Da ist noch Leben drin: die rote „Lambertshasel“

Spinnmilben hatten anscheinend die im Mai noch jungen Blätter der jungen Lambertshasel Corylus maxima bereits im Wald befallen, denn kurz nach dem Pflanzen des rotblättrigen Findlings schwanden die Blätter dahin und ich fand verräterische, feine Spinnfäden daran. Monatelang widerstand ich dem Impuls, den Schössling herauszureissen statt ihn weiter mit Wasser zu versorgen, hoffte weiter, dass er wenigstens im Boden am Leben bleiben und wieder auszutreiben würde. Ich blieb zuversichtlich, dass Spinnmilben auf dem luftigen, neuen Standort schwerer überleben konnten, als in der Windstille der „Gartenmüllzone“ im Wald, und dass sich „jemand“ aus der kleinen Tierwelt im Garten finden würde, der Spinnmilben frisst, denn im Garten hatte ich in all den Jahren noch nie welche.
Sicher brachte der heisse und trockene Sommer die Hasel an ihre Grenzen, aber seit Ende August kommen junge Blätter am kahlen Haupttrieb zum Vorschein, und diese sind vollkommen gesund.

Eine Lambertshasel Corylus maxima wächst als grosser Strauch oder sogar als Baum, somit höher als die verwandte Gemeine Hasel Corylus avellana aus der gemeinsamen Gattung Hasel Corylus. Auch die normalerweise grünen Blätter haben einen braunroten Schimmer, es gibt aber auch eine vollständig rotlaubige, als „Bluthasel“ bekannte Sorte, Corylus maxima ‚Purpurea‘. Diese als Ziergehölz in Gärten bekannte Form wird oft für eine Zuchtform der Gemeinen Hasel gehalten, denn vielen Menschen ist nicht bekannt, dass es mehr als nur eine Art Hasel gibt. Dabei werden seit vielen Jahren drei Viertel der weltweit im Handel erhältlichen „Haselnüsse“ durch den Anbau der ursprünglich auf dem nordwestlichen Balkan beheimateten Lambertshasel Corylus maxima in der türkischen Schwarzmeerregion erzeugt, während nur der kleinere Teil der Weltproduktion von der bei uns heimischen Gemeinen Hasel Corylus avellana stammt. Beide Arten können sich miteinander kreuzen, wo sie aufeinander treffen und so ist die Definition bei meinem wiederbelebten Exemplar ungewiss, obwohl sowohl die rote Farbe als auch die typische längliche Blattform eindeutig auf das Erbe der Lambertshasel hinweisen. – Mehr über die Lambertshasel lesen bei > Wikipedia.
Die beiden Fotos sind vom 31. August und vom 6. September 2020, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken.

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