Maximal süsse Maxima

Bongo war unvergleichlich und bleibt auch so in Erinnerung. Einen Unvergleichlichen kann man nicht ersetzen, aber schon während Bongos Leidensphase war uns klar, dass es einen anderen Hund in unserem Leben geben musste. Allerdings hatten wir mit einer längeren Zeit der Suche und des Wartens gerechnet, nicht mit diesem hinreissenden Tempo, in dem wir unter besten Bedingungen die maximal süsse Maxima kennenlernen und schon gestern Nachmittag mit nachhause nehmen konnten:

Wie es der Zufall wollte, hielt sich das 2jährige Tierschutzhundemädchen „Maxi“ aus Zypern seit einigen Wochen auf einer Pflegestelle ganz in der Nähe auf, so dass wir sie schnell kennenlernen konnten, kaum dass wir uns auf dem Webportal darum beworben hatten. Mein Mann und ich waren uns beim Anblick der Fotos und nach dem Lesen der Beschreibung sofort einig: wir passen ideal zusammen.
Nach dem ersten Besuch mit gemeinsamem Spaziergang, Gesprächen und einigen Telefonaten wurden auch wir für passend befunden und deshalb zog „Maxi“ gestern bei uns ein.
Zunächst war sie noch scheu, aber selbst beim ersten, angeleinten Gartenspaziergang hatten wir schon spürbar gemeinsame Momente, wenn auch noch nicht durchgehend. Danach zog sie es vor, sich in einem anderen Zimmer in einer Art Höhle zu verstecken, statt ins Körbchen zurückzukehren. Weil wir aber im Laufe des Abends trotzdem über Käsebröckchen kommunizieren konnten, und sie dafür auch hervorkam, haben wir ihr den Rückzugsort für die Nacht gelassen.
Heute früh um halb sechs liess sich nach Ansprache mit Käse die zaghafte Verbindung wieder wecken, und nachdem sie den Käse erneut aus der Hand nahm, fand ich sie bereit genug, sich anleinen und (auf dem Arm) mit hinaus nehmen zu lassen, zum ersten Morgenspaziergang.
Es dauerte nicht lange, da fand sie Gefallen daran und sie eilte nicht nur voran wie zuvor. Erstmals, seit ich sie kennenlernte, nahm sie sich Zeit zum Erschnüffeln fremder Gerüche. Als sie dann mit waagerechter Rute flott über das Stoppelfeld spazierte, hatte ich das Gefühl, dass etwas Wichtiges mit ihrem Empfinden der Situation geschehen war.
Faszinierender Weise schien sie auf Bongos alten Spuren zu laufen, nachdem sie seinen Geruch aus Haus und Garten kannte, sie wusste nämlich zielsicher den gesamten Rundweg auf derselben Wegseite zu gehen, bis wir wieder am Garten ankamen. Diesmal gab es auch, anders als gestern, wo ich sie noch hineintragen musste, kein nennenswertes Zögern und sie begleitete mich auf ihren eigenen Pfötchen hinein, und blieb zu meinem Erstaunen auch nach dem Ableinen in meiner Nähe, bzw. kam nach einer kurzen Abwesenheit wieder zurück in die Küche. Natürlich holte ich da schnell wieder den Käse aus dem Kühlschrank, als kleine Belohnung. Da kam es aber anscheinend gar nicht mehr drauf an, sie blieb da, bis ich meinen Kaffee fertig hatte und damit in mein Zimmer an den PC ging. Ich hätte ihr überlassen, wo sie hinwill, aber sie folgte mir, erforschte kurz den Raum und legte sich dann, mit etwas Abstand zu meinem Schreibtisch, auf den Teppich, den man auf den beiden Fotos sieht:

Das war morgens um 6 Uhr. Inzwischen ist es fast halb zehn Uhr, und Maxi liegt seit Viertel nach sechs an meinen Füssen unter dem Tisch und schläft. Meistens zumindest, sie hebt nur den Kopf, wenn ich mich mit meinem Mann unterhalte. Ich darf meine Füsse unmittelbar neben ihr bewegen und muss auch sonst nicht stillsitzen. Die Trainigsarbeit und die Auskünfte der Pflegefamilie, die das scheue und ängstliche Wesen so gut vorbereitet hat, kann man gar nicht hoch genug schätzen.
Sobald ich diesen Beitrag freigeschaltet und einige Blogbesuche gemacht habe, verlasse ich den Schreibtisch und bin gespannt, ob Maxi in der „Höhle“ unter dem Tisch bleiben oder mir hinterherdackeln wird. Mit ihren kurzen Beinen, dem langen Rücken und den Schlappohren erinnert sie auf den ersten Blick an einen Dackel, aber dafür sind knapp 40 cm zu hoch, etwa 17 kg zu schwer und die kurzen Beine zu lang. Sanft und süss, das ist Maxima.

47 Gedanken zu “Maximal süsse Maxima

  1. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienzuwachs. Das mit der abwartenden Haltung für einen neuen Hund lässt sich nicht immer so steuern , wenn man einmal Hundebesitzer war. Es ist merkwürdig wohin man geht, die Blicke fallen immer wieder auf andere Vierbeiner. Sollte dann der Funke über springen , wenn man erneut auf den Hund kommen kann , fällt die Endscheidung oft nicht schwer. Was aber auf einem Fall heißt, dass der langjährige Freund und Wegbegleiter dadurch in Vergangenheit gerät. Zumindest war das alles bei uns so. Charly ist kein Ersatz für Sandy, sonder einfach nur ein neuer Hund in unserer Familie.

