Ein Amselmännchen an den Weintrauben

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Heute Morgen gegen zehn Uhr veröffentlichte ich den Beitrag über die bitter statt süss gewordenen Weintrauben an den alten spanischen Rebstöcken Vitis vinifera subsp. vinifera  > hier noch ohne ein Amselfoto, weil ich noch keines hatte, obwohl ich täglich Amseln an den endlich weich gewordenen Trauben herumzupfen und damit verschwinden sah.

Als ich später am Vormittag noch am PC sass, hörte ich draussen die typischen Wichtigtuer-Laute eines Amselmännchens, sah vorsichtig aus dem Fenster und entdeckte den schwarzen Vogel, wie er in aufgeregter Haltung zwischen den Reben herumhüpfte und sich dort verköstigte.

2020-12-12 11h14 LüchowSss Garten Amsel (Turdus merula) an den span. Trauben (bearb.)

Während nämlich die unauffälligen braunen Weibchen immer still und heimlich kommen, zupfen und weghuschen, machte das schwarze Männchen ein grosses und lautstarkes Getue darum, während er Beeren an den Trauben auswählte, mit seinem gelben Schnabel nach ihnen pickte und sie dann am Boden verspeiste.

Weil ich aus einer ganz schrägen Position durch die Mehrfachverglasung zoomen und schnappschiessen musste, um den Amselerich überhaupt zu erwischen, geriet das Bild so undeutlich und sogar farblich seltsam, dass es nur durch etwas Übertreibung beim Bearbeiten doch noch ganz ansehnlich hingetrickst werden konnte. Das Foto ist von heute Vormittag, am 12. Dezember 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Nun gehören die Weintrauben den Amseln.

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Nun gehören sie den Amseln, die namenlosen Weintrauben an den alten spanischen Rebstöcken Vitis vinifera subsp. vinifera. Anders als in früheren Jahren hatten wir bisher zuwenig Frost, und daher wurden die Beeren nicht süss, sondern schmecken leider bitter. Den Vögeln macht das allerdings nichts aus.

2020-12-08 LüchowSss Garten Weintrauben (Spanische Reben)

Täglich sehe ich eine Amsel glücklich an den endlich weich gewordenen Trauben herumzupfen und damit an einen geschützten Ort verschwinden. Ob es nur dieses eine Weibchen ist, das die Weinbeeren aberntet, weiss ich nicht, aber ein Viertel hat sie innerhalb der vergangenen Woche schon geschafft. Wohl bekomm’s!
Das Foto ist vom 8. Dezember 2020, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Flechten auf Steinen

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Seit Ende November nehmen die Flechten unter dem Einfluss der feuchten Witterung Wasser auf und blühen förmlich auf. Auf den Fotos sind verschiedene Flechten auf Steinen im Garten zu sehen. Lager nennt man die vielgestaltigen Vegetationskörper der Flechten, und unterscheidet Krusten-, Laub-, Strauch- und Bartflechten. Flechten gelten als eigene Lebensform innerhalb der Pilze Fungi, sind also keine Pflanzen. In Mitteleuropa kommen etwa 2.000 Flechtenarten vor, auf den Steinen in meinem Garten nur ein paar, aber doch einige verschiedene.

Namensgebend ist der flechtenbildende Pilz, der über Form und Struktur bestimmt und man in jeder Flechte nur einen Pilz als sogen. Mycobionten vorfindet, während mehrere Photobionten an der symbiotischen Verbindung beteiligt sein können, nämlich Grünalgen und / oder Cyanobakterien. Besonders vorteilhaft ist eine „Menage á trois“, denn einige Cyanobakterien speichern Stickstoff und betreiben darüber hinaus ebenfalls Photosynthese, wodurch grünalgenhaltige Cyanoflechten Licht und Stickstoff maximal nutzen können.

Im Grunde müsste man eher von einem kontrollierten Parasitismus sprechen als von einer von Austausch geprägten, echten Symbiose, denn während der Pilz in den Genuss der Stoffwechselfähigkeiten der einverleibten Grünalgen und Cyanobakterien kommt, haben diese als Partner lediglich einen geschützten Platz für ihre Existenz, aber keine Nährstoffvorteile: über Stoffströme des Primärstoffwechsels vom Pilz zu seinen Photobionten ist bisher nichts bekannt.

Die Gelbflechte Xanthoria parietina, deren Pilz sich auf die Symbiose mit Grünalgen beschränkt, ist daher ein Hinweis auf einen reichhaltigen Stickstoffgehalt der Luft. Die blaugrünen Flechten daneben werden demzufolge wohl im Nährstoff-Luxus schwelgen. – Die Fotos sind vom 29. November 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder in der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Dezembermittags

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Die ersten eineinhalb Wochen des Dezember vergingen unter mal mehr, mal weniger grauem Himmel. Mal nieselte es, mal war es nur wegen niedriger Bewölkung dämmerig, gelegentlich blieb es tagsüber um den Gefrierpunkt kalt. Langsam muss man sich an das wendländische Winterlicht gewöhnen.

