Ein Streifen noch nahezu winter-„toter“ Vegetation – aber belebt und beliebt!

Das Erscheinen vieler Wolfspinnen Pardosaanstelle nur einzelner ist für mich eindeutig ein Zeichen, dass wieder ein weiterer Schritt Richtung „echten Frühling“ vorangeht. Vorgestern war der erste Tag, an dem mir eine Art im Garten an einer bestimmten Stelle in grösserer Zahl begegneten, und zwar eine sehr dunkle, fast schwarze Art Wolfsspinne, die mir im Garten bisher noch nicht aufgefallen ist:

2021-04-17 LüchowSss Garten 1 Wolfsspinnen (Pardosa spec.) auf trockenem Gras

Ich fand sie auf der trockenen Oberfläche des noch weitgehend winterlich aussehenden Streifens unterhalb des Eichetorsos und des grossen, alten Pfeifenstrauchs, in dem sich die alten Reste von Labkraut und toten Gräsern zu einem verfilzten, aber lockeren Lebensraum vermengt haben, wie man es sonst nur an unberührten Wegrändern oder Uferstreifen entlang von Gewässern findet – das Ungestörte gefällt diese Spinnen und anderen kleine Tierchen.

2021-04-17 LüchowSss Garten 2 Wolfsspinnen (Pardosa spec.) auf trockenem Gras.JPG

In früheren Jahren hatte ich den Streifen im Herbst immer heruntergeschnitten und im Frühjahr ausgeharkt – zu viel Ordnungsliebe für solche kleinen Bewohner. Dass ich das lassen müsste, ist mir erst im vorigen Jahr so recht zu Bewusstsein gekommen und wie es scheint, war das im Sinne der Tierwelt nicht verkehrt, auch wenn ich wahrscheinlich nicht erfahre, wem es alles dienlich war, denn darunter nachzusehen und zu stören liegt mir nicht. Obendrauf beobachtete ich auch Rotschopfige Sandbienen Andrena haemorrhoa bei geheimnisvollem Tun:

2021-04-17 LüchowSss Garten Rotschopfige Sandbiene (Andrena haemorrhoa) auf trockenem Gras neben Echtem Labkraut (Galium verum)

Es war nicht nur eine Rotschopfige Sandbiene, die ich dort so sitzend antraf, sondern auch mehrere, als wäre es dort sinnvoll. Ob sie dort Nistmaterial sammeln? Es heisst, sie bauen ihre Nester nicht nur im offenen Boden, sondern auch auch zwischen Gräsern und Kräuern, aber ich sah keine darunterschlüpfen. Aber augenscheinlich hatten sie grosses Interesse an den trockenen Halmen und Stängeln.

2021-04-17 LüchowSss Garten Rotschopfige Sandbiene (Andrena haemorrhoa) auf trockenem Gras (2)

Das Ausharken lasse ich in diesem Frühling dort und auf den Wieseninseln bleiben, nachdem ich sah, wie das Echte Labkraut, Bartiris, Gräser und andere trotzdem zum Licht finden, und wie weich und locker der Boden der Wieseninseln über den Winter geworden ist. So unbetreten (von Menschenfüssen) soll es so lange wie möglich bleiben, denn nach den Dürresommern ist allzu viel im Boden abgestorben, das soll seine Chancen so lange wie möglich bekommen.

Die vier Fotos sind vom 17. April 2021, aufgenommen an diesem ganz bestimmten Streifen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

8 Gedanken zu “Ein Streifen noch nahezu winter-„toter“ Vegetation – aber belebt und beliebt!

  1. Man lernt immer dazu und bodenbedeckende Krautschichten in Trockenzeiten sind bestimmt auch sehr wertvoll. Die schwarzen Spinnen sind interessant. Ist diese Rotschopfige Sandbiene eine ganz schlanke, zarte Wildbiene? Ich sah die Tage sowas am Balkon herumschwirren. Natürlich immer hin und her. Einmal saß sie kurz auf einem Birkenblatt, aber nach draußen hin, so daß ich sie kaum erkennen konnte. Ich würde sagen, sie sah aus wie deine hier, aber eben sehr schmal und lang.

    Gefällt 1 Person

Über Kommentare freue ich mich | thank you for your thoughts!

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.