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  2. Ach, ging das schnellL Wunderbar, wie sich alles „fügte“ und die Harmonie sofort „stimmte“ zwischen Hündin und „Frauchen“. So eine übergangslose Freundschaft entstehen zu lassen, dazu gehört eine große Tierliebe und sorgsame Beachtung…
    Ach, was soll ich sagen? Es ist ja alles gesagt..Ein Vorbild, zur Nachahmung empfohlen!🐕

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  3. Wie schön! :) Eure ersten gemeinsamen Stunden hören sich sehr gut an, und ich finde es wirklich toll zu lesen, dass auch andere Menschen den Ansatz verfolgen, ihren Hund selbst entscheiden zu lassen, wie viel Nähe er wann will und wann er sich auch ganz zurückziehen will. Ich glaube, das ist vertrauensbildender als jede erzwungene Nähe. Und wegen der Geschwindigkeit: Alle Leute aus meinem Bekannntenkreis, die so schnell nach dem Tod eines Hundes einen neuen hatten, sind damit sehr gut gefahren – Hilfe durch Aufmunterung und keine Langeweile in der Trauerzeit, denke ich.
    Ich wünsche Euch ganz viele wunderschöne Jahre mit Eurem süßen Riesendackel :)

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    • Die Menschen sind verschieden. Manche haben vielleicht einfach Angst davor, dass der nächste Hund nicht dem idealisierten Vergleich standhalten kann. Es hilft dann schon, wenn man das schon von Kind an erlebt hat, dass der nächste Hund immer anders, aber immer toll sein wird.

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  4. Ach, welch eine Überraschung, da bin ich einige Tage nicht am lesen und dann solche Veränderungen. Da sind ja aufregende Zeiten angebrochen. Ein herzliches Willkommen an Maxima und euch allen weiterhin ein gutes und spannendes einander Beschnuppern. Ich bin sehr gespannt, auf weitere Berichte.

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  5. Das ist ja was! Als ich vorhin im Postfach die Überschrift las, dachte ich noch, wen meint sie mit der süßen Maxima, etwa einen Hund? Sie ist wirklich maximal süß. Ich finde es schön, daß ihr dem Hund Zeit laßt und wie toll, daß sie auf Bongos Spuren wandelt. Das wird sicherlich auch ihr Vertrauen voranbringen. Eine schöne Kennenlernzeit wünsche ich. Das gibt ja wieder eine Menge süßer Bilder!!! Bongo lächelt jetzt bestimmt im Hundehimmel :-)

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    • Hast du schön ausgedrückt 🙂
      Es ist ein bisschen wie eine Welpe einzugewöhnen oder ein Baby zu haben, wegen dem man nachts die Ohren spitzt und gegebenenfalls aufsteht – heute sehr-sehr-früh zum Beispiel um Viertel nach drei, weil Maxi noch nicht so entspannt war, um ihre Geschäfte am Abend zu erledigen, und dann ist es eben, wie es ist. Andererseits hat sie mich deshalb geweckt und freiwillig darauf gewartet, dass sie Halsband und Geschirr umbekommt, was am Vorabend so noch nicht der Fall war: wie kann man da meckern?
      Dann gibt es eben den Kaffee ein bischen früher und gut ist’s. ☕

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        • Kann man sicher irgendwie vergleichen. Eine Welpe ist Maxi zwar sachlich betrachtet nicht mehr, aber es fühlt sich so an, sie und ihre Eigenschaften kennenzulernen und darauf einzugehen, und ihr beim Entdecken unserer Eigenarten und denen ihrer neuen Umgebung zu helfen. Sie hat zum Glück schon viel Erlerntes mitgebracht, zum Beispiel das nicht zu unterschätzende Basic Stubenreinheit erleichtert das Miteinander schon sehr.

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    • Das tut sie. Sie ist liebenswürdig und klug, soweit man das aus der Beobachtung erschliessen kann, und hat anscheinend auch ein ganz gutes Gespür, wo sie sich sicher fühlen kann, und wie sie sich verständlich machen kann, da lässt man sich doch gern um die Pfote wickeln – ich hoffe, sie denkt dasselbe von uns. 🙂

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        • Ein lebhafter Geist – das denke ich auch. Sie ist aufmerksam und hat viele sich wiederholende Vorgänge schon erkannt. Wenn wir über die reine Eingewöhnungs- und Bindungsphase hinaus sind, denke ich schon an spielerische Aktionen , vor allem mit der Nasenarbeit, denn dass sie nasenorientiert ist, das kann man jetzt schon deutlich beobachten.

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  6. Aus irgendeinem Gund sind die letzten Einträge an mir vorbeigegangen. Und nun lese ich mit Spannung rückwärts, wie Maxima in euren Haushalt gekommen ist. Wie schön und passend sich das anfühlt. Ja, Bongo ist unvergessen, aber das braucht ja die Liebe zu Maxima nicht zu schmälern.

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