Gartenbunt im späten August

In diesem Beitrag gibt es Bilder von den späten Augusttagen, quer durch den Garten gesammelt, wie sie gerade vor die Linse kamen, aber hier nun einigermassen nach Farben gruppiert, weil sich auf diese Weise auch die Beschreibungen besser gliedern lassen. Es beginnt mit unscheinbarem, trockenem Graubraun.

1. „Graubraun“: Bild 1 zeigt den Fruchtstand einer Wilden Möhre Daucus carota subsp. carota, einen von vielen graubraunen, samentragenden Stängeln auf meinen Wieseninseln im Garten. Bild 2 einen graugrünbräunlichen Grashüpfers auf dem Graubraun des trockenen Rasens, in dem sich an dieser besonders trockenen Stelle kaum Grün gehalten hat. Grün ist die Überleitung zur nächsten Bildergruppe:

2. „Grün“: Bild 3 ist ein Foto von der normal-ungewöhnlichen Art der Grünen Rose Rosa chinensis Jacq. ‚Viridiflora‘, die zwei Jahre nach dem Entfernen der alten Stöcke wieder aus dem Boden gesprossen kam. Auf Bild 4 sieht man wie ein Schmuckstück goldgrün glänzend einen Minzeblattkäfer Chrysolina herbacea auf Marokkanischer Minze Mentha spicata var. crispa ,Marokko‘. Bisher fand ich nur einen, der durfte bleiben. Bei den Fotos mit den weissen Blüten kommt die Marokkanische Minze gleich noch einmal vor …

3. „Weiss“: … nämlich auf Bild 5 mit einer weissen Blütenrispe der Marokkanischen Minze Mentha spicata var. crispa ,Marokko‘, auf der sich eine kleine Goldbraune, Goldglänzenden bzw. Gold-Furchenbiene Halictus subauratus fotografieren liess. Sonst lassen sich besonders Raupenfliegen dort zahlreich beobachten, aber die sieht man auch auf Bild 6, nämlich zwei Raupenfliegen Tachinidae unterschiedlicher Arten auf dem Blütenstand einer Rispenhortensie Hydrangea paniculata. Leider habe ich über die Jahre den Sortennamen vergessen, weil der kleine Strauch sich bis zu diesem Sommer nur sehr schlecht entwickelte. Diesen Sommer ist er aber buchstäblich aufgeblüht. Nicht fehlen darf Bild 7 mit weiss blühendem Schmetterlingsflieder Buddleja, den hier eine Erdhummel Bombus terrestris aufgesucht hat.

„Gelblich“: Bild 8 zeigt eine Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca mit Besuch von einer männlichen Gelbbindigen Furchenbiene Halictus scabiosae mit ihren auffallend gelben Beinen; im späten August waren eine grosse Anzahl von ihnen auf den Wieseninseln zu finden. Bild 9 habe ich in diese Dreiergruppe aufgenommen, weil ich den gelblichen Farbton der ansonsten auch bräunlich und rötlich gefärbten Nördlichen Fruchtwanze Carpocoris fuscispinus als den stärksten empfinde. Sie sitzt gerade auf einem schon beinahe abgetragenen Fruchtstand einer Strand-Grasnelke Armeria maritima. Bild 10 wäre in früheren, weniger heissen und trockenen Jahren nichts Besonderes gewesen, aber in diesem Sommer war es gar nicht so selbstverständlich, eine lebende Hain-Bänderschnecke Cepaea nemoralis zu Gesicht zu bekommen; zumeist finde ich nur leere Häuschen. Auf dem Foto haftet sie an einem Weinblatt.

„Gelb“, also richtig leuchtendes Goldgelb können die folgenden drei Blütenpflanzen besonders gut: auf Bild 11 die unermüdliche Kandelaber-Königskerze Verbascum olympicum, auf Bild 12 die Blüten einer Gurke Cucumis sativus im Hochbeet, gerade mit einer Wildbiene darin. Diesen Sommer haben wir ja unsere Hochbeete zum ersten Mal bepflanzt und waren zunächst skeptisch, wie das mit den Gurken würde, aber wir sind begeistert von den beiden Pflanzen, auch wenn es ihnen ohne Schattierung zu heiss war, und werden das mit dem Wissen sicherlich wiederholen. – Auf Bild 13 blüht die Färberkamille Anthemis tinctoria, mit einer grünglänzenden Goldfliege Lucilia sericata als hübsche Dreingabe. Gelblich und Gelb spielen auch beim nächsten Trio eine Rolle, zusammen mit Lila:

