Noch ein schöne Wilde

Noch eine schöne Wildpflanze ist die weisslich-rosa blühende Ackerwinde Convolvulus arvensis. Sie blüht auch unter den kargsten Bedingungen und bei Trockenheit, ihr Wurzelwerk kann bis zu zwei Meter Tiefe vordringen. Auch wenn es jetzt gerade regnet, ist das ein Punkt, der immer wichtiger wird, wenn man verlässliche, insektennährende Wildpflanzen sucht, die im Garten gedeihen dürfen, denn die Blüten sind für viele Insekten anziehend: Wildbienen, Schwebfliegen, Fliegen, Falter, Käfer …

16 Wildbienenarten sammeln ihren Pollen an der Ackerwinde, es gibt sogar eine Spiralhornbienen-Art, die ohne sie nicht leben kann: die Flachzahn-Spiralhornbiene Systropha planidens.
In der Reihenfolge der Bilder-Galerie sieht man auf den Blüten der Ackerwinde Convolvulus arvensis:

  1. eine Mondflecken-Feldschwebfliege Eupeodes luniger
  2. ein Graugrüner Schenkelkäfer Oedemera virescens (und zwei Fliegen)
  3. eine Hain-Schwebfliege Episyrphus balteatus, von der es in diesem Jahr bisher nur erschreckend wenige zu sehen gab
  4. einen an den Schenkeln als männlich unverkennbaren Grünen Scheinbockkäfer Oedemera nobilis
  5. eine Furchenbiene Lasioglossum, leider nicht besser erkennbar

Wenn es einem nicht gefällt, dass sie sich zwischen Pflaster und Kies zeigt, sollte sie nur abseits davon wachsen lassen, aber sonst empfinde ich sie nicht als so problematisch, wie es den heimischen Winden nachgesagt wird. Im ungedüngten Boden unseres Gartens bleibt sie seit Jahren unaufdringlich.
Die Fotos sind zwischen dem 16. und 26. Juni 2021 im Garten aufgenommen, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie zum Vergrössern anklicken.

10 Gedanken zu “Noch ein schöne Wilde

  1. Wieder ein toller Beitrag von einer Pflanze die vielen Insekten ein Zuhause bzw Nahrung gibt. Ich habe unlängst eine Wildbiene fotografiert, die wenn ich es richtig erkannt bzw bestimmt habe, von dieser Pflanze den Namen bekommen hat . Ich weiß noch nicht ob ich da richtig liege, das wird sich zeigen wenn ich die Wildbiene poste . Es könnte eine Zaunwickensandbiene sein.
    So nun hab ich mal wieder eine Frage: Du zeigst in deinem Beitrag eine Schwebfliege . Ich beobachte seit Tagen, dass eine Schwebfliege zwischen den Ritzen unseres Hofpflaster verschwindet. Die kleinen Sandhügel daneben sehen aus, wie die Löcher in meinem Sandarium . Brüten eine Schwebfliegenart im Boden? Ich kann immer nur lesen, dass sie andere Nistplätze haben , wie zB Schlamm oder Wasserpfützen.

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    • 1.) Die Zaunwicke ist ein Schmetterlingsblütler, keine Winde, und die Ackerwinde keine kleiner geratene Zaunwinde.
      2.) Schwebfliegen graben nicht, du hast es wahrscheinlich mit einer Grabwespe zu tun.

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  2. Im ungedüngten Boden … aber wehe, wenn sie auf einem Feld oder am Rand eines wohlgedüngten Feldes sich ausbreitet – gilt bei Landwirten als Problemunkraut, vor allem bei den Bio-Landwirten, denn mit mechanischer Unkrautbekämpfung richtet man nichts aus bzw. macht die Sache noch schlimmer, weil man die Wurzeln zerkleinert, so dass noch mehr Ackerwinden winden.

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    • Ja, das glaube ich gern. Da hilft wohl wirklich nur geduldiges Ausgraben.
      Apropos Biobauern. Natürlich möchte man so wenig Chemie im Essen haben wie möglich, aber wer vielleicht ab und zu mal an bio-bewirtschafteten Gemüse-Feldern vorbeikommt, auf denen gerade Menschen auf Knien kriechen, um Beikräuter auszuzupfen, muss sich die Frage stellen, in wieweit diese Arbeitsform sich mit der Sehnsucht nach der eigenen Gesundheit / Spätsterblichkeit moralisch wirklich vereinen lässt. Dem Tierwohl zuliebe vegan oder vegetarisch und möglichst „bio“ zu leben, ist ein wichtiges Anliegen, aber wer schützt eigentlich das Menschenwohl derer, die einem zum gewerblich angebauten Biogemüse verhelfen?

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      • Niemand schützt sie, ich kann die Arbeiter und Arbeiterinnen täglich aus dem Badezimmerfenster sehen und die ganze Mühe und Plackerei, auch am Sonntag, denn am Montag muss selbstverständlich „knackfrisches“ Gemüse und Obst im Laden sein. – Wollte ich auch mal was drüber schreiben ….

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        • Ja, das Stadtleben hätte seine Vorteile. Man könnte einfach in den gutsortierten, klimatisierten Bio-Markt gehen, nehmen, wonach das Herz verlangt und meinen, nun wäre man endlich durchweg auf der richtigen Seite. Wobei ich da auch kaufe, nur leider eben nicht mit der Gnade der Unwissenheit, dass es gewisse Wermutstropfen gibt.

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