Gewöhnliche Nachtkerze, ungewöhnlich

An Gewöhnlichen Nachtkerzen Oenothera biennis habe ich dieses ungewöhnliche Wachstums-Phänomen bisher noch nie gesehen, aber eine der Nachtkerzen im Garten ist speziell, der Haupttrieb, aus dem die Blütenknospen erscheinen, weist nämlich eine üppige, grüne Verbänderung bzw. Fasziation auf, auch Cristate genannt, bestehend aus Blättchen und jungen Blütenknospen.

2021-06-30 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze spezial Cristate (4)

Solche Formen entstehen am normalerweise punktförmigen Vegetationskegel der sich, ausgelöst von verschiedenen möglichen Ursachen, an der Spitze des Sprosses kammförmig bzw. bandähnlich verbreitert entwickelt. Als Verursacher kommen laut > Wikipedia Befall durch Bakterien, Viren, Pilze, Milben und Plasmien in Frage, aber auch Chemikalien, Strahlung oder Mutation.

2021-06-30 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze spezial Cristate (3)

Zuweilen können sich auch entsprechende Blüten entwickeln, sogenannte „Superblüten“ oder Pseudo-Pelorien, wie ich sie schon vom Fingerhut zeigte, zum Beispiel im Beitrag> Für alles offen.
Diese Nachtkerze bringt allerdings aus den Knospen in der Verbänderung ganz normale Blüten hervor und dadurch lockert sich die spannend verdichtete Form nach und nach immer weiter auf:

2021-07-03 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze + Cristate blühend (2)

Wie man auf den nächsten Bildern mit mehreren geöffneten, neongelben Blüten erkennen kann, haben die Blüten der betreffenden Pflanze alle die gewöhnliche Form, sind nicht kleiner oder grösser, und auch die Anzahl der Blütenblätter ist wie üblich, wobei diese auch bei normal gewachsenen Exemplaren der Gewöhnlichen Nachtkerze Oenothera biennis immer nur „ungefähr vier“ beträgt.

2021-07-04 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) + Cristatenbildung + kl. Wildbiene (2)

Die Blütenorgane Griffel, Stempel und Pollenblätter sind bei den Blüten aus der Fasziation auch genau so geformt wie immer, und die kleine Wildbiene vom Foto hat alles für zufriedenstellend und gut befunden. Eine Furchenbiene Halictus könnte sie wohl sein, auf dem nächsten Foto ist sie noch einmal als Bildauschnitt auf einer der morgendlich mit Tröpfchen dichtbesetzten Blüten zu sehen:

2021-07-04 LüchowSss Garten Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) + Cristatenbildung + kl. Wildbiene (3)

Die Fotos sind vom 30. Juni und am 3. und 4. Juli 2021, alle aufgenommen an derselben Nachtkerzenpflanze im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

4 Gedanken zu “Gewöhnliche Nachtkerze, ungewöhnlich

  1. Ja, das ist ungewöhnlich und wahrscheinlich eine Mutation. Wodurch sie entstand, weiß ich nicht, vielleicht durch insekten übertragen? Wir können nur froh sein, wenn sich das Normale und Natürliche so lange wie möglich durchsetzt; denn darauf ist alles eingestellt, auch die Insekten. So wie es erschaffen wurde, ist es am besten, und menschliche Eingriffe (wie Genveränderungen, z. B. am Genmais) sind ein Eingriff in den Kreislauf der Natur, den die Verursacher noch schwer bereuen müssen. Wir können das alles nicht rückgängig machen, sondern nur helfen, daß sich das natürliche Gleichgewicht so lange wie möglich durchsetzt. Und ich meine, daß unsere Liebe zu allem Geschaffenen dazu ein ganz wichtiger Beitrag ist.💚💛💕🌱🌻🐕

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