Schillerwanze oder Dunkler Dickwanst

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Ebenfalls auf der Knotigen Braunwurz Scrophularia nodosa fand ich mehrere Exemplare einer metallisch schimmernden, kleinen Baumanzenart: Schillerwanze, auch Dunkler Dickwanst auf Deutsch genannt. Jüngste wissenschaftliche Bezeichnungen ist Stagonomus venustissimus – die Art wurde 2019 der Gattung Stagonomus neu zugeordnet und dies ist noch nicht überall angekommen. Meistens findet man sie noch als Eysarcoris venustissimus = „Schönste Wanze“ bzw. Eysarcoris fabricii bezeichnet.

2021-07-02 LüchowSss Garten Schillerwanze (Eysarcoris venustissimus) auf Knoten-Braunwurz (Scrophularia nodosa) (1)

Zwischen 5 und 7mm misst die Schillerwanze nur und ist mit ihrem glänzenden rot-bronzefarbigen Schildchen nicht mit anderen Arten zu verwechseln. Die Art lebt in Europa, Asien, und Nordafrika verbreitet und hält sich gern gesellig auf Lippenblütlern Lamiaceae auf, wie man in allen Beschreibungen lesen kann, wobei die Braunwurz mit ihren Rachenblüten allerdings zu den Lippenblütlerartigen Lamiales zählt. Aber entscheidend ist schliesslich, was der Schillerwanze als Nahrung dient, nicht was Menschen kategorisieren.
Erwachsene Tiere der Art überwintern und legen zwischen Frühjahr und Frühsommer Eier; Larven findet man bis in den Spätsommer, erste neue Imagos ab Anfang August. Besiedelt werden relativ feuchte Wiesen bzw. Staudenflure an Waldrändern, Wegrainen und in Parks.
Foto vom 2. Juli 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Braunwurzmönchsraupe an Knotiger Braunwurz

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Anscheinend kann ich mich darauf verlassen, im späten Juni und Anfang Juli an der Knotigen Braunwurz Scrophularia nodosa hungrige Gäste finde: die bunten Raupen eines unscheinbaren, mattbraunen Nachtfalter namens Braunwurz-Mönch Shargacucullia scrophulariae.

Man kann die Raupen des Braunwurzmönchs am orangefarbenen Kopf von denen des sehr ähnlichen Königskerzenmönchs unterscheiden, denn bei letzterem wären sie grau gefärbt, siehe > hier.
Die Fotos sind vom 2. und 3. Juli 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Die Nachkömmlinge der roten Wilden Möhre ‚Dara‘

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Üblicherweise blüht die Wilde Möhre Daucus carota ssp. carota weiss, aber weil sie mir so gut gefiel, besorgte ich mir zum vorigen Sommer 2020 schon die Sorte ‚Dara‘ mit dunkel- oder weinroten Blüten, so wie die Dolde auf Bild 1, aufgenommen Anfang Juli im diesjährigen Sommer:

2021-07-05 LüchowSss Garten Wilde Möhre (Daucus carota ssp. carota) 'Dara'

Meine Hoffnung, dass die rote Sorte sich versät, hat sich erfüllt: es zeigen sich verschieden intensiv rote Nachkommen, mal mit mehr, mal mit weniger weissen Anteilen zum Dunkelrot. Manche sind sogar nur rot marmoriert, wie auf Bild 2 mit dem Roten Weichkäfer Rhagonycha fulva:

2021-07-10 LüchowSss Garten Wilde Möhre (Daucus carota ssp. carota) ‚Dara‘-Nachkömmling + Roter Weichkäfer (Rhagonycha fulva)

Weichkäfer sind ausgesprochene Liebhaber der Wilden Möhren-Blüten, ganz gleich in welcher Farbvariante. Auf Bild 3 haben die Blüten eine weisse Mitte und einen deutlicher roten Rand. Die weisse Veränderliche Krabbenspinne Misumena vatia sieht darauf ausgesprochen schmuck aus, finde ich.

