Es herbstelt sichtlich und spürbar

Heute herbstelt es nicht nur für’s Auge, sondern auch spürbar: seit morgens wurde es bis zum frühen Nachmittag kälter statt wärmer. Noch ist es ungewohnt, sich vor dem Hinausgehen warm anzuziehen, mit wind- und regendichter Jacke, einer Mütze wegen des kalten Windes und Schuhen, in die ich sogar nach langem wieder mit Socken schlüpfe. Am frühen Nachmittag um 14 Uhr 30 herum war ich heute bei +11°C im Garten:

Es ist mir ein richtiges Fest, auf den kahlen Stellen des endlich regenbefeuchteten Bodens zahlreiche Sämlinge zu entdecken (Bild 1), die das Braun wieder mit grünen Tüpfelchen auffrischen und sicherlich bald zeigen werden, um welche kleinen Pflänzchen es sich handelt. Momentan sind mir alle willkommen. Der weibliche Gemeine Grashüpfer Pseudochorthippus parallelus auf dem Fruchtköpfchen einer Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca (Bild 2) braucht schliesslich auch noch Nahrung, und ganz bestimmt ist ihm heute verflixt kalt.

Die weissen Blüten der mit Anfangt September erst spät erblühte „Chiffon“-Sorte vom Garteneibisch Hibiscus syriacus wirken alle wie feuchte Papierblumen, Fliegen saugen trotzdem daran (Bild 3) und an den durch die Kühle weniger gross entwickelten Blüten der ungefüllten rosa Sorte vom Garteneibisch Hibiscus syriacus versuchen sich unverzagte Ackerhummeln Bombus pascuorum (Bild 4). Vielleicht ist es für die Hummelzungen sogar ein Vorteil, dass die Blüten nun kleiner und weniger tief ausgefallen sind, so dass der Nektar besser zu erreichen ist.

Hier und da entdeckte ich eine kleine Schwebfliege; auf der Asiatischen Wildaster Aster ageratoides mit lila Blütenblättern um die goldgelbe Mitte herum handelt es sich um eine weibliche Gewöhnliche Langbauch-Schwebfliege Sphaerophoria scripta (Bild 5). Die Ringelblumen Calendula officinalis nutzen wieder einmal jede Gelegenheit zum Blühen und Samenbilden, wie diese gelbe Blüte mit zwei verblühten, graubraunen, samentragenden Exemplaren zeigt (Bild 6). Die Lambertshasel, die im Frühling so schön dunkelrotes Laub hatte, vergilbt bereits herbstlich dahinter.

Erstaunliches ist an einer der Zierquitten Chaenomeles zu sehen, nämlich frühlingshafte, orangerote Blüten neben grünen, noch unreifen Früchten am selben Zweig (Bild 7). An einer Stelle im Garten fand ich nach mehreren Wochen ohne Mohnblumen auch wieder eine Pflanze mit mehreren roten Saatmohnblüten Papaver dubium (Bild 8), allerdings vom Regen nicht alle so ansehnlich hinterlassen wie diese einzelne. Wenn der graugrüne Blütenstaub in der Blüte verlaufen ist, wirkt es nicht mehr so hübsch.

Die ersten weissen Blüten der Aspirin® Rose (Tantau) haben bereits wieder ihren Höhepunkt überschritten (Bild 9), und nahe der Eiche kommt ein Pilzbegilde aus dem Boden, von dem ich annehme, dass es sich um einen Baumschwamm handelt, der mit hellem und braunem Samt aus einer der Wurzeln hervorkommt (Bild 10). Zur Zeit verwandelt er täglich sein Erscheinungsbild, der anfänglich eiförmige Knubbel geht in die Breite und seine Form wird immer skurriler. Vielleicht lässt er sich am Ende noch bestimmen?

Auf den inzwischen bis auf einzelne „Rettungsbüschel“ gemähten Wieseninseln blühen noch vereinzelt purpurviolette Acker-Witwenblumen Knautia arvensis (Bild 11) und Skabiosen-Flockenblumen Centaurea scabiosa (Bild 12) nach. Es sind nicht viele, aber es fliegen auch nicht mehr viele Insekten umher, die sie besuchen würden, wie etwa die Ackerhummel Bombus pascuorum die Acker-Witwenblume. Hierunter sieht man noch nicht ganz reife, aber schon knackig-leckere Vereinsdechants-Birnen oder auch ‚Doyenné du Comice‘ Pyrus communis (Bild 13), eine sogenannte Winterbirne.

Zuletzt sind noch die hübsch hellgrün und zartrot gefärbten Flügelsamen des Feldahorns Acer campestre zu sehen (Bild 14), mit einer kleinen, graubraunen Spinne, die sich daran versteckt hält. – Während meines Rundgangs fielen mir ausser dem Grashüpfer von Bild 2, der Langbauch-Schwebfliege von Bild 5 und den Ackerhummeln von den Bildern 4 + 11 nur eine Erdhummel-Jungkönigin, ein Tagpfauenauge, ein Kohlweissling, etliche weitere Fliegen und, zufällig, eine einzelne Feuerwanze auf. Weitere Insekten waren sicherlich da, haben sich aber wegen des kalten Windes nicht auffallend bzw. nicht lange genug gezeigt, um sie genauer zur Kenntnis zu nehmen.

Die Fotos habe ich alle am frühen Nachmittag des 17. September 2022 im Garten aufgenommen, in Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilderpärchen anklicken.

7 Gedanken zu “Es herbstelt sichtlich und spürbar

Kommentar - gerne!

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..