Ex Eberesche

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Dieser Beitrag widmet sich noch einmal der Eberesche Sorbus aucuparia, die ich im Artikel über den jüngsten Spaziergang mit Bongo schon zeigte, siehe > Kleine Veränderungen . Ihre Verwandlung vom gesunden Baum in Totholz hat sich schnell vollzogen, geschädigt war er vielleicht schon seit 2018. Auch die Eberesche in unserem Garten wurde in dem Jahr krank und stand grösstenteil kahl, 2019 haben wir sie gefällt: Ebereschen sind hitzeempfindlich.

2013-07-21 LüchowSss 087 Eberesche | Veröffentlicht 2013/09/01 in'Wenn Hasen und Kühe sich „Guten Abend“ sagen', zu finden auf dem Puzzle❀-Blog

Zum Vergleich habe ich ein älteres, sommerliches Foto herausgesucht, auf dem sich die Position des Baumes gleicht. Es ist vom Juli 2013 und findet sich im Beitrag >Wenn Hasen und Kühe sich „Guten Abend“ sagen auf dem Puzzle❀-Blog. Der damals glatte, braune Stamm ist nun von einem Flechtenkleid in verschiedenen Grüntönen übezogen und von oben bis unten drängen sich immer wieder neue, hellbraune Austern-Seitlinge Pleurotus ostreatus aus dem toten Holz.

Zumindest glaube ich, dass es sich um solche oder Angehörige der Gattung Seitlinge Pleurotus handelt, nicht alle haben genau dieselbe Farbe, wenn sie aus dem Holz erscheinen, wie man auch auf den anderen Fotos mit kleinen und grossen Exemplaren erkennen kann, die zwischen den Flechten hervor ans Licht kommen: das macht die Bestimmung der saprobiontisch lebenden Baumpilze nicht einfacher. > Saprobiont | Wikipedia

Unter den Flechten, die auf der Obefläche siedeln, nimmt die Gewöhnliche Gelblechte Xanthoria parietina den grössten Anteil ein, eine stickstoffliebende Laubflechte, die man hier auf dem gutgedüngten Lande besonders häufig sieht. Die anderen Flechten sind meist grüne und silbrig-blaugraue Blatt- oder Laubflechten, auch etwas olivgrünes Krustiges, ohne Lupe schwer Erkennbares sah ich hier und da.

Obwohl nur mit der kleinen Taschenkamera, fotografierte ich viel, denn womöglich verschwindet der Baum bald. Wir haben immerhin schon fast Mitte Januar, und Ende Januar / Februar fahren normalerweise die „Landschaftsaufräumer“ vom Strassenbau mit schwerem Gerät herum, die einen solchen Baum mit Sicherheit beseitigen werden. Beim nächsten Spaziergang mit Bongo dort entlang treffe ich ihn vielleicht nicht mehr an.

Ausserdem lag unterhalb der abgestorbenen Eberesche ein grosser, heruntergefallener „Platschari“, mit der Oberseite zuunterst, die helle Unterseite mit den Lamellen nach oben gekehrt, mit kleinen Eisbröckchen überzogen.
Die Fotos sind vom 10. Januar 2021, aufgenommen in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Kreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Flechten auf Steinen

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Seit Ende November nehmen die Flechten unter dem Einfluss der feuchten Witterung Wasser auf und blühen förmlich auf. Auf den Fotos sind verschiedene Flechten auf Steinen im Garten zu sehen. Lager nennt man die vielgestaltigen Vegetationskörper der Flechten, und unterscheidet Krusten-, Laub-, Strauch- und Bartflechten. Flechten gelten als eigene Lebensform innerhalb der Pilze Fungi, sind also keine Pflanzen. In Mitteleuropa kommen etwa 2.000 Flechtenarten vor, auf den Steinen in meinem Garten nur ein paar, aber doch einige verschiedene.

Namensgebend ist der flechtenbildende Pilz, der über Form und Struktur bestimmt und man in jeder Flechte nur einen Pilz als sogen. Mycobionten vorfindet, während mehrere Photobionten an der symbiotischen Verbindung beteiligt sein können, nämlich Grünalgen und / oder Cyanobakterien. Besonders vorteilhaft ist eine „Menage á trois“, denn einige Cyanobakterien speichern Stickstoff und betreiben darüber hinaus ebenfalls Photosynthese, wodurch grünalgenhaltige Cyanoflechten Licht und Stickstoff maximal nutzen können.

