Es heisst zwar, Totgesagte lebten länger … aber wieviel länger?

2022-07-02 LüchowSss Garten Birken (3)Im späten April diesen Jahres veröffentlichte ich hier im Blog einen optimistischen Beitrag zu unseren dürregeschädigten Birken im Garten mit dem Titel > „Totgesagte leben länger“, weil sie doch länger überdauern, als angenommen.

Doch wieviel länger scheint doch kürzer auszufallen als im Frühling noch erhofft, als die Stammausschläge der „Sorgenbirke“ (links im ersten Bild) grünten und reichlich Blütenkätzchen angesetzt hatten.

Dieses arme Ding, hat in den vergangenen Jahren durch die Dürreschäden und später Windbruch der trockenen Äste schon den Grossteil seines starken Astwerks eingebüsst. Nun verliert es nach und nach leider auch die hoffnungsvollen Stammausschläge!
Dabei war ich voller Optimismus, als diese sich im Frühling 2020 zeigten und während 2021 gut weiterentwickelten, dass der Baum weniger schön, aber lebendig bleiben könnte.

Doch nicht nur diese seitlichen Zweigbüschel werden seit Juni nach und nach nun doch braun, sondern ausserdem das anfangs noch grüne Büschel oben an der Spitze: es ist bereits ebenfalls braun und abgestorben. Man sieht beides auf dem zweiten und dritten Foto unten:

Leider zeigt sich in diesem Jahr auch die zweite, breitere und schönere Birke (oben auf Bild 1 rechts) stärker beeinträchtigt: Seit den heissen Tagen im Frühling ist das Laub einfach nicht mehr gewachsen, die Blätter sind frühlingshaft winzig geblieben und, statt weiterzuwachsen, einfach gleich sommerlich dunkelgrün geworden. Inzwischen weisen sie hier und da gelbe Ränder auf.
Die Krone dieser Birke spendete uns im Sommer 2021 noch einen schönen, grossen Nachmittags-Schatten für Tisch und Stühle, wo es luftiger war als auf der Terrasse, aber in diesem Sommer reicht es nur noch für einen lichten Schatten: Auch bei ihr ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis sie abstirbt, aber nicht mehr, ob sie es wird.

Ich wollte immer, dass die Birken stehenbleiben, auch wenn sie an Schönheit verlieren, aber ich denke, im Herbst werden wir die erste der beiden bis auf das untere Drittel, das sich als Totholz und Nistkastenträger noch für die Tierwelt erhalten lässt, abnehmen lassen müssen, bevor es stürmisch wird. Wenn der ganze Stamm tot ist, wird ein eventuelles Brechen zu unberechenbar und ich möchte nicht, dass die bereits als Ersatz gepflanzten Sträucher und Jungbäume dadurch Schaden nehmen, denn im Gegensatz zu früher wächst auch alles Gesunde bei weitem nicht mehr so schnell nach, wie noch vor zehn, zwanzig Jahren.

Die Fotos sind vom 2. Juli 2022, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte zum Vergrössern anklicken.

30 Gedanken zu “Es heisst zwar, Totgesagte lebten länger … aber wieviel länger?

  1. Das ist sehr, sehr schade 😥 Vor ein paar Jahren mussten wir unsere Birken auch fällen, da sie sonst auf das Nachbargrundstück gefallen wären, wie zuvor schon die Fichten, die aber zum Glück niemand verletzten.
    Lediglich ein Zaun wurde beschädigt.

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    • Das war ja bei unserer gespaltenen Eiche der Grund. Einen noch vitalen Baum fällen zu lassen finde ich schlimmer als einen halb- oder ganz toten, aber dass dann alle grossen Bäume (bis auf dem Kirschbaum, der ja auch gestutzt wurde) von früher weg sind, die ich ja ausdrücklich stehenlassen wollte, das ist schon mehr als nur sehr bedauerlich.

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        • Ich habe auch keine Baumart mehr gepflanzt, die man nicht stutzen kann. Meine Eltern hatten viele Bäume, die nach vierzig Jahren15-20m hoch um das Haus herumstanden. Das sollte man bei der heutigen Sturmfrequenz und -stärke gar nicht wagen, wenn ein Haus so in der ersten Reihe steht wie unseres.

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          • So etwas hatten wir auch, als wir das Haus kauften und alle Bäume viel zu nah am Haus, dass dann Dach und Balkon überwuchert wurden und dicke Wurzeln ein sturzfreies Gehen unmöglich machten. So etwas merkt man erst Jahre später.

