Auf Steinen

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Gestern Mittag habe ich mal wieder die Nahlinse auf das Kameraobjektv geschraubt und ging damit die Ansammlungen von Feldsteinen im Garten ab,  wegen der Flechten und Moose, aber auch, weil ich am Vortag die ersten Spinne darauf entdeckt hatte, und hatte sogar diesmal noch mehr Glück:

Ich fand bewimperte Schwielenflechten Physcia, Polster-Kissenmoos Grimmia pulvinata mit weisslichen Spitzen und grünen Hütchen, Kuchenflechten der Gattung Lecanora, „Näpfchen“ auf den Steinen, verschiedene Krustenflechten und Gelbflechten Xanthoria. Sie alle hatte ich auch im Januar schon fotografiert, aber diesmal krabbelten von der Wärme erwachte, kleine und noch kleinere sechs- und achtbeinige Tierchen dazwischen umher, wie Kugelspringer Collembolen in verschiedenen Grössen zwischen winzig und kaum erkennbar, Schwarze Wegameisen Lasius niger, auch einige andere, wie Fliegen und Feuerwanzen ohne Fotos, aber dafür bekam ich Bilder von je einer schönen Listspinne Pisaura mirabilis und eine putzigen Zebraspringspinne Salticus scenicus, die dreinschaute, als überlegte sie, ab wann Beute zu gross sei, um es zu versuchen. Vielleicht spiegelte sie sich auch selbst in der Linse.
Die Fotos sind vom Mittag des 21. Februar 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Flechten, etwas Moos und ein geheimnisvoller Pilz

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Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder mit der Nahlinse auf der Kamera die Flechten und Moose auf Ästen und Steinen besucht. Das Wetter war aber nicht besonders und das Licht nicht gut, daher sind bei der Bildauswahl fünf Bilder mit Steinen und nur eines mit Ast übrig geblieben:

  • Bild 1 zeigt den einzigen Ast, vom Goldregen Laburnum, dafür aber mit farbenprächtig gerüschten und mittig mit Näpfchen besetzten, bis 10 cm grossflächigen Flechten mit Gelb, Hellgrün und Kupferoxidgrün. Genau so habe ich sie nirgends sonst im Garten.
  • Das niedliche, weiche Polster-Kissenmoos Grimmia pulvinata mit den weisslichen Spitzen am grünen Flausch und grünen Hütchen dazwischen mag ich besonders gern. Es besiedelt verschiedene Steine im Garten und wächst sehr langsam.
  • Die bewimperte hell-blaugrüne Laubflechten auf den Bildern 2 + 5 gehören zur Gattung der Schwielenflechten Physcia, sind entweder Helm-Schwielenflechten Physcia ascendens oder Wimpern-Schwielenflechte Physcia tenella.
  • Insbesondere auf den Bildern 4 + 6 sieht man sogenannte Kuchenflechten der Gattung Lecanora, die ich aber schwer auseinander zu halten finde, darum lasse ich es dabei und freue mich einfach über die hübschen hell-grünlichen „Näpfchen“ auf den Steinen.
  • Bei den leuchtendgelben Flechten von Bild 2 und Bild 6 handelt es sich vielleicht um zwei aus der Gattung der Gelbflechten Xanthoria, ich vermute nur, dass es auf Bild zwei wegen der kleinen gelben Näpchen die Gewöhnliche Gelbflechte Xanthoria parietina sei, auf Bild 6 dagegen die Blatt-Gelbflechte Xanthoria fallax.
  • Bei Bild 5 fällt es schwer, all das Flechtengewusel zu untescheiden, auch ohne Namen zu kennen, und dann kommt auch noch dieser braunkrustige Pilz dazu, der es sich oben rechts einfach auf den Flechten gemütlich eingerichtet hat!
  • Die Fotos sind vom Mittag des 20. Januar 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

    Goldgelber Zitterling mit verschiedenen Laubflechten und Gelee

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    Anfang Januar kam mir auf einem Spaziergang durch die Feldmark ein abgestorbener Eichenzweig mit Goldgelben Zitterlingen Tremella mesenterica und verschiedenen Laubflechten darauf vor die Füsse, vom Wind aus einer der Eichenkronen herausgeschüttelt. Statt ihn liegen zu lassen, wo er unter die Räder gekommen wäre, nahm ich den Zweig mit nachhause und deponierte ihn im Garten, um die Pilze und Flechten weiter zu beobachten.