2020-12-07 b.LüchowSss Spaziergang Blick über die Wiese

Bei diesem Mittagsspaziergang durch die Feldmark sieht man den typischen rosa Streifen über dem Horizont: das gilt schon als ziemlich schönes Wetter. Unter Frosteinfluss warfen an diesem bisher kältesten Dezembertag die noch belaubten Erlen alle Blätter ab, man sieht sie auf dem zweiten Bild mattgrün am Wegrand-Boden liegen.

Auch die noch hellbraune Blätter haltenden Eichen liessen ein Gutteil davon herunterrieseln. Trotzdem fand ich im Schutz eines Gestrüpps eine blühende Echte Nelkenwurz Geum urbanum, die sich sträubte, wegen -5°C aufzugeben.
Die Fotos sind vom Mittag des 7. Dezember 2020, aufgenommen bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

Sie blühen weiter

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Sie haben sich weder von sommerlicher Hitze beeindrucken lassen noch von leichtem Frost, sondern blühen einfach weiter, den November hindurch und in den Dezember hinein.

2020-11-29 LüchowSss Garten Graukresse (Berteroa incana)

Gewöhnliche Graukresse Berteroa incana

2020-12-02 LüchowSss Garten Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)

Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium

2020-12-02 LüchowSss Garten Gelb-Skabiose (Scabiosa ochroleuca)

Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca

2020-11-29 LüchowSss Garten Feinstrahl bzw. Weisses Berufkraut (Erigeron annuus)

Weisses Berufkraut Erigeron annuus

Die Fotos sind vom  29. November und 2. Dezember 2020, aufgenommen auf verschiedenen Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Nachtkerzen zum Dezemberanfang

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Die Gewöhnlichen Nachtkerzen Oenothea biennis haben noch durch den ganzen  November weiter geblüht:

Nach einigen Nachtfrösten und Frosttagen während der ersten Dezemberwoche waren dies wahrscheinlich die letzten Blüten, sie hängen jetzt erfroren an ihren dünnen Stängeln. Den grünen Nachtkerzenfrüchten hat es nichts ausgemacht, sie reifen weiter und Meisen besuchen die trockenreifen, aufplatzenden braunen Samenstände.
Die Fotos sind vom 29. November 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Dem Salbei zuhören

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2020-11-29 LüchowSss Garten Gewöhnlicher Salbei (Salvia officinalis)

Sich Zeit nehmen und dem Salbei zuhören.

Echter Salbei bzw. Gewürzsalbei oder auch Gartensalbei Salvia officinalis – ein Foto mit der Nahlinse vom 29. November 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Nicht mehr und noch nicht zugleich: die „doppelte“ Zaubernuss

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2020-10-09 LüchowSss Garten gelb - Herbstblühende bzw. Virginische Zaubernuss im Vordergrund (Hamamelis virginiana), rot - winter- u. rotblühende Zuchtsorte (Hamamelis x intermedia)Zu Beginn wiederhole ich ein Foto von der „doppelten Zaubernuss“ vom 9. Oktober 2020 , mit einerseits hell- und gelbgrünen, andererseits scharlachroten und braunroten Blättern, braunen Knospen und gelben Blüten, dazu je ein passendes rotes bzw. hellgrünes Bändchen angeknüpft, um die Zweige auch nach dem Laubfall noch unterscheiden zu können. Von den gelb markierten Zweigen fielen die  gelben Blätter, während sich neben den samtigen, nussähnlichen Früchten immer mehr hellgelbe, fransige Blüten öffneten, die einen eigenwillig würzigen Duft verbreiteten. Manche beschreiben ihn als „zitrusähnlich“, andere als unangenehm: für mich war er spannend und angenehm.

Auf alle Fälle offenbarte sich im Laufe des Oktobers und Novembers das wahre Wesen meines Zaubernuss-Strauches: „er“ ist eigentlich zwei Arten in einem Strauch vereint! Die im späten Winter bzw. zeitigen Frühjahr rot blühende Kultursorte Hamamelis x intermedia wurde, wie bei der Baumschulvermehrung häufig üblich, auf eine Unterlage der Herbstblühenden bzw. Virginischen Zaubernuss Hamamelis virginiana veredelt, und diese ist schon vor so langer Zeit herausgewachsen, dass sie mit etwa gleich starken Ästen ihren wesentlichen Anteil am Ganzen hat.

Auf den beiden Sehrspätnovember-Bildern unten sieht man je einen Zweig von jeder Art: links die Knospen der noch zu erwartenden roten Blüten der Hamamelis x intermedia, rechts die verblühten, gelblichen Ansätzen und die braunen, inzwischen trockenen und geöffneten „Nüsse“. Die Fotos sind vom 6. Oktober und vom 29. November 2020, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.