Ein Distel- bzw. Nesselbock

Dieses Foto ist als solches nicht beachtlich, aber seinen Bildgegenstand, ein Bockkäfer mit langen, hellblau-schwarz geringelten Fühlern, länger als sein Körper,  gelben Streifen auf dem Thorax und unauffällig fein gelblich- und grausprenkelig gefärbten Flügeldecken habe ich bisher noch nicht im Garten gesehen: es ist ein Distel- bzw. Nesselbock Agapanthia villosoviridescens, umständlicher auch Scheckhorn-Distelbock und Linienhalsiger Halmbock.

2022-05-28 LüchowSss Garten Distel- bzw. Nesselbock (Agapanthia villosoviridescens)

Man findet die Käfer in Lebensräumen, wo sich den Weibchen krautige Wildstauden mit zur Eiablage und Larvenentwicklung geeignete Stängel bieten, wie eben Disteln und Brennesseln, aber auch andere.
Die Imagos zeigen sich dann während des Jahres ungefähr zwischen Mai und September. Die Larven des Nesselbocks Agapanthia villosoviridescens bleiben und fressen während ihrer gesamten ca. achtmonatigen Entwicklungszeit in den Stängeln und verpuppen sich im zeitigen Frühjahr darin. Die fertigen Käfer schlüpfen etwa im Mai.

Es sind also nicht nur Schmetterlingsraupen, wegen denen man hier und da Brennnesseln dulden und wachsen lassen sollte, auch wenn z.B. dieser Käfer in geeigneten Lebensräumen bisher noch als recht häufig gilt. Werden Wegränder gemäht, ist es damit schnell vorbei, denn 8 Monate sind eine lange Zeit, währen der die Stängel mit den Larven stehenbleiben müssen, damit sie ihre Entwicklung abschliessen können.

Das Foto ist vom 28. Mai 2022, aufgenommen an Grossen Brennnesseln Urtica dioica im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

12 Gedanken zu “Ein Distel- bzw. Nesselbock

  1. Sehr interessant das mit den 8 Monaten. Ich sah ihn hier ein paar mal in den letzten Jahren, nicht allzu häufig. Wundert mich nicht, denn selbst an den reinen Fahrradwegen wird ja immer noch gemäht, wenn auch nicht mehr die komplette Breite des Grünstreifens.

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      • Das stimmt wohl, aber wir haben hier eine alte Bahntrasse die zum Radweg umgebaut wurde und selbst da schneiden sie regelmäßig, wenn auch seltener das Grün am Wegesrand. Jetzt nur noch ca. 1 m links und rechts, aber immerhin. Allerdings würde es auch ein rechter Dschungel, wenn man da gar nichts machen würde.

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