Mehr von den Nachtkerzen

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Vor etwa zwei Wochen veröffentlichte ich einen Beitrag über eine ungewöhnlich gewachsene Gewöhnliche Nachtkerze Oenothera biennis mit einer sogenannten Verbänderung  > hier. Diese Nachtkerze bringt aus der auch Fasziation bzw. Cristate dennoch ganz normale Blüten hervor und die verdichtete Form löste sich inzwischen nach und nach auf. Bild 1 mit der kleinen Furchenbiene ist von Anfang Juli, Bild 2 ist zwei Wochen später entstanden.

Die Bilder darunter zeigen Blüten anderer, normal gewachsener Pflanzen. Auf Bild 3 besucht eine Ackerhummel Bombus pascuorum eine der gelben, „durchgehend geöffneten“ Blüten, auf Bild 4 sind zwei Käfer bei der Pollen- und Nektarmahlzeit zu sehen, über deren Artzugehörigkeit kann man in dem gelben Blütenlicht aber höchstens spekulieren.

Den Käfer im Inneren hielte ich für einen weiblichen Graugrünen Schenkelkäfer Oedemera virescens: sie waren Ende Juni / Anfang Juli im Garten sehr häufig. Auf den Bildern 5 u. 6 sind die Nachtkerzenblüten 4-5x so gross, die Knospen länger, spitzer und rötlich angelaufen. Solche hatte ich erwartet, als ich vor Jahren Samen von einer solchen Pflanze in der Feldmark abnahm und im Garten verstreute, doch bei mir zeigten sich nur Nachtkerzen mit kleineren, wenn auch duftenden Blüten, siehe Bilder 1-4.

Die im 17. Jh. als Zierpflanzen nach Europa eingeführten, auch als essbar angebauten Nachtkerzen („Schinkenwurz“) sind aus den Gärten heraus verwildert und haben sich durch ein gattungsspezifisches „Talent“ zur Hybridisierung in die mitteleuropäischen Flora eingefügt, was rein visuelle Bestimmungen fast unmöglich macht, und trotzdem unter dem deutschen Namen „Gewöhnliche Nachtkerze“ und dem wissenschaftlichen Begriff des Oenothera biennis-Aggregats zusammengefasst wird.

Die Fotos zwischen dem 4. bis 30. Juli 2021 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Kronenlichtnelken mit verschiedenen Insekten

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Es ist wieder Zeit für einen Beitrag mit Vexier- oder Kronen-Lichtnelken Lychnis coronaria und einige Besucher ihrer Blüten. Die weissen und magentafarbenen oder auch karmesinroten Blüten der Kronen-Lichtnelken Lychnis coronaria hatten im Juni noch nicht so viele Insekten angezogen, aber seit Juli-Beginn gab es immer mehr Gelegenheiten, dort Besucher zu fotografieren:

Bilder 1 + 6: Kronenlichtnelken Lychnis coronaria mit einem Zitronenfalter Gonepteryx rhamni,
Bild 2: eine Kronenlichtnelke in Weiss,
Bild 3: ob die Frass-Spuren wohl von der kleinen Heupferd-Tettigonia viridissima-Nymphe stammen?
Bilder 4 + 7: bei dem blauviolett schimmernden Blattkäfer bin ich nicht sicher, ob es sich nicht eventuell um einen wärmeliebenden Himmelblauen Blattkäfer Chrysolina coerulans handelt, der hier im Norden bisher noch wenig verbreitet sein soll.
Bild 5: blaugrün und rot schimmert die Gemeine oder auch Feuer-Goldwespe Chrysis ignita.
Bild 8: und zuletzt hat auch eine Mondfleck-Feldschwebfliege Eupeodes luniger eine Blüte besucht.

Die Fotos sind zwischen dem 4. und 11. Juli 2021 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Malvenrosa mit Smaragdgrün

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Die zartrosa Blüten der Moschusmalve Malva moschata konnte ich im Garten auf einer der Wieseninseln fotografieren, „wie bestellt dekoriert“ mit einem komplementärfarbig-smaragdgrünem Käferbesuch, einem Grünen Scheinbockkäfer bzw. Blaugrünem Schenkelkäfer Oedemera nobilis :

2021-07-03 LüchowSss Garten Moschusmalve (Malva moschata)+ Grüner Scheinbockkäfer (Oedemera nobilis)

Mitte Juli 2019 schrieb ich > hier, dass ich seit 2017 mit der Aussaat vom Moschusmalvensaat auf den Wieseninseln keinen grossen Erfolg erzielen konnte. Im Sommer 2018 erhielt ich nur zwei blühende Pflanzen, 2019 war davon eine verschwunden, nur eine überlebte. Voriges Jahr verstreute ich deren Samen und bekam in diesem Jahr zwei weitere Moschusmalven auf einer anderen Wieseninsel.

