Glänzende Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula

Wenn ich oft viele Exemplare einer Art sehe, kommt mir kaum in den Sinn, diese könne unter Naturschutz stehen, auch beim Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula nicht, und dennoch ist es der Fall. Pestizideinsatz und die Beseitigung von Totholz bei Obstbäumen und das häufige Schneiden von Schlehenhecken in der Feldflur lassen ihnen kaum noch Lebensraum, in dem die Larven bis zur Verpuppung unter der Rinde frisch abgestorbener Äste mehrere Jahre lang heranwachsen können. Es ist eine lange Zeitspanne für einen so kleinen Käfer, finde ich, er ist aber auch besonders hübsch, bei beiden Geschlechtern, vor allem im Sonnenschein:

Auf dem ersten Bild von einer der Wieseninseln befindet sich, als grünschimmerndes kleines Käfer-Schmuckstück, ein männlicher Glänzender Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula auf der linken der beiden Magerwiesen-Margeriten Leucanthemum vulgare, in Gesellschaft einiger in vorwiegend Schwarzweiss teppichgemusterten Bibernellen-Blütenkäfern Anthrenus pimpinellae. Sowohl die jedem geläufigen Blüten als auch die kleineren Teppichkäfer dienen gut dem Grössenvergleich, wie auf dem zweiten Bild der schwarze Rapsglanzkäfer Brassicogethes aeneus :

Es ist wiederum ein grünes Männchen, das auf einer Blüte vom Hohen bzw. Aufrechten Fingerkraut Potentilla recta Nahrung sucht. Die Farbe Gelb zieht sie an, bevorzugt die Mitte von Wildrosenblüten, aber das Hohe Fingerkraut ist immerhin schon mal ein Rosengewächs, was wegen der Verwandtschaft zu Obstbäumen vielleicht eine gewisse Logik birgt, aber auch die Margeriten mit ihren goldgelben Mittelpunkten werden nicht verschmäht, wie auf dem dritten Bild wieder gezeigt wird, diesmal von einem ganz anders und noch auffallender gefärbten Weibchen des Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula:

Die Käfer sind zwischen etwas mehr als 5 und weniger als 8 mm gross, dabei die Männchen an Kopf, Halsschild und Flügeldecken gänzlich grün bzw- erzfarbig s.o., die Weibchen, bei denen Kopf und Halsschild bei mir im Garten fast immer rot sind, aber auch goldgrün oder messingfarben sein können, ihre Flügeldecken immer vollkommen blaugrün.
Manchmal wird der Zierlichen bzw. Glänzenden Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula auch Kleiner Kirschbaum-Prachtkäfer genannt, und unter diesem Namen zeigte ich ihn 2017 schon einmal auf Löwenzahn > hier.
Wenn ich die Beschreibungen verschiedener Webseiten richtig deute, frisst auch das Imago neben den mit Gelb bevorzugten Blüten gelegentlich auch totes Holz, und davon bekommen sie neben den Wiesenblumen in meinem Garten durch den alten Kirschbaum und die Benjeshecke reichlich geboten.
Diese drei neuen Fotos sind vom 16. und 18. Mai 2020, aufgenommen auf verschiedenen Wieseninseln im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

10 Gedanken zu “Glänzende Blütenprachtkäfer Anthaxia nitidula

  1. Liebe Puzzleblume,
    vielleicht fragst Du Dich, warum ich blindes Huhn dauernd Deine Fotos like ;) Die Frage wäre jedenfalls berechtigt, denn sehen kann ich sie nicht. Ich finde aber, Du beschreibst die Bilder so toll, dass sie immer auch in meinem Kopf entstehen und ich mir wirklich etwas darunter vorstellen kann. Dass muss mensch in so wenigen Worten erstmal schaffen, es ist definitiv nicht einfach. Und dann sind Deine Beiträge auch noch so lehrreich.
    Schade finde ich nur, dass ich bei uns im Garten nicht einfach Ausschau halten kann, ob all diese Insekten dort auch vorkommen. Möglich wäre es in vielen Fällen, auch wir haben viele Blumen und blühende Büsche, einen sterbenden Kirschbaum, Einiges an Totholz und Wildwuchs.
    liebe Grüße
    Lea

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Lea, ich hatte das schon bemerkt und gehofft, dass du dem Text etwas abgewinnen kannst – wie schön, das von dir noch einmal ausdrücklich zu erfahren!
      Einen sterbenden Kirschbaum, der einen wertvollen Lebensraum darstellt, hast du also auch? Dein Garten ist anscheinend auch für viele Tierchen ein ganz wundervoller Platz. Vielleicht lassen sich durch verbale Beschreibungen des Vorhandenen, also von Pflanzen, von denen du weisst, dass sie da sind, im Web auch entsprechende Texte finden, die solche Plätze mit Aufzählungen von Tieren bevölkern können, die genau solche Umgebungen suchen.
      Liebe Grüsse,
      Heide

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    • Hallo Lea,

      ich habe deinen Kommentar sehr interessiert gelesen (und dann gleich auf deiner Seite noch ein bisschen weitergestöbert; aber diese erste Antwort schreibe ich hier, damit klar ist, woher es kommt). Denn als jemand, der sich (derzeit) vor allem als Fotoblogger versteht, weiß ich zwar theoretisch, wie man eine bildlastige Website visuell zumindest barrierearm gestalten kann, bin aber bisher nicht auf die Idee gekommen, dass dafür wirklich Bedarf bestehen könnte. Daher ein herzliches Danke für diese Gedankenanstöße!

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