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    • Ich wässere nur wenig, „Rasen“ gar nicht, auch nur junge Bäume und Sträucher, die in den letzten drei Jahren gepflanzt wurden und kleinere Obstbäume. Diese grossen Birken sollten eigentlich mit ihren flachen Wurzelsystem davon profitieren, aber es reicht nicht. Unser Boden ist sandig, alles ist schnell weggetrocknet. Das war früher keinn Problem, solange es häufiger regnete und weniger heiss war. Aber inzwischen sterben selbst die Exemplare, die hier in der Umgegend an Gräben stehen. Birken vertragen wohl eh keine Hitze, und die älteren Exemplare, die früher anderes gewöhnt waren, anscheinend noch weniger.
      Dass es viele Wochen lang nicht regnet, gab es vor 20 Jahren noch nicht, und Tage mit mehr als 27°C im Schatten fast nie.

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  2. Birken sind irgendwie meine Lieblingsbäume, vielleicht weil mein Vater sie so mochte…

    Wir haben an der Straße vor dem Grundstück mehrere große Birken. Da wir genügend Regenwasser im ehem. Güllefass haben bekommen sie auch immer einen Teil davon.

    Die Bäume an der Straße haben alle Versorgungsprobleme. Von der Nabu wurden vor 35 Jahren viele Ebereschen gepflanzt. Davon sind viele am Sterben. Der Landwirt bewässert seine Felder sehr stark und entzieht das ganze Grundwasser. Er hat im letzten Jahr schon Strafe zahlen müssen. Das kümmert ihn aber nicht weiter.

    In unserer Vogelschutzhecke sind drei Birken die alle im letzten Jahr aufgegeben haben. Sie werden uns jetzt, leider, im Winter wärmen müssen.

    Ist sehr schade drum.

    Wahrscheinlich müssen wir auch beim Obstgehölz umdenken. Ich habe dieses Jahr noch zwei Apfel- und einen Kirschbaum gepflanzt. Vielleicht sollte man eher an Orangen und Kakifrüchte denken…

    Die nächste Woche soll es bis zu 37 Grad geben. Ich schwitze schon bei dem Gedanken daran.

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    • Ja, ich habe zu Birken auch so ein gefühlsbefrachtetes Verhältnis. Ostpreussen-Nachfahren „erben“ so etwas vielleicht auch unbewusst: mein Vater hat auch gegen das Verständnis der hiesigen Nachbarn etliche“nutzlose“ Birken gepflanzt.
      Kirschen und einfache Pflaumenarten haben bei uns erstaunlich wenige Probleme, Äpfel mögen es allerdings gern kühler, das stimmt.
      Ebereschen sind ohnehin kurzlebige Bäume, aber hier gehen sie auch reihenweise vorzeitig ein, seltsamerweise aber nicht die Schwedischen Mehlbeeren. Vielleicht haben die aufgrund ihrer Herkunft aus lang gefrorenen Böden auch eine höhere Trockenheitstoleranz? Wer weiss, was da alles noch kommt.
      Verrückt: kommende Woche soll es hier anscheinen mehr als 10 Grad weniger haben als bei euch, höchstens +26°C, nachts sogar nur zwischen +10 und 13°C, lautet die Prognose. Das macht es spannend, wenn die atlantischen und kontinentalen Klimaten hier bei uns mal wieder Armdrücken machen.
      Das Bewässerungsproblem haben wir hier auch. Da gibt es Grundwasserbohrungen in der Feldmark und grosszügige Entnahmen aus Kanälen mit kilometerweiten Schlauchverbindungen und extrem stinkenden, lauten, dieselbetriebenen Pumpen, z.T. primitiv improvisierter Eigenbau.

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  3. Das ist so schade, was den Birken hier passiert! In meiner Straße wurde vor ein paar Jahren eine gesunde Birke, die ich vom Küchenfenster aus jeden Morgen mitsamt Elster-Nest begrüßen konnte, gefällt und die Nachbarn haben gejubelt. Mir wurde das Herz so schwer und eigentlich hatte ich keine Lust mehr, hier zu wohnen. Ach, ich denke, Du kennst die Geschichte schon. Egal! So kann ich Dir Dir wenigstens ein schönes Wochenende wünschen! Regine

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    • Das war hier auch so, als ich das Grundstück meiner Eltern habe vom „Wald“ befreien lassen, um neu bauen zu können: Nachbarn hassen Birken, und das habe ich schon vor Jahren überall beobachtet, ganz gleich, wo ich wohnte. Dabei sind es nicht einmal die Allergiker, sondern die beflissenen Laubkehrer und ordentlichen Hausfrauen, die sich über die fliegenden Blätter und Samen aufregen.
      Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende. Erholsam kühl ist es ja, wie ein kleiner Urlaub vom Sommer. 🙂