„Gelblich + Gelb + Lila“: Auf Bild 14 sind zwei Skabiosen zu sehen, nämlich eine nachblühende Acker-Witwenblume Knautia arvensis, mit einer männlichen Gelbbindigen Furchenbiene Halictus scabiosae, und eine Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca im Hintergrund – beides sehr erfreulich, denn die kleinen Wildbienen sind nun einmal darauf spezialisiert und die Blüten werden jetzt, am Ende des Sommers, immer rarer. Anderen Insekten hingegen hilft es, dass nun die Asternzeit beginnt, auf Bild 15 mit Asiatischer Wildaster Aster ageratoides ‚Asran‘, besucht von einer männlichen Ackerhummel Bombus pascuorum, auf Bild 16 mit einer der ersten lila Herbstasternblüten von der Neubelgische Glattblattaster Symphyotrichum novi-belgii, mit einer kleinen Fliege. Die Schmetterlinge haben sie noch nicht entdeckt.

„Rosa“: Die meisten Strand-Grasnelken Armeria maritima sind verblüht, aber vereinzelte blühen noch einmal nach, wie auf Bild 17 der kleine rosa Pompom. Auf Bild 18 ist eine Malvenart Malva spec. zu sehen, aber weil sie so klein ist, weiss ich sie bisher nicht zuzuordnen; es mag an der Dürre liegen, dass sie so verzwergt wächst. Nicht zu bremsen ist hingegen, siehe Bild 19, der rosa Garteneibisch Hibiscus syriacus mit den purpurroten Malen innen auf den Blütenblättern hat offenbar alles, was er braucht, Schutz vor trockenem Boden untenherum und obenherum mittelmeerische Hitze. Nebenbei bemerkt gibt es in diesem Jahr ausgeprochen wenige Feuerwanzen dort zu sehen.

„Purpurrosa“: so blühen zwei sehr verschiedene Lieblinge, nämlich auf Bild 20 die Heidenelken Dianthus deltoides, die sich tapfer gegen das Überwuchertwerden auf der Wieseninsel behaupten, und auf Bild 21 die aussergewöhnliche purpurrosa Blüte der doch eigentlich grünen Grünen Rose Rosa chinensis Jacq. ‚Viridiflora‘ (siehe oben, unter „Grün“), die sich so am 29. August ’22 erstmals zeigte. Bisher hat dieselbe kleine Pflanze noch keine weitere Knospe geöffnet, ich weiss also noch nicht, ob und wann es eine weitere solche „Spezialblüte“ geben wird. Auch die nächsten drei Fotos zeigen sich so leuchtend, etwas dunkler, magentafarben:

„Magenta“: Bild 22 zeigt eine Mauretanische Malve Malva sylvestris subsp. mauritiana, die sich schon voriges Jahr im Halbschatten einiger Sträucher angesiedelt hat und vor sich hinblüht, selbst während des Winters kaum von einer Pause unterbrochen. Auf Bild 23 blüht eine Rote bzw. Purpur-Witwenblume Knautia macedonica. Die anderen Pflanzen derselben Art haben seit dem Juli nichts mehr von sich gezeigt. Ich hoffe aber sehr, sie kommen nächstes Jahr wieder. Auch die Kronen-Lichtnelken bzw. Vexiernelken Lychnis coronaria von Bild 24 kümmern diesen trockenen, heissen Sommer nur mit ungewöhnlich kleinen Blüten vor sich hin und halten sich mit ihren wenigen Wurzeln nur schwach im trockenen Boden. Ich hätte nicht gedacht, dass es einmal so wenige werden könnten, weil die Selbstaussaat während der Sommermonate völlig zum Erliegen kommt.

