Ein seltener Anblick in diesen schmetterlingsarmen Wochen: der Kleine Feuerfalter

Nicht nur er, sondern überhaupt jeder Falter ist ein seltener Anblick in diesen schmetterlingsarmen Wochen! Nach sechs Jahren war 2018 das letzte gute Jahr, in dem ich zwischen April und Herbst vielfach Kleine Feuerfalter Lycaena phlaeas zu verzeichnen hatte, 2019 war dies nur zweimal der Fall, je einer im April und einer im Juni.
Dieser liess sich endlich Anfang der gerade vergehenden Woche auf der grössten der Wieseninseln im Garten blicken:

2020-06-16 LüchowSss Garten Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)

Die Raupen fressen verschiedene Sauerampfer-Arten, und die gibt es im Garten, hauptsächlich ihnen zuliebe, seit ich die ersten Kleinen Feuerfalter 2012 im noch ziemlich leeren Garten sichtete, aber die trockenen Sommer haben den Ampfern und generell vielen Raupenfutterpflanzen anderer Falterarten nicht gutgetan. Ich hoffe sehr, dass 2020 gnädiger ausfällt. Bisher sieht es sehr viel besser aus, und immerhin sind wir schon beim Mittsommer angelangt.
Das Feuerfalterfoto ist vom 16. Juni 2020, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

16 Kommentare zu „Ein seltener Anblick in diesen schmetterlingsarmen Wochen: der Kleine Feuerfalter

  1. „Schmetterlingsarm“, in der Tat! Hier westlich Hamburg begegne ich vielleicht einem Kleinen Fuchs pro Tag! [Fast hätte ich die gestern über den Weg flatternden beiden kleinen weissen Falter vergessen.] – Der Liguster blüht, haut einen mit intensivem Geruch an mancher Stelle und zu mancher Zeit fast vom Rad. Nix drin – auch die vom Vorjahr in Erinnerung gebliebenen Distelfaltermassen auf Wanderung sind zumindest noch nicht angekommen.
    Wir müssen wohl weiter dran bleiben (besser: überhaupt erstmal anfangen) – vor allem, die chronisch-chemische Vergiftung inklusive der Verödung unserer Landschaft durch Agrar-Industrie zurückzunehmen.

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    1. Der Liguster sollte eigentlich um diese Zeit voll besetzt sein mit Kleinen Füchsen und Tagpfauenaugen, aber von beiden ist hier keine Spur zu sehen, und es ist schon das zweite schlechte Jahr.
      Voriges Jahr sind die Brennesseln überall hierherum verdorrt, da musst noch nichtmal der übliche landwirtschaftliche Spritz- und Mähwahsinn drüber. Diesen Sommer sieht es bisher besser aus mit dem Wachstum, aber wo kein Falter fliegt, der Eier ablegen könnte, da gibt es auch keine Aussicht auf eine neue Generation.
      Ja, die Distelfalter stehen noch aus, aber alle anderen leider auch.

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  2. Überall das Selbe. Wir haben heute die Wiesen abgemäht und es waren kaum Falter da. Wir lassen an einer Seite immer die Brennnesseln stehen und haben sie im letzten Jahr auch gegossen, da wir hier einen eigenen Brunnen haben. Die 2 ha Pferdeweiden lassen wir so, wie sie sind. Das hohe Gras, der Ampfer, die Disteln und die blühenden (Un)kräuter lassen wir stehen bis in den November, dann wird das gemulcht. Ich bin froh, das ich die Heuernte nicht kommerziell betreiben muss, so muss ich seit 1992 keine Chemie und keine Gülle auf die Wiesen aufbringen. Wächst trotzdem alles, oder auch noch mehr als anderswo. Im Garten habe ich in diesem Jahr ein paar Ecken mit Wildblumen bestückt. Leider sind auch hier die Hummeln und Bienen rar, die Schmetterlinge sowieso…

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    1. Wenn man rundum von Andersdenkenden umgeben ist, kann man mit einer kleinen Insel keine Wunder wirken, aber immerhin doch etwas beitragen.
      Gerade habe ich 2 Tagpfauenraupen gefunden und freue mich geradezu unvernünftig. :-)

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          1. Heute saßen auf meinem Oregano sage und schreibe 6 – in Worten SECHS – Tagpfauenaugen. Es besteht also wirklich noch Hoffnung, dass sie sich wieder etwas vermehren. Kohlweißlinge, Zitronenfalter, so ein kleiner hellblauer Schmetterling und ein kleiner Fuchs waren auch zu besuch. UND Hummeln… …wo im Frühjahr der Kätzchenbaum fast totenstill war brummen jetzt die unterschiedlichsten Hummeln im Oregano… :) – das freut mich so und macht doch auch gleich ein bisschen glücklich… :)

