Mohnbilder und morgendliches WordPress-Gemecker

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Die beiden Mohnbilder aus dem im Garten sollten sowieso drankommen, aber nun dienen sie auch zur Beispiel-Illustration dessen, weshalb ich etwas zu meckern habe, und das schon morgens: WordPress-Gemecker!

Neuerdings zeigt mein Blog (zumindest mir) keine Titel-Anzeigen unter den Karussell-Bildern, das heisst, wenn man die Fotos einer Galerie im sogenannten „Karussel“ betrachten möchte.
Darum werde ich die somit sinnlos gewordene Karussell-Funktion vorläufig abgestellen.
Dann nämlich könnt ihr entweder ein Bild mit der Maus ansteuern (mouseover), oder solltet es zum Vergrössern anklicken, dann erscheint die Mediendatei mit ihrem vollständigen Titel, wie ich es mir vom Karussell weiterhin gewünscht hätte
Die kleinen Pfeile und den Verweis „Nächste“ bzw. „Vorherige“ kennt ihr sicher schon, daher ist der Unterschied zum „Karussell“ nicht gross.
Trotzdem bin ich gerade nicht glücklich damit. Auf meinem anderen, dem Puzzle-Blog, ist bisher alles normal und wie es sein soll. Ich hoffe, es handelt sich nur um einen vorübergehenden Spuk.

Die Mohn-Fotos sind vom 31. Mai 2021, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie – wie oben erwähnt – zum Lesen der Beschriftung und zum grösser Betrachten anklicken.

2021-03-20 'schräges' Interieur-Bild v. J.W. f. Zimmerreise 'Gardinen'

F wie Fenster oder G wie Gardinen (Zimmerreise 03/2021)

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2021-03-11 Zimmerreise 03-2021 F+G | Veröffentlicht 2021/02/12 in 'Einladung zu den Zimmerreisen 03/2021'Für meine dritte > Zimmerreise 03/2021 fiel es mir angangs schwer, mich zwischen F wie Fenster und G wie Gardinen zu entscheiden. Beides hängt zwar normalerweise auch zusammen – Super-Wortspiel ✨🎉🤡 – andererseits auch nicht immer, denn an keinem einzigen Fenster unseres Hauses hängt eine Gardine, weder als halbdurchsichtige Stores mit Übergardinen, noch als dekorativ gerafftes Mittel zum Kaschieren der Fensterrahmen oder als textile Umrahmung des Ausblicks.
In schleichendem Prozess wurden es über die Jahre immer weniger Vorhänge in den von mir bewohnten Wohnungen und Häusern, vor einem Jahrzehnt kam er zum Abschluss.

2021-03-20 'schräges' Interieur-Bild v. J.W. f. Zimmerreise 'Gardinen'Seitdem findet sich nur noch eine einzige Gardine im Haus, und zwar plüschig-rot und goldbestickt, unter einer fransenbesetzten Schabracke und von goldfarbenen Raffhaltern rechts und links einer Topfpalme seitlich gehalten, als Detail auf einem eigenwilligen Ölbild; der betreffende Ausschnitt davon ist hierneben zu sehen.

Das Bild entdeckte und kaufte ich auf einem Flohmarkt in Bad Bodenteich, im Nachbarlandkreis Uelzen.
Es steckt, konsequet zum Motiv passend, in einem geradezu bombastischen Goldrahmen und stellt das Interieur eines theatralisch vollgestellten Salons vergangener Zeiten dar, oder, wie ich es empfinde, eine Theaterkulisse davon.
Dabei stehen die Perspektiven der abgebildeten Gegenstände so unharmonisch gegeneinander, dass es optional bleibt, ob „J.W.“ es nicht besser konnte oder so beabsichtigt hatte.
Wegen der Heiterkeit, die mir die scheinbar herumtanzenden Möbel bescheren, musste ich das Ölgemälde unbedingt haben.
Es ist tatsächlich noch zweimal so breit, aber so voll mit Gegenständen, dass mein Hauptmotiv, das Fenster mit Gardine, davon wieder in den Hintergrund gedrängt worden wäre, und dabei soll es doch hier mein Ausgangsgegenstand sein!