Im Grunde müsste man eher von einem kontrollierten Parasitismus sprechen als von einer von Austausch geprägten, echten Symbiose, denn während der Pilz in den Genuss der Stoffwechselfähigkeiten der einverleibten Grünalgen und Cyanobakterien kommt, haben diese als Partner lediglich einen geschützten Platz für ihre Existenz, aber keine Nährstoffvorteile: über Stoffströme des Primärstoffwechsels vom Pilz zu seinen Photobionten ist bisher nichts bekannt.

Die Gelbflechte Xanthoria parietina, deren Pilz sich auf die Symbiose mit Grünalgen beschränkt, ist daher ein Hinweis auf einen reichhaltigen Stickstoffgehalt der Luft. Die blaugrünen Flechten daneben werden demzufolge wohl im Nährstoff-Luxus schwelgen. – Die Fotos sind vom 29. November 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Es ist wieder Gelbflechten-Zeit

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„Es ist wieder Gelbflechten-Zeit“ denke ich jedes Jahr im November, genau wie es Veilchenzeit oder Maiglöckchenzeit wird im Frühling. Die beiden Fotos zeigen Gelblechten-Gemeinschaften auf einem abgesägten, dicken Haselast, dem ich wegen der Flechten einen nur wenig besonnten Platz im Garten gegeben habe, so dass sie weitergedeihen können.

2020-11-29 LüchowSss Garten Gelbflechte (Xanthoria parietina) auf Haselholz

Auf Bild 1 sind auch kleine Blasenflechten Hypogymnia physodes zu entdecken. Die Gelbflechten Xanthoria parietina sitzen auf einem alten Hasel-Ast. Auf Bild 2 sieht man sie dank der vergrössernden 1 x 10-Nahlinse noch etwas näher:

2020-11-29 LüchowSss Garten Gelbflechte (Xanthoria parietina) auf Haselholz

Flechten sind die Erscheinungsform einer Symbiose zweier Spezies, von Pilzen mit Algen, manchmal auch mit Cyano-Bakterien, so dass der Pilzpartner in den Genuss von durch Photosynthese gebildetem Zucker bzw. Glucose kommt. Ausführlicheres dazu kann man > hier bei Wikipedia im Artikel über Flechten lesen.
Die Fotos sind vom 29. November 2020, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Suchbild mit Räupchen

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Bei milden Temperaturen um + 10°C habe ich an der Eiche eine Stelle der Rinde wegen der Flechten und Löcher dazwischen fotografiert, aber auf dem Monitor entdeckte ich beim Betrachten der Bilder in diesem Ausschnitt ein Räupchen oder eine kleine Larve, die ich nun viel interessanter finde:

Um eine Pilzmückenlarve handelt es sich nicht, wie ich beim Vergleichen mit Fotos von denen erkennen konnte, z.B. > hier, die mit einem spitzen schwarzen Kopf vorankriecht, während hier ein rundlicher und nur zart bräunlicher Kopf zu erkennen ist und, vor allem deutlich Braunes aus dem hellen, nicht ganz so weissen Inneren des Körpers durchschimmert. Die Flechte würde ich bei den Blasenflechten Hypogymnia vermuten, bin darin aber nicht sicher.

Foto vom Mittag des 31. Januar 2020 an der abgestorbenen Eiche im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Eigenartige und noch seltsamere Gebilde

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Eigenartige Gebilde sind es, diese Flechten und Moose, die in diesem Winter mit ihren Farben und Formen sowohl auf Borken lebener Gehölze als auch auf blossem Totholz und Steinen für Hingucker sorgen und über ihre Formenwelt staunen lassen, nachdem man einmal darauf aufmerksam geworden ist.

Auf den ersten beiden Bildern sind Gewöhnliche Gelbflechte Xanthoria parietina sowie silbriggrüne Blasenflechte Hypogymnia physodes zusammen mit Moos zu sehen, vielleicht einer Goldhaarmoos-Art Orthotrichum spec.. Diese drei habe ich in den vergangenen Winterwochen schon viel fotografiert, und auch verschiedene Pilze, die nicht dem „Bilderbuch-Schema“ mit Hut und Fuss entsprechen, sondern in Knubbeln und Rüschen auf Totholz gedeihen:

Immer mehr erinnern mich die Formen an die der Unterwasserwelt, auch bei den jungen, noch durchweg beige-farblosen und den älteren, von Algengrün überzogenen Trameten auf den Fotos der zweiten Bildgruppe; vor allem die Formen der älteren, typischen „Stubbenpilze“ wirken aber durch ihre Häufigkeit einigermassen vertraut, solche haben die meisten von uns schon in allen möglichen Farbtönen und Altersstufen bei Spaziergängen gesehen.

