Spitzwegerich Plantago lanceolata

Spitzwegerich Plantago lanceolata ist eine ausdauernde, weit verbreitete Wildpflanze, zu finden an Wegrändern oder zwischend den Fahrspuren, in der Wegmitte, aber auch auf Feldern und in Parkrasen, sowohl auf trockenen, als auch fetten Wiesen, im Garten und auf Schuttplätzen. Bei mir im Garten gibt es reichlich davon, sowohl Varianten mit kahlen, als auch mit leicht behaarten Blättern. Ich nutze auch seine Eigenschaften als Heil- und Küchenkraut, indem ich immer wieder eine Handvoll Blättchen zupfe, um sie kleingehackt zu essen oder mir Tee davon zu brühen. Später im Jahr schaue ich mir vor dem Pflücken die Blattunterseiten an, denn für die Raupen verschiedener Falter sind Wegerichblätter die Hauptnahrungsquelle, z.B. Scheckenfalter, Kleiner Maivogel, Feuerfalter, Olivenbrauner Zünsler und weitere. Es wäre doch schade, sie versehentlich zu zerstören.

Die Blütezeit des Spitzwegerich reicht von Mai bis zum Herbst. Sie werden trotz ihrer Unauffälligkeit gern von verschiedenen Bienenarten besucht. Jetzt, im frühen Mai, zeigen sich hier jedoch noch keine der walzenförmigen Knospen und pollenbömmelchen-bekränzten Blüten, daher ist das 5. Foto in der Galerie ein älteres.
Im Rohkostsalat oder im gegarten Gemüse ergeben die Knospen eine pilziges Champignonaroma.
Die Samen kann man auf vielfältige Weise essen, aber auch die Sämereien fressenden Singvögel lieben die fettreichen Wegerich-Samen, die man ihnen stehenlassen oder auch für den Winter sammeln kann.
Es gibt also viele gute Gründe, beim Rasenmähen zumindest Wegerich-Inseln stehen zu lassen, wo die Pflanzen zur Nutzung wachsen, blühen und Samen bilden können.
Die ersten vier Fotos sind vom 30. April und vom 5. Mai 2020, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Die kleinen Bilder kann man alle zum Vergrössern anklicken.

15 Gedanken zu “Spitzwegerich Plantago lanceolata

  1. Die Blüten sind total hübsch, genauso wie seine eleganten Blätter. Auf der Baumscheibe hat er sich gut ausgebreitet, so wie alle anderen Wildkräuter. Wird schon ganz schön eng da. Schade, probieren würde ich das gerne mal, aber nicht von Stadtwiese oder Baumscheibe. Das mit dem Vogelfutter werde ich mir merken! Gut jedenfalls, daß du auf Schönheit wie Vielfältigkeit dieser Pflanze hinweist! Überhaupt ist es interessant, daß so viele „Unkräuter“ Heilpflanzen sind. Wann sind die so in Verruf geraten? Okay, wuchern tun sie auch, trotzdem ist ihr Ruf irgendwie dahin.

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    • Baumscheibe ist vermutlich nicht ideal für den eigenen Verzehr, da kommen zu viele unwägbare Dinge drauf, aber für die Vögel ist es in jedem Fall gut.
      Die für den Verzehr geeigneten Unkräuter wurden vermutlich mit dem wirtschaftlichen Aufblühen geächtet, denn in der unmittelbaren Notzeit kamen sie reichlich auf den Tisch, z.B. auch der „Spitzwegerich-Spinat“, und dann wollte man nur noch vergessen und keine Erinnerungen mehr an die Rationierungen und die Armut auf dem Tisch haben.
      In einem Rezeptheft meiner Mutter aus den späten 30er und 40er Jahren mit handgeschriebenen einfachen Küchenrezepten auch von den Grossmüttern kommen Sauerampfer, Brennesseln & Co, noch als normales Gemüse vor, nicht als Ersatzvorschläge. Notrezepte waren das allerdings nicht, dazu waren zuviel Butter, Sahne und Speck dran.

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      • Mmm, mit viel Sahne und Speck könnte ich mir das auch gut vorstellen :-) Ist ja witzig, daß das noch auftaucht. Sowas habe ich noch nicht gesehen, glaube ich und wenn, kenne ich tatsächlich eher so kriegsbedingte Not-Gemüse wie Melde. Sauerampfer habe ich als Kind gerne von der Wiese genascht. Heute weiß ich gar nicht, ob ich den noch erkennen würde. Ich habe lange keinen gesehen (von den kleinen Pflanzen). – Das mit dem Vergessen wollen kann ich mir gut vorstellen. Es gab dann „Besseres“, also weg damit. Und Heilpflanzen und Kräuter waren mit dem Aufkommen von Pillen und Co auch nicht mehr so gefragt.

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