Das Bild stellt auch dar, was ich mit Gardinen, Vorhängen und Portieren verbinde: etwas Schweres, Spiessiges und fast immer auch Staubiges, und dabei mit einer gewissen Verehrung behandelt, die ich nicht einsehen mochte.
Der Kult um die weissen Tüllgardinen, wie sie Mutter, Grossmutter und überhaupt alle Frauen zelebrierten, die ich kannte, das Faltenstecken und das nutzlos Akkurate waren mir schon als Teenager zuwider, den schon vom Ansehen empfundenen Muff der schweren, dunklen Übergardinen fand ich erdrückend.
Dabei beinhalten meine Kindheitserinnerungen an Gardinen auch fröhliche Muster und leichte Baumwollstoffe mit Kringeln, Streifen oder Blumen, die ich wirklich mochte. Das Bedrückende und die sorgsam behütete Üppigkeit kam erst später, vermutlich als Wohlstandsphänomen.

Auch die besondere Beachtung, die ältere Frauen immer auf die Gardinen verwendeten, um andere Frauen und deren Haushalt zu taxieren, ist mir unvergesslich, und die unverschämten Fragen, mit denen ich einst ins Verhör genommen wurde, weshalb wir noch Monate nach dem Einzug keine Gardinen aufgehängt hätten. Die Antwort, dass sonst die üppigen Zimmerpflanzen keinen Platz hätten, wegen denen ja auch keiner hineinsehen könnte, stiess auf wenig Verständnis, dafür wurde mir einmal mehr die Information mitgegeben, dass es immer „in 3facher Breite“ des Fensters sein müsse, falls wir uns das denn noch überlegen wollten.
In späteren Jahren wurde ich von gelegentlichen, sogar gleichaltrigen Besucherinnen gefragt, ob jemand bei uns Allergiker sei, weil wir so gar keine Vorhänge hätten, und Topfpflanzen aber auch nicht. Ich verweise dann immer darauf, dass wir unsere Fenstertüren tatsächlich gerne öffnen und dass es im Garten grün genug sei. Aber was so richtige Gardinensteckerinnen sind, die glauben das nicht. Die denken, man mache es sich bloss leicht. Aber ja!

Fische von Friebe (Zimmerreise 03/2021)

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2021-03-11 Zimmerreise 03-2021 F+G | Veröffentlicht 2021/02/12 in 'Einladung zu den Zimmerreisen 03/2021'„Fische“ lautet das nächste Wort mit dem Anfangsbuchstaben F für meine zweite > Zimmerreise 03/2021. Es steht für zwei Bilder mit Fischmotiven, die mich seit vier Jahrzehnten von Bad zu Bad meiner jeweiligen Wohnung begleiten, und dort an der Wand hängen. Mit diesen Fischen ist noch ein weiteres F-Wort untrennbar verbunden: „Friebe“.
Häh? – ja, Friebe: Während unter der linken Ecke der Druckgrafik die mit Bleistift geschriebene Abkürzung „Orig. Rad.“ sie als Original-Radierung ausweist, steht dies als Namenssignatur unter der rechten Ecke des schmalen Hochformats in den hellen Holzrahmen im Stil der 50er oder 60er Jahre.

Die beiden colorierten Radierungen von tropischen Fischen, die aussehen wie in einer Art Aquariums-Atmosphäre betrachtet, kaufte ich Anfang Mai 1980 an einem der vielen Stände des Antiquitätenmarktes mit alten Büchern und Druckgrafiken in der sogenannten Raritätengasse auf der Auer Dult in München.
Die Auer Dult ist ein traditioneller Markt, der mehrmals im Jahr auf dem Mariahilfplatz stattfindet, im Münchner Stadtviertel Au, östlich bzw. rechts der Isar. Über eineinhalb Wochen hinweg werden dort Geschirr und Kochutensilien, aber auch Naturheilmittel, Antiquitäten und Trödel verkauft; angeschlossen ist dem ein Jahrmarkts- bzw. Volksfestvergnügen mit Karussells, Bierzelten und Fress-Standln.