2021-07-02 LüchowSss Garten Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) + Wilde Möhre (Dauca carota ssp. carota) 'Dara'-Nachkömmling

Mit den fangbereit erhobenen Beinen ist sie zwischen den kleinen Einzelblüten mit den weisslicch hochragenden Pollenträgern anscheinend gut genug getarnt. – Die Fotos sind im Zeitraum vom 2. bis 10. Juli 2021 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Wegwarten-Himmelblau

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Faszinierend am Wegwarten-Blau ist, dass es sich wie beim Himmelsblau nach Tageszeit und Wetterlage verschieden nuanciert. Man kommt in Versuchung, die Fotos um der ästhetischen Gesamterscheinung miteinander willen anzupassen, aber ich habe dem Jucken in den Fingern widerstanden, und die Verschiedenheit zwischen Aufnahmen im Schatten bzw. bei wolkigem Himmel und Schönwetter und Sonnenschein nicht angeglichen.

Auch die verschiedenen Insektenarten kommen nicht bei allen Lichtverhältnissen gleich häufig, um an den blauen Wegwarten-Blüten Nektar und Pollen zu suchen. Gerade die grösseren Wildbienen und Honigbienen scheinen ausgesprochene Sonnenliebhaberinnen zu sein, Schwebfliegen kommen fast immer, Pollen fressende Käfer gelegentlich, Hummeln tummeln sich hingegen woanders und besuchen die Wegwartenblüten nur selten. Nicht bei allen Wildbienen habe ich auch einen Namen dazu parat.

Die Fotos sind zwischen dem 3. und 11. Juli 2021 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Die Tagpfauenaugen sind zurück.

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Seit der zweiten Juliwoche kamen allmählich täglich mehr  Falter in den Garten zu beobachten, auch erfreulich viele Tagpfauenaugen Aglais io, vor allem vom Wilden Dost Origanum vulgare angezogen:

2021-07-18 LüchowSss Garten Tagpfauenaugen (Aglais io) + Wilder Dost bzw. Oregano (Origanum vulgare) + Lavendel (Lavendula angustifolia)

Das Foto ist von heute Mittag, am  18. Juli 2021 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Gelbe Rose

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Nachdem wir im August 2016 die spanischen Weinreben im Garten mitsamt Stützpfosten in den Boden gesetzt hatten > Wein im Garten, brauchten die natürlich noch Pflanzen-Gesellschaft, damit es ein bisschen hübscher aussehen würde. Unter anderem pflanzte ich am Endpfosten eine gelbe Rose ohne mir bekannten Namen, ehemals als Topfrose gekauft, mit einer kleinen Blüte, die jahrelang dahinvegetierte, d.h. Knospen bildete, die nie richtig aufblühten, ausgraben wollte ich sie aber auch nicht, weil ungewiss war, ob es an der Rose lag oder an den Umständen von Klima und Boden.

2021-06-27 LüchowSss Garten hellgelbe ehem. 'Mini'-Blumentopf-Rose

In diesem Sommer hat irgendetwas an den Umständen besser gepasst. Vielleicht hat sich unter dem sie umgebenden Feldthymian der Boden so weit verbessert oder er hält als schützende Matte die Feuchtigkeit im darunterliegenden Schatten länger fest. Die kaum mehr als 20 cm hohe Pflanze hat eine unverhältnismässig grosse, weil vollkommen normal dimensionierte Blüte hervorgebracht, die inzwischen auch schon seit drei Wochen blüht!
Das ist nicht die erste Topfrose, die ich nach der Zeit in der Wohnung einpflanzte und die später überraschend anders aussah. Für den Verkauf im Topf wird unterschiedlich vorgegangen; die einen verwenden echte Zwergsorten, andere tricksen und machen Stecklinge „irgendwelcher“ Rosen durch Wuchshemmer passend und stecken sie ohne Veredelung auf robustere Wurzelsorten in die Töpfe – Massenproduktion. Je billiger sie im Handel verkauft werden, desto wahrscheinlicher ist letzteres, aber sie auszupflanzen versuche ich immer. Langlebig und reichblühend war bisher noch keine, insofern ist die Ausdauer der gelben Rose bewundernswert, auch wenn „obenrum“ bisher nicht viel los war. Vielleicht kommt sie ja noch mehr in Schwung, denn mir gehen „Wegwerfblumen“ grundsätzlich gegen den Strich, ob drinnen oder draussen.

