Zwischen Blüten, Beeren und Pilzen: Gartenbunt im späten September

Bevor der neunte Monat diesen Jahres auch schon wieder endet, gibt es hier Bilder vom plötzlich so herbstlichen, aber erfeulich grünen, späten September. Ich habe sie quer durch den Garten zusammengetragen, zu kleinen Grüppchen geordnet und mit namentlichen Beschreibungen versehen:

1. Ein Blick über Wieseninseln zu den beiden Birken Betula, der nun tatsächlich abgestorbenen Birke links und der schütter gewordenen, am Stamm efeuummantelten, grösseren Birke rechts, die hoffentlich noch weiterhin durchhält.
2. Die Grüne Rose Rosa chinensis Jacq. ‚Viridiflora‘ mit einem für sie üblichen, grünen Pompom-Blütenstand, regennass.
3. Das vor einigen Jahren als Faulbaum gekaufte, schwachwüchsige Gewächs hat im Mai grün geblüht und trägt nun schwarze Beeren: tatsächlich scheint es ein Purgier-Kreuzdorn Rhamnus cathartica zu sein.

4. Hasen-Klee bzw. Ackerklee Trifolium arvense hat sich in diesem so trockenen und heissen Jahr bisher nicht blicken lassen, erst der Septemberregen vermochte ein zwei Pflänzchen aus dem Boden zu locken, die nun sogar blühen und hoffentlich noch schaffen, sich zu vermehren, denn diese Kleeart ist nur einjährig.
5. Der seltsame Baumpilz, der offenbar aus einer der Eichenwurzeln heraufgewachsen ist, wirkt nun noch eigenartiger.
6. Auch die Breitblättrigen Lichtnelken bzw. das Weisse Leimkraut Silene latifolia hat sich durch die Regenfälle zu frischem Blühen anregen lassen.

7. Die weisse bzw. bei bedecktem Himmel blassrosa blühende Aspirin-Rose von Tantau zeigt sich nun mit ‚Regenflecken‘.
8. Ein im Frühling umgepflanzter kleiner Strauch der Rispenhortensie Hydrangea paniculata, Sortenname ‚Vanille-Fraise‘, hat sich erst im September noch zu einer späten Blüte entschlossen.
9. Auch die verschiedenen Sorten vom Garteneibisch Hibiscus syriacus blühen in diesem Jahr sehr unterschiedlich, und dieser wegen zusätzlicher Blütenblätter als „Chiffon-Sorte“ bezeichnete, weiss blühende Strauch kam auch erst im September in Schwung und blüht, dem kühlen Regenwetter zum Trotz.

10. Unscheinbar, aber unermüdlich blüht das Echte Eisenkraut Verbena officinalis mit seinen kleinen Blütchen, bei denen ich mich schwer entscheiden kann, ob man sie nun eher rosa oder eher lila beschreiben sollte. Zu Beginn des Monats besuchten noch kleine Ackerhummeln die Blüten, die sind nun verschwunden.
11. Seit es geregnet hat, bringt der Boden hier und da Gewöhnlichen Reiherschnabel Erodium cicutarium hervor, der sogar viele kleine purpurfarbene Blüten zeigt. Mir ist das lieb, denn er besiedelt kahle Stellen und ist mit Hitze und Trockenheit gut verträglich. Die kleinen Wildbienen werden ihn lieben.

12. Hier und da zeigen sich am Wilden Dost bzw. Oregano Origanum vulgare noch einmal purpurrosa Blüten.
13. Es gibt auch einige späte Blüten an den zuvor abgeblühten Stängeln der Skabiosen-Flockenblume Centaurea scabiosa, hier vom Regen nass, aber mit Besuch von einer grauen Fliege.
14. Auch die purpurfarbenen Blüten vom Schmetterlingsflieder Buddleja davidii werden noch von Insekten aufgesucht. Den Admiral Vanessa atalanta weiter unten (23. Bild, Gruppe „Orange“) habe ich auf Blättern ruhend im selben Strauch fotografiert. Ab und zu kommen dort auch noch Acker- und Erdhummeljungköniginnen vorbei.

15. Wie immer unermüdlich ist auch die Zwergrose Lupo® von Kordes mit den kleinen, immer etwas gezaust aussehenden Blüten in Pink mit weissem Grund. Sie ist keine Rosenschönheit, aber mit ihrem Durchhaltevermögen besticht sie immer wieder.
16. Nicht ausdauernd als Einzelpflanze, aber mit Durchhaltevermögen im Sinne der Selbstaussaat halten die Kronen-Lichtnelken oder auch Vexiernelken Lychnis coronaria im Garten schon seit Jahrzehnten einen Rekord, selbst nach diesem für sie offenbar strapaziösen Sommer, in dem nur wenige blühten, und das mit nur halb so grossen, karmesinroten Blüten wie sonst, kommen jetzt noch einmal einzelne Pflanzen zur Blüte.