 

Weil Rahmen und Papier der Bilder schon starke Spuren von langen, unbeachteten Jahren im Keller aufwiesen, sprach nichts dagegen, die für kleines Geld erstandenen Bilder im Bad aufzuhängen, und so schenkte ich sie meinem damaligen, tauchbegeisterten Partner zum Geburtstag. Als wir uns trennten, bekam ich sie zurück, und seitdem begleiteten mich die Fische bei jedem Umzug ins nächste und wieder nächste Badezimmer, auch in das gegenwärtige. Nur zum Fotografieren für diese Zimmerreise habe ich sie an einen anderen Platz gebracht, weil sie sonst gegenlichtig hängen, rechts und links vom Fenster, und so sehen sie besser aus.

Lange Zeit war mir gleichgültig, über den Künstler namens Friebe nichts zu wissen. Doch seit man im Web vieles bequem und einfach recherchieren kann, suchte ich mit den Stichworten „Original-Radierung + Friebe“ und fand zahlreiche Bilder in ähnlichem Stil, Format und Rahmen auf ebay und anderen Webseiten zum Verkauf angeboten, die genau wie meine mit demselben Kürzel und Namen signiert waren: Hunderte Bilder von Blumen und blühenden Zweigen, von Wildpflanzen mit und ohne Schmetterlingen oder Vögeln, die ich auf Verkaufsplattformen ansah: „Friebe“ war fleissig, aber als Künstlerpersönlichkeit nirgends erwähnt.

Dagegen war es leicht, die abgebildeten Fische zu bestimmen: auf dem erste Bild sieht man zwei Kaiserfische, auf dem zweiten einen Picasso-Drückerfisch und einen Blauen bzw. Rotzahn-Drückerfisch. Fotos von weiteren Friebe-Fischbildern fand ich nicht, lediglich eine Notiz auf der Webseite eines Berliner Auktionshauses: „FRIEBE (20. Jh.): Tropische Fische. Farbradierung. Bleistift sign. 25Χ8 cm. R.“, zusammen mit zwei weiteren Artikeln als eine Position aufgeführt – und das war auch schon alles.

Vermutlich wird sich nicht aufklären, wer diese Person namens Friebe war, die in den 60er Jahren viele deutsche Wohnzimmer mit Radierungen von Pflanzen und Tieren versorgt hat, aber dennoch damit nicht als Künstler*in bekannt wurde, sonder anonym blieb wie diejenigen, die Illustrationen für Schulbücher und naturkundliche Nachschlagewerke anfertigten. Nur dass hier jemand zusätzlich zu Können und Geduld beim handwerklichen Anfertigen der Platten für das Tiefdruckverfahren ausserdem noch bewundernswerte Ausdauer an den Tag legte, seine vielen Druckgrafiken zu signieren, immer mit „Orig. Rad.“ links und „Friebe“ rechts.

2. Zimmerreise 01/2021 mit Blumenstillleben

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Die 2. Zimmerreise 01/2021 führt in unser Wohnzimmer. Zum Fotografieren hätte ich das Kissen wegräumen können, das Beistelltischchen rechts vom Sofa wegrücken und den Nähkasten meiner Mutter links aus dem Bild rollen, doch sie sind eben bequem, um Bücher, Handy, Laptop oder Fernbedienungen abzulegen oder was man sonst zur Hand haben möchte. Wir verzichten nämlich auf den obligatorischen Couchtisch in der Mitte.
Auch Bongo findet das gut (siehe Foto). Zwar befindet sich sein Korb in einer ruhigen Ecke , wo er sich zusammenrollt, wenn er Ruhe braucht, aber zum Chillen räkelt er sich lieber mitten auf dem Wollteppich vor dem Sofa. Das Foto ist schon zehn Jahre alt, und Bongo sogar zwölf, aber hat er „seine fünf Minuten“, sieht es noch genauso aus.
Nicht Couch, sondern Sofa heisst es übrigens, hat das Möbel eine hohe Rückenlehne, aber keine Liegevorrichtung. Wegen des C habe ich das nachgeschlagen, also habe ich nur das B zum Zimmerreisen.

