E wie Eierbecher (Zimmerreise 02/2021)

Einladung zu den Zimmerreisen 02/2021 | Veröffentlicht am 2021/02/12 von puzzleblumeEin E wie Eierbecher spielt bei meiner vierten > Zimmerreise 02/2021, also der 4. der zweiten Runde, die Hauptrolle. Zwar sammele ich keine Eierbecher, aber ein für mich besonderes Exemplar aus hellem Steingut, mit handgemalten Blüten in Blau und Gelb, grünen Blättchen dazu und mit blauen Randlinien an den oberen und unteren Rändern bewahre ich zusammen mit anderen Stücken ähnlichen Alters hinter Glas im Wohnzimmerschrank.
Da steht er unter anderem in Gesellschaft des grünlichgelbbraunen >Art-déco-Schnapsglases aus meiner dritten und der beiden kleinsten meiner > Bunzlauer Kannen und Kännchen aus der vierten Zimmerreise. Natürlich gibt es ein Bild von ihm:

2021-02-22 Eierbecher + Platte VVB Haldensleben um 1948/49

Man sieht hinter und neben ihm einen wabengemusterten Sahnegiesser, sechs kleine Tellerchen und eine Mokkatasse mit blauem Karomuster im Bild angedeutet. Sahnegiesser, Eierbecher und die dazu passende, rechteckige Platte traffen im Haushalt meiner Eltern jahrzehntelang tagtäglich auf dem Frühstückstisch zusammen. Das blaukarierte Muster vom fast ebenso alten Villeroy & Boch-Mokkaservice „Goslar“ hat ähnliche Farben, befindet sich jedoch erst seit viel weniger Jahren in meinem Haushalt.

Weil sie so hübsch zusammenpassen, nehme ich eines der Untertellerchen gerne zum Eierbecher dazu, wenn er doch einmal mit einem gekochten Ei darin auf den Tisch kommt. Eigentlich bevorzuge ich die Eierbecher-Form mit einer Mulde ringsum – Schalenablage nennt sich das korrekt, habe ich im Web gefunden.
Dabei lege ich die abgepellten Schalen seit Jahr und Tag unter das Ei und nutze stattdessen die Mulde für ein Häufchen Salz, von dem ich zuerst mit dem feuchten Eierlöffel etwas auftupfe und anschliessend damit mein Häppchen Ei nehme. Auf diese Weise kann ich ohne die lästig darin liegenden Schalenstückchen heruntergelaufenes Eigelb vom weichen 3 1/2-Minutenei noch aus dieser Mulde retten und essen. So habe ich es mir früher angewöhnt und so mag ich es bis heute am liebsten. Dabei bevorzuge ich kleine Eierlöffel aus Metall, keine mir für den Zweck viel zu grossen Teelöffel oder bunte Kunststoffdinger, die aussehen wie Babylöffelchen. Und ich bin eine sachte Eiaufklopferin, das Eierköpfen empfinde ich als ungemütlich und bei weichem Ei ein unnötiges Risiko.

2019-01-26 Servierplatte VVB Haldensleben Rückseite mit Marke Die Rückseiten von Eierbecher und Platte sind mit „VVB Haldensleben“ braun gestempelt.
Im 19. Jh. wurde in Haldensleben bei Magdeburg der Familienbetrieb Uffrecht für Zierkeramik gegründet, wurde 1924 durch Verpachtung zu „Carstens Uffrecht“, ging 1934 in der Carstens-Gruppe auf und 1948 verschwand auch dieser Name durch Überführung in das Volkseigentum der SBZ. Um diese Zeit wurden meine beiden Teile hergestellt. In der DDR bestand der Betrieb als „VEB Haldensleben“ noch bis 1976.
Meinen Eierbecher mag ich sehr und habe ihn auch schon einmal gezeichnet > Ein Eierbecher aus Haldensleben – Übung Nr. 10 sowie den auf der Rückseite der Platte besser erkennbaren, nebenstehenden Stempel > nachserviert.

35 Gedanken zu “E wie Eierbecher (Zimmerreise 02/2021)

  1. Aber hör mal, Eierlöffel aus Metall sind doch schon fast ein Sakrileg – der wahre Eiergenießer nimmt doch Eierlöffel aus Porzellan, die immer so schön schnell kaputt gehen, ….
    Aber weil ich – kindliches Trauma von jemand, dessen Vater immer 60 – 100 Hühner hatte, weshalb es ständig Eier gab – gar kein Eiergenießer bin, nehme ich auch Metall….

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    • Eier gab es in meiner Kindheit täglich, manchmal auch mehrfach, auch ohne familieneigene Hühner. Das war ländlich-üblich und ich war immer begeistert davon, aber es war eine absolut unprätentiöse Angelegenheit.
      Es gibt überhaupt eine Menge unnötiger Kulte bezüglich des „richtige“ Bestecks, Geschirrs oder der Trinkgefässe. Man muss das wohl mehr wollen.

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      • Daher, glaub ich, auch die alte Regel, dass man Ei nicht mit Messer Köpfen darf – weil Messerklingen geröstet haben. Ich hab so Probleme nicht, ich esse selten Eier. Und wenn, dann hartgekocht. Schale ab und reinbeißen… hm, das ist wahrscheinlich nicht die feine Art … hm

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        • Vermutlich liegt es daran, aber mit solchen Geräten deckt ja kein Mensch mehr seinen Frühstückstisch. Das komtmt mir so vor wie die immernoch oft zitierte Regel, dass Münchner Weisswürste „das Mittagläuten nicht hören dürfen“, unnötig, weil man sie heutzutage gebrüht und nicht mehr mit roher Brät verkauft.
          Hartgekochte Eier auf Butterbrot – hmm…. Gut, dass es schon so spät ist und ich satt bin.

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  2. Ich gestehe, dass ich Eierbecher liebe und hier auch einige zusammen gesammelt habe, ich brauche letztlich nur einen oder mal drei, vier, wenn Gäste da sind (aber daran ist ja jetzt eh nicht zu denken), aber ich gebe keinen einzigen her.
    Und ich köpfe wie Tom :)
    Herzlichst, Ulli

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    • Thank you, Fabio. I have another one from the 80’s „Petite fleur“ with all pieces necessary for all-day use and enough with the whole family and guests, decorated with daisies, forgetmenots, rosehips and pansies – it matches still with me :-)

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  3. Ein hübscher Eierbecher ist das, und eine hübsche Beschreibung dazu!
    Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ein weichgekochtes Ei gegessen habe, irgendwo in einem Hotel, lange her, zu Hause esse ich es nie. Deshalb haben meine letzten zwei verbliebenen Eierbecher den letzten Umzug nicht überlebt, mein Haushalt ist eierbecherfrei. Aber dein Exemplar schau ich trotzdem gerne an! :-)

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  4. Schön auch deine Ausführung zum Eieressen :-) Die verschiedenen Methoden könnten sicherlich ein Buch füllen! Ich mag weichgekochte Eier, aber ähnlich wie Anhora, esse ich sie fast nie. Die Eicherbecherblümchen passen erstaunlich gut zu den karierten Teilen im Hintergrund, aber das liegt wohl auch an der Farbigkeit. Gefällt mir jedenfalls gut :-)

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