Kuckuckshummel, schwarz und rotbraun gestreift

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Diese schwarz und rotbraun gestreifte Kuckuckshummel am Wilden Dost Origanum vulgare gibt mir gerade Rätsel auf, denn für eine Böhmische, eine Keusche oder auch eine Bärtige Kuckuckshummel ist das Hinterteil zu orange – da ist kein bisschen Weiss irgendwo zu erkennen. Vielleicht hat ja jemand anderes die gleiche Art schon einmal gesehen? Sie ist von ähnlicher Grösse wie die Hummelköniginnen der Erdhummeln:

Eigentlich fand ich die Vierfarbige Kuckuckshummel Bombus quadricolor passend, die bei der Hellen Erdhummel und der Distelhummel ihre Kuckuckseier ins Nest legt, aber die soll, wie es auf der Webseite des NABU hiess, in Niedersachsen ausgestorben sein.
Im Wildbienen-Kataster > hier ist eine weibliche Feldhummel Bombus campestris zu vergleichen – farblich ähnlich, aber mit einer Grösse von nur 15-18mm zu klein und auch optisch nicht überzeugender als die Vierfarbige Kuckuckshummel Bombus quadricolor, zu sehen > hier auf der Webseite Wildbienen.de, wobei deren Grösse von über 20 mm eher der „meiner“ wirklich grossen Kuckuckshummel entspricht.
Beide Arten sind auf der Karte im Wildbienenkataster nicht bei uns verzeichnet – insofern ist keine anhand des Vorkommens wahrscheinlicher.
Die Fotos sind vom 24. Juli 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie zum Vergrössern anklicken.

Rainfarn-Seidenbiene, die erste!

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Kaum macht der Rainfarn Tanacetum vulgare Anstalten aufzublühen, ist auch schon eine Rainfarn-Seidenbiene Colletes similis vor Ort, die erste, die ich in diesem Sommer 2020 auf Rainfarn im Garten angetroffen habe. Ich hoffe natürlich, dass noch mehr davon auftauchen, denn sie sind zwar ziemlich klein, aber mit ihrer hellbraunen Plüschigkeit und den dunklen Augen im pelzigen Gesicht auch sehr niedlich.

2020-07-21 LüchowSss Garten Rainfarn (Tanacetum vulgare) + Rainfarn-Seidenbiene (Colletes similis)

Anders als ihre Name suggeriert, besucht die eine Generation, die pro Jahr etwa zwischen Juni und Oktober fliegt, auch etliche andere Korbblütler Asteraceae, wie z.B. Margeriten und Kamillen. Dennoch gilt die Rainfarn-Seidenbiene Colletes similis inzwischen wegen der Verluste geeigneter Habitate mit offenen, ungestörten Bodenflächen zum Nisten als selten, besonders geschützt und wird bereits auf der Vorwarnliste als tendenziell gefährdet geführt.
Das Foto ist vom 21. Juli 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Hummeln lieben Immergrünen Gamander

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Hummeln lieben Immergrünen Gamander Teucrium x lucidrys, vor allem die künftigen Staatengründerinnen für das nächste Hummeljahr, die bereits unterwegs sind. Die Leichtgewichte besuchen auch die gelbgrünen Dolden des Fenchels oberhalb dessen, wie > hier zu sehen war. Es sind vor allem verschiedene Erdhummeln, die von Morgens bis Abends dort eine summende Klangwolke erzeugen.

 

Auch Acker- und Steinhummeln lassen sich blicken, aber zufällig sind sie in der Galerie nicht vertreten. Ich glaube, mich haben einfach die ganz grossen Exemplare mehr zum Auslösen der Kamera motiviert. Oft ist nicht genau zu sagen, welche Erdhummelart ich da vor mir hatte, darum halte ich es meistens vage bei: unbestimmte Erdhummel-Jungkönigin des Bombus terrestris-lucorum-Komplexes an Immergrünem Gamander Teucrium x lucidrys. – Die Fotos sind vom 21. und 23. Juli 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bitte die kleinen Bilder der Galerie zum Vergrössern und Lesen der Untertitel anklicken.

Wieder bei den Fenchelblüten

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Das Insektentreiben an den gelbgrünen Blütendolden des Fenchels Foeniculum vulgare im Garten zieht mich immer wieder zu Beobachtungen an. Ein Bienenwolf Philanthus triangulum ist immer dabei, diesmal von der Seite, wobei man den für die Grabwespen-Gattung Philanthus charakteristischen Rand um das Auge gut erkennen kann:

2020-07-21 LüchowSss Garten Fenchel (Foeniculum vulgare) + Bienenwolf (Philanthus triangulum)

Und auch diese Totenkopfschwebfliegen Myathropa florea sah ich dort, die von Schwarzen Gartenameisen Lasius niger umkreist wurde – wollten die Ameisem sie womöglich erbeuten und abschleppen? Zumindest wirkte das Ameisenquartett auf mich wie ein absichtsvolles, miteinander agierendes Team mit Kurs auf ein Opfer.

2020-07-23 LüchowSss Garten Fenchel (Foeniculum vulgare) + Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) + Schwarze Gartenameisen (Lasius niger)

Eine ähnlich grosse Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege Eristalis tenax sah ich von Ameisen unbehelligt. Die Larven beider Arten entwickeln sich in schlammigem Wasser und Pfützen und werden von Ameisen behüteten Blattläusen nicht gefährlich. Aber vielleicht interessiert sie deren Honigtau-Ausscheidungen ebenso wie der Fenchelblütennektar?

2020-07-24 LüchowSss Garten Fenchel (Foeniculum vulgare) + Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalis tenax)

Dunkle Erdhummeln Bombus terrestris sah ich schon Blätter von Obstbäumen mit Blattlausbefall anfliegen und „ablecken“. Ich weiss deshalb nicht, was in diesem Sommer – nach den vorigen Jahren als überraschendes Novum – die Erdhummeln an den Fenchelblüten besonders lockt, aber sie haben kürzlich den Fenchel für sich entdeckt.

2020-07-24 LüchowSss Garten Fenchel (Foeniculum vulgare) + Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)

Die zum Drohn passenden Erdhummel-Jungköniginnen brummeln unterhalb des Fenchels am Immergrünen Gamander herum, wo sie anscheinend besseren Halt finden. – Die Ameise vom nächsten Bild scherte sich nicht um Blattläuse und deren Ausscheidungen oder potentielle Diebe, sondern nahm anscheinend Blütennektar zu sich.

2020-07-26 LüchowSss Garten Fenchel (Foeniculum vulgare) + Ameise

Aufgrund der Höhe der Fenchelstängel findet leider inzwischen ein beträchtlicher Teil des Geschehens für mich unerreichbar über Kopfhöhe statt, aber ich kann doch feststellen, dass in diesem Jahr mehr Wildbienen, also: Hummeln, Sandbienen und kleinere Arten, den Fenchel besuchen, dafür viel weniger Wespen. Die Fotos sind im Zeitraum vom 21. bis 26. Juli 2020 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.