2021-07-04 LüchowSss Garten Moschus-Malve + Schafgarben + Wieseninsel

Die Moschusmalve liebt nährstoffreichen Boden und passt damit nicht gut in die Gesellschaft der anderen Arten, die mageren Boden bevorzugen. Ich bin gespannt, ob es auf der etwas schattigeren zweiten Insel für sie günstigere Verhältnisse gibt, ich finde diese rosa Blüten nämlich sehr hübsch, und einige Wildbienen auch. – Die Fotos sind vom 3. und 4. Juli 2021 auf den Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Kriechendes Fingerkraut + Insekten

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Eines muss man dem Kriechenden Fingerkrauts Potentilla reptans lassen: es hat Ehrgeiz! Ähnlich wie man es von seiner weitläufigen Rosengewächs-Verwandtschaft, den Erdbeerpflanzen kennt, bildet es während seiner Blütezeit auch noch unermüdlich Ausläufer, um sich weiter auszubreiten.

Als meine Wieseninseln noch jung waren, habe ich diese langen Ausläufer mit der Gartenharke herausgerupft, damit es die anderen Wiesenpflanzen hochkommen lässt, aber inzwischen lasse ich es weitgehend gewähren, weil es nicht mehr so überhand nimmt, dass es andere Pflanzen unterdrückt. Seine Erdbeerblüten ähnelnden, goldgelben Blüten sind bei vielen Insektenarten beliebt.

Die Galerie habe ich um einige Fotos aus anderen Sommern ergänzt, in diesem Jahr liegt es nicht am Fingerkraut, sondern an zu wenigen Insekten, dass ich nicht so viele aktuelle Bilder dazu habe, aber alle sind sie im Juni / Juli im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Die Wiesen-Schafgarbe blüht

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Für das erste Foto einer blühenden Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium 2021 posierte ein weiblicher Grüner Scheinbockkäfer Oedemera nobilis, metallisch schimmernd und mit Anmut:

2021-06-18 LüchowSss Garten weibl. Grüner Scheinbockkäfer (Oedemera nobilis) auf Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)

Aus der Nähe betrachtet, sind die kleinen Einzelblüten der Scheindolden in Wirklichkeit gar nicht nur weiss, sondern auch gelb und blassrosa. – Das Foto ist vom Morgen des 18. Juni 2021 auf einer der Wieseninseln im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Feinstrahl und Insekten

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Feinstrahl Erigeron annuus, auch Einjähriges bzw. Weisses Berufkraut genannt, ist ein Mitglied der Korbblütler-Familie Asteraceae. Im 18. Jahrhundert wurde es als Zierpflanze aus Nordamerika in Europa eingeführt. Verschiedentlich hat es in Europa den Weg auis den Gärten in die Natur genommen und der Zierwert ist in Vergessenheit geraten. Aber ich finde ihn im Garten zusammen mit anderen Sommerblumen sehr attraktiv, vor allem, wenn sie dicht beieinander stehen:

2021-07-04 LüchowSss Garten Feinstrahl + Vexiernelken + Kleinblütige Königskerze (1)

Feinstrahl (Erigeron annuus) + Vexiernelken (Silene coronaria) + Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus)

Die je nach Standortbedingungen 50-100 hohen Stängel sehen einzeln mager aus, mehr ist mehr. Wie so oft, wenn ich „Unkraut“ wie Zierpflanzen behandle, sei angefügt, dass die Pflanzen sich an unerwünschten Stellen leicht auszupfen lassen, unerwartet, denn sie machen auch recht trockene Sommer gut mit. Für eine üppigere Ansicht stehen sie gut zusammen mit purpur- und karmesinroten Vexier- bzw. Kronenlichtnelken sowie hellgelben Kleinblütigen Königskerzen, wie auf Bild 1, oben …

2021-07-04 LüchowSss Garten Feinstrahl (Erigeron annuus) + Färberkamille (Anthemis tinctoria) + Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) + (Crepis cappilaris)

Feinstrahl (Erigeron annuus) + Färberkamillen (Anthemis tinctoria)+ Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) + Kleinköpfiger Pippau (Crepis cappilaris)

… oder mit den Färberkamillen, dem Echten Eisenkraut und dem Kleinköpfigen Pippau an einer anderen Stelle im Garten, auf dem zweiten Bild, das ich gestern > hier schon einmal zeigte.
Feinstrahl Erigeron annuus bzw. Einjähriges oder Weisses Berufkraut gehört zu den Blütenpflanzen, die selten grosse, aus der Ferne erkennbare Insekten anziehen, aber einer Vielzahl kleiner Insekten Nektar und Pollen bietet, für deren kleine Mundwerkzeuge manche grössere Blüten weniger ideal sind, seien es kleine Falter, Fliegen, Käfer, Schwebfliegen, Wildbienen oder Wespen, wie in der Galerie versammelt:

Dabei sind einige Spezialisten: bei Hedychrum rutilans zum Beispiel handelt es sich bei der hübschen, metallisch-bunten Goldwespe von Galerie-Bild 3 um eine Art, die sich auf das Parasitieren bei der Grabwespen spezialisiert hat, die man „Bienenwolf“ Philanthus nennt, indem sie ihre Eier in das Beutetier ablegt, mit dem die Grabwespe ihre eigene Larve versorgen will. Einen offiziellen deutschen Namen hat die buntschimmernde Goldwespenart nicht, aber wegen der besseren Eingängigkeit findet man sie oft als „Bienenwolf-Goldwespe“. Die Wespe selbst ernährt sich von Nektar und Pollen.