    2021-01-20 LüchowSss Garten Goldgelber Zitterling (Tremella mesenterica) + Flechten + Gallertpilz

    Weil alles vom Regen glitschte, war schwer erkennbar, ob der Goldgelbe Zitterling von einem farblos-transparenten Gallertpilz Gesellschaft hat, vielleicht einem Buckeligen Zitterling Tremella globispora, den Körnigen Kerndrüsling Myxarium nucleatum, oder nur sogenannten > Sternenrotz abbekommen hat. Es bleibt auch weiterhin unklar, ist aber schon besser erkennbar, dass „etwas“ darauf Platz genommen hat, das nicht nur eine zufällige, vom Zitterling schleimig gewordene Wasseransammlung darstellt.

    2021-01-20 LüchowSss Garten Goldgelber Zitterling (Tremella mesenterica) + Flechten + Gallertpilz

    Voriges Jahr um fast die gleiche Zeit beschrieb ich einen ganz ähnlichen Fund im Blog > Eigenartige und noch seltsamere Gebilde | 2020/01/15 und noch einmal als > Ergänzung zum Beitrag „Eigenartige und noch seltsamere Gebilde“ | 2020/01/16. – Die beiden neuen Fotos vom diesjährien Zweigfund sind vom 20. Januar 2021, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

    Ex Eberesche

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    Dieser Beitrag widmet sich noch einmal der Eberesche Sorbus aucuparia, die ich im Artikel über den jüngsten Spaziergang mit Bongo schon zeigte, siehe > Kleine Veränderungen . Ihre Verwandlung vom gesunden Baum in Totholz hat sich schnell vollzogen, geschädigt war er vielleicht schon seit 2018. Auch die Eberesche in unserem Garten wurde in dem Jahr krank und stand grösstenteil kahl, 2019 haben wir sie gefällt: Ebereschen sind hitzeempfindlich.

    2013-07-21 LüchowSss 087 Eberesche | Veröffentlicht 2013/09/01 in'Wenn Hasen und Kühe sich „Guten Abend“ sagen', zu finden auf dem Puzzle❀-Blog

    Zum Vergleich habe ich ein älteres, sommerliches Foto herausgesucht, auf dem sich die Position des Baumes gleicht. Es ist vom Juli 2013 und findet sich im Beitrag >Wenn Hasen und Kühe sich „Guten Abend“ sagen auf dem Puzzle❀-Blog. Der damals glatte, braune Stamm ist nun von einem Flechtenkleid in verschiedenen Grüntönen übezogen und von oben bis unten drängen sich immer wieder neue, hellbraune Austern-Seitlinge Pleurotus ostreatus aus dem toten Holz.

    Zumindest glaube ich, dass es sich um solche oder Angehörige der Gattung Seitlinge Pleurotus handelt, nicht alle haben genau dieselbe Farbe, wenn sie aus dem Holz erscheinen, wie man auch auf den anderen Fotos mit kleinen und grossen Exemplaren erkennen kann, die zwischen den Flechten hervor ans Licht kommen: das macht die Bestimmung der saprobiontisch lebenden Baumpilze nicht einfacher. > Saprobiont | Wikipedia

    Unter den Flechten, die auf der Obefläche siedeln, nimmt die Gewöhnliche Gelblechte Xanthoria parietina den grössten Anteil ein, eine stickstoffliebende Laubflechte, die man hier auf dem gutgedüngten Lande besonders häufig sieht. Die anderen Flechten sind meist grüne und silbrig-blaugraue Blatt- oder Laubflechten, auch etwas olivgrünes Krustiges, ohne Lupe schwer Erkennbares sah ich hier und da.

