Von A wie Aspirin bis Z wie Zichorie

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Septemberblüten im Garten, von A wie Aspirin bis Z wie Zichorie, zwischen Rosa und Himmelblau:

Fotos vom 22. bis 28. September 2020 aus dem Garten, zum Teil regennass, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Garteneibischblüten

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Seit der Hitzeperiode in den vorigen Wochen mit mehr als + 30°C haben viele Blütenpflanzen wie Wilder Dost und Schmetterlingsflieder ihre Aktivitäten nahezu eingestellt, und so ist die Anziehungskraft des zuvor weniger gefragten Garteneibisch oder -Hibiskus Hibiscus syriacus vor allem bei Ackerhummeln Bombus pascuorum im Kurs gestiegen. Ackerhummeln sind unter den Insekten offenbar am ehesten in der Lage, sich zur unten im Kelch verborgene Nektarquelle durchzudrängeln.

Bild 1: Der grosse, inzwischen einiges über zehn Jahre alte, rosa-mit-purpurrot blühende Garten-Eibisch Hibiscus syriacus startete bereits Ende Juli seine diesjährige Blütensaison. Ich vermute die Sorte ‚Hambo‘, aber er stammt, wie auch die anderen, aus dem kleinen Gartencenter vom Baumarkt am Ort und diese Pflanzen vom Grosshändler sind leider oft mit nur unzulänglichen Etiketten versehen.

Bild 2 + 3: Während der zurückliegenden Augustwochen kamen die jungen und noch kleinen, wenn nicht gar mickerig dastehenden Sorten in Blau – vllt. ‚Marina‘ oder ‚Blue Bird‘ – und die weisse, versehentlich gekaufte Sorte ‚China Chiffon Bricutt‘ dazu; sie hatte ich vorigen Sommer nach der Neuanlage des Beetes vor der südlichen Hauswand gepflanzt und sie kommen trotz Vorzugsbehandlung mit Wassergaben noch nicht recht voran.

Auffallend ist das Fehlen der Scharen von schwarzroten Feuerwanzen Pyrrhocoris apterus in diesem Sommer, nur einzelne sind zu sehen. Nicht dass ich sie besonders toll fände, aber die Abwesenheit dieser vom Saugen an Garteneibischsamen lebenden Krabbelviecher verursacht dennoch das Gefühl, etwas sei nicht in Ordnung.

Zum Vergleich gibt es einen ausführlichen Zustandsbericht der Garteneibisch-Pflanzen und ihrer Insektenbesucher aus dem August 2019 > Hitzeliebhaber und Hummelfreund , mit Fotos aus einem ganz ähnlichen Zeitraum wie die diesjährigen, die ich am 16. und 23. August 2020 im Garten aufgenommen habe, in Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Distelfalter im September

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Die meisten Distelfalter sind bereits südwärts davongezogen, doch mancher bleibt, weil sich für ihn die weite Reise nicht mehr lohnt:

2019-09-02 LüchowSss Garten Distelfalter (Vanessa cardui) + Garteneibisch (Hibiscus syriacus)'China Chiffon Bricutt'

Einen sehr abgeflatterten Distelfalter Vanessa cardui mit stellenweise transparent gewordenen Flügeln fotografierte ich beim morgendlichen Sonnenbad auf einer rosigweissen Blüte des Garteneibisch Hibiscus syriacus ‚China Chiffon Bricutt‘ am 2. September 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen – zum Vergrössern bitte das Bild anklicken.

