Garteneibischblüten Ende August

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Die Anziehungskraft des Garteneibisch oder -Hibiskus Hibiscus syriacus hat seit dem letzten Beitrag vor genau einer Woche innerhalb der inzwischen vergangenen Tage stetig zugenommen:

 

Bilder 1 + 2: Vor allem bei Ackerhummeln Bombus pascuorum ist das Interesse an den Blüten sehr viel grösser geworden als vorher. Sie arbeiten sich energisch zur unten im Kelch verborgene Nektarquelle vor, selbst wenn die Blüten nur wenig geöffnet sind. Die orangefarbenen Pollenhöschen muss die Ackerhummel aber woanders gesammelt haben, vielleicht an den Kandelaber-Königskerzen, die vergleichsweisse groben Hibiskuspollen sind nämlich gelblich-weiss.

Bilder 3 + 4: Was die Deutsche Wespe Vespula germanica suchte, war nicht zu erkennen: vielleicht kleine Insekten, die meinem Auge entgangen sind, möglicherweise aber auch Feuchtigkeit, denn die Wespen waren während der heissen und trockenen Tage alle sehr durstig.

Bilder 5 + 6: Inzwischen sind auch wieder Blattläuse und Gemeine Feuerwanzen Pyrrhocoris apterus aufgetaucht. Zwar saugen erstere lieber an den zarten rosa Blüten als an den zähen grünen Laubblätter, und die Feuerwanzen suchen die Fruchtstände des Garteneibischs aus, um an den Samen zu saugen, aber die meisten sind noch kaum entwickelt. Vielleicht ist es nur ein hoffnungvoller Versuch der Larve, ob es zu den alten Vorjahressamen am Boden vielleicht endlich die neue Ernte zu kosten gibt?

Die Fotos sind vom 25. bis 31. August 2020, alle am selben Garteneibisch-Strauch im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Und wieder bei den Fenchelblüten

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Die kühleren Regentage Anfang August haben die Blühdauer des ausladenden Fenchels Foeniculum vulgare am Haus wahrscheinlich verlängert, aber inzwischen verwandelten sich die gelbgrünen Blütendolden in grüne Samendolden und die doppelt-daumendicken Stängel neigen sich unter ihrem Gewicht immer weiter auseinander. Mit dem Wandel kommen immer weniger nahrungssuchende Besucher dorthin.

Die länglichen, hellgrünen und innen noch saftigen Samen knabbere ich gern im Vorbeigehen oder wenn ich mit der Kamera in der Hand beobachte, welche Insekten sich dort noch zeigen. Wie gesagt, werden es immer weniger, und seit heute scheint den Nektarsuchenden keine Blütendolde mehr zur Verfügung zu stehen.

Ob die Pflanze auch diesmal noch für eine weitere Saison überlebt? Eine „zweijährige bis ausdauernde, krautige Pflanze“, heisst es bei Wikipedia, und drei Jahre sind es bereits.
Weil ich vom Fenchel so begeistert bin, will ich auch an anderen Stellen welchen pflanzen. Aus verstreuten Fenchelsamen vom vorigen Jahr habe ich verschiedentlich Sämlinge im Garten gefunden. Um sicher zu gehen, dass einige der Jungpflanzen den Sommer überstehen, habe ich ein paar davon in einen Pflanzkasten gesetzt, um sie über die Runden zu bringen. Sie sind auch schon angewachsen und treiben unten neu aus.

Die Fotos sind im Zeitraum vom 31. Juli bis zum 12. August 2020 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern und Lesen der Bild-Untertitel mit Insekten-Benennungen bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Guten Morgen!

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Sie scheinen keine Frühaufsteher zu sein: die Deutschen Wespen Vespula germanica kamen erst um acht Uhr morgens aus ihrem Bodennest unter dem dichten Blätterteppich des Balkan-Storchenschnabels Geranium macrorrhizum und flogen aus zum Tagesgeschäft. Das Nest befindet sich gleich neben dem grossen Fenchel in einem alten Mauseloch.

2020-08-07 LüchowSss Garten 8h morgens Wespennest Deutsche Wespe (Vespula germanica) (1)

Deutsche Wespe baut ihr Nest oft unterirdisch, in den Wühlmausgängen finden sie hier im Garten schon Wohnraum vorbereitet. Ihr Staat ist in unseren Breiten nur einjährig, übrig bleibt später nur die junge Königin. Wie Hornissen oder Hummeln auch, sucht sie sich zum Überwintern einen geschützten Schlupfwinkel und gründet den Staat der kommenden Saison im darauffolgenden Frühjahr allein, an einem anderen Platz.

2020-08-07 LüchowSss Garten 8h morgens Wespennest Deutsche Wespe (Vespula germanica) (2)

Später ist die Arbeitsteilung im Nest mit der Brutpflege ebenso intensiv wie bei den Bienen, nur dass bei den Faltenwespen die Larven hauptsächlich mit Insekten gefüttert werden. Deshalb ist wahrscheinlich der Platz neben dem Fenchel für sie so optimal, wie wenn unsereiner direkt neben dem Wochenmarkt wohnt.