17. Wegen seiner schön rotbunten Herbstfarbe hat das Weinblatt Vitis vinifera ssp. vinifera der Traubensorte ‚Vanessa‘ hier seinen Platz. Inzwischen haben wir die meisten Trauben dieser Sorte mit kernlosen, rosafarbenen Beeren geerntet und zu Marmelade verarbeitet, den Rest dürfen sich die Vögel holen.
18. Die Verfärbung der grünen Blätter vom Blutroten Hartriegel Cornus sanguinea vollzog sich innerhalb von zwei Tagen: auf einmal trägt er ein vorwiegend purpurrotes Kleid mit nur noch wenig Grün.

19. Leuchtend Rot sind auch die glasig-transparent wirkenden Beeren des Gewöhnlichen Schneeballs Viburnum opulus, vor allem ist der Kontrast zu den noch völlig grünen Blättern schön anzusehen. Leider kommen nur selten Drosseln vorbei, die sie zu schätzen wissen, aber man weiss ja nie, welche Wintergäste noch kommen.
20. Die Beeren vom Hahnendorn bzw. Hahnensporn-Weissdorn Crateagus crus-galli sind im Winter gefragter; auch er hat binnen weniger Tage seine Beeren rot und die Blätter rötlich und orange gefärbt, allerdings noch nicht vollständig. Auf dem Foto sieht man vor allem oben rechts die namensgebenden langen Dornen.

21. Das Hellrot der durch die Feuchtigkeit ungewöhnlich herbstlich blühende Zierquitte Chaenomeles leuchtet kräftig aus einer schattigen Stelle im Garten. Normalerweise blüht sie im April, aber die Witterung ist dem ja gerade ähnlich.
22. Bei der Mohnblüte mit der Farbe von Klatschmohn, aber dem Saatmohn ähnlich fleckenlosen Blütenblättern müsste es sich um Klatschmohn Papaver rhoeas handeln, denn die kleine grüne Samenkapsel ist eher rundlich und der Stängel borstig abstehend mit steifen Haaren besetzt, so unterscheidet es sich leichter als anhand der Blüte.

23. Da ist er, der oben bereits erwähnte Admiral Vanessa atalanta, den ich auf einem lediglich Blätter tragenden Trieb vom purpurnen Schmetterlingsflieder Buddleja davidii in dieser geradezu meditativ anmutenden Pose fand.
24. Diese kleinen, orangefarbenen Hagebutten gehören zu einer Vielblütigen Rose Rosa multiflora, die ihre Zweige über ein Beet mit hell-lila und gelb blühenden Asiatischen Wildastern Aster ageratum breitet.
25. Eine orangefarbene Ringelblume Calendula officinalis, eine von einer grösseren Schar, die ich erst im Sommer ausgesät habe, ist gerade im Öffnen begriffen. Ringelblumen sind einfach fantastisch im Ergreifen von Gelegenheiten.

26. Es ist wohl eine weibliche Gemeine Sumpfschwebfliege Helophilus pendulus, die sich auf dem hellbraunen Hut eines unterseitig Lamellen aufweisenden Pilzes niedergelassen hat, bei dessen Bestimmung ich passe: diese „Rasenpilze“ finde ich immer wieder verwirrend, weil man im Web zuerst Unmengen Seiten geliefert bekommt, wie man sie vernichtet, statt Bezeichnungen und Beschreibungen.
27. Dagegen unverwechselbar: die Schopftintlinge Coprinus comatus, zumal sie unten am sich in Reife aufrollenden, schwarzglänzenden Rand bereits ihrem Namen gerecht werden. Vor einigen Tagen schrieb ich woanders noch, es wären noch keine im Garten zu sehen – zack! standen sie da.

28. Seit der Efeu Hedera helix seine gelblich-grünen Blüten trägt, haben die Hornissen Vespa crabro und Wespen ihre Interessen dorthin verlagert; dort summt und brummt es unüberhörbar, wenn man in die Nähe kommt.
29. Bei den Gelb-Skabiosen Scabiosa ochroleuca weiss ich immer nicht genau, ob ich sie zu Weiss, Grünlich oder Gelblich zuordnen möchte, je nachdem, wie sie das Tageslicht gerade wirken lässt. Sie blühen und fruchten unermüdlich weiter, und Insekten, die sie besuchen und bestäuben, fliegen noch. Ihnen scheinen auch Fliegen dazu genug.

30. Das Weisse Berufkraut Erigeron annuus ist auch nach dem Regen wieder mehr zum Vorschein gekommen. Auch an ihm sehe ich, wenn auch nicht auf diesem Foto, meistens Fliegen.
31. Diese etwas gefüllt blühende, weisse Neubelgische Glattblattaster Symphyotrichum novi-belgii habe ich vor einigen Jahren mal als kleine Topfpflanze mit Puschelblüten mitgebracht bekommen; von dem putzigen Erscheinungsbild hat sich dieselbe Pflanze deutlich wegentwickelt und hat wieder einfachere Blüten auf halbmeterhohen Stängeln.