Heidenelken auf den Wieseninseln im Garten

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Die Heidenelken Dianthus deltoides im Garten sind in diesem Jahr erfreulich zahlreich geworden haben. Sie blühen schon seit Anfang Juni, zwar nur mit kleinen Blüten, aber die leuchten mit ihrem intensiven Pink allerdings um so stärker aus dem Bewuchs der Wieseninseln heraus:

Seit Anfang Juli werden sie auch endlich von Zitronenfaltern Gonepteryx rhamni und Dickkopffaltern Hesperiidae besucht, wobei die Proportionen bei den Zitronenfaltern seltsam wirken, weil diese so viel grösser sind und of mitsamt den blüten langsam umsinken, wohingegen es bei den Dickkopffaltern einfach passend und „genau richtig“ aussieht. – Die Fotos sind vom 26. Juni sowie vom 4. und 11. Juli 2021, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Gewöhnliche Nachtkerze, ungewöhnlich

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An Gewöhnlichen Nachtkerzen Oenothera biennis habe ich dieses ungewöhnliche Wachstums-Phänomen bisher noch nie gesehen, aber eine der Nachtkerzen im Garten ist speziell, der Haupttrieb, aus dem die Blütenknospen erscheinen, weist nämlich eine üppige, grüne Verbänderung bzw. Fasziation auf, auch Cristate genannt, bestehend aus Blättchen und jungen Blütenknospen.

2021-06-30 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze spezial Cristate (4)

Solche Formen entstehen am normalerweise punktförmigen Vegetationskegel der sich, ausgelöst von verschiedenen möglichen Ursachen, an der Spitze des Sprosses kammförmig bzw. bandähnlich verbreitert entwickelt. Als Verursacher kommen laut > Wikipedia Befall durch Bakterien, Viren, Pilze, Milben und Plasmien in Frage, aber auch Chemikalien, Strahlung oder Mutation.

2021-06-30 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze spezial Cristate (3)

Zuweilen können sich auch entsprechende Blüten entwickeln, sogenannte „Superblüten“ oder Pseudo-Pelorien, wie ich sie schon vom Fingerhut zeigte, zum Beispiel im Beitrag> Für alles offen.
Diese Nachtkerze bringt allerdings aus den Knospen in der Verbänderung ganz normale Blüten hervor und dadurch lockert sich die spannend verdichtete Form nach und nach immer weiter auf:

2021-07-03 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze + Cristate blühend (2)

Wie man auf den nächsten Bildern mit mehreren geöffneten, neongelben Blüten erkennen kann, haben die Blüten der betreffenden Pflanze alle die gewöhnliche Form, sind nicht kleiner oder grösser, und auch die Anzahl der Blütenblätter ist wie üblich, wobei diese auch bei normal gewachsenen Exemplaren der Gewöhnlichen Nachtkerze Oenothera biennis immer nur „ungefähr vier“ beträgt.

2021-07-04 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) + Cristatenbildung + kl. Wildbiene (2)

Die Blütenorgane Griffel, Stempel und Pollenblätter sind bei den Blüten aus der Fasziation auch genau so geformt wie immer, und die kleine Wildbiene vom Foto hat alles für zufriedenstellend und gut befunden. Eine Furchenbiene Halictus könnte sie wohl sein, auf dem nächsten Foto ist sie noch einmal als Bildauschnitt auf einer der morgendlich mit Tröpfchen dichtbesetzten Blüten zu sehen:

2021-07-04 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) + Cristatenbildung + kl. Wildbiene (3)

Die Fotos sind vom 30. Juni und am 3. und 4. Juli 2021, alle aufgenommen an derselben Nachtkerzenpflanze im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.