Fotos vom Morgen des 7. August 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. – Mehr lesen > Deutsche Wespe – Wikipedia.

Wespen, denen es im Garten gut geht

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Vor zwei Tagen zeigte ich Chitinreste säuberlich auseinandergeteiler Wespen auf dem Pflaster unterhalb des Fenchels, wahrscheinlich Überreste von Hornissenbeutezügen, > hier nachzulesen.
Aber es geht den Wespen in der Hinsicht doch vorwiegend gut im Garten, sie werden eigentlich nur am Fenchel ernsthaft bejagt. Wenn die Wespen an verschiedenen Vogeltränken Wasser trinken, lassen sich Hornissen dort nicht blicken. Dennoch gibt es bei uns in diesem Jahr wenig Wespen, auch weniger verschiedene Arten:

 

Auf Bild 1 gibt es eine Mauer-Lehmwespe Ancistrocerus nigricornis an einer blühenden Kanadischen Goldrute Solidago canadensis zu sehen und, ebenfalls an Goldrute, auf Bild 7 eine, wie ich meine, Grabwespe. Ansonsten sind hauptsächlich Gemeine Wespen Vespula vulgaris (Bilder 2,4,8) und Deutsche Wespen Vespula germanica (Bilder 5,6,9,10) vertreten. Sie sind etwa zu gleichen Teilen vor Ort, so viele wie in anderen Jahren aber nicht und noch erstaunlicher ist es, wie wenig Feldwespen es zu beobachten gibt, wie auf Bild 3 die Gallische Feldwespe bzw. Haus-Feldwespe Polistes dominula, dabei waren diese im vorigen Jahr häufiger als die Gemeine Wespe!

Fotos vom 31. Juli und 3. August 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Wespen-Reste

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Vor einigen Tagen fielen mir Chitinreste säuberlich auseinandergeteiler Gemeiner und Deutscher Wespen auf dem Pflaster unterhalb des Fenchels auf, dazwischen auch einige Teile anderer Insekten. Wahrscheinlich handelt es sich um Überreste von Hornissenbeutezügen, denn wann immer ich mit der Kamera den Fenchel umrunde, sehe ich eine Hornisse dort zwischen den Fenchelstängeln und Blütendolden patrouillieren: dort und an den nebenstehenden Schmetterlingsfliedern gibt es beste Jagdgründe.

2020-07-30 LüchowSss Garten Wespen-Reste, vermutlich Hornissen-Fressplatz

Einzelne Hornisse erlernen durch Erfolge solche Ortsstetigkeit und sogar ein Hauptaugenmerk auf bestimmte Beutespezies. Hier sind es Wespen, obwohl Hornissen weder unverwundbar noch immun gegen deren Stiche sind.

Hornissen jagen zunächst auf Sicht und greifen Objekte bestimmter Größe aus kurzer Distanz an. Weil ihre Sehvermögen weniger gut ist als ihre Reaktionszeit, werden auch mal trockene Pflanzenteile o.ä. attackiert. Erst dann erkennt der Geruchssinn der Hornisse Erfolg oder Misserfolg. Ist der Hornisse ein Zugriff geglückt, wird die Beute schnell durch Bisse getötet. Ihren Giftstachel setzt sie nur zur Tötung ein, falls die Beute sich als zu wehrhaft erweist.

Manchmal wird das getöte Insekt als Ganzes ins Nest gebracht, aber häufiger lässt sich die Hornisse an einem geeigneten Platz nieder, um es zu zerlegen. Dazu hängt sich die Hornisse mit dem Beutetier an den hinteren Beinen meist überkopf unter einen Zweig oder ein Blatt und trennt diesem Beine, Flügel, Kopf und Hinterleib ab, weil sie es normalerweise nur auf den muskulösen Thorax abgesehen hat. Die Reste lässt sie fallen. Die von mir gefundenen Reste markieren offenbar so eine wiederholt genutzte Stelle.

Das herausgetrennte Bruststück wird zu Brei zerkaut, zu einem Fleischpäckchen geformt und mit ihm kehrt die Hornisse ins Nest zurück. War die Beute sehr gross, wird auch mehrmals hin- und hergeflogen, war sie sehr klein, zerkaut die Hornisse alles und nimmt dies in den Kropf auf, aus dem sie später im Nest den Inhalt wieder für die anderen Nestbewohnerinnen hervorgewürgt, bevor Jagd wieder fortgesetzt wird.

