Noch einmal und schon wieder an die Jeetzel

Jetzt, wo die Tage schon früher hell sind, nutze ich gern den frühen Morgen, um mit Maxima einen grossen Spaziergang dorthin zu unternehmen, wo sonst tagsüber mehr los ist. Daher waren wir nur fünf Tage nach dem letzten Besuch schon wieder an der Jeetzel und den überfluteten und eisbedeckten Wiesen südlich von Lüchow, vor zwei Tagen schon beschrieben > hier. Diesmal war es noch ein bisschen kälter.

Ausserdem wurde unser Besuch an diesem Morgen von einer unregelmässigen Abfolge trompetender Rufe begleitet, denn am Rande der überschwemmten, mit Eis und Reif bedeckten Wiese begrüsste ein umherschreitendes Paar Kraniche Grus grus den sonnigen Morgen. Die beiden scheinen dort bleiben zu wollen.

Beim Erreichen des Gehölzes begeisterte mich wieder einmal für den stehengelassenen Habitatbaum (eine Pappel war es, wie ich meine) mit den prächtig entwickelten, saprobiontischen Zunderpilzen Fomes fomentarius vor dem blauen Himmel, bis die Taschenkamera in der Morgenkälte streikte. Es waren -7°C, das mochte sie nicht.

Bis die kleine Canon in der Tasche wieder warm würde, fotografierte ich mit dem Handy weiter. Maxima freute sich, schon wieder dort zu sein und schüffelte auf dem Weg zum Jeetzelufer unternehmungslustig und sehr gründlich an den vielen Haufen von Ästen und Holz. Das gab mir Zeit für weitere Fotos.

Auch wenn ein intaktes, gesundes Wäldchen eigentlich schöner ist, finde ich den gebrochenen, desolaten Zustand trotzdem ganz spannend anzusehen, und bin einmal mehr gespannt darauf, diesen Platz wieder zu besuchen, wenn endlich alles wieder wächst und grünt. Es wäre schön, wenn nicht so bald wieder ein Sturm darin wütet.

In einem Baum über dem Wasser des kanalisierten Jeetzel-Flusses sah ich zum ersten mal in diesem Jahr wieder einen Kormoran Phalacrocorax carbo sitzen, recht weit entfernt und darum nur unscharf herangezoomt, aber an seinem markanten Schnabel als solcher erkennbar. Maxima interessierte sich nicht für den Vogel, sondern für das Ufer:

Während ich darauf achtete, dass der neugierige Hund nicht ins eisige Wasser gerät, fotografierte ich das gegenüberliegende, westliche Ufer der Jeetzel mit seinen Bäumen und deren Spiegelung auf dem Wasser – mit dem Handy, mal wieder, da die Taschenkamera schon wieder muckte und ins Warme musste.

An einer seitlich gelegenen, fast nie von winterlicher Sonne erreichten Bucht mit nahezu stehendem Wasser war es im Schatten einer grossen Trauerweide Salix alba sogar kalt genug für Eis auf dem Wasser. Auf den beiden Bildern, einem mit Maxi und einem nur mit Eis, sieht man nur die hängenden Weidenzweigen:

Am Ende des Weges angelangt, kehrten wir auf derselben Strecke zurück zu den Wiesen, Maxi natürlich mit nicht minder gründlichem Schnüffeln und eiligem Gehopse. Auf unseren weiterführenden Heimweg liessen sich noch ein Rehbock und eine Ricke Capreolus capreolus beim Äsen auf immer noch befrorenem Gras beobachten.

Die Fotos sind vom Morgen des 5. März 2022, ca. Viertel vor bis Viertel nach acht Uhr aufgenommen, an der Jeetzel südlich von Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Man kann die kleinen Bilder der Galerie für eine grössere Ansicht anklicken.

13 Gedanken zu “Noch einmal und schon wieder an die Jeetzel

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