Auf der „Margeriten-Insel“

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Vorigen Herbst habe ich einen grossen Teil der sehr dominanten Wiesen-Stauden auf der ursprünglich als „Margeriten-Insel“ begonnenen Wieseninsel ausgelichtet, bevor Rainfarn, Beifuss und Johanniskraut die Herrschaft vollkommen an sich reissen konnten und alles andere darunter veschwindet. Das hat vor allem bei den Magerwiesen-Margeriten Leucanthemum vulgare Wunder gewirkt, und in diesem Jahr sind wieder viel mehr von ihnen vorhanden, wie auf Bild 1 oder Bild 2 sind sie lieber höher als ihre Umgebung:

 

Magerwiesen-Margeriten Leucanthemum vulgare vertragen kein Gedrängel und brauchen einfach Freiraum. Ihre Blüten haben auf der Wieseninsel im Garten meistens Wildbienen-, Fliegen- und Käferbesuch. Grüne Scheinbockkäfer Oedemera nobilis werden mit dem nahenden Juni zusehends häufiger; dieser auf Bild 3 ist weiblich. – Siebenpunkt-Marienkäfer Coccinella septempunctata wie auf Bild 4 sehe ich von allen Marienkäferarten immernoch am häufigsten im Garten – eine Entwicklung mit der ich niemals mehr gerechnet hätte, nachdem ihr Vorkommen jahrelang dem der Asiatischen Marienkäfer Harmonia axyridis zu unterliegen drohte.

 

Die schwarze, markant gelb geringelte Blattwespe von Bild 5 ist wahrscheinlich ein Tenthredo amoena-Männchen. Die Larven der Art fressen an Johanniskraut, davon habe ich im Garten reichlich zu bieten. Eine Margeritenblüte tiefer lässt sich im Schatten undeutlich ein Teppichkäfer Anthrenus spec. entdecken, wahrscheinlich ist es aber ein Bibernellen-Blütenkäfer Anthrenus pimpinellae, wie meistens. Das winzige, schwarze Tierchen mit den langen Fühlern, das auf derselben Blüte wie das <emTenthredo amoena-Männchen sitzt, vermute ich vage bei den Wespen.

 

Auf Bild 6 ist mehr Diversität geboten: eine Fliege mit auffallend weissem Streifen am Hinterleib fiel mir zuerst ins Auge, die anderen beiden Tierchen, die Spinne und die winzige Mückenart, sind eher „fotografischer Beifang“. Eine solche Fliege habe ich im Garten zwar schon mal gesehen und das Foto ist deutlich genug, aber eine Bestimmung habe ich erstmal aufgegeben, wie auch die der kleinen Spinne mit den bräunlichen Beinen und dem dunkel glänzenden Hinterleib bei einem „wahrscheinlich aus der Familie der Kugelspinnen Theridiidae“ hängenbleibt.

 

Eindeutig ist die mit den Bildern 7 u. 8 gleich zweimal vertretene Gemeinen Goldwespe Chrysis ignita. Weil die rot-grün-metallische Goldwespe ihre Larven in die Nester Solitärer Faltenwespen Ancistrocerus spec. legt, und wohl auch bei Mauerbienen Osmia spec. und Pelzbienen Anthophora spec., findet sie sich hier im Garten schon seit einigen Jahren recht häufig. Die Goldfurchenbiene auf dem nächsten Bilderpaar 9 u. 10 nistet primitiv-eusozial in Aggregationen und wird von ihr wohl nicht behelligt:

 

Die Weibchen der leicht metallisch dunkelgrünlich schimmernden Goldfurchenbienen-Arten Halictus (Seladonia) spec. erscheinen zwar schon im April, aber nach dem Ende der Eisheiligen werden sie immer häufiger erschienen, während die Männchen bis zum Sommer auf sich warten lassen. Man kann die verschiedenen Unterarten der Goldfurchenbienen leicht miteinander verwechseln, bisher gilt aber im Norden Deutschlands die Gemeine Goldfurchenbiene Halictus (Seladonia) tumulorum als die häufigste.