Foto vom 30. Juli 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Mehr über Hornissen lesen auf der Webseite > www.hornissenschutz.de

Der Fenchel – hoch, breit und belebt

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Der Fenchel Foeniculum vulgare, welcher im Garten steht, hat sich inzwischen als Wilder Fenchel bzw. Bitterfenchel Foeniculum vulgare var. vulgare erwiesen und steht nun in seinem dritten Sommer, seit ich ihn als verirrten Sämling draussen aus der Feldmark mitgebracht habe, fast drei Meter hoch und über zwei Meter breit. Solche Ausmasse hatte er voriges Jahr höchstens zur Hälfte geschafft. Er blüht seit Anfang Juli und ist sowohl eine auffallende Zierpflanze neben dem Eingangsbereich, als auch ein faszinierendes Insektenparadies, denn verschiedene Wespen, Wildbienen, Käfer und Fliegen lassen sich gern an den gelbgrünen Blütendolden blicken:

Auffallend ist, dass im Vergleich zum vorigen Sommer viel mehr Wildbienen, hauptsächlich Sandbienen, zum Fenchel gefunden haben; besonders ist die hier in Norddeutschland bisher seltene Senf-Blauschillersandbiene Andrena agilissima (Bild 3) hervorzuheben.
Die Wespen stellen aber nach wie vor die grösste Artenvielfalt. In der Galerie sind Gallische Feldwespen, Gemeine Wespen, Lehmwespen, Schlupfwespen und Grabwespen zu sehen.
Doch merke: nicht alles, was gelb- und dunkelgestreift am Fenchel sitzt, kann fliegen!
An den Stängeln entdeckte ich unten eine meiner Weinbergschnecken Helix pomatia und weiter oben eine Garten-Bänderschnecke Cepaea hortensis.
Von verschiedenen Urlaubsfahrten über kleine und kleinste spanische Landstrassen weiss ich, wie viele Schnecken an den Stängeln des wilden Fenchels und hochgeschossenen Spargels hingen, die entlang der Wegränder wuchsen, und habe bei dem Anblick gleich die schönsten Erinnerungen.
Die Fotos habe ich zwischen dem 11. und dem 19. Juli 2020 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern und zum Lesen der Beschriftungen anklicken.

Ein feiner, informativer Link: > Wilder Fenchel | wildfind.com

Wiesen-Schafgarbe im Juli

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Die Blütezeit der Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium dauert zwar im Garten noch an, dennoch haben inzwischen andere Blüten grössere Anziehungskraft. Gelegentlich begegnet mir dort noch ein Bienenkäfer, abgesehen von ihm sind sowohl die Deutsche Wespe Vespula germanica als auch die noch regenfeuchte Ackerhummel Bombus pascuorum blosse Zufalls- und Gelegenheitsgäste.

Fotos vom 8. und 11. Juli 2020, auf Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Die geringere Nachfrage durch Insekten bietet eine gute Gelegenheit, nach dem verblühten Johanniskraut nun auch diesen Teil der Wieseninsel zu sicheln, was ich den Wiesenbewohnern zuliebe immer nur partienweise vornehme, und nie auf allen Wieseninseln gleichzeitig. Aber notwendig ist es, damit die robusteren Wiesenstauden wie Schafgarbe, Johanniskraut, Beifuss und Sauerampfer nicht die Oberhand bekommen, wie ich durch die Vorjahre gelernt habe.

Fenchelblüten

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Der Fenchel Foeniculum vulgare im Garten steht so hoch wie nie zuvor und blüht seit Anfang Juli. Dennoch blieb er einige Tage lang unbemerkt, so dass ich schon meinte, jetzt hätten wir nicht einmal mehr Wespen. Aber inzwischen fasziniert mich das Wespentreiben an den Fenchelblüten bereits den dritten Sommer, verschiedene Wespen und Schwebfliegen lassen sich an den gelbgrünen Blütendolden blicken:

2020-07-11 LüchowSss Garten morgens Fenchel (Foeniculum vulgare) + Grabwespe, evtl. Bienenwolf (Philanthus triangulum) + Hain-Schwebfliege (Episyrphus balteatus)

Auf dem ersten Bild sind eine der allgegenwärtigen Hain-Schwebfliegen Episyrphus balteatus und eine Grabwespe zu sehen, von der ich meine, es sei wieder einmal ein Bienenwolf Philanthus triangulum, auch wenn man im Nachhinein auf dem Foto leider den typischen Rand um die Augen nicht erkennen kann. Auf dem zweiten Bild ist eine Sächsische Wespe Dolichovespula saxonica zu sehen, eine Echte Wespe, aber eine der friedfertigen, die nicht lästig werden.

2020-07-08 LüchowSss Garten blühender Fenchel (Foeniculum vulgare) + Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica)

Ausserdem bin ich vom Erscheinungsbild der ausdauernden Pflanze begeistert, die ihren Platz neben der Haustür ausfüllt wie eine Zierpflanze, nur dass wir seit dem Frühling ständig das Grün als Küchenkraut nutzen. Es ist genug da, denn in diesem Jahr ist die Staude fast 3 m hoch und 2 m breit gewachsen, was für mich kleine Person bedeutet, dass für mich das Geschehen auf den Blüten zum grossen Teil ausser Sicht liegt. Hauptsache, sie haben Spass!
Fotos vom 8. und 11. Juli 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.