Die Sache mit den Birken

Es ist ein Jahr vergangen, seit ich im späten Juli 2019 der trockenen „Birken-Ecke“ im Garten mehr Aufmerksamkeit und Wasser schenkte. Das war nicht vergebens, denn im unteren Bereich grünt es seitdem wieder mehr. Die stärker dürregeschädigte Birke zeigte alsbald sogenannte Stockausschläge aus dem Stamm, kurze Zweige mit Blättern daran. Diese nahm ich als Hoffnungszeichen, bedeutet es doch, dass der Baum weniger schnell stirbt, als zunächst befürchtet – eine gute und eine schlechte Nachricht in einem Satz. Die Bilder 1 und 2 sind vom > 21. Juli 2019:

Die Bilder 3 und 4 zeigen, was aktuell daraus geworden ist, und das sieht nicht gut aus, denn inzwischen wird deutlich, dass es sich nicht nur um eine „Sorgenbirke“ handelt, sondern um beide! Auch an der efeuumwachsenen, grösseren Nachbarin hat der Verfall eingesetzt und er schreitet gnadenlos an beiden Birken voran. Es sind so wenige Blätter, dass es darunter nur noch für lichten Schatten reicht, es gibt zusehends mehr tote Zweige und Äste zu sehen.

Die Verluste sind an beiden Bäumen zu erkennen. An der linken Birke, die näher am Weg steht, haben wir die dürren Äste, soweit erreichbar, entfernt. Teilweise genügte blosses Dagegenschlagen mit einem Gerätestiel. So dürr und porös ausgetrocknet wie sie waren, fielen sie einfach herunter.
Ich werde während der laubtragenden Periode einen Sachverständigen draufschauen lassen, um zu erfahren, ob beide Bäume noch in ihrer vollen Höhe stehen bleiben können, oder ob ich eine oder beide bis oberhalb der Höhe des Efeus einkürzen lassen sollte, um sie noch möglichst lange für die Vögel zu erhalten.
Die ersten beiden Fotos im Beitrag sind ein Jahr alt, vom 21. Juli 2019, die anderen sind vom 17. Juli 2020, aufgenommen im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

14 Gedanken zu “Die Sache mit den Birken

  1. Gut, wenn etwas nicht vergebens war!
    Birken, meine Lieblingsbäume, wir haben leider nur noch eine.
    Habe mal irgendwo gelesen, dass man auch mit regennasser Birkenrinde Feuer machen könne. Ob das stimmt?

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  2. Auch hier in der Gegend beobachte ich, dass die Birken unter dem zu wenigen Regen leiden, sie sind die ersten, die dies zeigen. Und das Waldsterben geht auch erschreckend massiv weiter.
    Und die Forstwirtschaft denkt kaum um.

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    • Danke, Ulli!
      Sie denken zu langsam und handeln zu träge. Erkenntnisse und Pläne, die sogar durch Landes-Ministerien beauftragt an Universitäten erarbeitet wurden, liegen schon seit fast zwei Jahrzehnten in Schubladen herum, weil die Forstwirtschaft u.a. auch mit der Jagdlobby zu ringen hat, die aus ganz persönlichen Interessen an ihren Hochwäldern festhalten möchte, statt sich durch unübersichtliche Mischwälder plagen zu müssen.

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      • Irgendeine Lobby stellt sich ja immer zwischen vernünftigere, umweltschonendere, inovative Ideen und wie es aussieht haben diese Lobbies die wirkliche Macht, weil sie das Geld haben.
        Mal auf die Schnelle geantwortet. Traurig ist das! Und macht mich auch immer wieder zornig.

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  3. Wir haben eine Birke, der geht es gut. Bei uns regnet es aber auch mehr. Vor ein paar Jahren haben wir ein paar Thujen raus reißen lassen. Dabei wurde eine Wurzel der Birke abgerissen. Es war unglaublich, wie viel Wasser da raus rinnt. Der Baum zieht Wasser aus dem Boden wie ein Hydrant. Jedenfalls wäre es schade, wenn du sie weggeben müsstest, weil die wirklich viel Vogelfutter in Form von Insekten produzieren.

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    • Wegen des Verlusts an Blattmasse sind die Insektenmengen darin wahrscheinlich stark zurückgegangen, aber die Vögel nisten im Efeu und in Nistkästen am Stamm, und sitzen ausserdem ungaublich gern in den Schaukel-Zweigen, mehrere verschiedene Arten aller Grössen und über beide Birken verteilt. Irgendjemand singt immer von da oben.
      Wenn es sicher ist, kann ich ein bisschen Hässlichkeit schon noch ertragen, aber ansonsten muss ein Stück ab, und da habe ich mich schon schlau gemacht, dass man das wegen des Wasserverlussts unbedingt in der spätherbstlichen bzw. frühwinterlichen Ruhezeit machen muss. Bei unseren warmen Wintern der letzten Jahre ist es unberechenbar, wann sie schon wieder beginnen, den Saftdruck zu erhöhen.

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      • Unsere steht unter der Stromleitung, wir müssen die immer wieder schneiden. Natürlich in der kalten Jahreszeit. Sie tropft dann trotzdem. Die brechen aber auch in der Natur unter dem Gewicht, wenn sie vereisen. Bislang geht es ihr gut, aber bei uns regnet es mehr, wie gesagt.

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  4. So komme ich dann auch mal wieder zu einem deiner aktuellen Beiträge, noch dazu passend als Antwort/Update zu Fragen bezüglich deiner Berichte von vor einem Jahr :-)

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    • Den Eindruck hatte ich bei meiner zweiten, noch besser dastehenden Birke auch, dass es sich erst nach der Blüte verschlechterte.
      Aber das ist von anderen Baumarten ja auch bekannt, dass sie so eine Art Nachkommensflut produzieren, wenn sie altersschwach werden.

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  5. Oh, noch haben meine Birken mehr Blätter, aber sie färben sich teilweise gelb. Ich hoffe ich kann sie mit genügend Wassergaben noch retten. Und heute Nacht hat es endlich mal nach Wochen ein bisschen geregnet, am Tag auch noch mal. Aber es ist letztlich doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Rheinhessen ist ohnehin eine trockene Region, aber so extrem war es noch nie. Das sagen auch die Landwirte.

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