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            1. Hier auch! Ich habe gerade einen Mittagsrundgang gemacht und mich genau so gefühlt. Manche sehen arg zerfleddert aus, als wären sie entweder in Platzregen oder in den Erntebetrieb geraten, aber wer noch fliegen und Nektar trinken kann, schafft hoffentlich auch noch Eier zu legen. Meine Brennnesseln stehen im Garten bereit, die mäht wenigstens keiner weg. Hoffentlich kapieren sie das, die Tagpfauenaugen und auch die abgerissenen Admirale. Die Zitronenfalter sehen dagegen prächtig unversehrt aus, und ich sah auch einen C- und einen Perlmuttfalter.
              Wenn es aber den starken Wind braucht, um sie heranzuwehen, ist das für die unmittelbare Umgebung immernoch ein Armutszeugnis.

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              1. „Meine“ Tagpfauenaugen sehen ganz leuchtend und vollkommen aus, nur einer hat ganz leicht fransige Flügel. Gestern am späten Nachmittag gesellte sich dann doch auch noch ein Admiral dazu. Den eigens gekauften Schmetterlingsflieder ignorieren sie, sitzen nur auf dem Oregano…

                Meine Schwiegermutter bekommt immer eine mittelschwere Krise, wenn sie meinen Garten sieht, da ich im Beet auch blühende Unkräuter stehen lasse. Irgendeinen nutzen werden die wohl auch haben… ^^ Hinterm Stall an der Wand lassen wir seit ca. 2 Jahren einen Streifen von 1 m, da darf wachsen was will. Schöne große Disteln, Brennnesseln, Kamille und und und…

                Vor der Vogelschutzhecke haben wir einen breiten Streifen mit Brennnesseln.

                Vor ein paar Jahren undenkbar, da mein Mann alles weggesenst hat, was irgendwie nur in die Höhe ragte. Zeitmangel und Einsicht (Frauen können ja ziemlich nervig sein, wenn sie etwas wollen) hat ihn dazu bewogen der Natur einfach ein paar Ecken zu lassen… …ich mag das Wilde.

                Wir waren letztes Wochenende in Hohegeiß im Harz. Dort gibt es einen Bogenparcours, der über geschützte Bergwiesen (Trampelpfad am Rand) geht. Dort gab es trotz Blütenvielfalt kaum Schmetterlinge. Das fällt schon sehr auf…

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                1. Das liest sich sehr meiner Art und Weise verwandt, in den Beeten Planung und Zufall zu vermischen und höchstens ein bisschen zu regulieren :-)
                  Geschützte Bergwiesen in Blüte und ohne Falter? Das muss geradzu gespenstisch sein, wenn man auf solche Dinge achtet.

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                  1. Da meine gärtnerisches Geschick hm sagen wir mal etwas unterentwickelt ist, bin ich immer begeistert, wenn überhaupt etwas wächst.

                    In diesem Jahr quillt mein Garten geradezu über und ich musste schon auf Töpfe ausweichen, die ich an der Hauswand aufgestellt habe. Allesamt runtergesetzte fast verstorbene Pflanzen vom A L D I die irgendwie sehr dankbar sind, dass ich sie mit nach Hause genommen habe.

                    Am meisten freue ich mich über ein Zitronenstämmchen, welches nur noch ein paar Blätter hatte und jetzt wieder grünt und blüht und wenn ich aus dem Haus komme, begrüßt es mich mit seinem schönen Duft…

                    Auch ein bisschen Gemüse habe ich angebaut. In der neuen Laube mit Plexiglasdach wachsen die Tomaten in den Himmel und auf dem Misthaufen dominiert die wild aufgelaufene Kürbispflanze. Der gerettete Zucchini wurde schon einmal abgeerntet und die Gurken brauchen noch ein bisschen.

                    Ich bin irgendwie ein bisschen stolz auf mich. In diesem Jahr wächst irgendwie alles. Sogar der unverkäufliche fast eingegangene Weihnachtsstern, den sie im Markt kostenlos mitgegeben haben und die bei mir sonst sonst eingehen sobald ihr Topf die Fensterbank berührt, lebt noch und bekommt laufend neue Blätter…

                    Vielleicht ist das ein bisschen die innere Einstellung?

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                  2. Herrliche Pflanzenrettungsgeschichten. Da finde ich mich auch wieder :-)
                    Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Pflanzen und unsereiner eine Art mentaler Verbindung zustande bekommen. Es scheint zumindest oft so.

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