Hitzeliebhaber und Hummelfreund

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Mein Garteneibisch oder -Hibiskus Hibiscus syriacus ist, wie er bereits im dürren und heissen Sommer 2018 unter Beweis gestellt hat, z. B. in diesem Artikel von Ende Juli 2018 > Hibiskus, Hummeln und andere bzw. auch Anfang August 2018 und diesem Beitrag > Hitzeliebhaber – es gibt sie auch! | puzzle ❀ thematisiert. Der Strauch wird zwar erst spät im Frühling wach und grün, aber ist ein richtiger Hitzeliebhaber, das einzige Gewächs, die diese Art Sommer richtig feiert und besonders Hummeln daran teilhaben lässt:

Die Fotos zeigen verschiedene Hummelarten: Steinhummel Bombus lapidarius, Ackerhummel Bombus pascuorum und eine nicht sicher zu bestimmende Kuckuckshummel. Weil die Frage immer wieder gestellt wird, ob Garteneibisch Hibiscus syriacus insektenfreundlich sei, habe ich die beiden oben erwähnten Beiträge und zwei Bilder vom vorigen Sommer ausgesucht und mit den aktuellen vom 11. bis 20. August 2019 aus dem Garten zu einer Galerie zusammengestellt – bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder anklicken. Aufgenommen sind die Bilder alle im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Auch die Blaue Holzbiene, die mich gestern im Garten mit ihrer Anwesenheit überraschte, flog die Hibiskusblüten an, sie wühlte sich sogar durch die zusätzlichen kleinen Blütenblättchen einer versehentlich gekauften, aber zum Glück nicht übetrieben gefüllten „Chiffon“-Sorte.
Deren Topf mit noch geschlossenen Knospen hatte sich beim Händler zwischen die Töpfe der wegen ihrer sich sehr weit öffnenden, schlichten und darum empfehlenswerten „Red Heart“-Sorte gemogelt, weiss mit dunkelroten Malen. „Red Heart“ ist auf dem jeweils zweiten und letzten Bild der Galerie mit einer Ackerhummel zu sehen, die weisse, halbgefüllte Hibiscus syriacus ‚China Chiffon Bricutt‘ auf dem vorletzten.
Absichtlich kaufen würde ich eine ‚Chiffon‘-Sorte nicht wieder, aber den Hummeln sind die Blüten offenbar zugänglich genug, auch wenn ich davon kein Bild zu zeigen habe.
Den Sortennamen des blau blühenden Strauchs weiss ich leider nicht, ich kann ‚Blue Bird‘ nicht von ‚Marina‘ unterscheiden und der anhängende Zettel schwieg sich darüber aus. Das ist aber auch nachrangig, denn die Hummeln mögen das Blau offenbar sehr.

Ansonsten ist hier aus meinem Garten mit den Jungpflanzen im Vergleich zum zehn Jahre alte Strauch, eventuell der Sorte ‚Hambo‘, bisher schwer zu beantworten, ob es Unterschiede in der Nachfrage bei den verschiedenen Sorten gibt, denn wo der eine mit Hunderten von Blüten aufwartet, bieten die neu gekauften nur jeweils zwischen drei und zehn offene Blüten an.
Mir scheint nach den ersten Wochen des Vergleichens allerdings grundsätzlich von Vorteil, wenn die Blüten sich möglichst weit und einfach öffnen, weil die Ameisen darin weniger Unterschlupf finden, die andernfalls den Hummeln sehr aggressiv zusetzen.

Honigbienen und Falter interessieren sich nur gelegentlich bis selten für den Garteneibisch, kleinere Wildbienen gar nicht, soweit ich das bisher beobachten konnte. Man kann es nicht allen Insekten mit einem einzigen Blütenangebot recht machen. Andererseits umlagerten in den früheren Sommerwochen Mengen von Schwebfliegen und Marienkäfer den bis dahin noch einzigen, grossen Garteneibisch mit den rosafarbenen und dunkelroten Blüten, denn das Blattlausangebot war dem Strauch zwar überhaupt nicht schädlich, machte aber die Blattlausliebhaber glücklich, zu denen auch die Dunklen Erdhummeln Bombus terrestris gehören, die den Honigtau für sich entdeckt haben.

Ist also Garteneibisch insektenfreundlich? Grundsätzlich würde ich sagen: ja! denn auch die unermüdlich lange und witterungsfeste Blütezeit bis in den Herbst hinein zählt dabei mit.