Fotos vom Warten auf Regen

Dieser Beitrag ist an Fotos umfangreicher, Bildern aus den Tagen nach dem heissesten Tag im Wendland mit mind. +32°C im Schatten, bis nach vergeblichem Warten auf versprochenen Regen eine Woche später uns endlich doch noch ein weiteres Gewitter erreichte. Anderswo im Landkreis, entlang des ca. 24 km nördlich gelegenen Ufers der Elbe, liess es als Unwetter mehr als das Vierfache an Wasser niedergehen, als bei uns, laut Lokalzeitung gab es 61 Liter in Hitzacker, nur 13 Liter in Lüchow, bei uns, etwas südlich davon, und jenseits des Königshorster Kanals, der sich mit seiner geringen Breite dennoch immer als Regenscheide erweist, wahrscheinlich noch etwas weniger.

Man glaubt es kaum: die ersten beiden Fotos sind vom selben Tag, nämlich vom 22. August 2022! Das Morgennebelbild habe ich beim Frühspaziergang mit Maxima um 6 Uhr 18 über den Jeetzelwiesen südlich von Lüchow aufgenommen, und das zweite, auf dem dürre- und hitzegeplagte Bäume und ein ebensolches Maisfeld zu sehen sind, ist von 10 Uhr 43, fotografiert auf unserem Vormittagsspaziergang in der Lüchower Feldmark.

Der frühe 25. August 2022 bot zwar wieder Morgennebel und einen bedeckten Vormittag, aber nachmittags gab es wieder Hitze und Sonnenschein. Dennoch tat es der Natur offenbar gut, dass die Tage bereits kürzer geworden sind, und sich durch den Nebel und ein paar wolkenbedeckte Stunden die Zeit der Verdunstung verringerte. Dennoch schrumpeln die reifenden Holunderbeeren am Strauch aus Wassermangel, und von den Eichen fallen ständig grüne Eicheln herunter, so dass man aufpassen muss, nicht schmerzhaft getroffen zu werden. Mich schreckt das weniger, aber Maxima fühlt sich von den grünen Geschossen persönlich bedroht.

Auch bei unserem Morgenspaziergang vom 26. August 2020 gingen Maxima und ich wieder durch den Nebel. Es war eine geradezu herbstlich anmutende Stimmung, und dabei war es gar nicht einmal besonders früh, es war bereits um acht Uhr morgens herum, als ich die nächsten drei Fotos machte, auf denen Hopfen mit weiblichen Blütenstanden, seinen grünen, sogenannten „Zapfen“ sieht, der eine Schwarzerle erklettert hat, eine Eiche im Hintergrund, gerahmt von zwei abgestorbenen Bäumen, einer Ulme und einer Zitterpappel, und schliesslich die blasse Sonne, die über einem Stoppelfeld endlich doch durch den Nebel erscheint, mit reifen, aussamenden Kratzdisteln im Vordergrund:

Bis vormittags um elf Uhr hatte die Sonne jedoch wieder vollständig die Oberhand; es war wieder so heiss und trocken, als hätte es den Nebel am Morgen überhaupt nicht gegeben. Vor unserem Gartenzaun gab es bis vor einigen Monaten noch einen Rasenstreifen. Das Grün wurde mit den Sommerwochen immer weniger, und weil der Humus wegtrocknet und stirbt, blieben nur noch einige wenige Pflanzenreste, Sand und Staub, in denen die Spatzen in zahlreichen und immer grösser werdenden Kuhlen Staubbäder nehmen.

Immerhin waren für den Freitagnachmittag, die Nacht auf den Samstag und den gesamten Samstag Gewitter und Regen angekündigt. Wir machten uns grosse Hoffnungen auf Regenmengen, die endlich einmal den durstigen Boden so richtig sättigen würden. Ab 14 Uhr hätten sich bereits die Wolken dazu sammeln sollen, aber es dauerte noch bis zum Spätnachmittag, bis wir sie überhaupt zu sehen bekamen. Während in der Ferne schon Regenschleier niedergingen, trieb der Wind sie immernoch über uns hinweg:

Als ich den Spätnachmittagsspaziergang mit Maxima, von dem ich die beiden Fotos hierüber mitbrachte, beendete, blitzte und donnerte es immerhin schon, und im Laufe des Abends kam es auch zum ersehnten Regen, wenn auch nicht so viel, wie vom Wetterdienst angekündigt. Darüber habe ich eingangs ja schon einige Worte geschrieben. Die Unterschiede sind erstaunlicherweise ebenso räumlich kleinteilig wie zeit- und mengenmässig geradezu unglaublich.