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  4. Das ist wirklich zu schade und das letzte, etwas feuchtere Jahr, gab ja auch Anlaß zur Hoffnung. Hier sind auch schon einige verschwunden und eine tote Birke bei einem Verwandten auf dem Grundstück wurde beim letzten Sturm geköpft. Wir hatten Glück, daß sie nicht im Zaun landete. Auf der anderen Seite sehe ich manchmal Birken, die noch gut aussehen. Wahrscheinlich ist der Untergrund manchmal gnädiger, als anderswo. Ich hoffe, daß es in Zukunft angepaßtere Birken geben wird. Ein Leben ohne Birken ist irgendwie sinnlos. Kleiner Scherz.
    Was ihr von den Ebereschen schreibt, erlebe ich hier auch. Auch die gehen reihenweise ein bzw. sehen schlimm aus. Mal sehen, was uns die Zukunft bringt. Die „Bergahörner“ sehen hier noch ganz gut aus. Alles in allem ist derzeit aber noch viel grün bei den Bäumen, was mich irgendwie wundert. Dafür ließen vor dem Regen gestern schon Disteln und Rainfarn die Blätter und teilweise die Köpfe hängen. Ich drücke die Daumen für deine vielen Neuanpflanzungen. Hoffen wir, daß die sich anpassen können!

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    • Richtig, die Bergahörner können auch mehr, als man ihnen wegen des Namens und der Mutmassung, Gewächse aus höheren, kühleren Lagen, wären schneller dürregeschwächt, zutraut. Die sehen hier auch prima aus, Feldahorn auch. Die Anmut und helle Freundlichkeit der Birken ist zwar unersetzbar, aber verschiedene Ahornarten scheinen besser zurechtzukommen und ich habe Feldahorn und Feuerahorn gesetzt, die wahrscheinlich aufgrund ihrer Jugend bessere Chancen haben, als die Birken, zu einem Grossteil ihres Daseins einen Teich zu Füssen hatten, den es nicht mehr gibt, der aber vermutlich deren Wurzelsystem mit geprägt hat.

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  5. Ob es an der Trockenheit liegt? Ich habe da so meine Zweifel. Hier sind überall im Umkreis viele, eigentlich fast alle Birken abgestorben. Auf unserem Grundstück 4 große, alte Birken, die wir fällen mussten, Symptome genau so wie bei Dir. Aber 1.: Ich habe drei neue Birken gepflanzt, eigene Zucht sozusagen, die jetzt 1 – 3 Meter hoch sind. Die werden nicht gegossen und gedeihen prächtig. Aber 2: Alle anderen Bäume auf unserem Grundstück von der Föhre über den Ahorn, den rotblättrigen Ahorn, die verschiedenen Buchen, der Walnussbaum, die Eiben und die Kirschen – alle sind kerngesund. Und aber 3: die Birke wächst ja, wie Du schreibst, auch gerne im Osten, auf sandigen, im Sommer trockenen Böden. Fachleute empfehlen gerade Birken wegen ihrer Trockenheitstoleranz … also das gibt mir alles zu denken. Ich habe noch nirgends was darüber gefunden, welches Problem die Birken hierzulande haben, aber die Trockenheit allein kann es eigentlich nicht sein.

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    • Ich fand vorhin im Web einen der „Beiträge zur Sandbirke – LWF-Bericht Nr. 28 – Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft“ von H.J. Guldner sehr interessant, in dem zum Wurzelwerk der Sandbirke beschrieben wurde, dass man dazu wegen des mangelnden Wertes dazu bisher nur einen dürftigen Kenntnisstand habe.

      Klicke, um auf w28_das_wurzelwerk_der_sandbirke.pdf zuzugreifen

      Deine Beschreibung trifft auf meine Beobachtung zu, dass jüngere Birken offenbar besser klarkommen. Das mag daran liegen, dass sie ihr Wurzelwerk in den letzten zehn Jahren anders ausbilden konnten als die alten, die mit ihrem über Jahrzehnte „veralteten System“ vielleicht ungünstiger dastehen. Möglich ist aber auch, dass die älteren Birken auf ein zur Versorgung eines grossen Baumes mit hoher Verdunstung im Verhältnis ein zu kleines Wurzelwerk zur Verfügung haben.
      Ich denke auch, dass es nicht die Trockenheit allein ist, sondern viel mehr die Hitze.

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