32. Die „neongelb“ leuchtenden Gewöhnlichen Nachtkerzen Oenothera biennis gehen mir nicht aus, selbst wenn ich immer wieder Pflanzen entferne, wo ich sie unpassend platziert finde. Es macht mir Freude, sie in der Dämmerung leuchten zu sehen und bin gespannt, wie lange in den Winter hinein sie es damit diesmal schaffen.
33. Welche Art das Foto der Königskerzenblüten im Querformat zeigt, weiss ich nach wie vor nicht sicher. Zunächst ging ich von der Grossblütigen Königskerze Verbascum densiflorum aus, aber die „flatterig“ wirkende Form der Blüten habe ich bei meiner Suche so nicht gefunden.
34. Sicher bin ich bei der Kandelaber-Königskerze Verbascum olympicum, von der momentan im Garten noch eine hochgewachsene Pflanze blüht und auch noch neue Knospen hervorbringt. Kandelaber-Königskerzen haben in den vergangenen Jahren immer bis in die Frostperiode hinein geblüht.

35. Die Färberkamillen Anthemis tinctoria im Garten haben mit dem Regen noch einmal richtig losgelegt und zeigen mir, dass sie bleiben müssen. Nachdem sie im Sommer vielfach so hässlich verdorrt aussahen, habe ich schon einige unansehnliche Exemplare ausgerissen. Aber sie haben reichlich Samen verstreut und so ist es gut.
36. Ob aus dieser Blüte einer Zucchini-Cucurbita pepo-Pflanze im Hochbeet noch eine Frucht heranwächst, ist ungewiss. Das Wachstum ist wegen der Abkühlung schon sehr verlangsamt. Die letzten schmalen und nur handspannenlangen Früchte habe ich am 26. September geerntet. Die Gurken haben schon aufgegeben.

37. Nicht so stark wie in den Vorjahren blühen die Asiatischen Wildastern Aster ageratoides ‚Asran‘; ihnen scheint es im Sommer zu sehr an Feuchtigkeit und Schatten gefehlt zu haben und im September andererseits an Wärme. Diesmal sind sie keine Schmetterlingsweide.
38. Die Neubelgischen Glattblattastern Symphyotrichum novi-belgii mit ebenfalls lilafarbenen Blütenblättern und goldgelber Mitte kommen in diesem September erst sehr spät in Gang, aber es öffnen sich endlich mehr Blüten.
39. Nicht lila sondern blau: es blühen noch Wegwarten Cichorium intybus, wenn auch nicht mehr üppig, sondern nur noch vereinzelt an eigentlich alten Stängeln, die mir Selbstbeherrschung abverlangen, sie nicht abzuschneiden, weil sie regennass und je nach Windrichtung mal nach hier, mal nach dort den Weg versperren.

Die Fotos sind vom 27. und 28. September 2022, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern und einzelnen Betrachten der Fotos bitte die kleinen Bildergruppen anklicken.

21 Gedanken zu “Zwischen Blüten, Beeren und Pilzen: Gartenbunt im späten September

  1. Was für eine Farb- und Formenvielfalt bei dir im Spätseptembergarten. Das hätte mich auch gewundert, wenn die Schopftintlinge jetzt nicht auch bei dir hervorkämen. Ich glaube ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass du einen schönen, abwechslungsreichen Garten hast. Aber das kann ich ja ruhig einmal im Jahr schreiben 🙂.

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    • Danke! Ich freue mich gerne auch nochmals. 🙂
      Heute Nachmittag wäre ich fast über einen jungen, noch sehr phallisch geformten Parasol im Rasen gestolpert, der am Morgen noch nicht da war. Unfassbar, was Pilze für ein Tempo draufhaben können. Jetzt habe ich ihm ein kleines Zäunchen zum Schutz drumgebaut, damit er nicht doch noch unter die Füsse oder Maxis Pfoten gerät, wenn sie im Garten wieder mal ihre blitzschnellen Flitze-Momente hat und eben doch nicht ganz hoch genug fliegt, sondern nur so aussieht.

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  2. Richtig üppig, was bei dir noch alles blüht! Aber ganz so viel Betrieb ist auch nicht mehr oder? Ich liebe ja den Blutroten Hartriegel mit seinen wunderschönen Farben und auch alles was rote Beeren und bunte Blätter hat. Da sind die Blumen eine schöne Ergänzung. Toll!

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  3. Da hat sich mein „Vorspulen“ zu diesem Artikel so richtig gelohnt :-) Was für ein spannender und erfreulicher Rundgang durch euren Garten mit erneut sachkundiger und unterhaltsamer Führung.

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