Unterhält man sich mit jemandem, der nur wenige Kilometer entfernt wohnt, hat der von vollkommen anderen Regenerlebnissen und Feuerwehreinsätzen wegen vollgelaufener Häuser und umgestürzten Bäumen zu berichten, wo es bei uns nur für ein paar Pfützen und ein gefülltes Regenfass gereicht hat. So gesehen will man auch nicht alles haben. Maxi und ich haben jedenfalls am Morgen danach einen Regenspaziergang mit Schirm und Gummistiefeln genossen. Das ist in diesem Jahr insgesamt noch nicht oft vorgekommen.

Die Handyfotos sind zwischen dem 22. und 27. August 2022 aufgenommen, auf Spaziergängen, je eines auch im und am Garten, bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

27 Gedanken zu “Fotos vom Warten auf Regen

    • Thank you, Timothy. Maxima mostly looks like this, outside of the garden she always is something between nervous and anxious, except her hunting instinct takes over. Then she is focussed on nothing else but the trace or the animal. It is getting better, but slowly.

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    • Das passt einfach nicht zusammen, mental fühlt es sich für mich auch mulmig an, wie manche Wolkenhimmel in den letzten Jahren auch, die hier früher in dieser Gestalt hier nie zu sehen waren.

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  1. Auch bei uns im Frankenland gab es zu lange Zeit nur Hitze und Trockenheit. Letzte Woche kam dann endlich der ersehnte Regen, aber in manchen Regionen mit heftigen Gewittern, Unwetter und entsprechend Überschwemmung.
    Im Schrebergarten unserer Tochter, nur 10 km vom Unwetter Gebiet entfernt blieb es jedoch fast trocken und wir müssen weiterhin gießen bis sie wieder aus ihrem Urlaubs Gebiet in Frankreich zurück ist.
    Liebe Grüße, Hanne

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    • Danke, Hanne. Solche trockenen „Inseln“ gibt es offenbar häufiger. Wer dort wohnt, kommt sich im Gespräch mit Leuten aus der weiteren Umgebung, bei denen es dann in Unwetterqualität geregnet hat, oft seltsam vor., als würden die meinen, man spinnt. „Aber der Wetterbericht hat doch …“ Nein, hat das Wetter aber mal wieder nicht berücksichtigt.

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  2. Schöne Bilder, trotz Trockenheit. Sogar Nebel, wie ungewohnt, aber auch sehr schön und stimmungsvoll. Niewiedergrün, gutes Wort, traurige Erscheinung. Mit dem Wetter war es hier ähnlich. Große Ankündigungen und dann Freitag abend zwei starke Schauer, vielleicht 10 Liter oder etwas mehr, während im Süden der Stadt große Mengen runterkamen. (Neulich: ein kleiner Schauer bei uns, Hagel, Starkregen mit Überflutung und Gewitter bei einer Freundin, 10 km entfernt). Wenn es nur diese Ankündigungen nicht gäbe. Die wecken immer Hoffnungen, die dann nicht erfüllt werden. Naja. Maxima guckt…irritiert…aber süß :-)

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  3. Hier fehlt auch seit vielen Wochen „richtiger“ Regen. Wir haben vor 10 Tagen ein wenig vom Regen abbekommen, der in Dortmund die halbe City unter Wasser gesetzt hatte.
    Solche interessanten Unterschiede innerhalb eines Tages, wie du sie hier zeigst, gab es hier aber nicht. Eine Wetterlage (entweder rein sonnig, rein bedeckt oder durchgängig gemischt) hielt sich hier jeweils ganztägig.

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