2021-01-11 LüchowSss Wohnzimmer Gemälde v. Gottlieb Berghauer (bzw. Bohumil Horyna u. B. Hornìk) mit Bongo (1x4)

Das Blumenstilleben mit rotem Mohn und anderen, bunten Wildblumen über dem Sofas kaufte ich vor Jahren in Neusiedl am See im österreichischen Burgenland, auf dem Flohmarkt. Die Signatur konnte Bergbauer wie Berghauer bedeuten, der Anfangsbuchstabe des Vornamens mochte ein E, G, oder ein schiefes W darstellen.
Glücklicherweise wächst der Informationsschatz im Web stetig, und die an die Feuerzangenbowle erinnernde Frage: „Wer ist grosses E-Punkt?“ ist nun geklärt. Es handelt sich um ein altmodisch kurrrent geschriebenes G für Gottlieb, mit Nachnamen Berghauer.

Gottlieb (slawisch: Bohumil) Berghauer wurde am 23. Januar 1910 in Rossnitz bei Brünn in Südmähren geboren, damals Kronland des k.u.k. Österreich. Im heutigen Tschechien findet man es als Rosice bei Brno auf der Karte, zwischen 150-160 km ähnlich weit entfernt von Wien, Bratislava oder Neusiedl am See.
Der autodidaktische Künstler ist im deutschen Sprachraum nahezu unbekannt. Seine Gemälde und ihn findet man eher auf tschechischen Webseiten erwähnt, doch auch dort ist es kompliziert, denn er verwendete während seiner Schaffenszeit vier verschiedene Signaturen, manche gleichzeitig, was sich durch die historischen Besonderheiten seiner tschechischen Herkunft erklärt.
Als noch während der österreichischen k.u.k.-Zeit geboren und aufgewachsen, signierte der Maler auch nach der Gründung der unabhängigen Tschechoslowakei 1918 noch bis Ende der 30er Jahre als G(ottlieb) Berghauer mit dem deutschen G in Kurrentschrift, so wie auf meinem Bild, besonders bei deutschsprachigen Auftraggebern, sonst verwendete er das B. für Bohumil Berghauer. Da mein Blumenbild mit G. Berghauer signiert ist, müsste es folglich schon in den 30er Jahren gemalt worden sein.
Die weiteren Varianten ergaben sich durch politische Konflikte mit dem nationalsozialistischen, deutschen Besatzungsregimes in Österreich und Tschechien ab 1938. Weil es Gottlieb / Bohumil Berghauer offiziell verboten wurde, Bilder zu verkaufen, tat er dies unter Pseudonym, zeichnete tschechisch „Horyna Bohumil“, mit dem Familiennamen zuerst, oder „Bohumil Horyna“ nach deutschsprachigem Herkommen, aber auch immer wieder als „B. Horník“, denn „horníci“ bezeichnet den Beruf des Berghauers auf Tschechisch.
Ab 1947 nannte sich der Künstler offiziell Bohumil Horyna, oder umgekehrt, und lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in Bosonohy bei Brno als Maler von Landschaften, Porträts, Folkloremotiven, Akten und auch (Buch-)Illustrationen. Bohumil Berghauer / Bohumil Horyna starb 1972 in Bosonohy bei Brno, damals Tschechoslowakei.

Ein Schatz von eindrucksvollem „Nennwert“ hängt nicht über unserem Sofa. Auch in Tschechien, wo der Künstler bekannter ist, sind die Preise für seine Bilder bescheiden. Aber seine Identität und Herkunft benennen zu können, zumal aus dem Hügelland, durch das wir früher mehrmals jährlich zwischen Neusiedler See und Norddeutschland hin- und herfuhren, bedeutet mir mehr als nur der hübsche Anblick der Blumen. Die Fahrten wurden in den letzten Jahren seltener. Pandemiebedingt fahren wir momentan nirgendwohin, aber über das Bild durch dessen Historie und durch Erinnerungen streifen zu können, das freut mich.