„Grün mit Rottönen bzw. Violett“: Auf Bild 25 hängen noch nicht vollständig reife Weintrauben Vitis vinifera subsp. vinifera der rosa Speisetraubensorte ‘Vanessa’. Einzelne Weinbeeren kann man schon essen, aber es dauert noch, bis ganze Trauben erntereif sind. Hoffentlich bemerken die Vögel sie weiterhin nicht! Ich hätte die kleinen grünen Raupen auch beinahe übersehen, wären mir nicht die Löcher in den Blättern des Kohlrabi Brassica oleracea var. gongylodes aufgefallen. Auf den Unterseiten fand ich verschiedenartige Übeltäter. Auf Bild 26 sieht man die recht glatte grüne Raupe einer Kohlschabe bzw. Kohlmotte Plutella xylostella, eines im Sitzen ganz schmal und unauffällig bräunlich aussehenden Schmetterlings aus der Familie der Schleier- und Halbmotten Plutellidae.

„Violett“: … sind manchmal die älteren Blüten der Skabiosen-Flockenblume Centaurea scabiosa, mittlerweile blüht fast keine mehr, es stehen fast nur noch samentragende Stängel auf den Wieseninseln, siehe Bilder 27 + 28. Um mit Bild 29 die Blüten des dunkler blühenden Schmetterlingsflieders Buddleja davidii zu zeigen, habe ich noch einmal das Foto mit der Goldenen Acht bzw. dem Kleegelbling Colias hyale eingefügt. Durch fleissiges Herausschneiden der verblühten Blütenstände habe ich den Insekten zuliebe die Blütezeit der verschiedenen Schmetterlingsflieder-Sträucher in Weiss, Purpur und Purpurviolett noch etwas verlängern können, aber inzwischen kommen immer weniger und nur noch viel kleinere Blütenrispen nach.

„Blau“: Blaue Blüten gibt es nur noch wenige im Garten. Die Rundblättrige Glockenblume Campanula rotundifolia von Bild 30 entdeckte ich mit winzigen Blüten zwischen den Gräsern der Wieseninsel, und auch bei den Wegwarten Cichorium intybus wie auf Bild 31 gibt es nur noch Nachblüten, je nach Wetter mal dunkler, mal heller blau, wie auf dem Foto mit der Schwebfliege.
Es gibt hier und da noch einige andere Blüten im Garten, aber ich habe eben nicht von allen im entsprechenden Zeitraum ein passendes Foto gemacht: Die Fotos im Beitrag sind alle bei Rundgängen im Garten zwischen dem 19. und 31. August 2022 aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Damit habe ich den August abgeschlossen. Zum Vergrössern und einzelnen Betrachten der Fotos bitte die kleinen Bildergruppen anklicken.

19 Gedanken zu “Gartenbunt im späten August

    • Oben im Beitrag ist eine Zweier-Galerie eingefügt, beide Fotos sind keine grossen Dateien und bei jedem Aufrufen bei mir sofort zu sehen, so kann ich es mir nicht erklären, weshalb sich der Hüpfer vor dir versteckt. Klick doch mal die Möhre zum Vergrössern an und dann zum nächsten Foto weiter.
      Meine eigenen Beiträge sehe ich seit Monaten im Reader nicht mehr, was da los ist, entzieht sich mir.

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  1. Eine wunderschöne Farb- und Artenvielfalt von Blüten und Insekten.
    Mein blau blühender Hibiskus hat dieses Jahr schlapp gemacht und wurde beim Gießen vergessen. Er steht an der Ostseite hinter dem Haus und wird daher oft übersehen.
    Im nächsten Jahr wird er mehr Aufmerksamkeit bekommen.

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  2. Auf dem Handy hat er sich versteckt, auf dem PC sehe ich ihn. Über die Seltsamkeiten der IT denke ich gar nicht mehr nach. Mein Partner ist ja Informatiker und nach dem was er aus seinem Berufsalltag so erzählt, habe ich mir das diesbezügliche Wundern abgewöhnt ;)

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  3. In deinem Garten ist ja noch richtig was los, eine schöne Farbenvielfalt. Auch was Insekten angeht, ist bei dir noch richtig Betrieb. Schön, deine Astern schon blühen zu sehen. Da kommt bestimmt auch noch einiges. Bei mir ist so gut wie gar nichts mehr los, obwohl ich noch ein paar Blüten zu bieten habe. Mein Schmetterlingsflieder will gar nicht aufhören, dafür will keiner meine Fetthenne besuchen. Seltsam. Einige der Wegwarten draußen sind jetzt abgemäht worden, obwohl sie noch so schön blühten, aber wie der Name schon sagt, standen sie direkt am Weg und den haben sie jetzt mal gemacht. Schaaade!

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