Die Wieseninseln beleben sich

Die Wieseninseln im Garten beleben sich langsam, nachdem ihre Wachstumsfortschritte den April kaum über mehr als einen etwas „grüneren“ Eindruck hinaus zu sehen waren. Auf den Fotos sind die ältesten, nämlich die westlichen und nördlichen Inseln zu sehen, zuerst die südwestliche Insel, in diesem Jahr diejenige mit der erstaunlichsten Entwicklung :

2021-05-09 LüchowSss Garten Rundgang m. Wieseninseln (2)

Diese Wieseninsel im Schatten der Birken wies bisher die langsamste, sogar langweiligste Entwicklung auf, ganz gleich, was ich hineinsäte oder -pflanzte. Auf die Vermehrung der im Foto deutlich sichtbaren Büschel von Flockenblumen und Wiesenskabiosen habe ich lange gewartet und wegen vieler Gundermann- und Löwenzahnblüten ist diese Insel serzeit bei den Bienen und Hummeln verschiedener Arten die beliebteste.

2021-05-09 LüchowSss Garten Rundgang m. Wieseninseln (3)

Mein Standpunkt für das zweite Foto ist auf der nördlichen Grundstücksseite, so dass ich im Vordergrund des Bildes die bislang magerste Wieseninsel vor mir hatte, in der Mitte sieht man die älteste der Wieseninseln angedeutet und ganz hinten diejenige vom ersten Foto. In diesem Mai steht die vordere bereits erstaunlich grün und recht hochgewachsen da: auch sie hat sich stark verändert, früher wies sie nur einen sehr lichten und magereren Bewuchs auf.

2021-05-09 LüchowSss Garten Rundgang m. Wieseninseln (4)

Beim dritten Bild habe ich mich vom Rand der ältesten, anfangs „Margeriten-Insel“ genannten Fläche in die Gegenrichtung gewandt. Auf deren diesjähriges Gedeihen bin ich in diesem Jahr besonders gespannt, denn ich habe zahlreiche Jungpflanzen von Wilden Möhren darin entdeckt, deren Samen ich letztes Jahr dort aufs Geratewohl hineingeworfen habe. – Fotos vom 9. Mai 2021 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Über die Jahre des Beobachtens komme ich zu dem Schluss, dass man zwar das Fortgedeihen solcher Partiene im Garten durch das Einschränken übermässig dominanter Wiesenstauden (hier vor allem Johanniskraut, Rainfarn und Beifuss) beeinflussen kann und auch sollte, und durch hinzufügte Wildpflanzen „Vorschläge“ anbieten kann, aber dass man gut daran tut, sich bei aller spekulativen Planung nur als behutsamer Helfer, Unterstützer und Hüter dessen zu begreifen, was Klima und Möglichkeiten tatsächlich hervorbringen.

18 Gedanken zu “Die Wieseninseln beleben sich

  1. In diesem Jahr wächst die wilde Möhre und die Schafgarbe ganz prächtig. Mein Mann wollte mal etwas Gutes im Wildblumenbeet tun und hat „Möhren“ ausgebuddelt. Zum Glück noch nicht entsorgt und somit durfte er sie wieder einpflanzen…sie sind tatsächlich angewachsen.

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    • Irgendetwas muss ihnen gutgetan haben. Und ihre Anwachsfähigkeiten sind wirklich faszinierend. Wildpflanzen mit Pfahlwurzeln verpflanze ich öfert mal, das geht gut.
      Witzige Aktion von deinem Mann, die gut zu meinem Textteil unten passt. :-)

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  2. Vielleicht durch den kalten Start in den Frühling, denn im letzten Jahr hatte ich fast keine wilden Möhren. Aber es kann natürlich sein, dass sie sich von 2019 ausgesamt haben.
    Mein Mann startet gerne mal solche Aktionen, was ich gar nicht mag. Akelei nach dem Verblühen abschneiden 🥺, dabei freue ich mich auf die Samen, zumal es eine weiße Sorte ist.

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  3. Wunderbar, solch ein Garten! Der Garten hier ist kleiner, und so gibt es nur Mini-Wieseninseln, aber selbst kleine Inselchen können eine schöne Vielfalt gedeihen lassen. Wilde Möhre und Schafgarbe haben sich hier auch gut etabliert. Was mich sehr freut, das sie auch sehr fotogen sind.

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  4. Alles andere wäre vermutlich ein steter Kampf! Wirklich schön deine Wieseninseln und toll, daß sie sich so gut entwickeln. Das sind bestimmt auch tolle Rückzugsorte für das Kleingetier und Insekten, wo sich Feuchtigkeit ein bißchen länger halt, als anderswo. Ich freue mich auf deine neue Blühsaison!

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    • Danke, das freut mich. Ich war eben trotz Regen wieder einmal um die „Inseln“ herumgepirscht, weil die gerade mit der Feuchtigkeit einen so herrlich grünen und wachstumsfreudigen Eindruck machen wie schon lange nicht mehr.

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  5. Die letztere Variante, nämlich auf das zu hören, was wachsen will, widerstrebt zwar (so ist es bei mir) dem Ego des Gärtners, ist aber arbeitssparend und bringt schöne Erfolge. Bei dem kühlen aber relativ feuchten Wetter hier sind meine Inseln (eher Randstreifen) in den letzten Tagen enorm geschossen und ich wundere mich immer, wie dann mal wieder was Neues sprießt. Leider auch gewohnte Pflanzen, wie dieses Jahr die Buschwindröschen, sich zurückziehen …

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    • Schade, dass deine Buschwindröschen dieses Jahr schwächeln, aber vielleicht regenerieren sich die kleiner gewordenen Bestände und kommen nächstes Jahr stärker wieder, ausdauernd sind sie ja. An bestimmten Weg- und Grabenrändern hier verhält es sich so wechselhaft.

      Man sich auch mal im Gestaltenwollen zurücknehmen, das gilt auch für die allzu ambitionierten Gartenbesitzer, die schnell eine funktionierende Wiese mit ganz bestimmten Pflanzen haben wollen, weil sie die irgendwo als angeraten gelesen haben. Was wird da zum Teil für ein kontraproduktiver Aufwand getrieben, mit Abtragen von Erdschichten und Anfahren von Sand, anlegen abgezirkelter Areale in ansonsten genau wie immer weitergepflegten Rasenflächen – und dann klappt es einfach nicht mit der Ansaat oder es gefällt den ausgesuchten Mischungen aus anderen Gründen nicht und kein besonderes Insektenvorkommen belohnt baldmöglichst die Mühe … Die Natur machen zu lassen macht auch Arbeit. Hier spriessen auf einmal wirklich lästige Wickenranken der Rauhaarigen Wicke (Vicia hirsuta), die anscheinend versucht, die Wiesenherrschaft an sich zu reissen, also reisse ich auch – immer im Vorbeigehen heraus, wo ich denke, dass sie es übertreiben. Ich verfoge die Entwicklung des Jakobsgreiskrauts und steche es aus, wenn es gross genug ist, denn es kam zwar von der Pferdekoppel nebenan, aber wenn ich den Pferden später das heu bringen will, darf es nicht darin sein. Und so weiter. Wildwuchs zu hüten ist ähnlich wie eine „Bademeister“-Dasein.

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