kann man > hier lesen, denn nicht nur mit Blüten kann man sie erfreuen, sondern auch mit Steinen. Wieder habe ich ein Tagpfauenauge Inachis io auf einem grossen, von der Sonne gewärmten Feldstein fotografieren können:

Leider konnte ich das erste Tagpfauenauge diesen Frühlings im Garten nur aus der Entfernung und husch-husch zoomen, klickt man jedoch die Bilder zum Vergrössern an, sieht man auf den Bildern 1 u. 2 die aufgerollte Schmetterlingszunge mit hellen Partikeln besetzt, als hätte der Falter feine Teilchen vom Stein aufgenommen, Mineralien oder Vogelkotstaub womöglich, als Nahrungsergänzungsmittel.
Fotos vom Vormittag des 5. April 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.