    Obwohl nur mit der kleinen Taschenkamera, fotografierte ich viel, denn womöglich verschwindet der Baum bald. Wir haben immerhin schon fast Mitte Januar, und Ende Januar / Februar fahren normalerweise die „Landschaftsaufräumer“ vom Strassenbau mit schwerem Gerät herum, die einen solchen Baum mit Sicherheit beseitigen werden. Beim nächsten Spaziergang mit Bongo dort entlang treffe ich ihn vielleicht nicht mehr an.

    Ausserdem lag unterhalb der abgestorbenen Eberesche ein grosser, heruntergefallener „Platschari“, mit der Oberseite zuunterst, die helle Unterseite mit den Lamellen nach oben gekehrt, mit kleinen Eisbröckchen überzogen.
    Die Fotos sind vom 10. Januar 2021, aufgenommen in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Kreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

    Farbenpracht auf Stein

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    Seit Ende November die Witterung feuchter geworden ist, „blühen“ die Flechten förmlich auf und zeigen vor allem auf den Feldsteinen im Garten eine fantastische Farbigkeit. „Lager“ nennt man die vielgestaltigen Vegetationskörper der Flechten, und allein auf diesem Bild sind mehrere Arten miteinander zu finden, am deutlichsten lassen sich unscheinbare, näpfchenähnliche Krustenflechten und gerüschte Laubflechten in Gelb und Blaugrün erkennen.

    2021-01-05 LüchowSss Garten Flechten auf Stein

    Näher bezeichnen kann ich nach wie vor nur  die Gelbflechte Xanthoria parietina, deren Pilz sich auf die Symbiose mit Grünalgen beschränkt, wärend die Farbe der blaugrünen, dunkel bewimperten Flechten und der kleinen „Näpfchen“ darauf hinweist, dass hier Cyanobakterien als Stoffwechselpartner mitwirken. Ausführlicher schrieb ich im vergangenen Dezember über gewisse Eigenheiten von > Flechten auf Steinen. Das Foto habe ich am 5. Januar 2021 mit der Nahlinse im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

    Frühjanuarsvormittag

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    Die blasse Sonne hat in diesen frühen Januartagen nur wenig Durchsetzungsvermögen. Auch am Vormittag des 2. Januar schaffte sie es kaum, aus dem Wolkenbett und in die Höhe zu kommen, als auf den Bildern zu sehen ist:

    Trotzdem habe ich die Taschenkamera auf den Einmal-um-den-Acker-Spaziergang mit Bongo mitgenommen, um ein paar Bilder vom ruhigen Jahresbeginn aus der müdfarbigen Feldmark mit nach Hause zu bringen.

    Am lautesten waren Saatkrähen zu hören, die den hellbrüstigen Mäusebussard beschimpften, der sie vom Weidepfahl aus beobachtete und gelegentlich versuchte, ihnen Futter streitig zu machen.

    Wir kamen auch an der vom Specht gezeichneten Eberesche vorüber, an der ich zuletzt kurz vor Weihnachten die Arbeiten des Vogels und die Orangeroten Kammpilze genauer fotografiert hatte, vergleiche > hier.

    Diese Fotos sind vom Vormittag des 2. Januar 2021, aufgenommen in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Man kann die kleinen Bilder durch Anklicken auf ihr hochgeladenes Mass vergrössern.

    2020-12-18 bei LüchowSss Spaziergang Eberesche m. Orangerotem Kammpilz (Phlebia radiata) + Gelbflechten

    Spechtarbeiten und Orangerote Kammpilze

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    Nicht nur an meiner abgestorbenen Eiche im Garten arbeitet ein Specht, dass die Fetzen fliegen. Auch auf einem Spaziergang durch die Feldmark „riss es mich“ geradezu, als ich nur wenige Tage, nachdem ich zulezt an einer im vorigen Sommer abgestorbenen Eberesche Sorbus aucuparia vorbeikam, diese nun wild zerfetzt vorfand …

    … und ausserdem von verschiedenen Pilzen besetzt, die zusammen mit den vorher schon vorhanden gewesenen Flechten auf dem Stamm der Eberesche nun ein buntes Bild abgeben, und zusammen mit dem vom Specht verwüsteten Holz wirkt das, zusammen mit der Geschwindigkeit der Erscheinungen, frappierend.