Als ich den Ast mit dem angematschten Goldgelben Zitterling Tremella mesenterica mit der Hand zurecht rücken wollte, fasste ich in etwas, das sich anfühlte wie kalter Schleim. Bei dem hellen, trüben Glibber denke ich, es könnte ein Drüsling Exidia nucleata sein, aber da war noch etwas „Rotziges“ ausserdem, vielleicht waren sogenannte „plasmodiale Schleimpilze“, Myxomyceten bzw. Myxogastria mit im Spiel, vielleicht kam es auch nur vom Regen? – Die Fotos sind vom 13. Januar 2020, aufgenommen am Wegrand in der Feldmark zwischen Lüchow und Wustrow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerien zum Vergrössern anklicken.

Wieder einmal Flechtenfreude

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Es ist schon eigenartig, wie sich meine Aufmerksamkeit bei den derzeitigen Gartenrundgängen dem Gedeihen der Flechten zugewandt hat, seit ich entdeckt habe, dass sie aus der Nähe stets mit Frische und Farbigkeit aufwarten, und auf ihren „Sitzplätzen“ mit einer gewissen Geselligkeit hübsche Miniaturgärtlein formen. Man liest zwar verschiedentlich, dass sich Moose und Flechten nicht am gleichen Platz vermengen, aber sie meiden nicht die Anwesenheit der anderen, wie man auf dem ersten und dritten Bild besonders gut sehen kann.

 

Auf dem ersten Foto scheinen sich neben dem Moos verschiedene Laub- bzw. Blattflechten am gleichen Platz vergesellschaftet zu haben, wahrscheinlich haben sich Blasenflechten Hypogymnia physodes unter die recht grünliche Gewöhnlichen Gelbflechte Xanthoria parietina gemischt, auf dem zweiten dominiert die Gewöhnlichen Gelbflechte Xanthoria parietina in von grünlicheren Partien durchzogenem Messinggelb, uhd auf dem dritten Bild ist wieder einmal die schon so oft auf ihrem Stubben fotografierte Becherflechte Cladonia spec. zu sehen, bei der ich manchmal schon meinte, es handele sich um eine Trompeten-Becherflechte Cladonia fimbriata; weil aber die kleinen Trompeten nicht so lang werden, tendiere ich dazu, die Echte Becherflechte Cladonia pyxidata für wahrscheinlicher zu halten.
Alle vier Fotos sind vom Mittag des 10. Januar 2020, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Mal wieder die Flechten besucht …

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Von den Pilzen an der Eiche zu den Flechten ausserhalb des Gartens ist es räumlich nicht weit. Zwar hatte ich beim Spaziergang mit Bongo lediglich die Taschenkamera dabei, aber widerstehen konnte ich trotzdem nicht:

 

Auf dem ersten Bild oben ist eine Laub- oder Blattflechte zu sehen, wahrscheinlich eine Blasenflechte Hypogymnia physodes, auf dem zweiten eine Becherflechten-Art Cladonia spec., auf dem dritten Zerfliessende bzw. Gelbe Gallerttränen Dacrymyces stillatus, wie ich sie schon vor einer Woche auf einem anderen Teil desselben Weidezauns fotografiert hatte. Bei der silbriggrünen, krümelig aussehenden Flechte daneben bin ich ahnungslos.
Weil ich gerade dabei war und das Licht so günstig, habe ich als Viertes auch noch ein Foto von einer Gewöhnlichen Gelbflechte Xanthoria parietina im Garten mitgenommen, die eine erstaunlich vielfältige Farbigkeit an den Tag legt.
Alle vier Fotos sind vom Mittag des 10. Dezember 2019, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

Gelbflechten und Reifkristalle

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Ungefähr so habe ich es mir gewünscht: einen sonnigen Tag mit günstigem Licht und dazu noch reichlich Reifkristallzauber über alles drübergestreut, auch über und um die Flechten herum.

Die Gelbflechten Xanthoria parietina und Blasenflechten Hypogymnia physodes (auf Bild 2) sitzen auf einem alten Hasel-Ast im Garten. Die krustige blaugrüne Flechtenart vom oberen Teil des dritten Bildes kann ich noch nicht benennen.
Die Fotos sind von gestern Vormittag, dem 5. Dezember 2019, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.