Wasserdost – tadaaa! – nun auch mit Schmetterlingen

Der Wasserdost Eupatorium cannabinum blüht seit Ende Juni und als ich Anfang Juli zuletzt über ihn schrieb, hatte ich auf den Fotos nur Hummeln zu zeigen. Sie und verschiedene Grabwespen und Fliegen hatten die neue Nektarquelle in Besitz genommen, vor allem Bienenwölfe fühlten sich dort wohl, aber Schmetterlinge fehlten bis vor kurzem noch, wie überall. Endlich hat sich das geändert, zumindest im Garten flattert es endlich.
Die folgenden Fotos sind zwischen dem 10. und 18. Juli 2020 entstanden, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken:

 

Seitdem werden die Schmetterlinge an Zahl und Arten im Garten immer zahlreicher, auch wenn ich nicht das Wort „viele“ verwenden würde. Dennoch wirkt ihr Auftauchen beinahe schwallartig, als hätten die den Regen der vorigen Woche begleitenden starken Windböen die Falter herangetragen. Im Sommer 2019 verhielt es sich vor allem mit den Distelfaltern ganz ähnlich.
In diesem Jahr fallen mir aber besonders die wohl kaum mit dem eingereisten Faulbaum-Bläulinge Celastrina argiolus als relativ häufig auf, ganz als hätten ihre Lebensbedingungen weniger Beeinträchtigung erfahren, was ich mir damit erkläre, dass seine Raupen als „hochgradig polyphag“ bezeichnet werden, was bedeutet, dass sie sich von sehr vielen verschiedenen Pflanzen und in unterschiedlichen Biotopen ernähren können, statt nur auf eine oder wenige Nahrungspflanzenarten unter stärker eingegrenzten Bedingungen angewiesen zu sein.

20 Gedanken zu “Wasserdost – tadaaa! – nun auch mit Schmetterlingen

  1. Wo ich hier von „hochgradig polyphag“ lese, mache ich mir Gedanken zum „hochgradig monophagen“ Buchsbaumzünsler. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Spezies meinen Garten freiwillig verlassen hat. In diesem Jahr war er nicht am Fressen, obwohl die Nahrungsquellen so waren, wie in den vergangenen Jahren. Allerdings spritze ich die Buchsbäume ab und zu mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Vielleicht ist das die Wahl der „Bekämpfung“ statt biologischer oder chemischer Mittel.

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    • Hast du Meisen im Garten? Verschiedenen Beobachtungen zufolge haben mindestens die Kohlmeisen gelernt, Buchsbaumzünsler und sogar Eichenprozessionsspinner-Raupen zu fressen. Vermutlich treibt der um sich greifende Mangel an anderen Arten die Experimentierfreude mit bis dahin wenig bevorzugten, aber häufig vorhandenen an, um satt zu werden.

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      • Seit 2012 im Garten meiner Tochter bei Seligenstadt/Hessen der Buchsbaumzünsler aufgetreten ist, habe ich eine Menge Literatur über diese Art gesammelt und Kontakte zu Naturwissenschaftlerinnen in Deutschland und der Schweiz gepflegt, die auf diesem Gebiet geforscht haben. Inzwischen ist das Interesse im Forschungsbereich am Cydalima perspectalis Walker gesunken, in der deutschen Presse erscheinen zur Zeit – die Raupen fressen seit Monaten wieder – täglich Berichte, was zu tun ist, wenn die Raupen auftreten. Es sind gute und schlechte Ratschläge und Äußerungen. Ratschläge auch von Journalisten mit wenig Wissen um das Thema. So reicht das Absammeln der Raupen m.E. nicht aus und auf Fressfeinde aus der Vogelwelt sollte man sich auch nicht verlassen. Mir ist es noch nie gelungen, einen Vorgang zu beobachten, bei dem Spatz, Kohlmeise, Buchfink oder Rotschwanz oder auch eine Spinne(!) ein Raupe dieses Zünslers verzehrte. Auch Mitglieder der Familie, Freunde und zahlreiche Bekannte konnte keine entsprechende Beobachtung machen, obwohl ich nicht ausschließe, dass in Einzelfällen Tiere zu Fressfeinden werden oder geworden sind. Mir ist nur ein ca. acht Jahre altes Video in Erinnerung, in dem eine Amsel eine Raupe wieder auswürgt.
        Meiner Ansicht hilft gegen Raupen nur das Absammeln und – will man seinen Buchsbestand wirklich schützen – ist bisher das Versprühen einer Bacillus thuringiensis-Lösung die einzig nachgewiesene wirksame Methode. Das Spritzen ist jedoch umstritten, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch andere Insekten getötet werden, wobei die Hersteller behaupten, dass ihre Mittel nicht bienengefährdend sowie nützlingsschonend sei.
        Es ist eine Gewissensfrage, wobei jeder die Priorität setzen kann – Schutz des Buchs oder der Fauna. Ich versuche seit letztem Jahr, diese Entscheidung weitgehend zu umgehen, indem ich in der Hoffnung, die Eier der Raupe von den Blättern entfernen zu können, von Frühjahr bis zum Herbst gelegentlich die Pflanzen ausgiebig mit einem harten Wasserstrahl (kein Kärcher) spritze. Vielleicht habe ich damit tatsächlich eine Methode gefunden, die Raupen des Zünslers aus meinem teilweise über 40jährigen und überwiegend selbst aus Stecklingen gezogenen Bestand herauszuhalten..