 

Weil sie einfach solche Schmückstücke auf den Blüten darstellen, sind hier noch einmal je ein buntes Weibchen ein hellgrünes Männchen vom Glänzenden bzw. Zierlichen Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula zu sehen. Sie mögen nicht nur die Blüten von Rosengewächsen, auch auf Margeritenblüten sind sie ganz besonders oft zu finden, und in diesen Tagen auch etliche rot-schwarze Gemeine Bienenkäfer Trichodes apiarius :

 

Manchmal wird der Gemeine Bienenkäfer Trichodes apiarius auch „Bienenwolf“ genannt, was aber zu Verwechslungen mit der auf Deutsch ebenso genannten Grabwespenart führt. In Norddeutschland und Ostdeutschland soll er selten geworden sein, bei mir im Garten wird er jedes Jahr häufiger, wegen der Wildbienen, wahrscheinlich.
Bienenkäfer legen ihre Eier in Bienennester, wo die Larven räuberisch heranwachsen, die Bienenkäfer-Imagos nehmen pragmatisch sowohl andere Blütenbesucher als auch Blütenstaub.

Die Fotos sind zwischen dem 23. und 28. Mai 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Bartiris mit bunter Gesellschaft

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Es ist wieder einmal Zeit für eine Bartiris-Galerie, denn inzwischen stehen viele Stängel in Blüte, mal herausragend, mal in Gesellschaft sich anschmiegender Gräser oder Mohnblumen, und oft mit Besuch verschiedener Käfer, Bienen und, deshalb natürlich, auch einer Veränderlichen Krabbenspinne – zum Vergrössern bitte anklicken:

 

1. einige meiner Bauerngarten-Bartiris stehen inmitten hohen Grases – mir gefällt das sehr, wenn ich sie mit so einer Art Wildpflanzencharakter sehen kann, wie auch auf dem nächsten Bild:
2. mit einer blühenden Pimpinelle bzw. Kleinem Wiesenknopf Sanguisorba minor und, bei genauerem Hinsehen, besucht von einem Graugrünen Schenkelkäfer Oedemera virescens rechts auf der Blüte bei einer Pollenmahlzeit sitzend.
3. derzeit eine meiner Lieblingsszenerien im Garten: lila Bartiris Iris barbata neben leuchtend rotem Klatschmohn Papaver rhoeas vor den hellgrünen Blättern der spanischen Rebstöcke am Weinspalier.
4. + 5. ‚Heidruns Bartiris‘ nenne ich die gelblich-lila Sorte, die im Garten ihre erste Blütezeit im vorigen Jahr hatte, eine schöne Gartenzaungabe aus einem Bauerngarten in der Nachbarschaft.
6. + 10 oben auf dem Blütenrand erwischte ich den Gemeiner Bienenkäfer Trichodes apiarius, bevor er abfliegen konnte, und danach noch einmal, wie er in eine andere Blüte hineinkroch, um darin wahlweise Pollen zu fressen oder auch kleinere Blütenbesucher.
7. hier fällt zuerst der schwarze Weißpunktige Schwertlilienrüssler Mononychus punctumalbum auf, bevor man oben, auf den sogenannten Domblättern, auch noch den kleinen Teppichkäfer Anthrenus spec. bemerkt.
8. Auf dem Bild ist nur zu erkennen, dass sich eine Schwebfliege an der Blüte eingefunden hat, eine Hainschwebfliege Episyrphus balteatus war es tatsächlich. Bis dain gab es nicht sonderlich viele Schwebfliegen bei uns zu beobachten.
9. Als es gestern nachmittag zu regnen begann, oder vielleicht auch erst zur Nacht, hat offenbar eine Wildbiene Schutz in der Bartirisblüte gesucht, und den Tod in einer Begegnung mit der darin wartenden, weiblichen Veränderlichen Krabbenspinne Misumena vatia gefunden.
ohne Bild, aber unbedingt für das Garten-Tagebuch notieren muss ich eine Blaue Holzbiene Xylocopa violacea – ob es immer dieselbe ist? – die seit vorgestern täglich durch den Garten saust, und auch an den Bartiris Halt machte, auch wenn sie mit ihnen nicht zufrieden war und schnell davonzog.