Auch extra bemerkenswert finde ich den eigentlich unscheinbaren, braun und schwarz gefärbten Kleinen Halsbock Pseudovadonia livida, auch Bleicher Blütenbock oder Gelbflügeliger Halsbock genannt, denn seine Larven entwickeln sich innerhalb von zwei Jahren in vom Nelken-Schwindling oder Rasen-Schwindling Marasmius oreades durchwachsener Humuserde (diese Pilze gedeihen bei mir im Rasen) und erscheinen als fertige Imagos zwischen Mai und Anfang Juli. Die Käfer besuchen vor allem Doldenblütler wie Schafgarbe und Skabiosen: Doppelcheck, die wachsen auf den Wieseninseln.

Wegen der im Juni besonders zahlreich blühenden Skabiosenart sind vermutlich auch gerade die flatterhaften, kleinen, metallisch schimmernden Witwenblumen-Langhornfalter bzw. Skabiosen-Langhornmotte Nemophora metallica im Garten rund um diese betreffende Wieseninsel besonders zahlreich, sie tanzen überall um die etwas höhere Vegetation herum und suchen gern die Blüten des Feinstrahls auf, siehe Galeriebilder 13 + 14.

Von einigen der in der Galerie zusammengefassten Arten heisst es, sie würden gern Doldenblütler und Skabiosen, aber auch Korbblütler aufsuchen, und es scheint, der Feinstrahl ist so etwas wie ein idealer Kompromiss, wenn von den anderen gerade nicht so viel blüht. Auch der hier neuerdings ab und zu aufkreuzende Glattschieniger Pinselkäfer Trichius gallicus auf den Galerie-Bildern 19 + 20 gehört zu diesen. Obwohl ich ihn eher auf den Brombeerblüten erwartet hätte, zog er das Plätzchen mit Feinstrahl vor – der duftet aber auch ein bisschen blumig, vielleicht liegt es daran.

Die Fotos sind zwischen dem 18. Juni und 4. Juli 2021 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Gewöhliches Ferkelkraut mit Graugrüner Schenkelkäferin

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Die gelben Blüten vom Gewöhlichen Ferkelkraut Hypochaeris radicata sind bei Insekten sehr beliebt, man muss nur bis mittags seine Fotos gemacht haben, denn dann schliessen die Blüten. Auf den Fotos sieht man  ein Graugrünes Schenkelkäfer-Weibchen Oedemera virescens:

2021-06-16 LüchowSss Garten Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) + weibl. Graugrüner Schenkelkäfer (Oedemera virescens)

Die erwachsenen Käfer ernähren sich von Blütenpollen. Am geschwollenen Hinterleib kann man erkennen, dass es sicherlich bald irgendwo auf der Wieseninsel zur Eiablage kommt.
Die Larven von Scheinbockkäfern Oedemera entwickeln sich in trockenen Stängeln krautiger Pflanzen. Sie fressen das Gewebe darin und überwintern in dieser Puppenwiege bis zum nächsten Frühsommer.

2021-06-16 LüchowSss Garten Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) + weibl. Graugrüner Schenkelkäfer (Oedemera virescens)

Das sollte man wissen, wenn man seine Wiese mäht, oder nach alter Gewohnheit aus ästhetischen Gründen im Garten Stängel nach der Blüte herunterschneidet. Wer die hübschen, nichts schädigenden Scheinbockkäferarten im Garten beobachten möchte, muss dafür auch mal einige trockene Überbleibsel bis zum nächsten Sommer stehenlassen und das aushalten können.

2021-06-16 LüchowSss Garten Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) + weibl. Graugrüner Schenkelkäfer (Oedemera virescens)

Dasselbe gilt natürlich auch für Larven vieler anderer Insekten, die in trockenen Halmen und Krautstängeln monatelang bis zur nächste Saison heranwachsen und überdauern.
„Trocken“ heisst also nicht zwangsläufig unbelebt, sondern ist noch wertvoller Lebensraum.
Fotos vom 16. Juni 2021 auf einer der Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Acker-Witwenblumen mit Besuchern (2)

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Es ist Zeit für einen weiteren Beitrag zu den Acker-Witwenblumen Knautia arvensis auf einer der Wieseninseln, wo sie sich in diesem Sommer endlich richtig ausgebreitet zeigen, aber inzwischen langsam verblühen.

Das obere Foto ist von heute Morgen, darauf sind nicht mehr viele der rosa-lila Blütenköpfchen zu erkennen, denn sie haben sich schon zum grossen Teil in kleine grüne Knöpfe verwandelt, die an Miniatur-Nadelkissen erinnern, die Insekten- und Krabbenspinnen-Nahaufnahmen darunter habe ich zwischen Mitte Juni und vorgestern aufgenommen:

Die Fotos sind zwischen dem 13. und 27. Juni 2021 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.