    Die seitlich aus dem Stamm spriessenden, hellbraunen Stammpilze erinnern mit ihrem Wuchs zwar an Austern- oder andere Seitlinge, sind aber nicht so kahl; es könnte sich um eine Knäuelings-Art Panus spec. handeln, Laubholz-Knäuelinge vielleicht. Der sonstige Bewuchs ist auch spannend, Bekanntes und Unbekanntes bunt miteinander:

    Die grünlichgelben Farbtöne von Gelbflechten (s.o.) und blaugrünen Blattflechten (s.u.) kontrastieren mit dem Orangeroten Kammpilz Phlebia radiata. Der saprobiontische Krustenpilz erscheint an der Oberfläche in verschiedenen Grössen und Formen, die sich kleinteilig den Löchern und Rissen anpassen, aus denen sie hervorkommen:

    Es wird spannend sein, die Entwicklungen an diesem Baum weiter zu beobachten, denn der Stammdurchmesser ist mit 30 cm recht gering, und dem Specht bietet das weiche und pilzmürbe Holz einer Eberesche wahrscheinlich weniger Widerstand als eine zwei- bis dreimal so dicke Eiche. Ich hoffe, er fällt nicht so schnell der Aufräumwut zum Opfer.

    Die Fotos sind diesmal vom 18. Dezember 2020, aufgenommen am Wegrand in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

    Flechten auf Steinen

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    Seit Ende November nehmen die Flechten unter dem Einfluss der feuchten Witterung Wasser auf und blühen förmlich auf. Auf den Fotos sind verschiedene Flechten auf Steinen im Garten zu sehen. Lager nennt man die vielgestaltigen Vegetationskörper der Flechten, und unterscheidet Krusten-, Laub-, Strauch- und Bartflechten. Flechten gelten als eigene Lebensform innerhalb der Pilze Fungi, sind also keine Pflanzen. In Mitteleuropa kommen etwa 2.000 Flechtenarten vor, auf den Steinen in meinem Garten nur ein paar, aber doch einige verschiedene.

    Namensgebend ist der flechtenbildende Pilz, der über Form und Struktur bestimmt und man in jeder Flechte nur einen Pilz als sogen. Mycobionten vorfindet, während mehrere Photobionten an der symbiotischen Verbindung beteiligt sein können, nämlich Grünalgen und / oder Cyanobakterien. Besonders vorteilhaft ist eine „Menage á trois“, denn einige Cyanobakterien speichern Stickstoff und betreiben darüber hinaus ebenfalls Photosynthese, wodurch grünalgenhaltige Cyanoflechten Licht und Stickstoff maximal nutzen können.

    Im Grunde müsste man eher von einem kontrollierten Parasitismus sprechen als von einer von Austausch geprägten, echten Symbiose, denn während der Pilz in den Genuss der Stoffwechselfähigkeiten der einverleibten Grünalgen und Cyanobakterien kommt, haben diese als Partner lediglich einen geschützten Platz für ihre Existenz, aber keine Nährstoffvorteile: über Stoffströme des Primärstoffwechsels vom Pilz zu seinen Photobionten ist bisher nichts bekannt.

    Die Gelbflechte Xanthoria parietina, deren Pilz sich auf die Symbiose mit Grünalgen beschränkt, ist daher ein Hinweis auf einen reichhaltigen Stickstoffgehalt der Luft. Die blaugrünen Flechten daneben werden demzufolge wohl im Nährstoff-Luxus schwelgen. – Die Fotos sind vom 29. November 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.