Die Fotos in der Galerie sind zwischen dem 18. und 23. Mai 2020 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Glänzende Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula

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Wenn ich oft viele Exemplare einer Art sehe, kommt mir kaum in den Sinn, diese könne unter Naturschutz stehen, auch beim Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula nicht, und dennoch ist es der Fall. Pestizideinsatz und die Beseitigung von Totholz bei Obstbäumen und das häufige Schneiden von Schlehenhecken in der Feldflur lassen ihnen kaum noch Lebensraum, in dem die Larven bis zur Verpuppung unter der Rinde frisch abgestorbener Äste mehrere Jahre lang heranwachsen können. Es ist eine lange Zeitspanne für einen so kleinen Käfer, finde ich, er ist aber auch besonders hübsch, bei beiden Geschlechtern, vor allem im Sonnenschein:

Auf dem ersten Bild von einer der Wieseninseln befindet sich, als grünschimmerndes kleines Käfer-Schmuckstück, ein männlicher Glänzender Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula auf der linken der beiden Magerwiesen-Margeriten Leucanthemum vulgare, in Gesellschaft einiger in vorwiegend Schwarzweiss teppichgemusterten Bibernellen-Blütenkäfern Anthrenus pimpinellae. Sowohl die jedem geläufigen Blüten als auch die kleineren Teppichkäfer dienen gut dem Grössenvergleich, wie auf dem zweiten Bild der schwarze Rapsglanzkäfer Brassicogethes aeneus :

Es ist wiederum ein grünes Männchen, das auf einer Blüte vom Hohen bzw. Aufrechten Fingerkraut Potentilla recta Nahrung sucht. Die Farbe Gelb zieht sie an, bevorzugt die Mitte von Wildrosenblüten, aber das Hohe Fingerkraut ist immerhin schon mal ein Rosengewächs, was wegen der Verwandtschaft zu Obstbäumen vielleicht eine gewisse Logik birgt, aber auch die Margeriten mit ihren goldgelben Mittelpunkten werden nicht verschmäht, wie auf dem dritten Bild wieder gezeigt wird, diesmal von einem ganz anders und noch auffallender gefärbten Weibchen des Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula:

Die Käfer sind zwischen etwas mehr als 5 und weniger als 8 mm gross, dabei die Männchen an Kopf, Halsschild und Flügeldecken gänzlich grün bzw- erzfarbig s.o., die Weibchen, bei denen Kopf und Halsschild bei mir im Garten fast immer rot sind, aber auch goldgrün oder messingfarben sein können, ihre Flügeldecken immer vollkommen blaugrün.
Manchmal wird der Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula auch Kleiner Kirschbaum-Prachtkäfer genannt, und unter diesem Namen zeigte ich ihn 2017 schon einmal auf Löwenzahn > hier.
Wenn ich die Beschreibungen verschiedener Webseiten richtig deute, frisst auch das Imago neben den mit Gelb bevorzugten Blüten gelegentlich auch totes Holz, und davon bekommen sie neben den Wiesenblumen in meinem Garten durch den alten Kirschbaum und die Benjeshecke reichlich geboten.
Diese drei neuen Fotos sind vom 16. und 18. Mai 2020, aufgenommen auf verschiedenen Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Die Acker-Witwenblume im Mai

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Auf der feldzugewandten Wiesen-Insel im Garten hat die Blütezeit der Acker-Witwenblumen Knautia arvensis auch im Frühling 2020 wiederum früher begonnen als im Jahr zuvor. Die ausdauernden Pflanzen pausierten lediglich ab Dezember und öffneten diesmal sogar schon im späten April die ersten Blüten, zwei Wochen früher als 2019.

Auf dem ersten Foto sieht man sie im Vordergrund. Die ersten ihrer matt purpurvioletten Blüten sahen alledings wettergezaust und weniger attraktiv und fotogen aus, als die hier gezeigten, unversehrten, aus der zweiten Maiwoche:

Auf der Blüte des dritten Bildes sitzt mal wieder ein schwarzweiss gemusterter Teppichkäfer, von denen es in diesem Jahr zumindest hier im Garten recht viele gibt, wahrscheinlich ein Bibernellen-Blütenkäfer Anthrenus pimpinellae:

Der deutsche Name des Käfers bezieht sich auf die Nahrung der Imagos, Pollen und Nektar der Bibernelle sowie andere Blüten der Wiesenumgebung, auf Englisch beschreibt ‚Bird Nest Carpet Beetle‘ dass seine Larven in Vogelnestern leben, von alten Federn und verbauten Tierhaaren.
Fotos vom 9. und 10. Mai 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.