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        • An das kalte Wasser würde ich mich auch halten, wo ich nicht sehen kann, was direktes Absammeln ermöglicht. Im Grunde kann ich dazu nichts Eigenes beisteuern, denn meines Wissens haben sich die Buchsbaumzünsler hier nicht zu schaffen gemacht, wenn er auch im Landkreis in der Zeitung gemeldet wurde.
          Vielleicht mögen sie meine mir namentlich unbekannte Sorte nicht, vielleicht waren die darin „arbeitenden“ Vögel und Wespen dran und ich habe nur nicht mitbekommen, was sie gefunden haben.

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  2. Ähnliches Bild hier: Es sind nicht die Mengen früherer Jahre, aber seit einigen Tagen lässt sich am Flieder ein gutes Dutzend Falter auf einmal zählen. Überwiegend Tagpfauenaugen, aber auch ein paar Weißlinge, Admirale und (immer nur ein) Zitronenfalter. Aber Tagpfauenauge auf Flieder, das kann ich nicht fotografieren, die Farbkombination lässt den Sensor durchbrennen ;)

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    • Dein Tagpfauenauge auf Flieder ist mein Zitronengfalter auf Vexiernelke. Man möchte meinen, „die Natur“ wusste das schon vor Erfindung der kameratechnischen Irritationen, auch hinsichtlich natürlichen Sehvermögens, dass man nur für anständiges Überstrapazieren zu sorgen braucht, bis es den auf Beutezug befindlichen Anderen vor den Augen flimmert, weil auch das Kompensationsvermögen des Gehirns irgendwann entnervt aufgibt.

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  3. Grad suche ich auf den Fotos einen Faulbaumbläuling, finde dergleichen allerdings nicht. (Merkwürdig, bei Schmetterlingen muss ich immer wieder an die Theresienstadt-Kinderzeichnungen denken, die ich in Prag mal sah. So zum Weinen…)
    Weil das eigentlich nicht hierher gehört, habe ich es in Klammern gesetzt.

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  4. Na also, geht doch :-) Schön, daß es ein paar mehr werden. Unterwegs sehe ich jetzt auch mehr. Ich sage nur Disteln: heute einen Schachbrettfalter gesehen, freu. Jetzt überlege ich, wie ich die Disteln auf den Balkon bekomme, haha.

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    • Solange es keine Eselsdistel ist in Kingsize … Nein, die normalen Kratzdisteln sind auch schon biestig, ich lasse im Garten nur wenige stehen und brauche im Herbst zwei paar Handschuhe übereinander, um die trockenen Dinger wegzutun.

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        • Ja, im Bereich dieses Streifens dürfen sie wachsen, aber wenn sie trocken sind, kommen sie trotzdem weg, sonst wird die Barriere zu gross, um da heranzukommen. Wenn die Bäume und Sträucher mal gross genug sind, ist es egal, aber bis dahin will ich meine Benjeshecke noch zum „Füttern“ mit Zweigen und anderem Garten-Grün erreichen können.
          Es wird in den Medien gern so dargestellt, ich weiss, aber die „vielen Insekten und Schmetterlinge“ sind nach meiner Beobachtung nicht magisch wegen der Disteln da, sondern besuchen die so begeistert, wo es nichts anderes, Gleichwertiges an Korbblütlern gibt, und das ist gerade in der Agrarlandschaft oder an Waldwegen oft so der Fall. Es geht ja nur um die Blüten. Keine Schmetterlingsraupe frisst Disteln.

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          • Dann „fütter“ deine Hecke noch schön, daß gefräßige Ding ;-) – An die Raupen habe ich dabei nicht gedacht, nur, daß man dort viel Getier und Falter findet. Es kann natürlich sein, daß das in Ermangelung anderer Blüten-Pflanzen geschieht, aber ich denke, daß Disteln durchaus ihre Fans haben. Vielleicht mehr andere Insekten, als Schmetterlinge, daß kann ich nicht beurteilen. Irgendwo las ich, daß die Raupen einiger heimischer Arten an Disteln gehen sollen. Ich sehe leider so gut wie gar keine Raupen hier, weder an Disteln noch an Brennesseln.

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